s
Die Süsswasserfauna
Deutschlands
QU
265
B 84
Herausgegeben von
A. BRAUER
HEFT 8:
EPHEMERIDA, PLECOPTERA,
LEPIDOPTERA
bearbeitet von
F.KLAPALEK, K. GRÜNBERG
Jena>Yerlag von Gustav Fiseher
DIE
SÜSSWASSERFAUNA
DEUTSCHLANDS
EINE EXKURSIONSFAUNA
BEARBEITET VON
Prof. Dr. Böhmig (Graz), Prof. Dr. Brauer (Berlin), Prof. Dr.
CoLLiN (Berlin), Prof. Dr. Dahl (Berlin), C. VAN Douwe (Mün-
chen), Prof. Dr. VON Graff (Graz), Dr. Grünberg (Berlin), Dr.
Hartmeyer (Berlin), Prof. Dr. R. u. H. Heymons (Berlin), Prof.
Dr. Jägerskiöld (Göteborg), Dr. Johansson (Göteborg), Dr. Keil-
hack (Berlin), Prof. Dr. Klapalek (Karlin bei Prag), F. Koenike
(Bremen), Dr. Kuhlgatz (Danzig), Dr. v. Linstow (Göttingen),
Dr. LUHE (Königsberg), Prof. Matschie (Berlin), Prof. Dr. Michael-
sen (Hamburg), Dr. Neresheimer (Wien), Dr. Pappenheim (Berlin),
Prof. Dr. Reichenow (Berlin), E. Reitter (Paskau), Dr. Ris (Rheinau),
Dr. Thiele (Berlin), Prof. Dr. Tornier (Berlin), G. Ulmer (Ham-
burg), Dr. Vavra (Prag), Prof. Dr. Weltner (Berlin)
UND herausgegeben
VON
Prof. Dr. Brauer (Berlin).
HEFT 8:
EPHEMERIDA, PLECOPTERA, LEPIDOPTERA
bearbeitet von
FR. KLAPALEK, K. GRÜNBERG.
MIT 260 FIGUREN IM TEXT.
VERLAG VON GUSTAV FISCHER, JENA
1909.
ALLE RECHTE VORBEHALTEN.
0CA2
Vorwort.
In den letzten beiden Jahrzehnten ist die grolie Beideutling,
welche die Süßwasserfauna in wissenschaftlicher und wirtschaftlicher
Hinsicht verdient, mehr und mehr wie in anderen Ländern so auch
in Deutschland erkannt worden, und der Staat, Vereine und Private
sind durch Bewilligung von Mitteln, durch Gründung von Stationen
und Instituten bemüht gewesen, die Erforschung der Süßwasserfauna
zu fördern. Neben praktischen Fragen wie der Kenntnis der Lebens-
weise und Lebensbedingungen der wirtschaftlich wichtigen Krebse
und Fische, dem Nahrungswert der kleinen Tiere u. a. bilden rein
wissenschaftliche, wie die Feststellung der Variabilität der Tiere
unter verschiedenen Bedingungen, der Verbreitung der Glazialrelikte
u. a. den Inhalt der Forschung. Welche Fragen man aber auch
in Angriff nehmen mag, und ob man intensiver oder nur vorüber-
gehend, um zu forschen oder um sich und andere zu unterrichten,
der Süßwasserfauna sein Interesse zuwenden mag, immer wird sich
die Notwendigkeit ergeben, die systematische Stellung der unter-
suchten Formen zu ermitteln. Hierfür fehlte bisher jegliches, die
ganze Süßwasserfauna zusammenfassende Werk. Wohl behandeln
einige dieselbe, ich erinnere besonders an das Werk Lamperts
,,Das Leben der Binnengewässer', aber alle behandeln die Tierö
nur mit Auswahl und berücksichtigen besonders die biologischen
Verhältnisse der auffallenderen und bekannteren Formen. Diese
Lücke soll dieses Werk auszufüllen suchen. Es soll ein wissen-
schaftliches Bestimmungsbuch für die Süßwasserfauna Deutschlands
sein. Es sind deshalb keine längeren anatomischen oder biologi-
schen Beschreibungen gegeben, sondern Bestimmungstabellen und
kurze, aber gut durchgearbeitete Diagnosen, die alle wichtigen morpho-
logischen Charaktere, ferner wichtige biologische und faunistische
Notizen enthalten. Zur Unterstützung des Textes sind möglichst
viele Figuren gegeben, die zwar einfach gehalten sind, aber die
für die Bestimmung in Betracht kommenden Merkmale zeigen.
Neben der knappen Form, die den praktischen Gebrauch und die
Übersichtlichkeit des Werkes erleichtern soll, wurde als Hauptaufgabe
angesehen, dem gegenwärtigen Stande der Kenntnisse soweit als
möglich gerecht zu werden und eine vollständige Zusammenstellung
aller bisher beschriebenen deutschen Süßwassertiere zu geben. Die
Durcharbeitung hat gezeigt, wie lückenhaft auf diesem Gebiete
unsere Kenntnisse zum Teil noch sind, wieviel noch übrig bleibt,
namentlich zur Erforschung der Larven und Jugendstadien. Diese
Lücken auszufüllen überschreitet die Kräfte Einzelner.
Hier müssen viele mit helfen, und es würde als ein großer
Erfolg des Werkes betrachtet und von den Bearbeitern mit großem
Dank begrüßt werden, wenn die Benutzer den Herausgeber oder
die einzelnen Bearbeiter der Gruppen auf Lücken aufmerksam
machten und besonders durch Mitteilung eigener Beobachtungen
oder durch Einsenden des Materials an der Verbesserung und Ver-
vollständiffung des Werkes mithelfen würden.
IV /' " Vorwort.
v.- ■ , ' ■■ \,
" ,Scbwi«rig: war :die Frage, was unter „Süßwasserfauna" zu
verstehen sei. Es sind in dem Werk zu ihr sowohl die Tiere, welche
\\\ und auf dem Süßwässer leben, als auch diejenigen, welche an
den Rändern- der Teiche, Seen, Flüsse u. a. leben, aber nur solche
welche zum Wasser in engster Beziehung stehen, gerechnet worden ;
dagegen sind" solclie, welche nur vorübergehend das Wasser oder
seine Känder ^ufsuöh^n, ausgeschlossen worden. In manchen Gruppen
sind vielleichtTiere mit behandelt worden, welche besser als Landtiere
zu bewerten sind, aber ein Zuviel dürfte hier weniger schaden als
ein Zuwenig. Lediglich praktische Gesichtspunkte sind maßgebend
gewesen, wenn das hier behandelte Faunengebiet einstweilen auf
das politische Deutschland beschränkt wurde. So wünschenswert
es gewiß gewesen wäre, die Grenzen weiter zu stecken und die
Süßwasserfauna mindestens von ganz Mitteleuropa zusammenzufassen,
so mußte doch vorläufig von diesem Ziel Abstand genommen werden,
um das Werk in absehbarer Zeit überhaupt zum Abschluß bringen
zu können und um vor allem eine wesentliche Verschiedenheit und
Ungleichartigkeit in der Bearbeitung zu vermeiden, die wegen der
zum Teil noch sehr ungenügenden Kenntnis der Süßwasserfauna
der nichtdeutschen Länder die unausbleibliche Folge gewesen wäre.
Der dadurch erzielte Gewinn hätte in keinem Verhältnis zu dem
großen Mehraufwand von Arbeit und Zeit gestanden. Es versteht
sich von selbst, daß Formen, welche außerhalb Deutschlands, aber
nahe seinen Grenzen gefunden sind und deren Vorkommen auch
in Deutschland wahrscheinlich ist, mit berücksichtigt wurden.
Unberücksichtigt ist vorläufig auch die Abteilung der Protozoen
geblieben. Der Grund liegt darin, daß gute systematische Werke,
z. B. diejenigen von Bloch mann und ßütschli, bereits vorliegen,
und weiter, daß von anderer Seite eine gründliche neue Durcharbeitung
in den nächsten Jahren zu erwarten ist. Später soll diese Lücke
ausgefüllt werden.
Zum Schluß drängt es mich, allen Mitarbeitern an diesem
Werk meinen besten Dank zu sagen. Sie haben sich alle bemüht,
rechtzeitig das zum Teil riesige Material zu bearbeiten und in
meinem Sinne die große Aufgabe zu lösen.
Nicht weniger danke ich aber dem Verleger. Er hat nicht
nur alles getan, was zur Ausstattung des Werkes dienen konnte,
sondern ist auch stets auf jeden Wunsch eingegangen und hat in
jeder Weise mitgeholfen, das Zustandekommen des Werkes zu sichern,
obwohl der Umfang weit über den Anschlag hinausgewachsen ist
Berlin 1909.
A. Brauer.
I. Ephemerida, Eintagsfliegen.
Von
Prof. Fr. Kiapäiek (Karlin).
Mit 53 Abbildungen im Text.
Ordnung Ephemerida, Eintagsfliegen.
Kopf verhältnismäßig klein, mit verkümmerten Mundwerk-
zeugen, 3 Punktaugen, 2 zusammengesetzten Augen und 2 ahl-
förmigen Fühlern. Diese bestehen aus 2 kurzen, aber starken
Grundgliedern und einer vielgliedrigen feinen Borste. Die Augen
sind bei den Männchen immer viel größer als bei den Weibchen
und bei vielen Gattungen in 2 Abschnitte geteilt. Der obere Teil
zeigt gröbere Facettierung und ist öfters anders gefärbt als der
untere. Wenn die Furche zwischen beiden Teilen tief ist, nimmt
der obere eine zylindrische Form an und ist nur auf seiner oberen
Fläche facettiert; der untere bleibt dagegen eiförmig und ist auf
seiner ganzen Olserfläche mit Facetten bedeckt.
Thorax ist stark, aber sein erster Ring steht, was seine Größe
anbelangt, auffallend hinter den beiden anderen Ringen und ist
ziemlich fest mit dem zweiten verbunden. Am stärksten ist der
Mesothorax entwickelt Beine sind immer schwach, manchmal ganz
gebrauchsunfähig. Beim Männchen sind die Vorderfüße immer
länger als beim Weibchen. In der Regel sind die Vorderfüße länger
als die Mittel- und Hinterfüße. Die Füße sind 4— ögliedrig, auf
verkümmerten Beinen aber auch nur 2gliedrig oder ganz un-
gegliedert. Die Zahl der Glieder ist entweder auf allen Füßen gleich,
nämlich 5, oder es sind die Vorderfüße 5-, die übrigen nur 4 gliedrig.
Die Klauen sind entweder gleich oder ungleich, spitzig oder stumpf.
Die Vorderflügel sind in der Regel dreieckig, an den Ecken
abgerundet. Hinterflügel, wenn sie überhaupt entwickelt sind,
bleiben immer viel kleiner als das erste Paar, manchmal sind sie
schmal pfriemenförmig mit stark reduzierter Nervatur. Gewöhnlich
sind sie eiförmig oder länglich eiförmig und öfters ist ihr Vorder-
rand winklig vorgezogen.
Die Flügelmembran ist in der Regel zart, stark glänzend, sehr
oft irisierend, selten gefleckt, manchmal aber graulich oder weißlich
getrübt. Nervatur fein, in der Regel dicht, mit vielen Längs- und
Queradern. An dem Außenrande der Flügel finden wir oft kurze
Adern einzeln oder zu zwei, welche ganz frei zwischen den Ästen
der Längsadern verlaufen und welche wir Zwischenraumadern
Süßwasserfauna von Deutschland. Heft 8. 1
20. Ao n
2 Fr. Klapälek,
nennen. Von den Längsadein bildet die Costa den Vorderrand
des Flügels, Subcosta ist gerade und mit dem Rande fast parallel,
und bleibt bis zu ibrer Einmündung in die Costa einfach; Radius
läuft parallel mit der Subcosta und entsendet schon am Grunde den
Sector radii. welcher mehrere Äste bildet; Media ist etwa in
der Flügelmitte, Cubitus nahe am Grunde gegabelt und zwischen
2 Hauptästen des letzteren sehen wir mehrere eingeschaltene Längs-
adern; von den Analadern mündet die erste in den Außenrand
des Flügels in der Nähe des analen Winkels desselben, die zwei
übrigen überschreiten selten die Mitte des Innenrandes. Für die
Systematik ist besonders das gegenseitige Verhältnis des Cubitus
und der vorderen zwei Analadern wichtig. Es ist auffallend, wie
die Nervatur trotz ihrer Kompliziertheit konstant ist.
Ephemerida, Eintagsfliegen. 3
Der Hinterleib zeigt 10 deutliche Ringe, die ziemlich gleich-
mäßig gebildet sind. Beim (^ ist die 9. Ventralplatte ausgeschnitten
oder bildet eine mehr oder weniger deutliche Subgenitalplatte, an
welche sich die starken Genitalfüße stützen; diese sind gewöhnlich
8— 4 gliedrig und bilden Greif organe, mit welchen das Männchen
seine Partnerin erfaßt. Über und zwischen den Genitalfüßen ragt
meist deutlich die Rute vor, welche chitinisiert und immer aus
2 Röhrchen oder „Hörnern" besteht, von welchen jedes eine selbst-
ständige Öffnung zeigt. Manchmal gesellen sich zu der Rute noch
dornärtige Fortsätze, welche wir Titillatoren nennen wollen.
Über der Rute ist das 10. Segment, aus welchem die langen viel-
gliedrigen Schwanzfäden herausragen; diese sind entweder nur 2
und stellen uns die Anhänge des 11. Ringes dar, sog. Cerci, oder es
ist noch eine Mittelborste vorhanden, welche die gegliederte Ver-
längerung des Supraanallobus bildet.
Beim Weibchen befindet sich die Genitalöffnung am Grunde
des 8. Ringes und ist öfters durch eine kleine Verlängerung der
7. Ventralplatte — die Subgenitalplatte — verdeckt. Auch die
9. Ventralplatte ist vorgezogen und bildet die Supragenitalplatte.
Dann folgt das 10. Segment und die Schwanzborsten.
Die Eintagsfliegen halten sich meist in der Nähe von fließenden
Gewässern auf, obwohl einige Arten auch in den Teichen und Seen
sich entwickeln. Auch die während des Tages fliegenden Arten
vermeiden die Mittagssonne und jagen sich bei schönem Wetter am
liebsten im Sonnenscheine etwa bis zur 10. Stunde und vor dem
Sonnenuntergänge. Manche Arten sind ausgesprochene Nachttiere
und werden wie diese durch das Licht und helle, beleuchtete
Flächen angelockt. Der Flug von Ephemeriden ist sehr charak-
teristisch und besteht aus einem tanzenden Auf- und Absteigen in
einer fast vertikalen Richtung. Bei schlechtem Wetter oder während
der Mittagshitze können wir sie durch Klopfen auf die Gebüsche
aufscheuchen.
Die Weibchen legen ihre in einem Klumpen hervorquellenden
Eier in das Wasser, über demselben fliegend oder seltener in das-
selbe hinabsteigend; das letztere unternehmen merkwürdigerweise
die zarten Arten der Gattung Baetis. Die Dauer des Eierstadiums
ist besonders naöh der Temperatur verschieden, ist aber wahr-
scheinlich immer recht lang; bei Polymitarcts ist in dem Labora-
torium beobachtet worden, daß die Jungen erst nach 6 — 7 Monaten
aus den Eiern schlüpften.
Die Nymphe ist dem vollkommenen Insekte ziemlich ähnlich,
hat aber selbstverständlich keine Flügel, deren Scheiden allmählich
nach den zahlreichen Häutungen auf dem Thorax sich entwickeln,
besitzt vollkommen ausgebildete beißende Mundteile und atmet
durch die auf dem Hinterleibe befindlichen Kiemen. Auf dem
Kopfe sind 2 mäßig große Augen, 3 Punktaugen und ahlförmige
oder borstenförmige Fühler. Die Mandibeln sind stark, entweder
als einfache, nach vorn gerichtete Fangzähne entwickelt, oder auf
ihrer Innenseite mit einer starken Kaufläche versehen, oder stark
und kurz mit starken Zähnen bewehrt. Auf der Maxiila sehen wir
nur eine einzige Lade, welche in ihrer Form der Lacinia entspricht
und den 2 — 4gliedrigen Taster; die Form der Lade und die rela-
1*
4 Fr. Klapälek,
tive Länge des letzten Tastergliedes sind systematisch wichtig.
Labium kurz mit deutlichen 4 Laden und 2— 3gliedrigen Tastern.
Die Beine sind der Lebensweise der Nymphe angepaßt; bei
den im Schlamme lebenden Arten sind die vorderen zu starken
Grabbeinen umgestaltet, bei anderen sind es Laufbeine, welche be-
sonders bei den in rasch fließenden Wässern lebenden Arten sehr
flach sind, seitwärts abstehen und zu dem Klettern auf den Steinen
gut geeignet sind. Der Fuß ist eingliedrig, mit starker Klaue.
Der Hinterleib trägt auf den ersten 4 — 7 Ringen die Tracheen-
kiemen in der Form von Blättchen oder Faden, welch letztere in
Büschel verbunden sind. Die Kiemen sind seitlich an den Ringen
befestigt, entweder einzeln oder zu zwei am Grunde verbunden und
zwar entweder 2 Blättchen oder 1 Blättchen- mit einem Faden-
büschel. Manchmal ist eins von den vorderen Paaren stärker und
größer und bedeckt flügeldeckenartig die übrigen Kiemen. Die
Zahl und die Form der Kiemen ist für die Systematik sehr wichtig.
Das Ende des Hinterleibes trägt meistens 3 Schwanzborsten;
manchmal ist die mittlere von ihnen verkümmert oder wird bei der
vorletzten Häutung verloren.
Wie lange das Nymphenstadiura dauert, ist nicht bekannt; bei
Palingenia soll dasselbe 3 Jahre dauern und nach John Lubbock
macht Cloeon 23 Häutungen durch. Nachdem aber die Nymphe
reif geworden ist, trachtet sie eine ruhige Stelle des Wasserspiegels
zu erreichen, häutet sich und verwandelt sich in das Subimago.
Dieses ist dem vollkommenen Insekt ganz ähnlich, nur die Beine und
Schwanzborsten sind kürzer und die Flügel trübe, manchmal mit
auffallender, dunkler Zeichnung. Das Subimago häutet sich in
einer Entfernung vom Wasser, welche es fliegend erreicht hat, noch
einmal — bei einigen Arten nicht auf dem ganzen Körper — und
wird zum vollkommenen Insekt, welches keine Nahrung aufnehmen
kann und nur so lange am Leben bleibt, bis es die ihm auferlegte
Aufgabe der Fortpflanzung erfüllt hat. Es dauert 12 Stunden bis
einige wenige Tage.
Bestimmungstabelle der Gattungen.
1. Hinterflügel fehlen. 2.
— Hinterflügel vorhanden, wenn auch manchmal sehr klein. 4.
2. Flügel milchig getrübt, am Hinterrande gewimpert; Zwischen-
raumadem fehlen; 3 Schwanzborsten. Caenis St.
— Flügel glashell, am Hinterrande nicht gewimpert; Zwischen-
raumadern einzeln; 2 Schwanzborsten. Cloßon Leach.
3. Flügel milchig oder graulich getrübt. 4.
— Flügel glashell. 6.
4. Hinterflügel ohne Queradern und in den Vorderflügeln nur die
2-4 vordersten Felder mit einigen Queradern. Oligoneuria P i c t.
— Beide Flügelpaare mit zahlreichen Queradern. 5.
. 5. Körper zart, wie die Flügel weißlich; Hinterbeine sehr kurz
und schwach. Polymitarcis Eat.
— Körper stark, wie die Flügel braun; Hinterbeine normal.
Palingenia Burm.
6. Hinterflügel bloß mit 2 — 3 Längsadern. 7.
— Hinterflügel mit vielen durch Queradern verbundenen Längs-
adern. 8.
Ephemerida, Eintagsfliegen. 5
7. Hinterflügel länglich eiförmig, stumpf; Zwischenraumadern
zu 2. Baetis Leach.
— Hinterflügel sehr schmal, bandförmig, zugespitzt; Zwischen-
raumadern einzeln. Centroptiluiii Eat.
8. 3 Schwanzborsten. 9.
— 2 Schwanzborsten; Augen des (^ und 9 einfach; Zwischen-
raumadern mit den Längsadern verbunden. 14.
9. Yorderflügel mehr oder weniger braun gefleckt; Augen des (^
einfach. Ephemera L.
— Vorderflügel ungefleckt. 10.
10. Yorderflügel mit gelb gefärbtem Costalfelde.
Potanianthus Pict.
— Das Costalfeld nicht gelb gefärbt. 11.
11. Die 2. Analader am Grunde gerade, der lA weit mehr ge-
nähert als der 3A, hinter der ersten, sie mit der lA ver-
bindenden Querader im stumpfen Winkel gebrochen und nur
im sanften Bogen zum Hinterrande laufend, so daß der
Raum zwischen lA und 2A dreieckig ist. Ephemerella Wal sh.
— Die 2. Analader geschwungen, am Grunde der 3A eher etwas
näher als der lA oder von beiden genannten Adern gleich
entfernt und an dem äußersten Grunde nach vorn gebogen
und der Raum zwischen lA und 2A hat den Umriß eines
Schinkens. 12.
12. Zwischenraumadern fehlen. Habrophlebia Eat.
— Zwischenraumadern mit den Längsadern verbunden. 13.
13. Der Costaistreif der Vorderflügel hyalin. Leptophlebia Eat.
— Der Costaistreif der Vorderflügel dunkelbraun gefärbt.
Choroterpes Eat.
14. Zwischen den 2 normalen Schwanzborsten ein gegliederter
Ansatz einer Mittelborste. 15.
— 2 Schwanzborsten; Ansatz einer Mittelborste fehlt; Genital-
füße des (j" 3gliedrig, das 1. Glied am längsten. 17.
15. Der Hinterfuß kürzer als die Schiene; die Genitalfüße
3gliedrig, 1. Glied am längsten. 16.
— Der Hinterfuß länger als die Schiene; die Genitalfüße
4gliedrig, ihr 2. Glied am längsten. Siphlnrns Eat.
16. 1. Glied der Hinterfüße deutlich kürzer als das 2.; die
Vorderklaue in eine kleine Schuppe endend, die außen ge-
kielt, innen ausgehöhlt ist; die Hinterklauen schmal, normal,
beide gleich. Chirotonetes Eat.
— 1. Glied der Hinterfüße kaum sichtbar kürzer als das 2.; auf
allen Füßen eine Klaue stumpf, die andere spitzig.
Ameletiis Eat.
17. 1. Glied der Hinterfüße länger als das 2., dieses länger als
das 3. 18.
— 1. Glied der Hinterfüße so lang wie das 2. 19.
— 1. Glied der Hinterfüße kürzer als das 2. 20.
18. 1. Glied der Vorderfüße so lang wie das 2.; die Hörner der
Rute stark, durch einen dreieckigen Einschnitt voneinander
gesondert und an der Spitze quer nach außen erweitert.
Epeonis Eat.
— 1. Glied der Vorderfüße kürzer als das 2.; die Hörner der
Rute stark, gewöhnlich quer erweitert, manchmal aber ei-
förmig. Ecdyurus Eat.
6 Fr. Klapälek,
19. Die Hörner der Rute schmal, stäbchenförmig, an der Spitze
etwas erweitert; Schenkel meist mit einem dunkelbraunen
Punkte oder Striche in der Mitte der Außenseite; 1. Glied
der Vorderfüße beim (^ etwa '/^ so lang wie die Schiene.
Rhitrogena Eat.
— Die Hörner der Rute stark, an der Spitze stark erweitert
oder eiförmig; Schenkel geringelt, aber ohne den auffallen-
den Punkt in der Mitte; 1. Glied der Vorderfüße beim (^
hat wenigstens ^/g der Länge der Vorderschienen.
Ecdyiiriis Eat.
20. Die Außenseite der Schenkel mit einem dunklen Punkte
oder Striche in der Mitte; die Hörner der Rute schmal,
stäbchenartig, an der Spitze etwas erweitert und weit von-
einander abstehend. Rhitrogena Eat.
— Die Außenseite der Schenkel ohne dunkle Zeichnung; die
Hörner der Rute kurz, breit, flach erweitert und durch einen
dreieckigen Einschnitt voneinander gesondert.
Heptagenia Walsh.
1. Familie Palingeniidae.
Subcosta in den Vorderflügeln fehlt oder ist in einer Falte der
Membran unter dem Radius verborgen; Cn^ läuft am Grunde des
Flügels mit lA und, wenn die übrigen Analadern vorhanden sind,
auch mit der 2A zusammen; die Beine des ^ kurz und schwach
oder gar verkümmert und die Hinterbeine länger als die Vorder-
beine; die Hinterfüße 4gliedrig; beim (j" die Augen einfach.
1. Gattung Palingenia Burm.
Media hinter der Mitte des Flügels gegabelt; die Analadern
vorhanden; in allen Feldern zahlreiche Queradern. Vorderfüße des
Männchens etwa 2,5 mal so lang wie die Schenkel; Schwanzborsten 2,
beim ^ etwa 3 mal länger, beim 5 gleich lang wie der Körper.
Kopf pechschwarz, Thorax gelb, Mesonotum bräunlich, Hinter-
leib erdbraun, die Unterseite, Beine und Schwanzborsten bleichgelb,
Flügel rehbraun mit schmutzig braunen Adern. Länge des (^ 23
bis 25 mm, des $ 27—29 mm, Flügellänge des S 24—26, des $
32 mm, der Schwanzborsten des S 70—74, des $ 26—27,5 mm. —
An großen Flüssen, Juli August. Elbing, Westfalen.
longicauda Oliv.
2. Gattung Oligoneuria Pict.
Media ungegabelt; nur
die 1. Analader entwickelt;
nur in den Feldern bis zur
Media einige Queradern;
Vorderfüße des (j viel
kürzer als die Schenkel;
Schwanzborsten 3, die
mittlere etwas kürzer,
beim (j etwa l'/o^ial so
lang wie der Körper, beim
rA^nana imh. Q Die ? haben sic nur ^'4-73
(Nach Eaton.) der Länge desselben; die
Ephemerida, Eintagsfliegen. 7
hinteren Hinterleibsringe sind an der Seite domartig vorgezogen
(Fig. 2).
Kopf und Thorax ockergelb, Hinterleib weißlich in der vorderen
Hälfte der Ringe beim (^ durchscheinend, beim 9 bräunlich. Vorder-
beine und Hinterschenkel des (^ licht gelbbraun, sonst die Beine
weiß; beim ^ sind die Beine gelbbraun. Schwanzborsten und
Genitalfüße weiß. Körperlänge des ^ 9 — 13,5, des $ 12 — 15 mm,
Flügellänge des (j" 11 — 14,5, des ^ 14 — 16 mm, Schwanzborsten des
(^ 12 — 13 mm, des $ 3 — 4 mm. — An größeren Flüssen oft massen-
haft; fliegt an die Straßenlampen, August. rhenana Imh.
2. Familie Polymitarcidae.
Von der vorigen durch die wohl entwickelte und deutlich sicht-
bare Subcosta verschieden; Nervatur vollkommen, mit zahlreichen
Queradern.
3. Gattung Polymitarcis Eat.
Vorderbeine des (^ so lang wie der ganze Körper und die
Vorderfüße 3 — 5 mal so lang wie die Schenkel, welche kaum '/4 der
Länge der Schienen haben; die Mittel- und Hinterbeine kurz.
Schwanzborsten beim (J 2, da die mittlere verkümmert ist, beim $
3 und gleich lang. Flügel trübe.
Kopf weißlich, unter der Stirn schwarz, Thorax licht gelbbraun,
Hinterleib gelblichweiß, Flügel milchig getrübt, Costa, Subcosta und
Radius grau, Beine weißlich, Vorderschenkel und Schienen oben
schwärzlich. Beim 9 ist der Körper mehr bräunlich. Körperlänge
des c^ 10—11, des $ 16—17 mm, Flügellänge des ^ 11—12,5 des
9 16 mm, Schwanzborsten des (^ 30 — 33,5 des 9 13 mm. — An
größeren Flüssen, stellenweise massenhaft. August. virgo Oliv.
3. Familie Ephemeridae.
Am Grunde des Vorderflügels laufen Cu^, lA und 2A zusammen;
beim (^ sind die Beine wohl entwickelt und die vorderen wenigstens
so lang wie die hinteren. Augen des cf einfach. Der Grund der
Genitalfüße stark entwickelt und das 9 ohne Supragenitalplatte.
4. Gattung Ephemera L.
Flügel glasliell mit zalilreichen Quer- und Längsadern, mehr
oder weniger braun gefleckt. Beim (^ ist der Vorderfuß etwa 4 mal
so lang wie der Schenkel, beim 9 ^twa gleich lang wie derselbe.
Schwanzborsten 3, von gleicher Länge. Hinterfüße 4gliedrig, die
ersten 3 Glieder fast gleich lang; Klauen ungleich. Genitalfüße
4gliedrig, das 2. Glied am längsten.
1. Meso- und Metanotum schwarz; Längsadern und Queradem
schwarz und meist angeraucht; Schwanzborsten undeutlich
geringelt. 2.
— Thorax oben bei dem (^ lederbraun, beim 9 lichter bis gelb ;
Längsadern wenigstens teilweise gelbbraun; Schwanzborsten
deutlich geringelt. 3.
2. Hinterleib dunkel- bis rötlichbraun, die Segmente auf dem
Rücken jederseits mit einem starken, schwarzen, kommaartigen
Fr. Klapälek,
Fig. 3. Ephemera vulgata L.
Das (^ Hinterleibsende Ton unten.
Striche, welcher auf den vorderen Ringen dreieckg erweitert
ist; auf dem 7. — 9. Ringe ist zwischen denselben ein Paar
von feinen kurzen Linien; auf der Bauchseite zieht sich auf
den Segmenten jederseits ein feiner schwarzer Strich. Vorder-,
flügel bräunlich, beim $ viel stärker als beim $ angeraucht,
mit mehreren dunklen Flecken und dunkler gesäumten Quer-
adern. Hinterflügel am Rande breit braun gesäumt, beim (^
mit dunklem Mittelflecke. Vorderbeine schwarz, Schwanz-
borsten rotbraun, kaum dunkler
geringelt. Länge des Körpers
14 — 22 mm, der Flügel beim $
16—17, beim $ 18—24 mm, der
Schwanzborsten beim (j" 32 bis
36 mm, des $ 22—26 mm (Fig. 3).
— Vom Mai bis Juli gemein.
vulgata L.
Hinterleib elfenbeinweiß, nur an
der Spitze etwas braun ange-
laufen, oben jederseits mit einem
starken, keilförmigen, beim 5
dreieckig erweiterten und den
Hinterrand des Ringes weit nicht
erreichenden Flecke; auf dem
6. — 9. Ringe ist zwischen den-
selben ein Paar von feinen,
kurzen Linien; beim ^ bleiben
aber die ersten 5 Rückensegmente oben ungezeichnet. An
den Seiten sind 2 die Seitenlinie begrenzende feine, krumme
Striche. Auf der Bauchseite zieht sich jederseits eine Reihe
von feinen, schwarzen Linien. Sonst sind die Farben wie
bei vulgata, Körperlänge des cf 16—17, des $ 16-23 mm,
Flügel des c^ 16—17, des $ 14—22 mm, Schwanzborsten des
J 30—41 mm, des $ 14—25 mm. — Gemein, aber an
kälteren und schneller fließenden Gewässern. Mai bis Juli.
danica Müll.
3. Die Hinterleibsringe 6—9 auf dem Rücken jederseits mit
3 fast gleich starken, schwarzen Linien, von welchen die
innerste auf den vorderen Ringen verschwindet, die 2 äußeren
mehr verwaschen werden. An den Seiten über der Seiten-
linie und unter derselben eine feine, krumme Linie; auf d«m
Bauche ist jederseits auf allen Ringen eine schwarze Linie.
Körper beim (^ licht lederbraun, am Grunde des Hinterleibes
und dem Bauche etwas lichter; beim 5 ^i^ht gelbbraun.
Vorderbeine des cf mit dem Körper fast gleichfarbig, an den
Gelenken schwarzbraun; die hinteren bedeutend lichter, gelb-
lich. Beim $ sind die Vorderbeine mit der Bi-ust gleich-
farbig, beide Enden von den Schienen und die Spitzen der
Fußglieder schwarz, die mittleren und hinteren Beine sind
schwach gelblich mit schwarzen Klauen. Schwanzfäden licht-
braun, deutlich schwarz geringelt. Flügel beim (^ stark
glänzend, schwach bräunlich getrübt, wenig gefleckt, an den
Queradern schmal braun gesäumt, die Hinterflügel ohne den
Mittelfleck. Beim $ sind die Flügel fast glashell, mit
wenigen punktförmigen braunen Flecken, mit gelbem Sub-
Ephemerida, Eintagsfliegen. 9
costalfelde und ungesäumten Qu'eradern. Länge des Körpers
beim ^ 15—20, beim $ 21— 2ö mm, der Flügel beim c? 16,
beim 2 20 — 21 mm, der Schwanzborsten beim (j 30 — 36, beim
5 24 — 26 mm. — An der Elbe, Juni, Juli. lineata Eat.
— Die Hinterleibsringe 7 — 9 auf dem Rücken jederseits mit
2 parallelen, schwarzen Linien, die auf dem 10. in einen
länglichen Fleck, auf den vorderen (2 — 6) zu einer Linie
zusammenfließen. An der Seitenlinie ist an ihrem unteren
Rande vorn ein schwarzer Punkt und an dem oberen Rande
hinter ihm eine krumme, auf den 2 vorletzten Linien eine
gerade, schwarze Linie. Die Unterseite der Ringe ist mit 2
nach hinten divergierenden, schwarzen Linien geziert. Beine
wie bei lineata. Flügel mit rostgelben Längsadern und
schwarzen Queradern, fast ungefleckt, die hinteren ohne den
braunen Mittelfleck. Schwanzborsten gelblich, braun ge-
ringelt. Die Genitalfüße entweder mit dem Hinterleibe gleich-
farbig und an der Spitze der Glieder schwarz oder schwarz-
braun, oder mit dunkelbraunem ersten und den 2 letzten
Gliedern. Länge des Körpers 11—17 mm, der Flügel beim
(^ 10 — 15, beim ^ 10 — 16 mm, der Schwanzborsten beim (^
15—23, beim 9 H — 14 mm. — Lausitz, Juli, August.
glancops Pict.
4. Familie Potamanthidae.
In den Vorderflügeln laufen Cu^, lA und 2A am Grunde zu-
sammen; Augen des (^ einfach; Genitalfüße 3gliedrig, 1. Glied am
längsten; beim 5 die Supragenitalplatte wohl entwickelt.
5. Gattung Potamanthus Pict.
Beim ($ der Vordertarsus etwas länger als die Schiene, ögliedrig,
das 1. Glied sehr kurz, das 2. hat etwa ^5 der Länge der Schiene,
die übrigen stufenweise kürzer. Mittel- und Hinterfüße 4gliedrig.
Beim ^ hat der Vor-
derfuß fast '^|^ der
Länge von der Schie-
ne. Schwanzfäden 3,
fast gleich lang.
Körper hellgelb,
über den Rücken des
Hinterleibes zieht
sich ein breiter brau-
ner Streifen, an der
Seite des 2.-10.
Ringes nahe dem Vor- Fig. 4. Potamanthus intens L. Die kubitaie und
derrande an der Sei- *"*'^ ^^s**"^ '^^'^ Vorderflügel,
tenlinie ist ein schwarzer Punkt, und ein anderer dunkelbrauner
ist mehr gegen den Rücken gerückt vor dem Hinterrande des 2.
bis 8. Ringes (Fig. 4). Vorderbeine etwas dunkler, an der Spitze
der Schienen und der Fußglieder mit schwarzem Punkte, die Mittel-
und Hinterbeine dunkler, mit schwärzlichen Klauen. .Schwanz-
borsten lichtbraun, dunkelbraun geringelt. Flügel hyalin oder sehr
schwach gelblich, die vorderen mit gelben Längsadern und braunen
10
Fr. Klapälek,
Queradern, die aber gegen den Außen- und Hinterrand lichter
werden; Hinterflügel ganz mit hellgelber Nervatur. Länge des
Körpers 9—13 mm, die der Flügel beim (j" 12 — 13, beim § 15 mm,
der Schwanzborsten beim (j" 15 — 19, beim $ 12 mm. — An Flüssen
und größeren Bächen, Juni, August. luteus L.
5. Familie Leptophlebiidae.
Am Grunde der Vorderflügel ist tA von dem Cti ganz getrennt
und umschreibt mit der 3A einen Raum in der Form eines Schin-
kens. 2A ist am Grunde nach vorn gebogen und der lA näher als
der 3A und in ihrem Verlauf stark geschwungen. Wurzel der
Genitalfüße und die $ Supraanalklappe wohl entwickelt. Augen
des (j geteilt.
6. Gattung Leptophlebia Westw.
Vorderrand der Hinterflügel ungleichmäßig flach bogenförmig,
wobei die Subcosta fast parallel mit demselben und Radius gerade
verläuft (Fig. 5). Die
Zwischen räum ädern mit
den Längsadern verbun-
den; in dem 1. Analfelde
sind 2 untereinander und
mit den Längsadern
durch Queradern ver-
bundene Zwischenraum-
adern. Vorderfuß des (^
etwas länger als die
Schiene, sein 1. Glied
am kürzesten, das 2. am
längsten und die übrigen
Fig. 5. Leptophlebia ynarginata L. Die kubitale
und anale Gegend der Vorderfliigel.
stufenweise kürzer. Hinterfuß 3gliedrig, aber das 1. Glied un-
deutlich getrennt. Beim 2 sind die letzten 4 Glieder des Vorder-
fußes etwa halb so lang wie die Schiene. Schwanzborsten 3, fast
gleich. Genitalfüße 3gliedrig (Fig. 6).
1 . Vorderflügel bräunlich angeraucht, besonders nach der Spitze
zu; der Costaistreif nach der Spitze zu bräunlich gefärbt,
gegen die Wurzel zu hyalin; Längsadern bräunlichgelb.
Thorax schwarz, Hinterleib dunkelbraun, Vorderbeine schwarz-
braun, die hinteren heller, Schwanzborsten dunkelbraun,
Genitalfüße lichter als der 9. Ring. Beim $ sind die Vorder-
schienen licht rötlichgelb. Länge des Körpers 6 — 12 mm,
des Flügels 6 — 11 mm, der Schwanzborsten des (j 12— 20 mm,
des $ 8 — 16 mm, — An Flüssen und Bächen häufig, Mai
bis Oktober; weit verbreitet. marginata L.
— Vorderflügel glashell, nicht bräunlich angeraucht; der Costai-
streif nicht dunkler. 2.
2. Schwanzfäden eifarbig weiß. Thorax oben schwarz, an den
Seiten braun, Hinterleib pechbraun, in der Regel auf dem
2. — 7. Ringe vorn weißlich durchscheinend. Beine weißlich,
die. Schenkel und Schienen der vorderen an der Spitze
dunkler. Genitalfüße weißlich, gegen den Grund zu schwärz-
lich grau. Die Hörner der Rute divergierend, mit einem
Ephemerida, Eintagsfliegen.
11
scharfen Vorsprunge vor der Spitze auf der Außenseite.
Beim 9 ist der Hinterleib dunkelbraun, gelblich geringelt.
— An Bächen weit verbreitet, Juli, August. Länge des
Fig. 6. Fig. 7.
Fig. 6. Leptophlebia marginata L. (^ Das Hinterleibsende von unten.
Fig. 7. Leptophlebia ctncta Retz. (^ Das Hinterleibsende von unten.
Körpers 7—8, der Flügel 8 — 9, der Schwanzborsten des $
8 — 11, des 5 7 — 11 niin (Fig. 7). — Lausitz, Juli, August.
cincta Retz.
— Schwanzfäden deutlich geringelt. 3.
3. Schwanzfäden lichtbraun, dunkler geringelt. Thorax oben
schwarz, Hinterleib pechbraun oben, lichter unten und an
dem Yorderrande der mittleren Ringe weißlich. Vorderbeine
schwarz oder schwarzbraun, die hinteren lichtbraun. Länge
Fig. 8. Fig. 9.
Fig. 8. Leptophlebia submarginata St. (^ Das Hinterleibsende von unten.
P'ig. 9. Leptophlebia Meyeri Eat. ^ Das Hinterleibsende von unten.
des Körpers 8 — 11, der Flügel 10 — 13, der Schwanzborsten
des cf 12 — 14, des $ 9 — 12 mm. — An den Bächen häufig,
Mai bis August (Fig. 8). submarginata St.
— Schwanzfäden weißlich, schwarzbraun geringelt. Thorax oben
tiefschwarz, Hinterleib pechbraun, an dem 3. — 6. oder 7. Ringe
durchscheinend, Beine schwarzbraun, Genitalftiße weißlich
(Fig. 9). Die Hörner der Rute stark divergierend, an der
12 Fr. Klapälek,
Spitze mit einem klauenartigen, nach außen gekrümmten
Zahne versehen. liänge des Körpers 6 — 9, der Flügel 7 bis
0 mm. — An Gebirgsbächen im Juli, Böhmerwald.
Meyeri Eat.
7. Gattung Choroterpes Eat.
Vorderrand der Hinterflügel in stumpfem Winkel gebrochen,
so daß der durch den Radius und den Vorderrand umschriebene
Teil der Flügelfläche einen dreieckigen Umriß hat; Subcosta ver-
läuft etwa in gleicher Entfernung von Costa und Radius. Nur in
der apikalen Partie sind mehr zahlreiche Queradern; sonst sind sie
sehr spärlich. Die kurzen Zwischenraumadern am Hinterrande des
Flügels fehlen. In dem 1. Analfelde verlaufen alternierend 2 kurze
und 2 längere Zwischenraumadern. Genitalfüße 4 gliedrig. Schwanz-
fäden 3.
Thorax schwarzbraun, Hinterleib und Vorderbeine dunkelbraun,
Hinterleib am Vorderrande der mittleren Ringe und auf dem Bauche
lichter und etwas durchscheinend. Genitalfüße am Grunde dunkel-
braun, rötlichbraun nach der Spitze zu. Hinterbeine und Schwanz-
borsten bräunlich, die letzteren dunkel geringelt. Flügel hyalin,
Costal- und Subcostalfeld der vorderen braun. Länge des Körpers
und Flügels 10 mm, und der Schwanzborsten 12 mm. — Heidel-
berg, Dresden. August bis Oktober. Picteti Eat.
8. Gattung Habrophlebia Eat.
Der Vorderrand der Hinterflügel bildet etwa in der Mitte
einen rechtwinkligen Vorsprung, der durch einen tiefen Einschnitt
gebildet wird. Subcosta meistens mit dem Radius parallel und in
gleicher Entfernung wie
von der Costa laufend.
Queradern mäßig zahl-
reich, öfters nach dem
Hinterrande zu ver-
schwindend. Zwischen-
raumadern fehlen mit
Ausnahme des ersten
Analfeldes, wo 2 — 5
Fig. 10. Habrophlebia fusca Cntt. Die kubitale vorkommen können
und anale Gegend der Vorderfiügel. ,7" . "r!"l^" ,^ ,? , V*
Genitalfüße 3 gliedrig.
Schwaiizfäden 3, untereinander fast gleich. Die ^ Supragenital-
platte scharf ausgeschnitten (Fig. 10).
1. Hinterleib braun, am Vorderrande der mittleren Ringe etAvas
lichter und durchscheinend. Thorax oben schwarz. Vorder-
beine schwarzbraun (Fig. 11), Hinterbeine lichtbraun. Schwanz-
fäden lichtbraun, dunkel geringelt. Flügel hyalin, mit blaß-
brauner Nervatur; die Queradern bis zum Hinterrande des
Flügels entwickelt. Länge des Körpers 5—7, des Flügels
6 — 7, der Schwanzborsten beim (^ 8 — 12,5, beim $ 6—9 mm.
— An Bächen und P'lüssen häufig, Juni, Juli. fusca Ct.
— Der 2.-7. Hinterleibsring durchscheinend w^eiß; die Quer-
adern gehen nicht bis zu dem Hinterrande des Flügels und
lassen eine ziemlich breite Randzone frei. 2.
Ephemerida, Eintagsfliegen.
13
Vorderbeine graulichweiß, Mittel- und Hinterbeine weiß,
durchscheinend. Thorax oben schwarz, Schwanzfäden weiß,
Flügel hyalin mit weißlicher Nervatur, nur Subcosta und
Radius im Vorderflügel braun. Länge des Körpers 5, des
Flügels 6 und der Schwanzfäden des ^ 7 mm. — Nach
Rostock in Sachsen. mesoleuea Brauer.
Fig. 11. Fig. 12.
Fig. 11. Habrophlebia fusca Bat. ^ Das Hintei leibsende von unten.
Fig. 12. Habrophlebia lauta Mc. Lach. Die Rute von unten.
— Auf den Vorderbeinen ist der Trochanter, Femur und beide
Enden der Schienen dunkel- bis schwarzbraun. Sonst wie
die vorige. An Bächen sehr häufig. Länge des Körpers
5 — 6, des Flügels 6—7, der Schwanzfäden beim (^ 8—11,
beim $ 6,5—7 mm (Fig. 12)." lauta Mc Lach.
6. Familie Ephemerellidae.
In den Vorderflügeln laufen die 1. und 2. Analader am Grunde
zusammen, die letztere ist am Grunde fast gerade und biegt hinter
der 1. Querader im stumpfen Winkel gegen den Hinterrand des
Flügels ab. Die 1. und 3. Analader umschreiben ein etwa drei-
Cu M,
Fig. 13. Ephemerella ignita Poda. Der Vorderflügel.
eckiges Feld. Die Zwischenraumadern frei oder mit den Längs-
adern verbunden. Der Vorderrand der Hinterflügel bogenförmig
geschwungen mit einem muldenartigen Ausschnitte in der Mitte
(Fig. 13). Genitalfüße 3gliedrig, mit langem 2. Gliede. Schwanz-
fäden 3.
14 Fr. Klapälek,
9. Gattung Epheinerella Walsh.
Körper rötlichgelb bis rotbraun, Beine gelb bis gelbbraun mit
dunkleren Gelenken, Schwanzborsten gelblich, schwarzbraun ge-
ringelt. Flügel hyalin, die stärkeren Adern bräunlich. Länge des
Körpers beim c^ 6—9,5, beim ^ 6—10, der Flügel beim (j" 7—9,
beim $ 7,5 — 11 mm, der Schwanzborsten beim (^ 7 — II, beim $
7 — 9 mm. An Bächen stellenweise sehr häufig, Juni bis September.
ignita Po da.
7. Familie Caeiiidae.
In den Vorderflügeln ist am Grunde lA sehr nahe der Cii^ und
weit entfernt von der 2A. Media ist gegabelt und die 1. mit der
3. Analader umschreiben ein dreieckiges Feld. Hinterflügel fehlen.
10. Gattung Caenis öt.
Queradern in eine Reihe geordnet; die Hinterleibssegmente
7 — 9 an den Seiten hinten ahlförmig vorgezogen. Schwanzfäden 3,
gleich. Füße 4gliedrig, nur die Vorderfüße des (^ ögliedrig.
Genitalfüße kurz, ungegliedert. Flügel trübe, weißlich, ohne
Zwischenraumadern, am Hinterrande gewimpert (Fig. 14).
Fig. 14. Caenis dimidiata St. (Nach Eaton.)
1. Schwanzfäden weiß, weißlich oder mit gelblichem Anflug. 2.
— Schwanzfäden grau oder schwärzlich grau. 3.
2. Thorax pechbraun; Hinterleib weißlich mit grauer Zeichnung
auf dem Rücken und grauen Punkten an den Seiten; Vorder-
beine weißlich mit graubraunen Schenkeln, Hinterbeine grau-
weiß mit einem schwarzen Punkte auf der oberen Kante
der Schenkel vor dem Knie. Flügel am Vorderrande leicht
graulich und die 3 ersten Längsadern sepiabraun. liänge
des Körpers 3—5, der Flügel beim c? 4, beim ^ 5, der
Schwanzborsten beim ^j" 13—18, beim 5 3 mm. — An größeren
Flüssen weit verbreitet, Juni bis Oktober. dimidiata St.
— Thorax gelbbraun, Hinterleib weißlich gelbbraun, an der
Spitze dunkler, Beine weißlich oder ganz licht fahlgelb; Flügel
hyalin, Subcosta und Radius schwarz, übrige Adern gelblich,
beim $ farblos. Länge des Körpers beim $ 3, beim $ '^»
der Flügel beim (j" 3,5, beim $ 4 mm, der Schwanzborsten
des (j' 11 mm. — Preußen, August. lacteella Eat.
Ephemerida, Eintagsfliegen.
15
3. Beine peclischwarz, Schienen, Füße und die untere Kante der
Schenkel licht schwärzlichgrau und durchscheinend, Thorax
pechbraun; Hinterleib graulich; Schwanzborsten grau, dunkler
geringelt; Flügel graulichweiß, Costa, Subcosta und Radius
pechschwarz. Länge des Körpers beim (^ 4 — 5, beim ^
6 mm, der Flügel beim J^ 4—5, beim ^ 7 mm, der Schwanz-
fäden beim cf 14 — 16, beim 2 ^ — 3 mm. — An Teichen
und Flüssen; Mai bis September. Lausitz (Diehmen, Klix,
Bautzen). halterata F.
— Vorderfüße hell sepiabraun, Hinterfüße licht schwärzlichgrau
mit schwarzen Gelenken; Thorax pechschwarz, Hinterleib
lichtbraun; Schwanzborsten grau oder licht schwärzlichgrau.
Flügel weißlich mit grauen Adern bis auf die pechschwarze
Subcosta und Radi.us. Länge des Körpers beim ^T 6j5, beim
$ 5 — 7, der Flügel 5,5—6, der Schwanzborsten beim (^
25 mm. — Berlin. August. harrisella Ct.
8. Familie Baetidae.
Die lA ist am Grunde der Vorderflügel von der Cu und der
2A vollkommen getrennt; 2A ist nur schwach bogenförmig und
Media einfach. Der Hinterfuß hat ^/.j— ^/j der Länge von Tibia,
ist 4gliedrig mit langem ersten Gliede.
11. Gattung Baetis Leach.
Hinterflügel vorhanden, elliptisch oder länglich eiförmig, am
Vorderrande nahe der Wurzel in der Regel in einen dreieckigen.
Fig. 15. Baetis tenax Eat. Flügel: rechts der Hinterflügol stärker vergrößert.
spitzigen Zipfel auslaufend, mit 2 — 3 Längsadern mit sehr spär-
lichen oder gar keinen Queradern. In den Vorderflügeln sind die
Queradern in 3 Reihen geordnet; Zwischenraumadern zu zwei.
Genitalfüße 4gliedrig; 2 Schwanzborsten. Beim (^ Augen geteilt.
1. Schwanzfäden rein weiß. 2.
— Schwanzfäden grau. 9.
— Schwanzfäden geringelt. 12.
2. Hinterflügel mit 2 Längsadern, 3.
— Hinterflügel mit 3 Längsadern. - 5.
3. Zweite Ader der Hinterflügel gegabelt. Thorax oben pech-
schwarz, Hinterleib des $ auf dem 2. — 7. Ringe durchscheinend
weiß oder licht aschgrau, auf dem 8. — 10 pechbraun, rötlich-
braun oder gelblichbraun auf dem Rücken, weißlich grünlichgrau.
16 Fr. Klapälek,
oder braun auf dem Bauche; die Baucbringe haben meist
2 divergierende kurze dunkle Linien nahe dem Vorderrande
und hinter jeder einen Punkt. Beim 9 ist der Rücken des
Hinterleibes kastanienbraun, die Hinterränder der Ringe
2 — 6 und 3 kurze Linien vorn ockergelb. Schwanzfäden
des (j" weiß oder grauweiß, oft dunkler, oder am Grunde
rötlich geringelt; beim ^ einfarbig grauweiß oder rötlich ge-
ringelt. Yorderl3eine des (^ grauweiß oder gelblichgrün, mit
rötlichbrauner Spitze der Schienen; Hinterfüße weißlich,
am Grunde der Schenkel weiß und mit schwarzen Spitzen
der Fußglieder und braunen Klauen; beim $ die Beine
grünlich gelbbraun mit rauchbraunen Gelenken der Fuß-
glieder. Genitalfüße am Grunde dunkelgrau, dann licht grün-
lichweiß. Länge des Körpers 5 — 7,5, des Flügels 6 — 8, der
Schwanzfäden des cf 9— 11, des $ 6 — 8,5 mm. — England.
Mai, Juni und September (Fig. 16). niger L.
— Zweite Längsader der Hinterflügel einfach. 4.
4. Erstes Glied der Genitalfüße schwarz. Thorax oben kohlen-
schwarz, Hinterleib oben kastanienbraun, etwas lichter an
den Nähten und meist aschgrau auf dem Bauche. Schwanz-
fäden weiß oder aschgrau mit dunkleren Nähten am Grunde,
beim ^ dunkler. Beim J sind die Vorderschenkel grünlich-
grau, Vorderschienen und Füße schwärzlich; Hinterschenkel
Fig. 16. Fig. 17. Fig. 18.
Fig. IG. Baefü niger L. Der Hinterflügel. (Nach Eaton.)
Fig. 17. Baetis alpinus Pict. Der Hinterflügel. (Nach Eaton.)
Fig. 18. Baetis scambus Eat. Der Hinterflügel. (Nach Eaton.)
mehr ockergelb mit einem rötlichen Strich am Knie, Schienen
gewöhnlich licht rehbraun. Füße schwärzlich mit schwarzen
Nähten. Beim $ sind die Beine grünlichgrau, Schienen und
Füße schwärzlich. Genitalfüße am Grunde schwarz, nach
der Spitze zu lichter. Länge des Körpers 7—8,5, des Flügels
8—10, der Schwanzfäden vom $ 16, vom J 13 mm. —
Alpen. Juli, August (Fig. 17). alpimis Pict.
Genitalfüße weiß. Beim (^ Thorax oben kohlen- oder pech-
schwarz, der 2.-6. Hinterleibsring durchscheinend weiß
oder grünlich, die übrigen nußbraun; beim $ ist der Körper
grünlichbraun. Schwanzfäden des (^ weiß, einige untere
Glieder dunkler; beim $ rauchgrau, an den Nähten der
Glieder dunkler, Schenkel des (^ kreideweiß oder grünlich-
grau, Vorderfuß rauchgrau, hintere Schienen und Füße grün-
lichweiß; beim ^ sind die Schenkel grünlichbraun. Schienen
und Füße dunkel rauchgrau. Länge des Körpers 6—6,5,
des Flügels 6—7; der Schwanzfäden beim J 12, beim $
9—10 mm. England. Juni, September (Fig. 18).
scambus Eat.
Ephemerida, Eintagsfliegen.
17
5. 2. Längsader der Hinterflügel gegabelt. Thorax oben pech-
schwarz bis pechbraun; Hinterleib beim (^ auf dem 2. bis
7. Ringe durchscheinend weiß, sonst oben gelblich pech-
braun, unten braun wie Umbra; beim ^ rötlich pechbraun
mit gelbbraunen Nähten und hellerem Bauche. Schwanz-
fäden des (j weiß, des $ sehr licht rötlich braungrau. Beine
des (j weiß, Vorderschenkel, Füße und die Spitzen der
Schienen sind licht schwarzgrau; beim ^ sind sie entweder
einfarbig blaßgrau oder grünlichgrau mit sepiagrauen Füßen.
Genitalfüße weiß. Länge des Körpers 5 — 7, des Flügels
beim (^ 4—6, beim $ 11—13 mm, der Schwanzfäden beim
cj" 11 — 13, beim $ 7,5 bis 10 mm. — In Europa weit ver-
breitet. Mai bis Oktober (Fig. 19). pumiliis Burm.
— 2. Längsader in den Hinterflügeln einfach. 5.
Fig. 19.
Fig. 20.
Fig. 21. Fig. 22.
Fig. 19. Baetis pjimüus Burm. Der Hinterflügel. (Nach Eaton.1
Fig. 20. Baeiis vernusGt. )\\n\.&xi\\x%'Q\. (Nach Eaton.)
Fig. 21. Baetis biiceratus Eat. Der Hinterflügel. (Nach Eaton.)
Fig. 22. Baetis binoculatus L. Der Hinterflügel.
6. Genitalfüße weiß. 6.
— Genitalfüße graulichweiß, gegen den Grund zu etwas dunkler
und mit ganz weißen 2 letzten Gliedern. Thorax oben pech-
schwarz, Hinterleib braun oder grünlichgrau, mit helleren
Nähten oder an dem 2. — 7. Ringe durchscheinend; Schwanz-
fäden weiß oder rauchgrau. Schenkel grünlichgrau. Schienen
und Füße weißlich, nur die Vorderfüße dunkelgrau. Länge
des Körpers 5,5—8, des Flügels beim (^ 5 — 7, beim $ 7 bis
9 mm; der Schwanzfäden beim (^ 12 — ^16,5, beim $ 10 — 12 mm
(Fig. 20). — England und Finland. Mai, Juni, September
und Oktober. vernus Gurt.
7. Genitalfüße knieartig gekrümmt, da die ersten 2 Glieder
stark divergieren, die übrigen wieder konvergieren und die
ganze Gliedmaße unten stark bogenförmig ist. Sonst wie
vernus oder tenax. Länge des Körpers des $ 8 — 9, des
Flügels 8—9, der Schwanzfäden 10—16 mm (Fig. 21). —
England. April, Mai. buceratiis Eat.
— Genitalfüße einfach bogenförmig. 8.
8. Hinterleib oben auf dem 2.-6. oder 7. Ringe durchscheinend
weiß oder schwach gelblich, auf den übrigen Ringen sienna-
bis dunkelbraun; beim $ ist der Hinterleib grünlich nuß-
Süßwasserfauna von Deutschland. Heft 8. 2
lg Fr. Klapälek,
braun, an den Nähten mehr oder minder lichtgelb. Thorax
oben nußbraun bis pechschwarz. Beine beim (j weißlich,
beim $ licht olivenbraun. Länge des Körpers 4—8, der
Flügel 6—8, der Schwanzfäden beim ^ 10 — 18, beim §
8—10 mm (Fig. 22). — Europa und Nordamerika. Mai bis
Oktober. biiiociilatus L.
— Hinterleib oben hell olivenbraun, durchscheinend auf dem
2. — 6. Ringe, licht aschgrau auf dem Bauche. Thorax pech-
schwarz. Schenkel olivenbraun, Schienen und Füße aschgrau,
Hinterfüße an den Nähten dunkler oder mit schmalen,
schwarzen Ringen. Länge des Körpers 6—8, der Flügel
7 — 8,5, der Schwanzborsten beim (j* 14 — 16 mm. — England.
Juni. tenax Eat.
9. Hinterflügel mit 2 Längsadern. 10.
— Hinterflügel mit 3 Längsadern. IL
10. 2. Längsader der Hinterflügel einfach, Genitalfüße am Grunde
schwarz (s. oben). alpinus Pict.
— 2. Längsader der Hinterflügel gegabelt, Genitalfüße weiß
(s. oben). niger L.
Fig. 23. Fig. 24.
Fig. 23. Baehs atrebattnus Eat. Der Hinterflügel, (Nacb Eaton.)
Fig. 24. Baetis Rhodatti Piet. (Nach Eaton.)
IL Länge des Flügels beim (^ 5 — 7, beim $ 7 — 9 mm, Thorax
oben pechschwarz (s. oben). vernns Gurt.
— Länge des Flügels beim (^ 4,5, beim ^ 5 mm, Thorax oben
grünlich nußbraun, Hinterleib beim cf auf dem 2. — 6. Ringe
durchscheinend weiß, auf dem 7. — 9. oben dunkel olivenbraun
mit ockergelben Nähten, unten ockergelb; beim ^ ist der
Körper grünlich nußbraun. Schenkel weiß, Schienen und
Füße des $ weißlich, des $ dunkel rauchgrau. Länge des
Körpers 4 — 4,5, der Schwanzborsten beim $ 9, beim 9 6,5 mm.
— Schweiz. August. veniistiihis Eat.
12. Hinterflügel ohne den zahnförmigen Zipfel am Grunde des
Vorderrandes (Fig. 23). Sonst wie Baetis Rhodani. Länge
des Körpers 7—8, der Flügel 6 — 8, der Schwanzfäden des cf
11—13, des $ 8—10 mm. — England. Oktober.
atrebatimis Eat.
— Hinterflügel mit deutlichem Zipfel am Grunde. 13.
13. Hinterflügel nur mit 2 Längsadern. s. 10.
— Hinterflügel mit 3 Längsadern, Thorax oben pechschwarz,
Hinterleib nußbraun, beim (^ auf den Segmenten 2 — 6 oder 7
durchscheinend. Schwanzfäden grünlichgrau mit sepiabraunen
oder rötlichen Nähten. Beine grünlichgrau oder lichtgrau.
Genitalfüße grünlichgrau, das 3. und 4. Glied mehr oder
minder weißlich. Länge des Körpers 5,5 — 9, der Flügel
beim (j" 5,5 — 9, beim ^ bis 12, der Schwanzfäden beim (j"
13-19, beim $ 16 mm (Fig. 24). — Weit verbreitet. Mai
bis Oktober. Rhodani Pict.
Ephemerida, Eintagsfliegen. 19
12. Gattung Centroptilum Eat.
Hinterflügel schmal, handförmig, zugespitzt, gewöhnlich mit
einem spitzigen Zipfel am Grunde des Yorderrandes und bloß mit
2 Längsadern. Im Vorderflügel sind die Queradern in 3 Reihen
geordnet und Zwischenadern einzeln.
Hinterflügel scharf zugespitzt und ihr Vorderrand von dem
Zipfel nach der Spitze zu gerade oder eher etwas konkav, so daß
die Flügelspitze nach vorn gerichtet ist. Thorax oben pechbraun
bis schwarz, Hinterleib des cf auf dem 2. — 7. Ringe durchscheinend
weiß, auf den übrigen Segmenten ockergelb bis nußbraun; Schwanz-
fäden und Genitalfüße weiß. Beim $ ist der Thorax oben nuß-
bis olivenbraun, Hinterleib (Fig. 25) oben gelbbraun oder oliven-
braun, unten lichter; Schwanz-
fäden weiß oder graulichweiß.
Beim (j" sind die Schenkel kreide- a
weiß, Schienen und Füße graulich
oder bräunlich weiß. Länge des
Körpers 5 — 7, des Flügels 6—7,5,
der Schwanzfäden beim (^ 10 — 14, ^
des $ 8—9 mm. — Häufig an
Flüßen und Bächen. Im Mai, Fig. 25. Die Hinterfiügei A von
Juni und Oktober. Centroptilum luieoluni Müll. ; B
luteolum Müll. C. /^«««/a/«w Eat. (Nach Eaton.)
Hinterflügel stumpf zugespitzt mit bogenförmigem Vorderrande.
Thorax oben gelbbraun bis nußbraun, I. Hinterleibssegment oben
pechbraun, 2. — 6. weißlich durchscheinend, an den Nähten gelblich,
7. — 10. rotbraun; Schwanzfäden und Genitalfüße weiß; Beine weiß,
die Spitzen der Schenkel gelblich und die Endglieder der Füße
bräunlich. Beim 9 ist der Thorax oben bräunlich bis braungrau,
Hinterleib oben braungrau, gegen die Spitze zu licht rötlichbraun,
längs des Rückens mit breiter dunkler Mittellinie, unten lichter,
mehr gelb. Schwanzfäden weiß; Schenkel weißlichgelb. Schienen
weißlichgrau. Länge des Körpers und Flügels 8 — 9, der Schwanz-
fäden beim (^ 14 — 17, beim ^ 11 mm. — Lausitz. September,
Oktober. peimnlatnin Eat.
13. Gattung Cloeon Leach.
Hinterflügel fehlen. Vorderflügel häufig im Costal- und Sub-
costalfelde gefärbt, mit spärlichen Queradern, welche in 8 Reihen
geordnet sind; Zwischenraumadern einzeln. Genitalfüße 4gliedrig,
ihr 3. Glied am längsten, Schwanzborsten 2.
1. Costalfeld beim 9 gelbbraun bis nußbraun gefärbt, beim $
in dem apikalen Teile des Costalfeldes nur wenige (3 — 5)
Queradern; die 1. Querader zwischen dem Radius und seinem
Sektor ist wenigstens um ihre eigene Länge von der nächsten
Querader der 2. Reihe entfernt und nach innen geschoben.
Thorax oben gelbbraun bis pechbraun, Hinterleib rötlichbraun,
gelbbraun bis pechbraun, beim (^ auf dem 2. — 7. Ringe mehr
oder weniger durchscheinend bis weiß. Schwanzfäden weiß
oder rötlichweiß, manchmal am Grunde rötlich oder schwärz-
lich geringelt. Vorderbeine des J grauweiß oder graugelb
mit dunkleren Schienen und Füßen und einem rötlichen
^ö Fr. Klapäiek,
Punkte oder pechbraunem Ringe vor der Spitze der Schenkel;
Hinterfüße weißlich, Fußglieder an der Spitze schwarz oder
dunkelgrau. Beim ^ sind die Beine rotgelb, die Vorder-
schenkel mit lichten Ringen. Länge des Körpers beim (^
5_10, beim $ 8—11, der Flügel beim c? 6—11, beim §
9—12, der Schwanzborsten beim c^ 13—20, beim $ 12 bis
15 mm (Fig. 26). — An Tümpeln und Teichen. August,
September. dipterum L.
— Beim 9 ist der Costaistreif hyalin, beim (^^ sind in dem api-
kalen Teile des Costalfeldes 6—11 Queradern. 2.
2. Im apikalen Teile des Kostalfeldes 6—8 schiefe, selten nach
der Subcosta zu gegabelte Queradem. Thorax oben pech-
schwarz, pechbraun, braungelb bis ockergelb. Hinterleib des
(^ durchscheinend weiß, die 3 — 4 letzten Ringe pechbraun
bis rotgelb. Genitalfüße und Schwanzfäden weiß, letztere
öfters entfernt schmal schwarz geringelt. Hinterleib beim ^
braun bis ockergelb, auf dem 2. — 7. Ringe lichter. Beine
weiß bis grünlichgrau. Länge des Körpers 5—9, der Flügel
Fig. 26. Cloeon dipterum L.
6—10, der Schwanzfäden beim J 13—15, beim ^ 10 — 12 mm.
— Sachsen. Juli, August. riifulum Müll.
— Im apikalen Teile des Costalfeldes 9 — 11 Queradern, welche
unregelmäßig gekrümmt, gegen die Subcosta zu öfters ge-
gabelt und hie und da untereinander verbunden sind. Thorax
oben pech- oder kastanienbraun; Hinterleib beim $ oben
pechbraun, unten aschgrau, beim ^ gelbbraun. Schwanzfäden
rötlichweiß, rot geringelt. Genitalfüße grünlichweiß. Beine
grünlichgrau oder grünlichbraun mit dunkleren Füßen. Länge
des Körpers 9—10, der Flügel beim (^ 8, beim ^ 10 "in'ij
der Schwanzfäden beim (^ 14 — 15, beim ^ 10 — 14 mm. —
England, Frankreich, Schweiz. September, Oktober.
simile Eat.
9. Familie Siphluridae.
Die lA am Grunde des Flügels von Cu weit entfenit und der
2A genähert oder mit derselben zusammenlaufend; sie ist mit dem
Innenrande des Flügels parallel. 2A trifft den Innenrand des
Flügels etwa in seiner Mitte. Zwischenraumadern mit den Längs-
adern verbunden und in dem 1. Analfelde Äste der lA bildend.
Hintertarsi 5gliedrig. Schwanzborsten 2 mit kurzem Rudimente
der dritten.
Ephemerida, Eintagsfliegen.
21
14. G-attung Chirotonetes Eat.
Hinterfüße kürzer als die Schienen, ihr 1. Glied kürzer als
das 2.; in den Vorderfüßen des (j ist das 1. Glied, in jenen des $
das 0. am längsten. Klauen gleich, schmal, hakenförmig. Die Er-
weiterung des Costalfeldes stumpf. Genitalfüße 3gliedrig. Supra-
genitalplatte des 9 stumpfwinklig ausgeschnitten.
Thorax oben rotbraun, Hinterleib kastanienbraun, beim 2 etwas
lichter; Vorderbeine schwarzbraun, die V^urzeln der Fußglieder und
die Klauen lichter. Hinterbeine strohgelb, letztes Fußglied und
Klauen schwärzlich. Genitalfüße schwärzlich, an den Gelenken
lichter. Schwanzfäden weißlich, am Grunde bräunlich, beim 2
gelblichweiß, an der Wurzel rötlich. Flügel hyalin, mit fast durch-
sichtigen Adern. Länge des Körpers und der Flügel 12 — 13, der
Schwanzfäden beim J 27, beim $ 20 mm. — Sachsen, Lausitz.
Juli. • ignotus Walker.
15. Gattung Ameletus Eat.
Hinterfüße etwas kürzer als die Schienen und ihr I. Glied etwa
so lang wie das 2.; in den Vorderfüßen ist das 2. Glied länger
Fig. 27. Afuelettis inopinatus Eat. Die kubitale und anale Gegend der Vorderflügel.
als das 1.; Genitalfüße 4gliedrig. Die 5 Supragenitalplatte sub-
triangulär, mit abgestumpfter Spitze (Fig. 27 u. 28).
Körper und Beine pechbraun, Flügel glas-
hell mit rotbraunen Adern. Beine und Schwanz-
fäden gelbbraun, letztere schwach dunkler ge-
ringelt Länge des Körpers und der Flügel
10 mm. — Schwarzwald. Juli. Vogesen. (Nebst-
dem nur aus dem Tatragebirge bekannt.)
inopinatus Eat.
16. Gattung Siphlurus Eat.
Hinterfüße bedeutend länger als die Schie-
nen, ihr 1. Glied am längsten, die übrigen
stufenweise kürzer. Vorderfüße etwa 1'/, mal
80 lang wie die Schienen und ihr 1. Glied
ebenfalls am längsten. Alle Klauen gleich,
schmal und hakenförmig. Genitalfüße 4 gliedrig;
ihr 2. Glied am längsten. Die $ Supragenital-
platte kurz, parabolisch oder stumpf dreieckig (Fig. 29)
Fig. 28. Ameletus
inopinatus Eat. (^
Das Hiuterleibsende
von unten.
22
Fr. Klapälek,
Thorax oben braun, Hinterleib oben dunkelbraun mit helleren
Nähten nach den Seiten zu, unten gelblich oder ockergelb mit Uförmigen
dunkleren Flecken auf den hinteren
Segmenten. Genitalfüße dunkelbraun.
Schwanzfäden sehr licht braungrau,
dunkelbraun geringelt. Vorderbeine
pechbraun, die hinteren gelblich. Flü-
gel glashell, grünlichgrau gefärbt mit
dunkelbrauner Nervatur. Länge des
Körpers 14—15, der Flügel 15—16,
der Schwanzfäden beim (J 24 — 25 mm
(Fig. 30 u. 31). — Bisher nur aus
England bekannt, aber wahrscheinlich
auch in Deutschland vorkommend.
Juli. armatiis Eat.
Thorax oben pechschwarz oder
pechbraun. Hinterleib oben dunkel
pechbraun mit ockergelben Nähten,
auf den letzten 3 Ringen ins Gelbe
übergehend, auf den vorderen Ringen
mit 2 schiefen, dunklen Strichen,
welche sich auf den hinteren zu U för-
miger Zeichnung verbinden. Genital-
füße nußbraun, Schwanzfäden sepia-
braun auf der Wurzel, grünlichgrau
nach hinten mit dunkleren Ringen.
Beine gelbbraun mit dunkleren Schen-
keln, Flügel glashell, mit pechbraunen
Adern. Länge des Körpers und der
Flügel 12 — 15, der Schw^anzfäden des
c^ 17—20, beim $ 16-18 mm. —
England, Savoi, Italien, Dänemark und
Steiermark. August, September.
lacnstris Eat
10. Familie Ecdyuridae.
-^ Die 1. Analader am Grunde der
Vorderflügel von Ctc entfernt und
mehr der 2A genähert, welche ihrerseits von der 3A entfernt ist
und in mäßigem Bogen nicht weit von dem hinteren Winkel in
den Hinterrand einmündet. Zwischenraumadern mit den Längs-
adern verbunden; in dem 1. Analfelde sind 4 lange Zwischenraum-
adern, welche zu 2 und 2 genähert sind, hie und da die lA er-
reichen und untereinander durch Queradern verbunden sind. Hinter-
tarsi kürzer als die Schienen, immer ögliedrig (P'ig. 32).
17. Gattung Epeorus Eat.
1. Glied der Hinterfüße deutlich länger als das 2., und das
1. Glied der Vorderfüße etwa so lang wie das 2. Die Hörner der
Rute stark, durch einen dreieckigen Einschnitt voneinander geschieden
und an der Spitze nach außen erweitert.
Ephemerida, Eintagsfliegen.
'23
Thorax oben pechschwarz oder pechbraun, Hinterleib isabella-
braiin, der Hinterrand der Segmente ist breit Van Dyck-braun und
dieser Streifen (Fig. 33) biegt an den Seiten nach vorne ab; auf
Fig. 30. Siphlurus armattis Eat.
^ Das Hinterleibsende von imteu.
Fig. 31. Siphlurus lacustris Eat.
(^ Das Hinterleibseude von unten.
Pig. 32. Ecdyurus forcipula KoUar. Die kubitale und anale Gregend der
Vorderflügel.
den Ventralringen ist je ein großer dreieckiger Van Dyck-brauner
Makel, welcher von dem Uinterrande nach vorn sich verschmälert,
aber den Vorderrand nicht erreicht. Vorderbeine schwarzbraun,
Fig. 33. Epeorus assimilis Eat. Die
Rute von unten.
Fig. 34. Rhitrogena senticolorata
Curt. Die Rute von unten.
Hinterschenkel nußbraun, Schienen und Füße etwas lichter. Schwanz-
fäden am Grunde sepiabraun, gegen die Spitze zu lichter, fahlgelb,
nicht geringelt. Flügel glashell, nach der Wurzel zu grünlich ge-
24 Fr. Klapälek,
färbt; Adern pechschwarz; die äußere Hälfte des Costalfeldes ge-
])räunt und die Queradem daselbst hie und da durch Queräste ver-
bunden. Länge des Körpers 14, der Flügel beim <^ 15—16, beim
AVeibchen 17 — 19 mm, Schwanzfäden des J 35 — 45, des $ 34 mm.
— Schwarzwald, Baden, Böhmerwald. Juli, September.
assimilis Bat.
18. Gattung Rhitrogena Eat.
Das 1. Glied der Hinterfüße etwa so lang wie das 2., jenes
der Vorderfüße beim J hat nur etwa Vs der Länge des 2. Gliedes.
Auch beim 9 ^^t das 1. Glied viel kürzer als das 2. Die Hörner
des Penis durch einen breiten und tiefen Einschnitt voneinander
getrennt, schmal, stäbchenförmig und an der Spitze erweitert oder
lanzettlich. Schenkel in der Regel in der Mitte der Außenseite
mit einem dunklen Punkte oder breiten Striche (Fig. 34).
1. Vorderflügel in der inneren Hälfte bräunlich gefärbt. Körper
rötlichbraun, auf dem Thorax oben ins Kastanienbraue über-
gehend. Beine und Schwanzfäden licht braun, letzte am
Grunde sepiabraun, nicht geringelt. Nervatur sepiabraun
nur Subcosta und Radius in der unteren Hälfte rostgelb.
Queradern in dem apicalen Teile des Subcostalfeldes einfach.
Fig. 35. Rhitrogena germanica Eat. Fig. 36. Khitrogena auranttaca
Die Rute. Burm. Die Kute von unten.
Länge des Körpers 7 — 11, der Flügel 7 — 12, der Schwanz-
fäden beim <^ 23 — 28, beim ^ 14 mm. — An rasch fließen-
den Bächen mit reinem Wasser häufig. Mai bis September.
semicolorata Gurt.
— Flügel glashell, höchstens nur am Grunde bräunlich gefärbt. 2.
2. Größere Art. Körper dunkel rotbraun, Thorax oben kastanien-
braun, Hinterleib an den Nähten lichter an dem Ende sepia-
braun. Beine dunkelbraun, die hinteren lichter. Knie und
die Schienenspitze dunkler. Schwanzfäden braun, schmal
dunkler geringelt. Flügel hyalin, am Grunde rostbräunlich,
mit rotbrauner Nervatur; Subcosta und Radius erscheinen
bei gewisser Stellung gelbbraun , die Queradern sind auf-
fallend stärker als die Längsadern und schmal bräunlich
gesäumt. Länge des Körpers oder der Flügel 14, der Schwanz-
fäden beim (j" 28 mm. — Rhein bei Lauffenburg (Fig. 35).
germanica Eat.
— Kleinere Art Thorax oben gelb oder gelbbraun, Metanotum
schwarz oder pechbraun, Hinterleib bräunlich, die Segmente
Ephemerida, Eintagsfliegen. 25
vor dem helleren Hinterrande kastanienbraun, an den Seiten
mit einem starken schwarzen schrägen Striche. Vorderbeine
des (^ scherbengelb, an den Gelenken dunkler, Hinterschenkel
gi'ünlichweiß , ins licht Olivengrüne übergehend, Schienen
lichter, Füße schwärzlich, dunkler als die Vorderfüße. Ge-
nitalfüße schwarz oder grünlich schwai-z, nach der Spitze zu
lichter. Schwanzfäden sepiagrau, nach der Spitze zu weiß-
lich, an der Wurzel schwarz geringelt. P'lügel hyalin. Länge
des Körpers 6,5—9, der Flügel 7 — 10, der Schwanzfäden
beim (j" 11 — 15, beim 2 9 — 10 mm. — Dresden, Halle, Schwarz-
wald. Juli, August (Fig. 36). anrantiaca Bur.
19. Gattung Heptagenia Walsh.
Das 1. Glied der Hinterfüße kürzer als das 2., welches wieder
gleich, oder etwas länger ist als das 3.; das 1. Glied der Vorder-
füße ist viel kürzer, beim (J nur ^5 so lang, wie das 2., welches
etwa so lang ist wie das 8., beim ^ etwas länger. Die dunklen
Punkte oder Striche in der Mitte der Schenkel fehlen. Hörner
der Rute breit, unten abgeflacht, durch einen dreieckigen Ein-
schnitt voneinander geschieden.
1. Der Costaistreif glashell, ungefärbt oder höchstens am Spitzen-
rande schwach gelblich. Thorax gelbbraun, hinten dunkler;
Hinterleib oben braun, an den Segmentenden dunkler, an
den Seiten und unten weißgelb, die 3 Endsegmente schwach
orange. Vorderbeine scherbengelb mit dunkleren Gelenken.
Genitalfüße bräunlich, Schwanzfäden schmutzigweiß und bis
zur Spitze dunkler geringelt. Vorderflügel bläulich schim-
mernd mit dunkel gelbbraunen Queradern; Costa gelb. Flügel-
spannung 21, Länge der Schwanzborsten beim (J 25 mm.» —
An der Weißeritz bei Dresden. August.
coerulans Rost.
— Der Costaistreif deutlich gelb gefärbt. Costa gelb. Vorder-
beine gelb oder scherbengelb. 2.
2. Hinterleib oben schön gelb, stark rötlich getuscht, an den Seg-
mentenden dunkler, in der Mitte mit einem braunen, breiten
Längsstreif. Thorax bräunlichgelb, Prothorax beiderseits mit
einem großen, dunkel violettbraunen Fleck. Längsadern im
Vorderflügel schwarz, mit Ausnahme der 3 ersten, welche
gelb sind; der Costaistreif stellenweise rötlich gefärbt und
mit schwarzen Nodalpunkten. Der ganze Flügel mehr oder
weniger gelb gefärbt. Schwanzborsten weiß oder schwach
rötlich, dunkler rot geringelt. Länge des Körpers 9 — 12,
der Flügel beim ^ 10 — 12, beim $ 11 — 15, der Schwanz-
fäden beim J 24, beim ^ 15—25 mm. — Lausitz. Juli,
September. flava Rost.
— Hinterleib in der Mitte ohne dunklen Längsstreif, nicht röt-
lich getuscht, blaßgelb oder schwach bräunlich, an den Seg-
mentenden dunkler. 8.
3. Beine isabellfarbig, die Schenkel, wenigstens die vorderen,
mit 2 fleischroten Ringen. Thorax gelblich, Pronotum in
der Mitte mit dunklerem P'leck, Metanotum über der Ein-
lenkung der Hinterhüften mit dunklerem Punkte; die Hinter-
leibssegmente 2—7 beim ^ durchscheinend weißlich mit nuß-
26 i^r. Klapälek,
braunen Hinterrändern, 8—10 licht gelbbraun. Schwanzborsten
gelblich, dunkler geringelt. Flügel hyalin, gegen den Vorder-
rand zu grünlichgelb gefärbt mit schwärzlicher Nervatur.
Länge des Körpers 12 — 14, der Flügel beim cf 14 — 15, beim
9 17, der Schwanzborsten des (^ 20 — 33, des 9 21 mm. —
Sachsen. Juni bis August (Fig. 37). flavipeiinis Duf.
— Beine grünlichgelb, die Schenkel ohne dunklere Ringe. Thorax
gelblich, Metathorax an den Seiten lichter als anderswo. Die
Hinterleibssegmente 1 — 7 beim
(j licht grünlichbraun oder oli-
vengrau durchscheinend, schmal
dunkler an den Hinterrändern
der Segmente; 8 — 10 licht gelb-
braun. Schwanzborsten graulich-
weiß, schwärzlich oder rotbraun
geringelt. Flügel hyalin mit
pechbrauner Nervatur. Länge
des Körpers beim (j 7—10,
beim 9—11, der Flügel des ^
Heptageniaflavipennis 8,^-12, beim $ 11-13, der
Die Rute von unten. Schwanzborsten beim $ 16—23,
beim ^ 14 — 19 mm. — Weit
verbreitet in Europa. Mai bis September, snlphnrea Müll.
20. Gattung Ecdynrus Eat.
An den Vorderfüßen sind meistens die 4 ersten Glieder stufen-
weise kürzer, nur die ersten 2 können manchmal etwa gleich lang
sein; in den Vorderfüßen des (^ ist das 1. Glied wenigstens Vs so
lang wie das 2., welches etwa so lang ist wie das 3., beim ^ ist
das' 1. kürzer als das 2. und dieses länger als das 3. Die Hörner
der Rute meist nach außen erweitert, durch einen mäßigen Ein-
schnitt voneinander getrennt; seltener sind sie flach, eiförmig.
1. Hinterleib nicht mit Punkten geziert. 2.
— Hinterleib des J auf dem 2. — 7. Ringe durchscheinend weiß-
lichgelb, bei dejn 9 fahlgelb, auf dem Rücken etwas dunkler,
bei beiden Geschlechtem mit schwarzbraunem Streifen an
dem Hinterrande, welcher schräg nach vorn abbiegt und in
den Winkel zwischen dem Vorderrande des Segmentes und
der Seitenlinie sich zieht; auf dem Bauche des 2. — 8. Ringes
ist in der Mittellinie ein bis in die Mitte reichender Strich
und 4 hinter ihm im Bogen gestellte Punkte, von welchen
die 2 äußeren strichartig gegen die Mitte des Vorderrandes
des Segmentes verlängert sind und so eine fächerförmige
Zeichnung bilden. Thorax beim (j" dunkel, beim 9 Hchter
braun. Vorderbeine schwarzbraun, Mittel- und Hinterbeine
licht gelbbraun. Knie und die Füße gegen die Spitze zu
dunkelbraun. Schwanzfäden dunkel sepiabraun, gegen die
Spitze zu kaum lichter. Flügel hyalin mit grober schwarz-
brauner Nervatur, in dem apikalen Teile des Costai- und
Subcostalfeldes gebräunt. Die Queradern im apikalen Teile
des Costalfeldes netzartig verbunden. Länge des Körpers
10—14, der Flügel beim ^ 10—12, beim $ 12—15, der
Schwanzfäden beim (^ 32 — 34, beim § 22 — 25 mm. — An Ge-
birgsbächen von Mai bis August (Fig. 38 u. 39). insignis Eat.
Ephemerida, Eintagsfliegen.
27
Die Hörner der Rute abgerundet, eiförmig, eng aneinander
gepreßt. Thorax oben pechbraun, beim $ etwas lichter,
Hinterleib van Dyck-braun, etwas rötlich, mit schmalem,
schwarzbraunem Hinterrande der Segmente, mit 3 lichten,
parallelen Strichen auf dem Rücken, einem durchscheinenden
lichten Flecke an der Seite; beim ^ ist der Hinterleib etwas
dunkler und die Zeichnung undeutlich (Fig. 40). Vorder-
beine schwarzbraun, mit ein wenig lichterem Fuße, Mittel -
und Hinterbeine mit den Brustseiten gleichfarbig, mit dunkleren
Knien und Fußspitzen, Schwanzborsten licht nußbraun, kaum
kenntlich geringelt, Flügel hyalin, stark irisierend mit
van Dyck-brauner, feiner Nervatur; Queradern in dem api-
calen Teile des Costalfeldes einfach. Länge des Körpers
Fig. 38. Ecdyurus insignis Eat. Die
Zeichnung der Ventralsegmente.
Fig. 39. Ecdviirus hisignis Eat.
Die Rute.
Fig. 40. Ecdyurus laieralt's Eat.
Das Hinterleibsende von unten.
6
Fig. 38.
Fig. 39.
Fig. 40.
5—9, der Flügel beim $ 6 — 10, beim $ 7 — 10, der Schwanz-
fäden beim ^ 19, beim ^ 15 mm. — An Gebirgsbächen.
Mai bis August. lateralis Ct.
Die Hörner der Rute flach, stumpf dreieckig, quer erweitert. 4.
Vorderfüße des (^ deutlich lichter als die dunkel- bis schwarz-
braunen Schenkel und Schienen; ihr 1. Glied etwa halb so
lang wie das 2. Schwanzfäden am Grunde sepiabraun, in
der distalen Hälfte ganz licht, dunkler geringelt. Thorax
oben rötlichbraun, dunkler entlang der Mittellinie, Hinter-
leib beim ^f lichtbraun mit einem sepiabraunen Streifen an
dem Hinterrande der Ringe, welcher an den Seiten dreieckig
erweitert und nach vorn verlängert ist; vorne an der Seiten-
linie ist ein durchscheinend weißlicher Fleck. Beim $ ist
der Hinterleib rötlichbraun mit ähnlicher, aber weniger
deutlicher Zeichnung. Genitalfüße dunkel sepiabraun. Flügel
hyalin, in dem apicalen Teile des Costal- und Subcostal-
28 Fr. Klapälek,
feldes gebräunt. Länge des Körpers beim cf 8 — 11, beim 5
9—12, der Flügel beim S 9—12, beim $ 9—14, der
Schwanzfäden beim c^ 19—23, beim § lö— 22 mm (Fig. 41).
— An Gebirgsbächen weit verbreitet, aber nicht häufig.
Juli bis September. flumimim Pict.
— Die ganzen Vorderbeine des (j" schwarzbraun bis schwarz.
5. Schwanzborsten schmutzig weiß", nach dem Grunde zu dunkler,
deutlich dunkelbraun geringelt; erstes Glied der Vorderfüße
0,674 mal so lang wie die Schiene. Beim ^ ist der Körper
braun, auf der hinteren Partie des Mesonotums, auf dem
Metanotum und den Hinterrändern der Abdominalringe
schwarzbraun. Die Beine ebenfalls braun, die vorderen
etwas dunkler, Schenkel mit 2 verwaschenen dunkleren
Querbändern und die Füße gegen die Spitze zu schwarz-
braun. Flügel stark glänzend, hyalin, mit schw^arzbrauner
ziemlich scharf ausgeprägter Nervatur. Das $ ist bedeutend
lichter, so daß der Körper licht lederbraun, auf dem Meso-,
Metanotum und den Hinterrändern der Abdominalringe
dunkelbraun ist. Auch die Nervatur ist etwas lichter. Die
Queradern im apicalen Teile des Subcostalfeldes stark ver-
Fig. 41. Ecdyurtis fluniinutn Fig 42. Ecdyurus volitansYj'At.
Pict. Die Rute. Die Hute.
zweigt und netzartig verbunden. Länge des Körpers 12 bis
15 mm, der Flügel beim c? 13—14, beim $ ^4 mm, der
Schwanzborsten beim (^ 25—28, beim 5 20 mm (Fig. 42).
— Mai, Juni. Oberwiesental? volitans Eat.
— Schwanzborsten am Grunde sepiabraun, nicht geringelt. 6.
6. Erstes Glied der Vorderfüße beim cf 0,54— 0,58 mal so lang
wie die Schiene. Körper licht gelbbraun, Thorax oben
dunkelbraun, die Hinterränder der Abdominalringe oben
schwarzbraun und an der Seite in einen schiefen breiten
Strich nach vorn vorgezogen. Vorderbeine dunkelbraun,
etwas rötlich, die Mittel- und Hinterbeine gelbbraun. Plügel
meist mit einem düstergrünlichen Anfluge, das Costal- und
Subcostalfeld , besonders gegen die Spitze zu bräunlich;
Nervatur dunkel sepiabraun, die Queradern in dem apicalen
Teile des Subcostelfeldes verzweigt und mäßig netzartig ver-
bunden. Länge des Körpers 9 — 12, der Flügel 10—13, der
Schwanzborsten beim (j" 22—31, beim 5 21 mm. — Im
Sommer an reinen Bächen weit verbreitet (Fig. 43).
forcipula Pict.
Ephemerida, Eintagsfliegen.
29
Erstes Glied der Vorderfüße beim ^ etwa 0,72 mal so lang
wie die Schiene. Die Farbe des Körpers etwas dunkler,
mehr rotbraun, sonst aber dem vorigen ähnlich. Flügel
hyalin, mit starker, schwarzbrauner Nervatur; der apicale
Teil des Costal- und Subcostalfeldes deutlich braun gefärbt
Fig. 43. Ecdyiiriis forcipula Kollar.
Die Rute.
Fig. 44. Ecdyurtis •venosus F.
Die Rute.
und die Queradern im Costalfelde daselbst verzweigt und
netzartig verbunden. Länge des Körpers 15, der Flügel
15 — 16, der Schwanzborsten beim (^ 31 — 40, beim ^ 25 mm.
— Vom Mai bis September an klaren Bächen. Lausitz,
Schwarzwald (Fig. 44). venosus Fab.
Bestimmiiiigstabelle der Gattungen der
Ephemeridennymphen*j.
1. Labial taster 2gliedrig. 2.
— Labialtaster 3gliedrig. 8.
2. Das Grundglied der Labialtaster kürzer als das 2. Glied.
Maxillartaster ebenfalls 2gliedrig. 3.
Fig. 45. Epherne7-a rnilgata L.
Unterlippe der Nymphe.
(Nach Eaton.)
Die
Fig. 46. Polyniita7-cys virgo
L. Rechte Hälfte vom I^bium
der Nymphe. (Nach Eaton.)
Das Grundglied der Labialtaster etwa so lang wie das 2.;
Maxillartaster 3gliedrig. Auf dem Hinterleibe 7 Paare von
schmalen 2 ästigen, an den Rändern befransten Kiemen, von
') Nach Eaton, A revisional monograph of recent Ephemeridae, pag. 307.
30
Fr. Klapälek,
welchen das 1. Paar rudimentär und .unbefranst ist; mit 2
spitzig konischen Vorsprüngen vorn auf der Stirn (Fig. 45).
Epheniera.
— Das Grundglied der Lippentaster länger als das 2. Glied;
Maxillartaster ebenfalls 2gliedrig; 7 Paare von Hinterleibs-
kiemen. 5.
3. Die Kiemen bestehen aus einer kleinen, dicken, eiförmigen
Schuppe und einem Büschel von feinen Fäden, welcher am
Grunde der Unterseite mit derselben verbunden ist; das
1. Kiemenpaar ist auf der Unterseite des 1. Ringes.
Oligoneiiria.
— Kiemen schmal, 2 ästig, am Rande befranst. 4.
Fig. 47.
Fig. 47. Rhitrogena aurantiaca Biirtn. Die
Unterlippe der Nymphe. (Nach Eaton.)
Fig.
48. Potamanthus luteus L. Maxilla
der Nymphe. (Nach Eaton.)
Fig. 49. Die Kiemen der Nymphe von Cho-
roterpes Pictetti. Eat. (Nach Eaton.)
Fig. 50. Caenis halierata F. Maxilla der
Nymphe. (Nach Eaton.)
Fig. 48.
Fig. 49.
Fig. 50.
4. Sechs Paare von gleich gebildeten Kiemen; der Mittellobus
der Unterlippe zugespitzt; Mandibeln stark und kurz.
Palingenia.
— Sieben Paare von Tracheenkiemen, von welchen aber das
1. rudimentär, klein, einfach und schuppenförmig ist; der
Mittellobus der Unterlippe stumpf; Mandibeln stark ver-
längert (Fig. 46). Polymitarcys.
5. Das vorderste Kiemenblättchenpaar unterhalb der Hinterbrust
konvergierend und einander berührend; die Kiemenfäden in
Büscheln (Fig. 47). Rhitrogena.
— Die vordersten Kiemenblächen weit voneinander entfernt. 6.
6. Die mittlere Schwanzborste fehlt den älteren Nymphen;
Kiemenfäden in Büscheln verbunden. Epeoriis.
— Alle 3 Schwanzborsten vollkommen entwickelt. 7.
7. Kiemenblättchen schmal lanzettförmig. Heptagenia.
Ephemerida, Eintagsfliegen,
31
10.
Die vorderen Kiemenblättchen ellipsoid, die hinteren von
länglich eiförmigen in eiförmige übergehend; bei jüngeren
Stücken sind sie schmäler und eher dreieckig. Ecdynrus.
Maxille schief abgestutzt und auf dieser Abstutzung unter
der Spitze eine Bürste von dichten Haaren tragend; Taster
länger als die Maxilla. 9.
Maxilla zugespitzt mit bogenförmiger oder schwach winklig
gebrochener äußeren Kontur, an der Spitze und auf der
Innenkante mit starken Zähnen versehen. 12.
Hinterleib mit 6 Paaren von gleichartigen Kiemen; jede
Kieme besteht aus zwei am Grunde verwachsenen eiförmigen,
aber federartig geteilten Blättchen (Fig. 48).
Potamanthus,
Hinterleib mit 7 Paaren von Kiemen. 10.
Die vordersten Kiemen einfach, schmal lanzettlich; die übrigen
bestehen aus je 2 durch ihre Stiele verbundenen etwas un-
Fig. 51. Cloeon simile. Fig 52. Baetis Rhodatn Fig. 53. Centropttlum
Die Unterlippe der Nym- Pict. Labium der Nyni- luteolum L. Jjabiuin der
phe. (Nach Eaton.) phe. (Nach Eaton.) Nymphe. (Nach Eaton.)
gleichen und assy metrischen Blättchen, deren Endteil durch
zwei tiefe Einschnitte von der übrigen Fläche gesondert ist
(Fig. 49). Choroterpes.
— Alle Kiemenpaare gleichförmig. 11.
11. Jede Kieme besteht aus 2 dünnen ahlförmigen Teilen.
Leptophlebia.
— Kiemen zweiteilig und jeder Teil wieder in mehrere faden-
förmige Abschnitte geschlitzt. Habrophlebia.
12. 4 — 5 Kiemenpaare; Maxillartaster kürzer als die Maxillen.
Ephemerella.
— 6 Kiemenpaare; Maxillartaster länger als die Maxilla; das
vorderste Kiemenpaar ist rudimentär, das nächste groß und
nach der Art von Flügeldecken die übrigen 4 Paare deckend;
diese sind am Rande gefranst (Fig. 50). Caenis.
— 7 Kiemenpaare; Maxillartaster so lang oder länger als die
Maxillen. 13.
13. Die Kieferteile der Unterlippe kaum länger als breit, stumpf;
die mittleren Hinterleibsringe mehr oder weniger erweitert
und an der Seite vorgezogen. 14.
— Die Kieferteile der Unterlippe deutlich länger als breit, zu-
gespitzt und sichelförmig; die mittleren Hinterleibsringe nicht
erweitert und nicht vorgezogen. 15.
32 Fr. Klapälek,
14. Alle Kiemenblätter einzeln und eiförmig; Maxillartaster den
Kieferteil der Maxilla kaum überragend. Chirotonetes?
— Auf den ersten 2 Ringen sind j euerseits 2 Kiemenblätter
paarweis verbunden, auf den übrigen sind die Kiemenblätter
einzeln; Maxillartaster länger als die Maxilla. Siplilurus.
15. Alle Kiemenblätter einzeln. 16.
— Die Kiemenblätter meistens oder durchweg doppelt, aus un-
gleichen Teilen zusammengesetzt. Letztes Glied der Lippen-
taster abgestutzt, spitzig; letztes Glied der Maxillartaster
lang, dünn (Fig. 51). Cloeoii.
16. Kiemenblätter breit eiförmig, stumpf; letztes Glied der
Labialtaster kugelig, mit dem vorletzten zu einer Keule
eng verbunden; letztes Glied der Maxillarsaster lang (Fig. 52).
Baetis.
— Kiemenblätter schmal eiförmig bis lanzettlich, zugespitzt;
letztes Glied der Labialtaster viereckig an der Spitze ab-
gestutzt; letztes Glied der Maxillartaster lang und dünn.
(Fig. 53). Centroptilum.
II. Plecoptera, Steinfliegen.
Von
Prof. Fr. Klapälek (Karlin).
Mit 124 Abbildungen im Text.
Ordnung Plecoptera, Steinfliegen.
Kopf prognath, oben flach, meist gleich hinter den Augen ab-
gerundet ohne deutliche Schläfen zu bilden. Mundteile beißend,
mit ahlförmigen oder fadenförmigen Tastern, von welchen die maxil-
laren 5, die labialen Sgliedrig sind; die Unterlippe zeigt 4, wenigstens
durch runde Lobi angedeutete Laden und auf der Innenseite einen
kurzzungenförmigen Hypopharynx. Fühler lang, borstenförmig.
Nebst den zusammengesetzten Augen sind bei den europäischen
Arten 3 Punktaugen «entwickelt. Hinter den hinteren Punktaugen
zieht sich die bogenförmige Scheitelnaht, welche den Scheitel gegen
das Hinterhaupt begrenzt; vor und nach außen von denselben sind
2 Schwielen , welche wir Stirnschwielen nennen und die für die
Systematik gute Charaktere bieten. Der Kopfschild ist von der
Stirn durch eine M-förmig gewundene schmale Schwiele geschieden;
diese werden wir als die M-Linie bezeichnen. Bei der Beschreibung
der Arten werden wir als ein Merkmal öfters den gegenseitigen
Abstand der Punktaugen und die Entfernung der hinteren von dem
Innejirande der Augen benützen (Fig. 54); dabei messen wir die
Entfernungen vom Mittelpunkte der Punktaugen und von dem
nächsten Punkte des Innenrandes der Augen; es ist zu diesem
Zweck am besten den Kopf der Fliege unter dem Mikroskop genau
horizontal zu stellen, so daß alle 3 Punktaugen gleichzeitig scharf
zu sehen sind, und eine einfache Zeichnung der Augen, Punkt-
augen und der Stirnschwielen zu machen.
Pronotum querelliptisch, aber seine Seitenteile sind meist nach
unten umgeschlagen, wodurch dasselbe eine querviereckige, oder
trapezoide Form erhält. Am Vorder- und Hinterrande entlang
zieht sich die Vorder- und Hinterrandsfurche, in der Mittellinie
die Mittelfurche; die seitlichen Partien sind meist erhöht, mit wurm-
förmigen Schwielen geziert und gegen das Mittelfeld scharf be-
grenzt. Dieses Mittelfeld ist selten gleichmäßig breit; gewöhnlich
ißt dasselbe vor der Mitte am schmälsten und nach vorn und hinten
erweitert, wobei die Ränder gerade oder bogenförmig sein können.
Wir werden öfters das Verhältnis der Breite des Mittelfeldes zu
der Breite des ganzen Pronotums auf der Stelle, wo das Mittelfeld
Süßwasserfauna von Deutschland. Heft 8. 3
34
Fr. Klapälek,
am schmälsten ist, als ein Merkmal benützen; auch das Verhältnis
der Breite am Yorderrande zu jener am Hinterende und zur Länge
ist für die Bestimmung wichtig.
Meso- und Metathorax sind einander sehr ähnlich gebildet.
Wir unterscheiden auf ihrer dorsalen Fläche 4 flachhügel artige Er-
höhungen, die kreuzweise gestellt sind. Die vorderste ist das Prae-
scutum, die 2 seitlichen, welche der Flügelwurzel genähert sind,
bilden das Scutum und die eiförmige, in der Mittellinie liegende
Fig. 54. Chloroperla rivulorum Pict. Von oben An =z Fühler,
O = Augen, Oc = Punktaugen, Pr = Pronotura, Prs = Prae-
scutura , Sc = Scutum , Sl = Scutellum , Pss = Postscutellum,
/ — X = erster bis zehnter Hinterleibsring, C= Cerci, C = Costa,
Sc = Subcosta, Sci = Ast der Subcosta, P = Radius, Ps^, Ps2 =
1., 2. Ast des Sector Radii , Af^, M^, M^, Mi = 1.— 4. Ast der
Media, Cu^^, Cuq = vorderer und hinterer Cubitus, lA, sA, jA
— 1., 2., 3. Analader.
hintere ist das Scutellum ; die hinterste quere Partie von den
2 Ringen ist das Postscutellum. Die Bruststücke (Sterna) der
Thorakalringe sind durch eine deutliche Naht in 2 Teile geschieden:
einen breiten queren vorderen und ein kleines, zwischen den
Hüften gelegenes eiförmiges oder herzförmiges hinteres Stück.
Die Laufbeine sind schlank, mit dreigliedrigen Füßen, deren
Glieder entweder alle 3 fast gleich lang sind, oder die 2 ersten
sehr kurz, das dritte viel länger ist als beide zusammen, oder
zuletzt das 2. Glied am kürzesten ist.
Plecoptera, Steinfliegen. 35
Flügel meist vollkommen entwickelt, seltener beim Männchen
verkürzt. Gewöhnlich sind die Hinterflügel bedeutend breiter, da
sie einen wohl entwickelten analen Teil haben. Die Membran ist
glasartig oder mehr oder minder braun angeraucht, seltener grün-
lich. Die Nervatur ist ziemlich primitiv. Die Randader (Costa, C)
bildet wirklich den Vorderrand, die Unterrandader (Subcosta, Sc)
mündet ziemlich weit vor der Flügelspitze in den Vorderrand ein.
Die Radialader (Radius, R) ist fast gerade und mündet ebenfalls
vor der Spitze in den Rand; in den Vorderflügeln bildet sie einen
Ast, welcher vor der Mitte der Flügellänge abgeht und öfters noch
weitere mehr oder minder parallele Aste gegen den Außenrand ab-
gibt; das ist der Sector radii (Rs). In den Hinterflügeln fehlt
anscheinend diese Ader. Die nächste Längsader ist die Media (M).
In den Vorderflügeln ist sie nur einmal gegabelt, in den Hinter-
flügeln ist sie zweimal gegabelt, aber die vordere Zinke bei der
ersten Gabelung entspricht in ihrem weiteren Verlauf vollkommen
dem Sector radii; wir müssen demnach trotz dem verschiedenen
Verlauf beide Adern für homolog halten. Den 5. Hauptstamm
bildet die Cubitalader (Oi), welche in beiden Flügelpaaren sehr
nahe der Wurzel in 2 starke Äste geteilt ist; der vordere Cubitus
entsendet mehrere akzessorische Äste gegen den Seitenrand und
zwar in der Unterordnung Setipalpia nach hinten, in der Unter-
ordnung Filipalpia nach vorn. Die Analadern sind in den Vorder-
flügeln schwach entwickelt, in den Hinterflügeln meist wohl
entwickelt und verästelt. Die erste von ihnen bleibt immer ein-
fach, die übrigen 2 haben meist je 3 Äste. Der Vorderast der
2. Analader entsendet meist nach hinten einige parallele akzessorische
Äste, von welchen der längste mit dem Mittelaste durch eine Quer-
ader verbunden sein kann, was für die Systematik, wichtig ist.
Der anale Teil des Flügels ist von dem vorderen durch eine Längs-
falte geschieden.
Zwischen den Längsadern finden wir Queradern, von welchen
einige regelmäßig vorkommen, die anderen aber fehlen können.
Zwischen der Costa und Subcosta in dem sog. Costalfelde finden
wir immer am Grunde eine starke Querader, welche wir die hume-
rale nennen, nach außen von derselben sehen wir eine variable Zahl
von Queradern, welche auch gänzlich fehlen können. Zwischen der
Subcosta und dem Radius, in dem Subcostalfelde finden wir mit Aus-
nahme einer einzigen vor dem Ende der Subcosta selten einige
Queradern; in der äußeren Partie des Subcostalfeldes, zwischen dem
Radius und der Costa, sind öfters einige Queradern, von welchen
die erste mit der früher erwähnten Querader einen teilweise mit
dem Radius verbundenen Ast der Subcosta vorstellt. Zwischen den
apicalen Ästen sind bei den europäischen Arten selten einige Quer-
adern, dafür finden wir dieselben regelmäßig zwischen der Media
und Cubitus anticus in den Vorderflügeln und zwischen den beiden
Ästen des Cubitus, in beiden Flügelpaaren. Der apicale Teil der
Flügel ist durch eine zusammenhängende Reihe von Queradern be-
grenzt, welche wir die Anastomose nennen. Die einzelnen, durch
die Längs- und Queradern begrenzten Felder und Zellen werden
nach der ihren vorderen Rand bildenden Längsader oder ihrem Aste
benannt und bezeichnet. Öfters wird die interradiale Zelle (iJ^i)
des Vorderflügels und die Intramediale (iÄf2) des Hinterflügels er-
wähnt. Die erstere liegt zwischen dem Radius und seinem Sector
3*
36 Fr. Klapälek,
und ist nach außen durch die Querader r—s begrenzt, die letztere
liegt zwischen beiden Zinken der Media und ist ebenfalls durch
eine Quemder (?;/) geschlossen. Bei diesen Zellen ist das Verhältnis
ihrer Länge zur Länge des Stiels, welche A'on der basalen Querader
(am Grunde zwischen der M und Cu) gemessen wird, für die
Systematik gut zu verwerten.
Der Hinterleib zeigt eine ziemlich homonome Gliederung und
wir können in der Regel wenigstens auf dem Rücken sehr deutlich
10 Segmente zählen. Das 11. Segment ist nur auf der Bauchseite
entwickelt und in 2 dreieckige Teile gespalten, welche wir als Sub-
analklappen bezeichnen; der 12., den After tragende Ring ist auf
seiner Rückenseite deutlicher und bildet den sog. Supraanallobus.
Der 11. Ring trägt gegliederte, fühlerförmige Anhänge, die aber in
vielen Fällen bis auf ihr Grundglied reduziert sein können; wir
nennen dieselben Cerci. Der Hinterleib zeigt die Geschlechtsunter-
schiede. Beim Männchen ist in der Regel der Yentralbogen des
9. Ringes vorgezogen und bildet so eine Subgenitalplatte, welche
oft durch eine Längsfalte jederseits gegen die Seitenteile begrenzt
ist. Nebstdem können die Subanalklappen , Cerci, der Supraanal-
lobus, sowie die Dorsalfläche der Hinterleibsringe zum Zwecke der
Erleichterung von Kopulation modifiziert werden. Beim Weibchen
sind die Sexualcharaktere einfacher und beschränken sich meist auf
die Bildung einer Subgenitalplatte, welche durch die Verlängerung
der 8. Ventralplatte entsteht.
Die Steinfliegen halten sich meist an fließenden Gewässern auf;
nur die Gebirgsseen machen von der Regel Ausnahme und werden
von einigen, für solche Lokalitäten typischen Arten aufgesucht.
Wir können sie von den auf den Ufern wachsenden Bäumen und
Gebüsch herabklopfen, in den Ritzen der Rinde oder unter den
Steinen (besonders die größeren Frühjahrsformen) finden oder auch
im hellen Sonnenscheine fliegend fangen. Die Weibchen tragen
oft recht große Eierballen an der Unterseite der Hinterleibsspitze
und lassen dieselben über dem Wasserspiegel fliegend in das für
die Nymphen unentbehrliche Element fallen.
Die Nymphen erinnern in ihrer Form schon an das vollkommene
Insekt, von welchem sie sich durch den Mangel von Plügeln unter-
scheiden. Sie halten sich auf und unter den Steinen auf Wasser-
pflanzen auf. Die größeren Arten haben faden- oder büschelförmige
Tracheenkiemen, welche meistenteils auf der Brust sitzen. Das
Hinterleibsende trägt immer 2 fühlerartige Schwanzfäden (Cerci),
wonach sie leicht kenntlich sind.
Bestimmungstabelle für die Gattungen.
1. Alle 3 Fußglieder fast gleich lang; Schwanzfäden stark ver-
kürzt. 2.
— 2. Fußglied am kürzesten, 1. und 3. fast gleich. 5.
— 3. Fußglied am längsten, viel länger als das sehr kurze 2.
und 1. zusammen; Schwanzfäden lang, füblerartig. 8.
2. Der vordere Cubitus entsendet 2 — 3 akzessorische Äste nach
vorn gegen den Außenrand; die Subgenitalplatte des (^ lang,
Plecoptera, Steinfliegen. 37
am Gninde mit Anhang; das 9. Sternit des $ in eine Supra-
genitalplatte vorgezogen. Taeniopteryx.
— Der vordere Cubitus hat nur einen akzessorischen Ast. 3.
3. Zwischen der Costa und Subcosta 2 — 3 Queradern; die (^
Subgenitalplatte lang, ohne Anhang am Grunde; das 9. 9
Sternit nur in der Mitte des Hinterrandes zungenförmig ver-
längert. Rhabdiopteryx.
— Zwischen der Costa und Subcosta keine Queradern. 4.
4. Die Subcosta endigt vor dem 2. Drittel der Flügellänge;
Sector radii dreimal gegabelt; die ^j" Subgenitalplatte lang,
ohne Anhang; das 9. Sternit des $ in eine Platte verlängert.
Oemopteryx.
— Die Subcosta endigt hinter dem 2. Drittel der Flügellänge;
Sector radii nur einmal gegabelt; die (j Subgenitalplatte kurz,
kaum verlängert; das 9. Sternit des $ ebenfalls nur schwach
rundlich erweitert. Neplielopteryx.
5. Schwanzfäden eingliedrig, oft verschiedenartig modifiziert. 6.
— Schwanzfäden immer mehrgliedrig, wenn auch manchmal
verkürzt. 7.
6. Am Anfange der Anastomose bilden die Adern eine X förmige
Kreuzung; die Flügel in der Ruhe flach auf den Hinterleib
zusammengelegt. Neraura.
— Der Anfang der Anastomose bildet keine X-förmige Kreuzung;
die Flügel in der Ruhe röhrchenartig um den Hinterleib zu-
sammengerollt. Leuctra.
7. Der anale Teil der Hinterflügel ist nicht abgesondert und
der Hinterrand des Flügels ist einfach bogenförmig; Schwanz-
fäden verkürzt. Capnopsis.
— Der anale Teil der Hinterfiügel normal entwickelt; Cerci
lang. ^ Capnia.
8. Der anale Teil der Hinterflügel schwach entwickelt, durch
einen sehr seichten Einschnitt des Hinterrandes angedeutet,
alle drei anale Adern einfach; Pronotum querelliptisch.
Isopteryx.
— Der anale Teil der Hinterflügel deutlich entwickelt; die
2 hinteren Analadern Äste bildend und der Vorderast der
2. Analader gegabelt. 9.
9. Zwischen dem Radius und seinem Sector mehrere Queradern,
welche oft ein unregelmäßiges Netzwerk bilden,
Perlodes.
— Zwischen dem Radius und seinem Sector außerhalb der Ana-
stomose höchstens ganz vor dem Ende eine Querader. 10.
10. Zwischen der Costa und dem Radius außerhalb der Subcosta
höchstens 2 Queradern, meist jedoch nur eine; der Vorderast
der 2. Analader nicht mit dem Mittelaste durch eine Quer-
ader verbunden. Ohloropeiia.
— In dem Subcostalfelde außerhalb der Subcosta wenigstens
3 Queradern. 11.
11. Der I.Ast des Sector radii ist in der Regel mit seiner Wurzel
an der Bildung der Anastomose beteiligt oder, wenn er
außerhalb der Anastomose verläuft, entsteht er wenigstens nahe
derselben; der Vorderast der 2. Analader ist meistens durch
eine Querader mit dem Mittelaste verbunden; Pronotum zwar
38
Fr. Klapälek,
12.
nicht stark, aber doch deutlich nach hinten verschmälert ohne
einen gelben Mittelstreifen. Perla.
Die Äste des Sector radii verlaufen alle außerhalb der Ana-
stomose und zwar ziemlich von derselben entfernt; der Yorder-
ast der 2. Analader ist nicht durch eine Querader mit dem
Mittelast verbunden; Pronotum parallelseitig oder eher nach
vorn verschmälert mit einem gelben Mittelstreifen. 12.
Das Männchen kurzflügelig, mit zapfenartig vorragenden und
den Hinterrand des 10. Dorsalringes überragenden Subanal-
klappen; die weibliche Subgenitalplatte nimmt kaum etwas
mehr als die Hälfte der Breite des 2. Ringes ein.
Peiiodes.
Fig. 55. Perlodes dispar Rmb. P. Die Flögelnervatur. C = Costa, Sc =
Subcosta, R = Radius, Rs^, Rs^, Rs^, Rs^ — 1., 2., 3., 4. Ast des Sectoris radii,
Ml, M^ = 1. und 2. Ast der Media, Cu^ = vorderer, Cti^ hinterer Cubitus, lAi
2A, 3A = 1., 2., 3. Analader, h = die humerale, b = basale, rs radiosectorale,
rm = i-adiomediale, m = mediale, mcu = mediocubitale Querader.
— Das Männchen vollflügelig mit kurzen kahnförmigen an den
Supraanallobus gepreßten und den 10. Dorsalring nicht über-
ragenden Subanalklappen ; die weibliche Subgenitalplatte groß,
fast die ganze Ventralfläche des 9. Ringes bedeckend.
Isogeniis.
Bestiramungstabelle der kurzflügeligen
Männchen.
1. Zweites Fußglied am kürzesten, 1. und 3. fast gleich lang;
der Supraanallobus auffallend groß, penisartig und nach oben
gekrümmt. Capnia.
— Drittes Fußglied am längsten, viel länger als die 2 ersten
zusammen; Supraanallobus nie penisartig. 2.
Plecoptera, Steinfliegen. 39
2. Hinterrand des 8. Ventralringes in der Mitte mit einem ab-
geiimdet viereckigen, stärker chitinisierten Anhang.
Chloroperla.
— Hinterrand des 8. Ringes ohne einen Anhang. 3.
3. Pronotum nach hinten deutlich schmäler, ohne einen gelben
Mittelstreifen; die Subanalklappen dreieckig oder kahnförmig.
Perla.
— Pronotum parallelsei tig oder eher nach vorn schmäler, mit
einem gelben Mittelstreifen; die Subanalklappen aneinander-
gepreßt, zusammen zapfenförmig. Perlodes.
A. Unterordnung Plecoptera setipalpia.
Die Glieder der Taster nehmen an Stärke stufenweise ab, so
daß sie ahlförmig oder bei größerer Länge borstenförmig erscheinen.
Die akzessorischen Äste des Cubitus anticus gehen alle nach hinten
ab, die Ader selbst ist aber vorgebogen. Die Schwanzfäden wohl
entwickelt, fühlerartig.
1. Familie Perlodidae.
Pronotum parallelseitig oder eher nach vorn schmäler, meist
mit einem gelben Mittelstreifen. Die Äste des Sector radii ver-
laufen alle außerhalb der Anastomose und beginnen ziemlich weit
von derselben. Der Vorderast der 2. Analader 1 — 2 akzessorische
Äste bildend, ohne Querader. Die Subanalklappen, der Supraanal-
lobus und öfters auch das 10. Dorsalsegment zu Kopulationszwecken
modifiziert. Häufig finden wir zwischen dem Radius und seinem
Sector zahlreiche Queraderh, welche ein unregelmäßiges Netzwerk
bilden können (Fig. 55).
1. Gattung Perlodes Banks (Dictyopteryx Pict.).
Beim Männchen sind die Subanalklappen halbwalzenförmig, an-
einandergepreßt, so daß sie einen Zapfen bilden. Der 10. Dorsal-
bogen ist ganz, nicht geschlitzt. Beim Weibchen ist die Subgenital-
platte entweder groß, quer elliptisch oder kleiner halbkreisförmig
oder abgerundet dreieckig,
a) Zwischen dem Radius und seinem Sector ein unregelmäßiges
Netzwerk; die Subanalklappen des Männchens den Hinterrand
des 10. Dorsalringes in der Ansicht von oben nicht überragend;
die weibliche Subgenitalplatte groß, querelliptisch.
Perlodes s. str
1. Nur der Kopfschild vor der J/-Linie schwach glänzend
der Kopf sonst, besonders zwischen den Punktaugen, matt.
Der helle Makel auf dem Kopfschilde fehlend oder kaum
angedeutet; die seitlichen Hinterhauptsflecke klein. Pro-
notum vorn fast so breit wie der Kopf samt Augen. Fühler
dünn. Das cf mit kurzen Flügelrudimenten. Körperlänge
des S 7—11 mm, des 2 9—16 mm, Flügelspannung des $
27 — 37 mm. Unter Steinen und Rinde an größeren
Flüssen. April, Mai. Dresden, Hamburg (Fig. 56 u. 57).
dispar Rmb,
40
Fr. Klapälek,
2. Der Kopf auch zwischen den Punktaugen glänzend. Der
Kopfschild mit einem deutlichen dottergelben Makel vor
der J/- Linie. Pronotum vorn kaum so breit wie das Hinter-
haupt. Fühler stark. Das (^ vollflügelig. Körperlänge
des (j" 8 — 11 mm, des $
15—17 mm, Flügelspannung
des S .20—30 mm, des $
Fig. 56. Perlodes dispar Rmb. ^. Die Fig- 57. Perlodes dtspar
Subanalklappen {Li) und der untere Teil der ßmb. ^. Hinterleibsende von
Cerci (C). Die 10. Ventralplatte abgeschnitten. unten.
38 — 40 mm. Wie die vorige, aber etwas später, auch an
größeren Bächen, in Wäldern. Gotha, Schandau.
microcephala Pict.
b) Zwischen dem Radius und seinem Sector kein unregelmäßiges
Netzwerk von Queradern; die Subanalklappen des (^ verlängert
Fig. 58 3.
Fig. 58 a.
Fig. 58. Dictyopterygella rccta Kny. ^. Das
Hinterleibsende, a von der Seite, b von oben
gesehen.
Fig. 59. Dictyoptetygelia recta Kny. Q. Das
Hinterieibsende von unten.
Fig. 59.
und in der Ansicht von oben den Hinterrand des 10. Ringes
deutlich überragend; die weibliche Subgenitalplatte kaum etwas
mehr als die Hälfte der Breite des 8. Ringes einnehmend.
Untergattung Dictyopterygella Klp.
Plecoptera, Steinfliegen.
41
1, Die seitlichen Hinterhauptsflecke wenig deutlich, die Körper-
lange beim (^ 7 — 10 mm, beim ^ 9 — 18 mm. Flügelspannung
des 5 10 — 16 n^iw- Schwarzbraun, schwach glänzend, mit
sehr breitem, fast abgerundet dreieckigen Scheitelflecke,
breit dreieckigem mittleren Hinterhauptsmakel und am
Innenrande gelb gesäumten Augen. Die Hochgebirgsseen
des Riesengebirges im Juni, Flinsberg, Juli (Fig. 58 u. 59).
recta Kmpy.
2. Die seitlichen Hinterhauptsflecke deutlich und der Kopf-
schild größtenteils gelb; Körperlänge des (^ 10—12 mm,
des 5 ^0 — 1"^ ™™> Flügelspannung des 5 26 — 32 mm,
sonst wie vorige. Der große Teich im Riesengebirge. Juni
septentrionis.
2. Gattung Isogenus Newm.
Beim ,^ ist der 10. Dorsalring geschlitzt, an den Enden der
Abschnitte abgerundet, verdickt und beborstet; die Subanalklappen
kahnförmig und an den stark modifizierten Supraanallobus gepreßt;
IX
~"~fes^rfe
.-., LS
Fig. 60. Isogenus nubecula Nwm. 1. Das <^ Hinterleibsende von oben;
selbe von der Seite gesehen; 3. das $ Hinterleibsende von unten.
das-
dieser besteht aus einem scheidenartigen Teile, zwei Titillatoren
und einem Mittelhöcker, welcher auf dem Rücken mit einem chitini-
sierten, an der Spitze schnabelartig vorspringenden Längsstreifen
versehen ist. Die weibliche Subgenitalplatte nimmt bei der einzigen
deutschen Art fast die ganze Breite des 9. Ventralringes ein. An
der Querader r — rs ein dunkler, runder Fleck, Körper schwarzbraun,
auf dem Meso- und Metanotum stark, an der Hinterleibsspitze
schwach glänzend, sonst matt und nur die Schwielen und der Raum
zwischen den Punktaugen glänzend. Der gelbe Scheitelfleck läng-
lich eiförmig, vorn breiter und mit dem dreieckigen Hinterhaupts-
makel fast zusammenhängend. Der Mittelstreifen auf dem Pronotum
ziemlich schmal, die ganze Breite des Mittelfeldes nicht einnehmend.
42
Fr. Klapälek,
Der 9. Ring an den Seiten, der 10. ganz gelb. Die Unterseite des
Hinterleibes gelbbraun. Fühler und Taster schwarzbraun, Beine
gelbbraun bis braun, Schenkel und Schienen gegen die Spitze zu
schwärzlich, P^üße schwarzbraun, Cerci olivenbraun, schwärzlich ge-
ringelt. Körperlänge 12 — 16 mm, Flügelspannung 30 — 38 mm. —
Langsam fließende Gewässer in Mittel- und Nordeuropa. März,
April (Fig. (50). nubecula Newm.
2. Familie Perlidae.
Beim J ist die 9. Ventralplatte meist in eine parabolische
Subgenitalplatte verlängert; die Subanalklappen sind normal, drei-
eckig, schmal kahnförmig, öhrchenartig, selten klauenartig; der
Supraanallobus ist klein, kaum vorragend, oder unter dem Hinter-
rande des 10. Dorsalbogens halbkugelig gewölbt. Sonst sind die
Hinterleibsringe meist normal, seltener ist der 5. Dorsalring schild-
chenartig vorgezogen und stärker gewölbt; der 8. Ventralring in der
Mitte seines Hinterrandes oft mit einem viereckigen oder trapezoiden
Fig. 61. Perla abdominalis Burm. NerVatur; Erklärung wie Fig. 54.
Anhange versehen, der 10. Dorsalring ist entweder ganz oder in der
Mitte geschlitzt und auf jedem Abschnitte mit einem nach vorn ge-
richteten Fortsatze versehen oder einen nach vorn gekrümmten
starken Chitinzahn tragend. Der 9 Hinterleib normal, die Sub-
genitalplatte deutlich oder fehlend. Flügel meist vollkommen ent-
wickelt, seltener beim (^ verkürzt. Sector radii entweder nur ein-
mal gegabelt oder mit mehreren hinten zum Außenrande parallel
abgehenden Ästen versehen; bei europäischen Arten sind zwischen
diesen Apicalästen keine Queradern entwickelt. Der vordere Cubitus
ist entweder ganz einfach oder biegt sein Ende nach vorn ab und
sendet nach hinten mehrere parallele Äste zum Außenrande ab.
Plecoptera, Steinfliegen.
43
3. Gattung- Perla Geoffr.
Kopf breit, ziemlich flach; Pronotum vorn schmäler als der
Kopf samt den Augen, nach hinten deutlich verschmälert Im Sub-
costalfelde außerhalb der Subcosta wenigstens 3 Queradern, Sector
radii mit wenigstens 2 Ästen, Cubitus anticus einige akzessorische
Äste zum Außenrande abgebend, der anale Teil des Hinterflügels
wohl entwickelt, der Vorderast der 2. Analader wenigstens mit
2 Ästen und mit dem Mittelaste durch eine Querader verbunden
odef nicht. Beim (^ sind die Hinterleibsringe normal oder der
5. Dorsalring dreieckig vorgezogen und stärker gewölbt. Der
9. Ventralring bildet eine kurze Subgenitalplatte, der 10. in der
Regel geschlitzt und in 2 nach vorn gerichtete Fortsätze vorgezogen.
Subanalklappen normal, Supraanallobus klein, kaum sichtbar. Beim
9 fehlt meistens eine Subgenitalplatte gänzlich, seltener ist eine
stumpf dreieckige oder parabolische Subgenitalplatte vorhanden.
Große, meist braun gefärbte Arten (Fig. 61).
Fig. 62. Per/a cephalotes Curt. a Kopf mit Pronotum, b $ Hinterleibsende von
unten.
A. Der Vorderast der 2. Analader mit dem Mittelaste durch eine
Querader verbunden.
a) Die Punktaugen in ein schmales, gleichschenkliges Dreieck
gestellt und der Abstand der hinteren kaum gleich % der
Entfernung derselben vom Innenrande der Augen. Pronotum
stark trapezoid, vorn deutlich schmäler als das Hinterhaupt.
In dem medialen Felde der Hinterflügel 1 — 3 Queradern.
Der 10. Dorsalring beim $ hinten nur ausgeschnitten und in
dornartige Fortsätze nicht vorgezogen. Die ^ Subgenitalplatte
kurz, stumpfwinklig dreieckig (Fig. 62).
1. Untergattung Dinocras Klp.
Kopf mäßig glänzend, dunkel ockergelb, vor der M -Linie
und in einem von der Insertion der Fühler über die hinteren
Punktaugen gehenden Bogen dunkelbraun; Thorax oben
braun, der Vorder- und Hinterrand des Pronotums dunkler,
Hinterleib am Grunde dunkel ockergelb, gegen die Spitze
44 Fr. Klapälek,
zu allmählich braun. Fühler und Taster dunkelbraun, Cerci
braun. Beine braun, Schenkel und Schienen an den Knien
dunkler. Das Verhältnis des Abstandes zu deren Entfernung
vom Innenrande der Augen und vom vorderen Punktauge:
20:27—29:22. Das (j" kurzflügelig. Körperlänge des (^
11—15 mm, des $ 15 — 18 mm. Flügelspannung des $ 43
bis 54 mm. An Gebirgsbächen. Juni. cephalotes Gurt,
b) Die Punktaugen in ein fast gleichseitiges Dreieck gestellt
und der Abstand der hinteren etwa so groß wie die Ent-
fernung vom Innenrande der Augen. Pronotum weniger
stark nach hinten verschmälert. In dem medialen Felde der
Hinterflügel keine Queradern. Der 10. Dorsalring beim (j"
in der Mittellinie geschlitzt und jeder Abschnitt in einen
dornartigen, nach vorn gerichteten Fortsatz vorgezogen. Der
Hinterrand des 8. Ventralbogens beim ^ nicht vorgezogen,
gerade. Peiia s. str.
1. Der Kopf meistenteils — auch unten auf der Kehle
schwarz, nur das Hinterhaupt lichter und die M-Linie
sowie auch die Stirnschwielen rötlich; der 10. Dorsalring
des 5 in der Mitte dreieckig vorgezogen und die Schwanz -
fäden die zusammengelegten Flügel deutlich überragend.
Pronotum beim (5" schwarz, beim $ jederseits entlang des
Mittelfeldes etwas rotbraun, welche Farbe sich öfters be-
deutend verbreitert, Meso- und Metanotum glänzend
schwarz, beim $ ins Braune übergehend. Der Hinterleib
des S rotgelb, beim ^ licht rotbraun bis braun. Fühler
schwarz, Taster schwarzbraun, Beine braun, an den Knien
dunkler. Schienen lichter als die Schenkel, Schwanzfäden
braun bis schwarzbraun. Flügel stark glänzend, nur
schwach getrübt, ohne den gelben Anflug entlang dem
Vorderrande, Nervatur stark, braun, Costa und Subcosta
in den hinteren, lichter als die übrigen Adern, in der
Regel gelb. Körperlänge des (j" 13—15 mm, des $ 19
bis 23 mm, Flügelspannung des (j 32 — 38 mm, des 5
50 — 58 mm. In den niederen Lagen an größeren Flüssen
überall verbreitert. Juni. abdominalis Burm.
— Der Kopf größtenteils, besonders unten licht, oben
wenigstens der Kopfschild vor der M-Linie mit einem
rotbraunen Makel. 2.
2. Pronotum gelbbraun bis rotbraun mit einem deutlichen,
dunklen Mittelstreifen sowie Vorder- und Hinterrande;
der Seitenrand von der übrigen Fläche in der Farbe nicht
verschieden. Flügel deutlich gelb oder graugrün getrübt,
mit wenig auffallender, gelbbrauner Nervatur, das Costai-
und Subcostalfeld nicht selten grüngelb gefärbt. Schwanz-
fäden kurz, die zusammengelegten Flügel nicht überragend.
Die Körperfarbe bedeutend veränderlich. Kopf ockergelb
bis rotbraun, Punktaugen schwarzbraun gesäumt bis mit
einem schwarzbraunen V förmigen Flecke verbunden. Fühler
rot- bis schwarzbraun, Beine gelbbraun mit schwarzem
Knierande bis braun. Körperlänge des (^ 12 — 16 mm,
des 9 18 — 25 mm; Flügelspannung des (^ 32 — 42 mm,
des 9 50 — 60 mm. — An Gebirgsbächen. Juni,- Juli.
marginata Panz.
Plecoptera, Steinfliegen.
45
Körper ockergelb, auf dem Pronotum das schmale Mittel-
feld und alle vier Ränder schwarzbraun. Flügel schwach
getrübt und entlang dem Radius gelblich. Nervatur braun,
in den hinteren Subcosta] größtenteils und Radius im
unteren Drittel gelb. Schwanzfäden die zusammengelegten
Flügel deutlich überragend. Scutum und Scutellum der
Mittel- und Hinterbrust kastanienbraun, die Seiten des
Thorax braun und die Unterseite des Hinterleibes etwas
dunkler als der Rücken. Fühler und Taster schwarzbraun,
Beine lichtbraun mit schwarzbraunen Knien und Füßen.
Schwanzfäden mit dem Hinterleibe gleichfarbig. Körper-
länge 17—22 mm, Flügelspannung 43—64 mm. — An
größeren Flüssen. Juni. maxima Scop.
Fig. 63 b.
Fig. 63 a.
Fig. 63. Perla vitripennis Buriii. q . a das
Hinterlei bseude von oben ; b der Fortsatz des
10. Dorsahinges von der Seite.
Fig. 64. Perla vitripennis Biirm. Y- Hin-
ter! ei bsende von unten.
Fig. 64.
B. Keine Querader zwischen der längsten akzessorischen Ader des
Vorderastes der 2. Analader und dem Mittelaste derselben.
Das (j" voll- oder kurzflügelig; sein 5. Dorsalring dreieckig vor-
gezogen und die Fortsätze des 10. Ringes zweiteilig. Beim ^
ist der 8. Bauchring hinten stumpfwinklig vorgezogen.
Untergattung Marthamea Klp,
1. Beim $ ist der Kopf entlang des Augeninnenrandes und auf
den Schläfen auffallend gelb; Fühler schwarzbraun bis schwarz,
gegen den Grund zu lichter, gelb; Praescutum des Meso-
und besonders des Metanotums lichter, gelb; Schwanzfäden
gelbbraun; der Mittellappen der 9 Subgenitalplatte nimmt
etwa ^/g der Breite des 8. Ringes ein. Beim $ ist der
größere Teil des Kopfes und alle 3 Thorakalringe schwarz-
braun; Flügel voll entwickelt. Beim cf ist der größte Teil
des Kopfes und das Pronotum schwarzbraun, nur der Kopf-
46
Fr. Klapälek,
Schild, Wangen und die Seiten des Hinterhauptes ockergelb,
Meso- und Metanotum glänzend, fast schwarz, Hinterleib
rotbraun; beim ^ sind die Farben lichter, besonders auf dem
Kopfe hat die lichte Farbe einen größeren Umfang. Beine
gelbbraun, die Rückenkante der Schenkel, die Schienen unter
den Knien und Füßen schwarzbraun. Schwanzfäden gelb-
braun, die letzten 4 — 5 Glieder schwarz. Flügel glashell,
entlang dem Vorderrande deutlich gelb. Nervatur fein,
schwarzbraun, nur Costa und Subcosta mit den costalen Quer-
adern zitrongelb. Körperlänge des (^ 10 mm, des 5 H bis
15 mm, Flügelspannung des (j 30 mm, des $ 34—40 mm. —
An größeren Flüßen. Juni (Fig. 63 u. 64).
vitripennis Burm.
Beim ^ der Kopf gleichmäßig braun, nur zwischen den
Punktaugen etwas dunkler; Fühlerbasis schwarzbraun; Prae-
Fig. 66. Perla Selysit Pict. c? Hiuterleibsende von der Seite.
scutum der Mittel- und Hinterbrust schwarzbraun, eher etwas
dunkler als die übrige Fläche; der Mittellobus der 9 Sub-
genitalplatte nimmt nur etwa Vs der Breite des 8. Ringes ein;
der Körper des (^ einfarbig
braun und die Flügel ver-
kürzt. Körper des $ braun
mit einem Stich ins Oliven-
grüne, die Mittel- und Hin-
terbrust oben schwarzbraun,
unten gelblich. Fühler und
Taster braun, Schwanzfäden
licht olivbraun. Flügel etwas
getrübt, entlang dem Vor-
derrande gelblich, Nervatur
braun, Costa und Subcosta
mit ihren Queradern gelb.
Körperlänge 13 mm; Flügel-
spannung des 5 38 mm. —
An der Mosa. Juni, Juli
(Fig. 65 u. 66).
Selysii Pict.
Fig. 66. Perla Selysii Pict. $ Hin-
terleibsende von unten.
Plecoptera, Steinfliegen.
47
— Körper des (j" überwiegend gelb, der Kopf oben mit er-
habenen schwarzen Linien und Makeln, Pronotum mit
starken schwarzen Rändern und einem ]\Iittelstreifen. Schwanz-
fäden am Grunde gelblich, Beine fast ganz gelblich, nur die
Spitzen der Schenkel und Schienen und die Füße schwärz-
lich. Beim $ ist der Körper schlanker, oben schwarz, auf
dem Hinterleibe graulich; Unterseite des Kopfes gelblich mit
einem großen schwarzen Makel, jene des Hinterleibes mit
einem breiten gelben Mittelstreifen. Beine graulich, Füße
schwärzlich, Schwanzfäden grauschwarz, deutlich geringelt.
— Moseilaufer bei Alf 31./7.— 1./8. (Mc. Lachl.).
var. Mosellae Mc. Lach,
4. Gattung Chloroperla Nwm.
Mittelgroße bis kleine Arten meistens von gelbgrüner oder
dunkel graugrüner Farbe. Pronotum vorn etwas breiter als das
Hinterhaupt, parallelseitig, quer viereckig mit breitem bogenförmig
nach vorn und hinten erweiterten Mittelfelde. Im Subcostalfelde
außerhalb der Subcosta höchstens nur 2, meistens aber nur eine
Querader. Sector radii meist nur einmal außerhalb der Anastomose
Fig. 67. Chloroperla rivulorum Pict. Nervatur. Erklärung siehe Flg. 54.
gegabelt, Cubitus anticus im Vorderflügel nur mit 2—3, im Hinter-
flügel mit einer akzessorischen Ader; der Vorderast der 2. Anal-
ader bei größeren Arten einmal gegabelt, bei kleineren überhaupt
ungegabelt, aber immer ohne die ihn mit dem Mittelaste ver-
bindende Querader; der anale Teil der Hinterflügel wohl ent-
wickelt. Beim (^ trägt der Hinterrand des 8. Bauchringes in einem
Ausschnitte den abgerundet trapezoiden oder quer viereckigen,
stärker chitinisierten Anhang. Die 9. Ventralplatte bildet eine
pai-abolische Subgenitalplatte. In dem Ausführungsgang der Geni-
talien befindet sich ein röhrchenartiger , am Ende geschlitzter
Titillator. Die Subanalklappen schmal, klauenartig, Supraanal-
lobus halbkugelig. Beim $ bildet der 8. Ring eine querelliptische
oder dreieckige Subgenitalplatte (Fig. 67).
48 l^'r- Klapälek,
1. Schwanzfäden dünn, lang (fast so lang wie die Fühler), licht
und deutlich geringelt; die weibliche Subgenitalplatte drei-
eckig. 2.
— Schwanzfäden stark, deutlich kürzer als die Fühler, ganz
dunkel oder nur am Grunde lichter, nur selten undeutlich
geringelt. 4.
2. Kopf und Pronotum gelbbraun bis braun mit verwaschenem
hufeisenförmigen oder hinten ganz geschlossenen Makel.
Auf dem Pronotum sind die Seitenfelder, nach außen all-
mählich lichter. Der übrige Körper van Dyck-braun, nur
das Praescutum und Scutum des Mesonotums und das Prae-
scutum des Metanotums lichtbraun. Die ganze Unterseite
licht ockergelb. Fühler am Grunde gelbbraun, gegen die
Spitze zu dunkler. Beine mit der Unterseite gleichfarbig,
die Rückenkanten dunkler, Füße braun. Schwanzfäden ocker-
gelb, dunkelbraun geringelt, an der Spitze ganz dunkelbraun.
Fig. 68.
Fig. 68. Chloroperla venosa St. O Anhang
der VIII. Ventralplatte.
Fig. 69. Chloroperla venosa St. $. Das
Hinterleibsende von unten.
Flg. 69.
Flügel fast hyalin, mit auffallender, feiner, brauner Nervatur;
nur die Subcosta grünlichgelb. Das Subcostalfeld am Grunde
und an der Spitze deutlich gelbgrün. Das Verhältnis des
Abstandes der hinteren Punktaugen zur Entfernung vom
Innenrande der Augen ist 28 — 30: 10. Beim (^ ist der An-
hang des 8. Bauchringes so breit wie lang, hinten abgerundet.
Flügelspannung 21 — 22 mm. — Mai. Nach Pictet in Deutsch-
land vorkommend, mir aus Österreich bekannt (Fig. 68 u. 69).
venosa St.
— Die Punktaugen durch einen scharf begrenzten hufeisen-
förmigen Fleck verbunden. 3.
3. Das Verhältnis des Abstandes der hinteren Punktaugen zur
Entfernung derselben vom Innenrande der Augen ist 37 : 10;
die 5 Subgenitalplatte nimmtfast die ganze Breite des 9. Ringes
ein; 10. Dorsalring nur mäßig bogenförmig erweitert; die
Subanalklappen normal. Körper relativ schmal, oben mit
Ausnahme des ockergelben Kopfes dunkelbraun, unten gelb-
braun. Auf dem Pronotum ist das Mittelfeld und die schmalen
Seitenränder ockergelb, die wurmförmigen Schwielen dunkel-
braun. Flügel schmal hyalin, das Costal- und Subcostalfeld
Plecoptera, Steinfliegen.
49
nur in gewisser Stellung am Grunde und an der Spitze
grünlich. Adern nicht auffallend, in den Vorderflügeln ist
die Subcosta bis auf die schwach bräunliche Mitte, Costa bis
auf die Spitze, Radius, Sector radii und Media am Grunde
und die Analadern ganz gelb; in den Hinterflügeln ist nur
das Ende des Radius und die Gabel seines Sectors bräunlich,
sonst Adern gelb. Der Anhang des 8. cj" Ventralringes etwa
um ^/^ breiter als lang, mit ganz abgerundeten Hinterecken.
Flügelspannung 17 — 21 mm. — An größeren Flüssen im Juni
und Juli häufig (Fig. 70). griseipennis Pict.
Das Verhältnis des Abstandes der hinteren Punktaugen zu
deren Entfernung vom Innenrande der Augen ist 22 : 10; die
5 Subgenitalplatte nimmt etwa ^/^ der Breite des 9. Ringes
ein; der 10. Dorsalring stark parabolisch vorgezogen; die
Subanalklappen spitzig, beim ^ klauenartig. Kopf und Pro-
notum licht ockergelb, das letztere an den Seiten dunkler
Fig. 70.
Fig. 70. Chloroperla grtset'penm's Pict.
$. Das Hinterleibsende von unten.
Fig. 71. Chloroperla rufescens St. Q-
Anhang der VIII. Ventralplatte.
Fig. 72. Chloroperla rufescens St. $•
Das Hinterleibsende von unten.
Fig. 71.
Fig. 72.
mit fast schwarzen, kleinen Schwielen, Meso- und Metanotum
braun bis schwarzbraun mit gelbem Praescutum, der Hinter-
leib dunkelbraun, gegen die Spitze zu lichter. Flügel hyalin,
im Subcostalfelde am Grunde und an der Spitze grünlich.
Adern fein, gelbbraun, in den Vorderflügeln Costa, die Spitze
des Radius, die Gabel des Sector radii, die Spitze der Media
und der vordere Cubitus etwas dunkler und stärker; in den
hinteren nur die Adern der Flügelspitze dunkler. Der An-
hang des (^ am 8. Ventralringe sehr kurz, trapezoid, stark
nach hinten verschmälert und am Grunde etwa Vs der ganzen
Breite des Ringes einnehmend. Flügelspannung 20—22 mm.
— Juni, Juli an größeren Flüssen (Fig. 71 u. 72).
rnfescens St.
4. Kopf gelb, mit scharf begrenztem, hufeisenförmigem Makel;
Sector radii größtenteils gelb; die $ Subgenitalplatte bogen-
förmig. Pronotum gelb, die Seitenfelder schwach bräunlich,
Meso- und Metanotum glänzend kastanienbraun mit einem
Süßwasserfauna von Deutschland. Heft 8. 4
50
Fr. Klapälek,
grünlichen Anfluge, Hinterleib olivbraun, gegen die Spitze
zu lichter, die ganze Unterseite gelbbraun. Beine gelbbraun,
mit einem sehr deutlichen dunkelbraunen Rückenstreifen auf
den Schenkeln. Cerci olivbraun, am Grunde gelbbraun.
Flügel grünlich, im Costal- und Subcostalfelde deutlich gelb-
grün. Adern gelbgrün, in den Vorderflügeln ist die Costa
bis auf die Wurzel, die äußere Hälfte der Subcosta, das
Ende von Sector radii und Media nach außen von der Ana-
stomose, diese und die äußeren Queradern, sowie auch öfters
ein Teil des vorderen Cubitus auffallend stärker und braun;
in den Hinterflügeln sind nur die Apicaläste braun. Beim
(^ ist der Anhang des 8. Ventralringes stark quer, etwa zwei-
mal so breit wie lang, etwas nach hinten verschmälert mit
abgerundeten Hinterecken. Beim ^ ist der 10. Dorsalring
Fig. 73. Chloroperla grammatica
Scop. cf. Anhang der VIII. Ven-
tralplatte.
Fig. 75. Chloroperla difformis Klp.
CJ". Anhang der VIII. Ventralplatte.
Fig. 74. Chloroperla grantmattca
Scop. 5. Das Hinterleibsende von
Fig. 76. Chloroperla difformis Klp.
5' Das Hinterleibsende von unten.
stumpfwinklig vorgezogen. Flügelspannung 22 — 27 mm. — Von
Mai bis August an Bächen und Flüssen häufig (Fig. 73 u. 74).
grammatica Scop.
— Kopf zwischen den Punktaugen mit einem verwaschenen,
den Raum zwischen ihnen ausfüllenden oder die gelbe Mitte
des Scheitels kreisförmig umschließenden Makel; in letzterem
Falle ist die 5 Subgenitalplatte stumpf dreieckig. 5.
5. Das (j" kurzflügelig und der Anhang seines 8. Ringes wenig
breiter als lang; die $ Subgenitalplatte groß, ^4 der Länge
des 9. Ringes bedeckend; der Abstand der hinteren Punkt-
augen größer als die doppelte Entfernung vom Innenrande
der Augen. Körper schwarzbraun, mattglänzend, nur die
Kopfseiten und das Mittelfeld des Pronotums lichter, gelb-
lich ; Flügel grau, schwach grünlich, die vorderen mit brauner,
Plecoptera, Steinfliegen.
51
die hinteren mit gelblicher und nur in der Spitze bräun-
licher Nervatur. Körperlänge des (j 6 — 7 mm, Flügel-
spannung des 5 20 — 24 mm. — April, Mai. Dresden.
(Schiller) Böhmen, Dänemark (Fig. 75 u. 76).
difformis Klp.
— Das (^ vollflügelig und die $ Subgenitalplatte einfach bogen-
förmig und den Hinterrand des 8. Ringes wenig überragend
oder stumpf dreieckig. 6.
6. Der Anhang der 8. Ventralplatte des (j* deutlich weniger als
zweimal so breit wie lang. Kopf olivgrün gelb, zwischen
den Punktaugen mit einem braunen Makel, welcher in der
Regel den Raum zwischen denselben ganz ausfüllt, seltener
eine gelbe Mitte zeigt und dann verwaschen hufeifenförmig
Fig. 77. Chloroperla Strandi Kny.
O. Anhang der VIII. Veutralplatte.
Fig. 79. Chloroperla rivulorum Pict.
C^. Anhang der VIII. Ventralplatte.
Fig. 78.
Fig. 80. Chloroperla rivulorum Pict.
$. Das Hinterleibsende von unten.
Fig. 78. Chloroperla Strandi Kny. $•
Das Hinterleibsende von unten.
erscheint. Die Grundfarbe des Pronotums jener des Kopfes
gleich; die Seitenfelder mit mehr oder minder dunkelbraunen
Schwielen; Meso- und Metanotum glänzend schwarzbraun,
das erstere mit gelbgrünem Praescutum, welche Farbe sich
manchmal als ein Streifen zwischen beiden Hügeln des
Scutums nach hinten zieht; Beine gelboliv mit schwarz-
braunen Füßen und auffallendem Streifen auf beiden Kanten
der Schenkel. Die Längsadern der Yorderflügel mit Aus-
nahme von Subcosta und der Flügelwurzel auffallend dunkel-
braun, jene der Hinterflügel gelb nur in der Spitze braun.
Die weibliche Subgenitalplatte stumpf dreieckig und in der
Regel an der Spitze etwas ausgekerbt. Flügelspannung des
52 Fr. Klapälek,
(^ 21 — 22 mm, des ^ 23 — 28 mm. — Juni bis September.
Riesengebirge, Norwegen (Fig. 77, 78). Straiidi Kmpny.
— Der Anhang der 8. Ventralplatte deutlich mehr als zweimal
so breit wie lang. 7.
7. Die 2 Subgenitalplatte einfach bogenförmig, den Hinterrand
des 8. Ringes kaum überragend. Die Grundfarbe des Kopfes
und des Pronotums deutlich gelbgrün, welche Farbe auch die
Flügel zeigen; die wurmförmigen Schwielen des Pronotums
braun; Hinterleib oben schwarzbraun, unten braun; die
vordere Hälfte des Körpers matt; Fühler schwarzbraun, am
Grunde der Geißel lichter, rötlichbraun; Beine gelbbraun,
die Rückenkante der Schenkel und die Füße dunkelbraun;
die Adern der Vorderflügel dunkelbraun, nur die Subcosta
und die Wurzel der starken Längsadern gelb, jene der
Hinterflügel ganz gelb und nur in der Spitze dunkler.
Flügelspannung 23 — 29 mm. — August. Gebirgsbäche (Fig.
79 u. 80). rivulorum Pict.
— Die 2 Subgenitalplatte dreieckig, an der Spitze öfters aus-
gekerbt. 8.
8. Die Grundfarbe des Körpers gi'ünlichgelb , Vorderast des
Sectoris radii meist gegabelt. Punktaugen durch einen huf-
eisenförmigen, verwaschenen Makel verbunden, welcher aber
sich öfters so Verbreitert, daß er den Raum zwischen den
Punktaugen ganz ausfüllt; Praescutum und Scutum des Meso-
notums meist deutlich lichter als die schwarzbraune glänzende
hintere Hälfte. Nervatur der Vorderflügel bis auf die Sub-
costa und die gelbgrüne Flügel wurzel braun, jene der Hinter-
flügel grünlichgelb, in der Spitze bräunlich. Flügelspannung
des (5" 24 — 25 mm, des $ 28 — 29 mm. — Juli, August.
Riesengebirge, Karpathen. sudetica Kol.
— Die Grundfarbe des Kopfes und Pronotums gelbgrau, ähnlich
wie bei difforims\ Flügel
graulich mit ganz schwa-
chem grünlichen An-
fluge; Nervatur dunkel-
braun, nur die Subcosta
in beiden Flügelpaaren
Fig. 81. Chloroperla helvetica Schoch. li^ht grüngelb UUd die
6. Anhang der VIII. Subgenitalplatte. fosta und RadlUS der
Hinterflügel lichter. Flü-
gelspannung 24 — 26 mm. — April, Mai. Schweiz (Fig. 81).
helvetica Schoch.
5. Gattung Isopteryx Pict.
Pronotum quer elliptisch, weil seine Seitenteile nicht nach
unten umgebogen sind. Subcosta endigt nahe der Mitte der Flügel-
länge, im Costalfelde spärliche, im Subcostalfelde nur eine Quer-
ader; Sector radii nur einmal gegabelt, und zwar w^eit nach außen
von der Anastomose; der vordere Cubitus hat im Vorderflügel nur
eine, im Hinterflügel keine akzessorische Ader und der hintere ist
stark, besonders im Vorderflügel verkürzt; der anale Teil ist sehr
klein und alle 3 Analadern einfach; Media im Hinterflügel ist stark
gebogen und die intramediale Zelle etwa so lang wie ihr Stiel.
I
Plecoptera, Steinfliegen.
53
Beim ^ ist der 9. Bauchring in eine etwa parabolische Subgenital-
platte vorgezogen, auf deren Spitze die Genitalöffnung sich befindet;
in dem Ausführungsgange ist ein in 2 Borsten gespaltener Titillator.
Der 10. Dorsalring in der Mitte verdickt und in der Seitenansicht
zahnförmig nach oben vorspringend. Sonst sind die Segmente und
ihre Anhänge normal. Beim $ bildet die 8. Ventralplatte eine
kurze Subgenitalplatte. — Kleine, gelbgrüne oder weißliche Arten
(Fig. 82).
1. Fühler gesägt, im unteren Drittel grünlichgelb, sonst schwarz-
braun. Pronotum halbmondförmig mit deutlichen Vorder-
ecken, breitem, fast ^/.^ der ganzen Breite einnehmendem
Mittelfelde und entlang demselben mit einem verwaschenen
braunen Streifen, welcher in der Vorderrandsfurche erweitert
und fast schwai-z ist; dasselbe ist stark quer, mehr als zwei-
mal so breit wie lang. Flügelspannung 19 — 25 mm. — An
größeren Flüssen im Juni. serricomis Pict.
— Fühler einfach borstenförmig, nicht gesägt. 2.
Sc __JS3^
Fig. 82. Isopteryx tripunctata Pict. Erklärung wie Fig. 51.
2. Die Mittelfurche des Pronotums schwarz sowie auch die
Vorder- und Hinterrandsfurche. Punktaugen durch einen
verwaschenen V förmigen Fleck verbunden und der Kopfschild
schwärzlich. Fühler schwarz, nur die untersten 4 — 5 Glieder
der Geißel grünlichgelb. Nervatur dunkelbraun, nur die
Adern im basalen Flügeldrittel, die Subcosta und Radius so-
wie sein Sector fast bis zur Anastomose gelb; im Hinterflügel
sind nur die Apicaläste und der größte Teil der Costa dunkel-
braun. Schwanzfäden größtenteils grünlichgelb, fein schwarz-
braun geringelt, nur die Spitze schwarzbraun. Flügelspannung
15 — 18 mm. — Weit verbreitet und die erste Art im Frühlinge,
Mai. Burmeisteri Pict.
— Die Mittelfurche des Pronotums nicht schwarz. 3.
3. Schwanzfäden lang, deutlich länger als der Hinterleib und
an der Spitze schwarz, 4,
54
Fr. Klapälek,
Schwanzfäden kurz, kaum so lang wie der Hinterleib, ganz
gelb; Punktaugen nicht durch einen Y förmigen Fleck ver-
bunden. 5.
Der Seitenrand des Pronotums auffallend schwarz, die Vorder-
randsfurche mit einer feinen, schwarzen Linie und die Seiten-
felder in ihrem äußeren Drittel mit einem krummen, schwarzen
Striche. Flügelspannung 12 — 17 mm. — An Bächen im Vor-
gebirge von Mitte Mai bis Juli sehr häufig.
torrentium Pict.
Pronotum ganz gelb, ohne schwarze Seitenränder und mit
sehr feiner, schwarzer Linie in der VordeiTandsfurche. P'lügel
grünlichgelb mit deutlicher grüngelber Nervatur; das Sub-
Fig. 83. Capnia nigra Pict. Nervatur. Erkläning wie Fig. 54.
costalfeld am Grunde und der Spitze stärker gefärbt. Flügel-
spannung 16 — 18 mm. — Erzgebirge und Riesengebirge.
Juli, August. neglecta Rost,
Pronotum gelb, schwarz gerandet, ohne jede andere Zeich-
nung. Körper gelb, das Scutellum des Meso- und Metanotums
mit schwarzer Mittellinie und schwarzem Umrisse hinten,
Flügel blaßgelb mit gelber Nervatur. Fühler im unteren
Drittel gelb, sonst schwarz. Flügelspannung 16 — 20 mm. —
An größeren Bächen und Flüssen. Mai bis Juli.
tripunctata Scop.
Pronotum ganz gelb, ohne jede schwarze Zeichnung. Körper,
Plügel und Nervatur noch blasser als bei der vorigen, das
Scutellum des Meso- und Metanotums nie mit einer schwarzen
Mittellinie und der schwarze hintere Saum desselben fehlend
oder kaum angedeutet. Pronotum deutlich länger. Flügel-
spannung 12 — 15 mm. — An größeren Flüssen oder Bächen
in niederen Lagen. Mai bis Juli. apicalis Newm.
Plecoptera, Steinfliegen. 55
B. Unterordnung Plecoptera filipalpia.
Die Tasterglieder gleichmäßig stark und die Taster fadenförmig.
Die akzessorischen Äste des Cubitus anticus gehen alle nach vorn
ab, die Ader selbst nicht vorgebogen. Cerci entweder vorhanden,
fühlerartig oder verkürzt, eingliedrig, oder zu Zwecken der Kopu-
lation modifiziert.
3. Familie Capniidae.
Der vordere Cubitus einfach, ohne akzessorische Äste; das
Costalfeld mit wenigen oder ganz ohne Queradern ; im Subcostalfeld
die Querader vorhanden oder fehlend. Sector radii einmal gegabelt.
Beim ^ ist der 9. Bauchring kaum verlängert oder eine ziemlich
deutliche Subgenitalplatte bildend. Der Supraanallobus in einen
langen nach oben und vorn gekrümmten penisartigen Fortsatz ver-
wandelt. Schwanzfäden entweder lang, fühlerartig oder stark ver-
kürzt (Fig. 83).
6. Gattung Oapnia Fi ct.
Im Costalfeld neben der humeralen wenigstens eine Querader.
Die Querader im Subcostalfeld vorhanden. Die Querader rs mündet
in den Sector radii auf derselben Stelle ein, wo er seinen Ast ab-
gibt Zwischen der Media und dem vorderen Cubitus 3 Queradern.
Der anale Teil der Hinterflügel deutlich entwickelt, die Analadern
einfach. Cerci lang. Das 9. Ventralsegment bildet beim ($ keine
Subgenitalplatte. Beim ^ fehlt die Subgenitalplatte oder ist kurz
dreieckig.
Die durch den unteren Teil der beiden Cubiti und die zwischen
ihnen liegende Querader gebildete Zelle viereckig, gegen den
Grund zu mäßig verschmälert. Körper schwarz, Flügel bräunlich
angeraucht mit starker schwarzbrauner Nervatur. Beim (j" P'lügel
stark verkrümmt. Flügelspannung des $ 16 — 18 mm. nigra Pict.
Die durch den unteren Teil der Cubiti und die zwischen ihnen
liegende Querader gebildete Zelle dreieckig, gegen den Grund zu
stark verschmälert. Der Körper schlanker, Flügel feiner und mehr
hyalin, (j vollflüglig. Flügelspannung 12 — 17 mm. atra Mort.
7. Gattung Capnopsis Rost. (Mort.).
Im Costalfelde neben der humeralen keine Querader. Die
Querader im Subcostalfelde fehlend. Die Querader rs trifft den
Sector radii an der Abzweigung, seines Astes. Zwischen der Media
und dem vorderen Cubitus nur 2 Queradern. Der anale Teil der
Hinterflügel verkümmert. Beim (j" bildet das 9. Segment eine
deutliche Subgenitalplatte. Cerci stark verkürzt. Beide Geschlechter
vollflügelig (Fig. 84).
Körper schwarz, Flügel schwach bräunlich getrübt mit dunkel-
brauner, deutlicher Nervatur. Flügelspannung 12 mm. — Mai.
Dresdener Heide, an der Prießnitz (Schiller). pygmaea Zett.
56
Fr. Klapälek,
4. Familie Taeniopterygidae.
Sector radii einmal bis dreimal gegabelt und der erste Ast ist
öfters an der Bildung der Anastomose beteiligt; der vordere Cubitus
entsendet im Vorderflügel 1— B parallele akzessorische Äste; im
Hinterflügel bleibt derselbe ganz einfach. Der Analteil der Hinter-
flügel wohl entwickelt, 2. Analader dreiästig, der Vorderast einmal
Fig. 84. Capnopsis pygmaea Zett. Nervatur. Erklärung wie Fig. 54.
gegabelt und mit dem Mittelaste durch eine Querader nicht ver-
bunden. In dem medialen und vorderen Cubitalfelde der Vorder-
flügel zahlreiche Queradem. Bei dem (^ bildet gewöhnlich der
9. Ventralring eine Subgenitalplatte, welche nahe dem Grunde auf
ihrer Außenseite öfters mit einem tränenförmigen Anhange ver-
sehen ist. Die Subanalklappen und der Supraanallobus zu Kopu-
Fig. 85. Taeniopteryx Braueri Klp. Nervatur. Erklärung wie Fig. 54.
lationszz wecken modifiziert. Schwanzfäden stark verkürzt, aus
wenigen Gliedern bestehend oder bloß eingliedrig. Beim 9 ist die
Genitalöffnung oft bis auf die Fläche des 8. Ventralringes ver-
schoben, welche nicht vorgezogen ist. Dafür ist die 9. Ventralplate
ausgehöhlt und mehr oder weniger plattenartig vorgezogen. Flügel
bei den (j" einiger Arten rudimentär (Fig. 85),
Plecoptera, Steinfliegen. 57
8. Gattung Taeniopteryx Pict.
Der vordere Cubitus mit 2 — 3 akzessorischen Ästen, im Costal-
felde sowie zwischen Radius und seinem Sector außerhalb der Ana-
stomose keine Queradern, im Subcostalfelde außerhalb der Subcosta
nur eine Querader, welche noch fehlen kann. Beim (^ die Sub-
genitalplatte lang mit dem Anhange an dem Grunde; Cerci ein-
gliedrig, öhrchenförmig, mit knopfartigem 2. Gliede. Die Subanal-
klappen asymmetrisch, stark modifiziert, in spiralige Chitingräten
auslaufend; Supraanallobus ebenfalls stark modifiziert, in 2 Teile
differenziert: einen halbkugeligen, dorsalen und röhrenartigen, ven-
tralen, aus dessen Innern grätenartige Titillatoren herausragen; die
Form der Spitze dieses Röhrchens ist für die Unterscheidung der
Arten wichtig. Beim 9 ist die 9. Ventralplatte nach der Art einer
Subgenitalplatte verlängert. Schwarzbraune, schlanke Arten, die wir
auf Mauern, unter Steinen und in den Ritzen der Rinde sammeln
können.
1. Fühler stark, in der unteren Hälfte lichtbraun, deutlich perl-
schnurförmig. 2.
— Fühler schwach, borstenförmig, aber in dem unteren Fünftel
sind ihre Glieder kurz, breiter als lang, manchmal schwach
perlschnurförmig. Sector radii nur einmal gegabelt. 3.
— Fühler fein, borstenförmig, alle ihre Glieder walzenförmig,
länger als breit. 4.
2. Das (j kurzflügelig (das $ mit borstenförmigen, unten kurz-
gliedrigen Fühlern), s. 3. trifasciata Pict.
— Beide Geschlechter vollflügelig. Körper relativ stark, schwarz,
nur der Kopf dunkel rotbraun, mit einem schwarzen Flecke
zwischen den Punktaugen; Meso- und Metanotum glänzend.
Flügel schwach braun getrübt mit graubrauner Spitze und
3 bogenförmigen, nach außen konkaven Querstreifen, welche
aber manchmal nur ganz schwach angedeutet sind. Sector
radii 1 — 2 mal gegabelt. Beine gelb- bis dunkelbraun. Die
Form mit stark perlschnurförmigen Fühlern ohne Querstreifen
auf den Flügeln ist moniUcorms Pict. Körperlänge 5 — 8V2 mm.
Flügelspannung 20 — 31 mm (Fig. 86 u. 87). Braiieri'Klp.
3. Das $ vollflügelig, die unteren Fühlerglieder lichter und
ziemlich deutlich perlschnurförmig. Körper ziemlich schlank,
Kopf und Brust schwarz, Hinterleib, Abdomen schwarzbraun
oder dunkel rotbraun. Flügel schwach glänzend mit grau-
brauner Spitze und 3 bogenförmigen, nach außen konkaven
Querstreifen; der vordere Cubitus mit 3 oder 2 Ästen. Beine
braun, Schenkel unter der Spitze dunkler bis schwai'zbraun,
Schienen immer mit einem dunklen Ringe unter dem Knie.
Kempnyi Klp.
— Das $ kurzflügelig. Alle Fühlerglieder walzenförmig. Körper
beim (^ ziemlich stark, stärker als beim % dunkelbraun,
beim (^ etwas lichter als beim % in der Mitte des Kopfes
schwarzbraun. Die Vorderflügel des (^ kaum halb so lang
wie die Hinterflügel, beide Paare braun, mit starker Ner-
vatur. Beim ^ die Flügel mattgrau, die Spitze und 3 fast
gerade Querstreifen dunkler. Vorderer Cubitus mit 3 akzes-
sorischen Adern. Beine braun, die Schenkel unter der
58
Fr. Klapälek,
VIII
Spitze und ein Ring auf den Schienen unter den Knien
dunkler (Fig. 88). trifasciata Pict.
4. Sector radii zweimal gegabelt und sein erster Ast meistens
zur Anastomose beitragend und mit derselben weit verbunden ;
Nervatur auffallend
stark , schwarzbraun,
nur der Radius manch-
mal lichter. Körper
schwarzbraun, nur der
Kopf und das Prono-
tum etwas lichter, das
letztere gelbbraun ge-
randet. Flügel schwach
getrübt mit sehr deut-
Sg
Fig. 86.
Fig. 87.
Fig. 86. Taeniopteryx
Braueri Klp. C^. 1 das Hin--
terleibsende von der Seite; 2
von oben. Sg = Subgenital-
platte, IkS = Supraanallobus,
C ■= Cerci.
Fig. 87. Taeniopteryx
Braueri Klp. ?. Das Hin-
terleibsende von der Seite.
Fig. 88. Fig. 89.
Fig. 88. Taeniopteryx trifasciata Pict. Q. Flügel.
Fig. 89. Flügel des \ von Oemopteryx Loewii Alb.
liehen bogenförmigen Querstreifen, aber die Spitze kaum
dunkler. Beine braun, die Rückenkante der Schenkel und
die Schienen gegen die Spitze zu schwarzbraun. Körperlänge
Plecoptera, Steinfliegen.
59
6 — 7 mm, Flügelspannung 20 — 26 mm. — Böhmerwald,
Riesengebirge, Erzgebirge, Harz. Juni, Juli; die späteste von
unseren Taeniopteryx- Arten. seticomis Klp.
Sector radii nur einmal gegabelt und sein Ast die Anastomose
nur in einem Punkte berührend oder ganz außerhalb der-
selben verlaufend. Nervatur fein, lichtbraun bis braun.
Flügel fast hyalin, mit schwach angedeuteter Zeichnung, von
welcher nur der halbmondförmige Querstreifen über der Ana-
stomose deutlicher hervortritt. Sonst wie diö vorige, von
welcher sie sich durch den zarteren Bau im allgemeinen
unterscheidet. Körperlänge 6 — 7 mm, Flügelspannung 22 bis
25 mm. Risi Mort.
9. Gattung' Oemopteryx Klp.
Der vordere Cubitus mit einem akzessorischen Aste; im Costal-
felde keine Queradern, aber zwischen dem Radius und seinem Sector
2 — 3 Queradern; die Querader im Subcostalfelde außerhalb der
Fig. 90. Oemopteryx Loew ü A\h. S- -^ «Jas Hinterleibsende von der Seite; B
von oben und von hinten. Sg = Siibgenitalplatte, Ls = Supraanallobus, C= Cerci.
Subcosta vorhanden. Sector radii mit 2 — 3 Ästen. Beim ^j" ist die
9. Bauchplatte lang, eine Subgenitalplatte ohne Anhang am Grunde
bildend; die Subanal klappen stark mo-
difiziert und spiralig gewundene Chi-
tingräten bildend; der Supraanallobus
bildet 2 Abschnitte, von welchen der
dorsale stark chitinisiert, kugelig ver-
dickt und unten in ein Chitinröhrchen
verlängert ist, der ventrale, schwächer
chitinisierte ist mit Spitzen und Häk-
chen besetzt, an der Spitze dreilappig
und mit einem grätenartigen Titillator
versehen, der aus dem inneren des
mittleren röhrchenartigen Teiles her-
vortritt. Cerci stark verkürzt, aber
mehrgliedrig. Beim $ ist die 9.
Bauchplatte in eine sphärische drei-
eckige Supraanalplatte vorgezogen (Fig.
89, 90 U. 91). Fig. 91. Oemopteryx Loewii k\h.
Schwarzbraun, Pronotum ringsum $. Hinterleibsende von unten.
60 Fr. Klapälek,
gelbbraun gerandet, Beine gelbbraun mit schwarzbraunen Knien
und Füßen. Flügel graubraun getrübt mit starker, brauner Nervatur.
Das (^ stark brachypter, und zwar sind die Vorderflügel bedeutend
kürzer als die Hinterflügel. Flügelspannung des ^ 27—29 mm. —
Rheinprovinz, Bonn; März, April, Loewii Alb.
10. Gattung Rhabdiopteryx Klp.
Der vordere Cubitus mit einem akzessorischen Aste; im Costal-
felde 1 — 3 Queradem; zwischen dem Radius und seinem Sektor
außerhalb der Anastomose nur ausnahmsweise eine Querader. Beim
(^ ist die 9. Bauchplatte in eine lange Subgenitalplatte umgebildet,
welche keinen Anhang an ihrem Grunde besitzt. Die Subanal-
klappen stark, etwas unsymmetrisch modifiziert. Der 10. Dorsal-
ring in 2 dreieckige, oft dornartig verlängerte Teile gespalten.
Der Supraanallobus kleiner als bei den vorhergehenden Gattungen,
aber ähnlich modifiziert. Cerci kurz, aber doch aus mehreren
Gliedern zusammengesetzt. Das 9. Sternit beim 9 i^ ^^^ Mitte
des Hinterrandes in eine zungenförmige Platte verlängert (Fig. 92).
Sector radii nur einmal gegabelt; die (j Subgenitalplatte groß,
an dem Ende abgestutzt; die Abschnitte der 10. Rückenplatte dom-
artig verlängert. Dunkelbraun, Kopf, Meso- und Metanotum schwarz-
braun. Flügel fast hyalin, nur der Streifen über die Anastomose
deutlicher. Körperlänge 7—8 mm, Flügelspannung 22 — 25 mm. —
Bayern (Würzburg), Glogau in Schlesien. Juni— August.
neglecta Alb.
11. Gattung Nephelopteryx Klp.
Der vordere Cubitus mit einem akzessorischen Aste; im Costal-
felde keine Queradern. Sector radii nur einmal gegabelt und
zwischen ihm und dem Radius keine Queradern. Beim (^ ist die
Subgenitalplatte sehr kurz, am Grunde mit einem Anhange. Die
Subanalklappen symmetrisch in einen Dorn auslaufend. Lobus
supraanalis kurz, zapfenförmig, einfach. Beim ^ ist der 9. Bauch-
ring nur kurz, rundlich verlängert. Cerci beim (j" eingliedrig, beim
9 mehrgliedrig.
1. Das (J vollflügelig, die Querader in dem Subcostalfelde vor-
handen. Körper dunkelbraun, der Hinterleib des (^ fast
schwarz. Flügel bräunlich getrübt ohne dunklere Quer-
streifen. Beine braun. Flügelspannung des (^ 22 — 25 mm,
des 5 30 — 35 mm. — Hannover, Dresden, Westfalen. Februar,
März (Fig. 93 u. 94). nebiilosa L.
— Das (J kurzflügelig; die Querader im Subcostalfelde fehlend,
oder, wenn vorhanden, ist sie sehr kurz und dem Ende von
Radius sehr nahe. Auf den Schenkeln deutlichere dunkle
Längsstreifen. Sonst wie vorige. Flügelspannung des $ 25
bis 32 mm. — Dresden 30./3. und 30./4. (leg. C. Schiller);
erscheint etwas später als die vorige (Fig. 95 u. 96).
araneoides Klp.
5. Farn. Leuctridae.
Sector radii nur einmal gegabelt und der erste Ast an der
Bildung der Anastomose beteiligt oder nicht; der vordere Cubitus
Plecoptera, Steinfliegen.
61
ohne akzessorische Adern, der hintere Cubitus, die 1. und 2. Anal-
ader im Vorderflügel stark geschwungen. Die Längsadern in der
Fig. 92. Rhabdtopteryx neglecta Alb.
O. A das Hinterleibseude von der
Seite; B der 10. Ring und der Lobus
supraanalis von oben und hinten.
Fig. 93. Nephelopteryx nebulosa L.
$ . A das Hinterleibsende von imten;
B von der Seite. Sg = Subgenital-
platte, Ls = Supraanallobns, C= Cerci.
Fig. 94.
Fig. 94. Nephelopteryx nebulosa L. $• Das Ilinterleibsende von imten. VIII.
IX, X = 9.— 10. Ring, Li = Snbanalklappen, Ls = Supraanallobns, C = Cerci.
äußeren Hälfte parallel laufend. In dem medialen und vorderen
Cubitalfelde zahlreiche Queradern. Der anale Teil der Hinter-
62
Fr. Klapälek,
flügel klein oder ganz fehlend; die Analadern einfach. Beim cf
ist der 9. Bauchring in eine kurze Subgenital platte vorgezogen und
ist am Grunde meist mit einem lappenförmigen Anhange versehen.
Fig. 95. Nepkeloptetyx araneoides K\^. S- A Das Hinterleibsende von der Seite;
B von unten; C von oben. IX, X, XI =. 9., 10., 11. Segment, Sg = Subgenital-
platte, C = Cerci, Ls = Ix)bu8 snpraanalis.
Die Subanalklappen sind in dornartige Fortsätze umgestaltet, welche
den 2 an der Genitalöffnung vorragenden Tilillatoren anliegen;
der Supraanallobus bei unserer Gattung klein, hügelartig. Cerci
eingliedrig, zapfenförmig, öfters an der Spitze mit dem Rudimente
Fig. 96. Der Flügel des c^ Nephelopteryx
araneoides KIp.
Fig. 97. Leuctra hippopus Kpny,
Nervatur. Erklärung wie Fig. 54.
Fig. 96.
Fig. 97.
eines weiteren Gliedes. Der 6.-8. Dorsalring tragen oft dornartige,
zahn- oder lappenförmige Anhänge, deren Form für die Unter-
scheidung von einzelnen Arten wichtig ist. Beim 9 ist der 8.
Ventralring meist in eine deutliche Subgenitalplatte vorgezogen.
Die Flügel in der Ruhe um den Hinterleib walzenförmig gerollt
(Fig. 97).
Plecoptera, Steinfliegen.
63
12. Gattung Leuctra St.
Der anale Teil der Hinterflügel kleiner als üblich, aber doch
deutlich. Beim (^ der Supraanallobus klein, hügelartig. Schlanke,
gewöhnlich schwarzbraune bis schwarze Arten, die wir oft massen-
haft von Gebüschen an den Bachufern herabklopfen können.
1. Beine lang abstehend behaart. 2.
— Beine nur kurz und fein behaart. 3.
2. Pronotum fast um '/.^ länger als breit; Flügelspannung des
^ 20 — 22 mm, des 5 23 — 26 mm. Kopf und Pronotum
schwarzbraun, Meso- undMetanotum dunkel gelbbraun, Hinter-
leib des (j" oben vorn dunkel bräunlich, vom
a6. Ringe weich, gelblich weiß. Nahe dem
Vorderrande des 6. Ringes entspringen 2
von oben rechteckige, von der Seite lang-
elliptische Höcker; das 7. Dorsalsegment
trägt nahe dem Vorderrande 2 schmälere, in
ihrer Mitte rechtwinklig gebrochene Haken,
_ _ deren scharfe Spitze nach innen gerichtet
ist. Die Subanalklappen und Titillatoren
etwa gleich lang. Der $ Hinterleib oben
Fig. 98. Fig. 99.
Fig. 98. Leuctra cylindrica De Geer. cj". Der Hinterleib von oben.
Fig. S9. Leuctra cylindrica De Geer. $. Der Hinterleib von unten.
fahlgelb mit je 4 schwarzen Punkten auf jedem Segmente;
10. Ring und der Supraanallobus ganz schwarz. $ Sub-
genitalplatte lang, hinten sattelartig ausgeschnitten. Fühler
schwarz, erste 2 Glieder gelbbraun, Beine gelbbraun, Schienen
und Füße dunkler. Flügel bräunlich. — Im Vorgebirge;
August bis November (Fig. 98 u. 99).
cylindrica De Geer.
- Pronotum deutlich breiter als lang. Flügelspannung des (j*
15 — 17,5 mm, des 9 16 — 19 mm. Körper braun, der $
Hinterleib oben fahlgelb. Fühler gegen die Spitze dunkler.
Flügel braun gefärbt. Beim $ trägt das 7. Rückensegment
64
Fr. Klapälek,
einen vom Vorderrande entspringenden, aufgerichteten, band-
förmigen Anhang, der in 2 dreieckige, scharfe Zacken aus-
gezogen ist; in der Seitenansicht stehen diese Zacken zahn-
artig ab. Die Subanalklappen etwas kürzer. Beim $ läuft die
8. Bauchplatte in 2 drehrunde Fortsätze aus, deren Abstand
etwa ihrer Breite gleich ist. — An Waldbächen stellenweise
massenhaft. Juli bis September (Fig. 100). Braueri Kny.
Fig. 100. Leuctra Braueri Kpny. A das (S Hinterleibsende von oben : B das $
Hinterleibsende von unten.
3, Fühler lichtbraun, knotig, stark, abstehend, quirlartig behaart;
Körper dunkelbraun, Beine lichtbraun, Schenkel gegen die
Spitze zu etwas dunkler, Flügel bräunlich getrübt, glänzend,
mit starker Nervatur. Eine sehr leicht kenntliche, an die
Z. Braueri erinnernde, aber viel größere Art. Flügelspannung
\
c^-.
.;
\
^'^^^
Fig. 101^.
Fig. 101^.
Fig. 101. Leuctra ctngulata Kny. c^- Das Hin-
terleibsende, A von oben, B von der Seite.
19 — 23 mm. — England, Holland, Umgebung von Bonn
(leg. Dr. le Roi). geniculata St.
— Fühler einfach, borstenförmig, kurz, nicht quirlartig behaart. 4.
4. Pronotum wenigstens so lang wie breit. Braun, Flügel
bräunlich angeraucht mit gelbbraunen Adern, Beim $ die
vordere Hälfte und die Seitenfläche des 6. Dorsalringes
Plecoptera, Steinfliegen.
'65
stärker chitinisiert; in der Mitte der Dorsalfläche entspringen
2 etwa um ihre eigene Breite voneinander entfernte parallele,
kurz rechteckige Fortsätze. Auf dem 7. und 8. Dorsalringe
tragen die stärker chitinisierten Seitenflächen an ihrer inneren
Grenze je ein kleines Zähnchen. Die Subanalklappen breit,
etwas länger als die Titillatoren. Beim ^ ist die Subanal-
klappe (bei trockenen Stücken) durch einen tiefen, drei-
eckigen Einschnitt in 2 stumpf konische Teile gespalten.
Fig. 102.
Kny. ?.
Leuctra cingulata
Das Hinterleibende
von unten.
"^N^
Fig. 103. Leuctra Klapäleki
Kny. $' Das Hinterleibsende,
A von oben, B von der Seite.
n
JK
W^i^\^
m
m
m-
Fig. 103 i5.
'WIÄ
Fig. 104. Leuctra Klapäleki
Kny. Die $ öubgenitalplatte.
Flügelspannung des (^ 12-14 mm, des $ 14—16 mm. —
An Gebirgsbächen ; August, September (Fig. 101 u. 102).
cingulata I^ m p n y .
— Pronotum deutlich breiter als lang. ; 5.
5. Die (^ Subgenitalplatte am Grunde ohne xinhang oder der-
selbe sehr klein; die $ Subgenitalplatte in der Mitte aus-
geschnitten, hinten 2 Abschnitte bildend, die breiter als lang
sind. ' O 6-
— Die c^ Subgenitalplatte am Grunde mit einein deutlichen,
länglich eiförmigen Anhange. rn -: ;: 7.
Süßwasserfauna von Deutschland. Heft 8. 5
66
Fr. Klapälek,
Die Fortsätze des 7. Dorsalringes des t^ sehr stark und schief
nach hinten und innen gerichtet, so daß sie eine mulden-
artige Stelle begrenzen; beim ^ ist zwischen beiden End-
abschnitten eine viereckige Ausbuchtung. Körper samt allen
Gliedmaßen schwarz; Flügel beim (j' graulich, beim ^ bräun-
lich. Der Abstand der Fortsätze des 6. Dorsalringes beim cf
kaum größer als die Breite eines jeden von ihnen. Flügel-
spannung des (^ 14 — 16 mm, des $ 16 — 19 mm. — Im
Hügellande vom September bis zum Winter häufig (P'ig. 103,
104). Klapäleki Kmpny.
Die Fortsätze des 7. Dorsalringes beim (j" schwächer und quer-
gestellt; beim ^ ist die Subgenitalplatte in der Mittellinie
schwächer chitinisiert und infolgedessen bei trockenen Exem-
plaren in 2 bis zum Grunde getrennte länglich viereckige,
an der Spitze schief abgestutzte Abschnitte geteilt. Die
Fortsätze des 6. Dorsalringes beim (^ schmal lang und so
Fig. 106. Leuctra digitata Kuy. A das <S Hinterleibsende von oben; B das ^
Hinterleibsende von unten.
nahe einander gestellt, daß ihr Abstand kaum so groß ist
wie ihre Breite. Körper dunkel, kastanienbraun bis schwarz-
braun; Fühler schwarzbraun, Beine etwas heller. Flügel-
spannung des $ 14 — 16 mm, des $ 15—19 mm. — Im Vor-
gebirge, September— November (Fig. 105). digitata Kpny.
7. Der 6. Dorsalring des (^ mit Höckern versehen. 8.
— Der (^ Hinterleib nur auf dem 8. Ringe mit Höckern ver-
sehen oder ganz unbewehrt. 9.
8. Der $ Hinterleib auf dem 6. und 7. Ringe mit Höckern
versehen, die in der Ansicht von oben kurz rechteckig, in
der Seitenansicht abgerundet erscheinen. Die ^ Subgenital-
platte hinten einfach abgerundet. Körper lichter oder dunkler
braun, Beine etwas lichter. Fühler fein grau getrübt, mit
licht gelbbraunem Geäder. Flügelspannung des (^ 12 — 1 4 mm,
des $ 15 — 17 mm. — Im Vorgebirge, Juli— September
(Fig. 106, 107). albida Kpny.
— Der 6. und 8. Hinterleibsring beim $ bewehrt; die Fort-
sätze stark, in der Seitenansicht zugespitzt, von oben ab-
Plecoptera, Steinfliegen.
67
gerundet, das vordere Paar deutlich kleiner als das hintere,
aber das vordere viel weiter voneinander entfernt als das
hintere. Die 2 Subgenitalplatte hinten mit einem stumpf-
winkligen Ausschnitte und in der Mitte desselben mit einem
A. ^
JX
M
VIR
TU
Fig. 106. Leuctra albida Ejiy. Q. A der Hin-
terleib von der Seite, B von oben.
Fig. 107. Leuctra albida Kny. ^p. Der Hinter-
leib von unten.
Fig. 107.
runden Zipfel. Körper samt seinen Gliedmaßen schwarz-
braun. Flügel stark braun angeraucht. Flügelspannung des
$ 10 — 14 mm, des $ 15— 18 mm. — Im Vorgebirge häufig,
April, Mai (Fig. 108, 109).
nigra Pict.
Fig. 108^.
Fig. 108.5.
Fig. 108. Leuctra nigra
Pict. (S- A das Hinter-
leibsende von oben, B '™
von der Seite.
Fig. 109. Leuctra nigra Pict. ?. Das Hinterleibsende
von unten.
Fig. 109.
Der c^ Hinterleib auf dem Rücken unbewehrt, die Subanal-
klappen kurz, stark, kaum über das 2. Drittel der Titilla-
toren reichend, die $ Subgenitalplatte seicht, stumpfwinklig
ausgeschnitten. Kopf und Pronotum schwarzbraun, der übrige
6S
Fr. Klapälek,
Körper samt Fühlern und Beinen braun. Flügel grau, [ge-
trübt. Flügelspannung des c^ 11—12 mm, des ^ 13 — 15 mm.
— Im Vorgebirge, Mai— Juli (Fig. 110, 111).
inermis Kpny.
Der 8. Hinterleibsring des (^ bewehrt. Die ^ Subgenital-
platte entweder jederseits in ein dicht bewimpertes liäppchen
auslaufend oder in der Mitte schwach ausgerandet. 10.
dRig. 110. Letictra inermts Kny. $. A das Hinterleibseude von unten, B von
.\ ■'. der Seite.
10. Der 9. Dorsalring des J oben größtenteils häutig, aber in
jedem Dritteile seiner Breite mit einem schmalen Chitin-
streifen, dessen Ende als ein rund-
liches oder viereckiges Köpfchen
erhoben und stärker chitinisiert
ist. Auf dem 9. Dorsalringe ein
trapezförmiger dunkler Fleck mit
winklig ausgeschnittenem Vorder-
rande. Die 5 Subgenitalplatte
hinten in der Mitte breit ausge-
schnitten, wodurch 2 tatzenförmige,
stark beborstete Seitenlappen ent-
stehen. Körper samt Fühlern und
Beinen dunkel schwarzbraun.
Flügelspannung des (^ 14 — 15 mm,
Fig. 111. Leu ctra inermis lS.ti^. deS $ 16—17 mm. — Im Hügel-
$. Das Hinterleibsende von lande, März bis Mai (Fig. 112).
""ten. hippopus Kpny.
Der 9. Dorsalring mit deutlichen, in der Seitenansicht dorn-
artig abstehenden, schwärzlichen Höckern, welche aber zu
einem parallelseitigen, hinten winklig ausgeschnittenen Plättchen
verbunden sind. Der chitinisierte hintere Teil des 9. Dorsal-
ringes bildet in der Mitte einen zweilappig nach vorn aus-
laufenden braunen Fleck. Die 5 Subgenitalplatte hat einen
fast vollkommen runden, durch eine stärker chitinisierte Linie
bezeichneten Hinterrand. Körper samt Fühlern und Beinen
dunkel schwarzbraun. Flügelspannung des (j" 14 — 15 mm,
des $ 17 — 19 mm. — Im Hügellande die erste Art im
Plecoptera, Steinfliegen.
69
Frühlinge, März, April, an Gebirgsbächen im Herbst, September
bis November (Fig. 1J8). prima Kpny.
6. Familie Nemuridae.
Sector radii nur einmal gegabelt und sein Ast mit dem Ende
des Subcostalastes und der Querader r — m eine X-förmige Figur
A B
Fig. 112. Leuctra htppopus Kny. A das (S Hinterleibsende von oben; B das $
Hinter! ei bsende von unten.
bildend; der vordere Cubitus keine akzessorische Adern entsendend;
in dem medialen und vorderen cubitalen Felde mehrere Queradern;
der anale Teil der Hinterfltigel deutlich; die Analadern dasselbe
strahlenförmig durchlaufend; zweite von ihnen dreiästig. Beim $
ist der 9. Ventralring durch 2 Längsfalten in 3 Felder geteilt, von
II ni9b
A . B
Fig. 113. Leuctra prima Kny. A das <S Hinterleibsende von oben; B das 9
Hinterleibsende von unten.
Welchen das mittlere mehr oder weniger dreieckig vorgezogen und
demzufolge von einem symmetrisch fünfeckigen Umrisse ist; seine
Spitze ist nach oben gebogen, legt sich an den basalen Teil des
Supraanallobus an und trägt die Geschlechtsöffnung; es ist die Sub-
genitalplatte. Die Basis ihrer Außenseite trägt einen im frischen
70
Fr. Klapälek,
Zustande blasenartig gewölbten, vertrocknet aber löffel- oder schaufei-
förmig ausgehöhlten Anhang. Cerci sind entweder wie bei den $
eingliedrig, zapfen- oder kegelförmig oder zu Kopulationszwecken
in haken- oder beilförmige Gebilde umgestaltet. Ebenso die Sub-
analklappen sind entweder wie im weiblichen Geschlechte normal,
stumpf dreieckig oder stark modifiziert. In diesem Falle können
wir in der Regel einen medialen, einen lateralen und einen dor-
salen Teil unterscheiden. Der Supraanallobus ist in ein mächtiges,
penisartiges Kopulationsorgan umgebildet; dasselbe entspringt über
den Subanalklappen aus einer breiten, kegelartig sich verjüngenden
Basis und ist nach oben und vorn gekrümmt; seine dorsale, infolge
der Krümmung nach unten umgeschlagene Seite ist meist mit
Widerhaken besetzt. Beim $ befindet sich die Genitalöffnung auf
der Fläche des 8. Ringes mehr oder minder weit nach vorn ge-
schoben. Der 7. Ring ist entweder normal, höchstens etwas stärker
gewölbt, oder in eine dreieckige oder halbkreisförmige Subgenital-
Fig. 114. Nemura variegata Oliv. Nervatur. Erklärung wie Fig. 64.
platte vorgezogen. In diesem Falle ist der 8. Ring in der Mittel-
linie vertieft und an den Seiten der Genitalöffnung höckerartig
erhoben; im ersteren Falle ist der vordere Teil seiner Fläche
plattenartig erhoben und unter dem Hinterrande dieser Platte er-
heben sich 2 quere oder dreieckige Höcker, welche wir kurzweg
Scheidenklappen nennen wollen. Flügel in der Ruhe dem Hinter-
leibe flach aufliegend. Diese Familie ist durch die einzige, die
Merkmale der Familie tragende
13. Gattung Nemnra Latr.
vertreten (Fig. 114).
a) Cerci der J einfach zapfenförmig; der Anhang der Subgenital-
platte mäßig bis sehr breit; die Subanalklappen stark modifiziert;
Supraanallobus mäßig breit; Flügel schmal und die Adern meist
grau oder graubraun gesäumt.
Untergattung Protonemura Kmpny.
Plecoptera, Steinfliegen.
71
I
f
1. Bei vollkommen ausgefärbten Stücken sind die Flügel gleich-
mäßig braun getrübt, nur das Subcostalfeld im 1. Dritteile
nach außen von der humeralen Querader und an der Ana-
stomose dunkler und die Flügelbasis auffallend hell, gelb-
braun ; Radius am Grunde bis zur humeralen Querader gelb,
sonst aber schwarzbraun und besonders nach außen von der
Anastomose sehr stark; das apicale Feld Sc^ lang, so daß
sein Vorderrand gleich lang ist wie der Abstand zwischen
dem Ende der Sc^ und dem i?. -Beine, lichtbraun, die Schenkel
gegen das Ende zu kaum dunkler. Bei den nicht voll-
kommen ausgefärbten Stücken sind die Flügel gleichmäßig
Fig. 115. Neniura humeralis Pict. Q* ^
das Hinterleibsende von unten; B von der
Seite ; C von oben.
grau getrübt. Der mediale Teil
der Subanalklappen im rechten
Winkel nach außen in eine
ziemlich lange und starke Chi-
tingräte verlängert. Flügel-
spannung des (j" 15 mm, des 5
17 mm. — Im Gebirge (Fig.
115). humeralis Pict.
— Die Adern grau oder grau-
braun gesäumt, oder wenn die
Flügel in größerem Maße grau-
gefärbt sind, so zeigen doch
die Felder in der Mitte hellere, weißliche Streifen ; Schenkel
gegen die Spitze zu auffallend dunkler. 2.
2. Der Ast des Sector radii stark geschweift und infolgedessen
auch der Vorderast der Media deutlich wellenartig gekrümmt;
Kopf und Pronotum mit langen und feinen Härchen besetzt
und nur matt glänzend; das erstere mäßig, aber deutlich
trapezoid; Kopf schwarz, aber hinter der Scheitelsutur mit
einem queren, bogenförmigen, verwaschenen rotbraunen Quer-
streifen; auch das Praescutum auf dem Mesonotum rotbraun;
Flügel stark glänzend, hyalin, mit schwarzbraunen, graubraun
gesäumten Adern, was besonders am Anfange der Anastomose
deutlich hervortritt, Beine lichtbraun im distalen Drittel
der Schenkel schwarzbraun und nebst dem mit einem großen
schwarzbraunen Makel in der Mitte der Dorsalkante, was
den Eindruck macht, als ob die Schenkel mit einem Ringe
72
Fr. Klapälek,
-; geziert wären. Der mediale Teil der Subanalklappen in
* eine^ schmale, dünne Lamelle ausgezogen, die sich spiralig
um die laterale Kante nach oben umschlägt und am Ende
Fig. 116. Nemura Meyeri Pict.
Q. A das Hinterleibsende von
unten; B von der Seite: C von
oben.
Fig. 117. Nemura lateralis Pict.
C^. A das Hinterleibsende von unten ;
B von der Seite; C von oben.
einen scharfen Dorn trägt. Flügelspannung des ^ 15 mm,
des $ 19—25 mm. — Im Gebirge, Mai, Juni (Fig. 116).
Meyeri Pict.
Der Vorderast der Media höchstens nur schwach gebogen, in
der Regel ganz gerade. Kein Makel in der Mitte der dor-
salen Kante der Schenkel. 3.
Plecoptera, Steinfliegen.
73
3. Der dorsale Teil der ^ Subanal klappen lang, an den Seiten
des Supraanallobus nach hinten vorragend, der ventrale in
eine lange Chitingräte auslaufend. 4.
— Der dorsale Teil der Subanalklappen ist kurz, stumpf kegel-
förmig, den ventralen nicht weit überragend; dieser nur in
eine kurze Spitze, selten in eine etwas längere Gräte aus-
laufend. 5.
4. Der dorsale Teil der Subanalklappen kopfartig aufgeschwollen
und unten in eine Spitze auslaufend; die Chitingräte des
ventralen Teiles nach außen gekehrt. Anhang der Subgenital-
Fig. 118. Netnura nimborum Ris $• A das
Hinterleibsende von unten, B von der Seite,
C von oben.
Fig. 119. Netnura nimborum
Kis qp. Das Hinterleibsende von
unten.
platte breit. Kopf und Pronotum glänzend schwarz. Adern
schwach grau gerandet. Flügelspannung des (^ 13 — 15 mm,
des 5 16 mm. — Im Gebirge, Juli, August (Fig. 117).
lateralis Pict.
Der dorsale Teil der Subanalklappen an dem Ende erweitert
und gerade abgestutzt, also im ganzen dreieckigen Umrisses;
die Chitingräten des ventralen Teiles lang, gewöhnlich unter
dem Supraanallobus gekreuzt. Kopf und Pronotum glänzend
dunkelbraun. Anhang der Subgenitalplatte breit. Adern
stark grau gerandet. Flügelspannung des c^ 15 — 18 mm,
des $ 19—22 mm. tt- . Im Gebirge, Juli, August (Fig. 118,
119). ilCioiiiii» nimborum Ris.
74
Fr. Klapälek,
5. Anhang der Subgeni talplatte sehr breit, sein vertiefter End-
teil etwa so breit wie lang, dreieckigen Umrisses; Kopf und
Pronotum schwarz, schwach glänzend, das letztere breit,
parallelseitig. Flügel mit stark grau gesäumten Adern. Der
dorsale und ventrale Teil der Subanalklappen kurz, kegel-
förmig, in eine kurze Spitze auslaufend, die Cerci nicht
überragend. Flügelspannung des cj" 18 mm, des $ 22 mm,
— Im Hügelland, Mai (Fig. 120). praecox Mort.
'J?r
Vi^SSÜ^^
Fig. 120. Nemura praecox Mort.
Q. A das Hinterleibsende von
unten ; B von der Seite ; C von
oben.
Fig. 121. Nemura ftimosa Ris
(^. A das Hinterleibsende von
unten; B von der Seite; C von
oben.
— Der Anhang der Subgenitalplatte länglich, eiförmigen Um-
risses. 6.
6. Der dorsale Teil der Subanalklappen von dem ventralen
fast ganz verdeckt; der letztere breit, rhomboid, an der
inneren Endecke in eine an dem Rande in 2 kurze Spitzen
auslaufende Chitingräte vorgezogen. Flügel bei stark aus-
gefärbtem Exemplaren braun, am Grunde gelblich, aber
immer mit helleren Streifen in der Mitte der Zellen. Flügel-
Plecoptera, Steinfliegen.
75
Spannung des (^ 15 — 18 mm, des $ 19 — 21 mm. — Gebirge.
Mai bis August (Fig. 121, 122). furaosa Ris.
— Der dorsale Teil der Subanalklappen länger als der ven-
trale, diesen überragend. 7.
7. Der ventrale Teil der Subanalklappen in eine kurze, nach
außen gerichtete Chitingräte auslaufend. Flügelspannung des
(^ 18—20 mm, des $ 22—29 mm. — Vorgebirge und Ge-
birge. August bis November (Fig. 123). nitida Pict.
— Der ventrale Teil der Subanalklappen kurz kegelförmig, in
eine kurze Spitze auslaufend. Flügelspannung des (J 16 mm.
— Gebirge. August (Fig. 124). brevistyla Ris.
b) Cerci stumpf konisch, kurz; der Anhang der Subgenitalplatte
sehr schmal, parallelseitig; die Subanalklappen stark modifiziert.
Fig. 122. Nemura fumosa Ris 5-
Das Hinterleibsende von unten.
Fig. 123. Nemura nitida Pict. (^•
A das Hinterleibsende von der Seite ;
B von unten.
Fig. 123.
Supraanallobus ziemlich schmal; beim ^ bildet der 7. Ring eine
kleine, halbkreisförmige Subgenitalplatte und unter ihrem Hinter-
rande befinden sich auf dem 8. Ringe 2 Vaginalklappen. Kleine
Arten. Untergattung Amphinemnra Ris.
1. Die Subanalklappen einen stark chitinisierten Fortsatz bil-
dend; der Supraanallobus am Ende schmal. 2.
— Die Subanalklappen nur mäßig chitinisiert, ihr lateraler Teil
wie ein gekrümmter Finger den Grund der Cerci umfassend,
auf seiner Außenseite mit feinen Widerspitzen besetzt und
am Ende mit einer Reihe von steifen Borsten bewehrt; das
Ende des Supraanallobus lanzettlich erweitert. Flügelspannung
des (^ 12 — 14 mm, des $ 15 — 17 mm. — Im Hügellande.
Juni bis September (Fig. 125, 126). Standfnssi Ris.
76
Fr. Klapälek,
Der chitinisierte Teil der Subanalklappen nach oben knie-
förmig gebogen, an der Spitze unbewehrt; Flügel öfters stark
braun getrübt un4 mit deutlich ausgeprägter X-Figur. Flügel-
spannung des ^ I3V2— I4V2 nim, des $ 17—18 mm. —
Weit verbreitet von Mai bis September (Fig. 127).
cinerea Oliv.
:-^ C
.>^
Ls
.•:Ll .m^
,^^7
'\
c
Fig. 124. Nemura brevistyla Ris O •
A das Hinterleibsende von unten ; B
von der Seite: C von ol)en.
Fig. 125. Nemura Standfussi Ris C^-
A das Hinterleibsende von unten ; B
von der Seite; C von oben.
— Der chitinisierte Teil der Subanalklappen kürzer, bogen-
förmig nach oben gekrümmt, an der Spitze erweitert und
nach der Art eines Zahnrades am Rande mit starken Zähnen
besetzt; Flügel sehr fein und schwach grau getrübt, besonders
Plecoptiera, Steinfliegen.
77
die Adern am Anfange der Anastomose zeigen nicht die
auffallende Verdickung wie bei den 2 anderen Arten; auch
scheinen die Flügel schmäler zu sein, mit einem schärfer
parabolischen Apex, Farbe* dunkelbraun, Beine blaßbraun,
die Schenkel an der Spitze kaum dunkler. Flügelspannung
des (j* 15 — 16 mm, des $ 16 ^^' — ^^ torfigen Gegenden
der Vorgebirge und Gebirge. In meiner Sammlung sind
Exemplare, die ich im Mai, Juli und September gesammelt
habe (Fig. 128). borealis Mort.
c) Cerci zu Kopulationszwecken verschiedenartig modifiziert, haken-
oder beilförmig; der Anhang der Subgenitalplatte, mäßig breit,
länglich eiförmig; die Subanalklappen fast normal, stumpf drei-
Fig. ;i26. Nemura Standfussi Ris $•
Das Hinterleibsende von unten.
B
Fig. 127. Nemura cinerea Oliv, o . A
das Hinterleibsende von unten; B von
der Seite: C von oben.
eckig, einfach; beim 9 bildet das 7. Segment eine halbkreis-
förmige Subgenitalplatte, welche einer Mulde des 8. Ringes auf-
liegt. Meist breitflügelige Arten mit hyalinen Flügeln.
Nemura s. str.
1. Pronotum mit abgerundeten Ecken, stark chagriniert und
matt, heller oder dunkler braun; Cerci in der Ansicht von
oben gerade und aii der Spitze 2 starke Zähne bildend , in
der Seitenansicht ebenfalls gerade und an der Spitze stark
klauenartig nach unten gekrümmt. Beine gelbbraun, die
Schenkel vor den Knien etwas dunkler. Flügel gewöhnlich
an der Basis bräutilich mit stark vortretender X-Figur; es
kommen aber Exemplare vor, deren basale Hälfte der Hinter-
78
Fr. Klapälek,
flügel stark braun gefärbt ist und die Querader r — s in
allen 4 Flügeln dunkelbraunen Fleck trägt. Flügelspannung
^^^^^
S9
^ü.
'^V^^' ^ay^
Fig. 128. Nemura borealis Mort.
(^' A das Hinterleibsende von
unten ; B von der Seite ; C von
oben.
Fig. 129. Nemura variegata
Oliv. $• A das Hinterleibsende
von unten; B von der Seite; C
von oben.
des $ 15—20 mm, des $ 16 — 27 mm. — Überall gemein.
(Fig. 129 u. 130). variegata Oliv.
Plecoptera, Steinfliegen.
79
Pronotum deutlich viereckig, glänzend, schwarzbraun bis
schwarz, höchstens am Rande dichter. 2.
Fühler in ihrer ganzen Länge schwarzbraun, am Grunde
nicht lichter; Pronotum sehr fein chagriniert und mit feinen
weißlichen Härchen bedeckt und daher nur schwach glänzend,
an den Vorderecken etwas abgerundet, aber doch mit fast
geraden Seiten. Beim (j" ist das Ende der Cerci halbmond-
förmig erweitert. Schenkel an der Spitze schwarzbraun.
Flügelspannung des J 20—21 mm, des $ 25 mm. — An
'Wr^-' -^^ --, rr-^ T
3r
Fig. 130. Nemura variegata Oliv.
$. Das Hinterleibsende von unten.
Fig. 131. Nemura avicularis Mort. $. A das Hinterleibsende von unten; B
von der Seite; C von oben.
Bächen in höher gelegenen Gegenden mit Torfboden. März
bis Mai (Fig. 131). avicularis Mort.
— Die ersten 2 Fühlerglieder lichter, wenigstens auf ihrer ven-
tralen Seite. Schenkel an der Spitze kaum dunkler. 3.
3. Cerci in der Seitenansicht fast gerade, an der Spitze beider-
seits gleichmäßig erweitert, von oben gegen die Mittellinie
konvergierend,' an der Spitze ebenfalls gleichmäßig erweitert
und am Hinterrande ausgeschnitten. Flügelspannung des (^
14 — 19 mm. des $ 17 — 25 mm. — Weit verbreitet auch in
niederen Lagen. April bis Juni (Fig. 132).
.' W'M-:. jiBüDiarginata Pict.
80
Fr. Klapälek,
— Die Cerci in der Seitenansicht nach oben gekrümmt und an
der Spitze klauenartig nach unten gebogen, von oben an der
Spitze nach außen fußartig erweitert. Ich kenne bisher keine
sicheren Merkmale, nach welchen man die Weibchen der
letzten 2 Arten unterscheiden könnte; die cambrica dürfte
Fig. 132. Neniura marginata Pict.
O^. A das Hinterleibsende von unten ;
B von der Seite; C von oben.
Fig. 133. Nemura cambrica St. Q.
A das Hinterleibsende von unten; B
von der Seite; C von oben.
durchschnittlich kleiner sein und ihre Flügel schmäler als
bei marginata. Flügelspannung des (^15 mm, des $ 16 bis
19 mm. — In höheren Lagen. Mai. (Fig. 133.) cambrica St.
d) Beim $ Cerci aus einem kugelig verdicktem Grunde walzen-
förmig verlängert, lang; der Anhang der Subgenitalplatte ziem-
Plecopteria, Steinfliegen.
81
lieh schmal. Die Subanalklappen langi schmal, kegelförmig und
an der Innenseite ihres Grundes entspringt eine lange, schmal
säbelförmige Chitingräte; der Supraanallobus kurz, nach hinten
dreieckig verschmälert. Beim $ bildet der 7. Ring eine drei-
eckige Subgenitalplatte, welche in eine muldenförmige Vertiefung
des 8. Ringes hineinpaßt (Fig. 134 u. 135).
Untergatt. Nemurella Kmpny.
Dunkelbraun mit ziemlich schmalen Flügeln, welche meist
eine feine Nervatur zeigen, die an der Anastomose liur wenig
^ i.
K
Is
"w
Ss
Flg. 134.. NevtiiraPicMii Ktp. c^. A das
Hinterleibsende von unten; B von der Seite;
C von oben.
Fig. 135. Nemura Pictetii KIp.
$. Das Hinterleibsende von unten.
verdickt ist. Pronotum besonders beim ^ sehr breit. Flügel-
spannung des (^ 13—19 mm, des $ 19—27 mm. — In den
Ebenen bis in die Vorgebirge weit verbreitet. Von Mai bis
September. .-r -..^^..^^yi Pictetii Klp.
Bestimmungstat)elle der Gattungen vön^
Plecoptereiiiiy mphen .
1. Taster ahlförmig; die Innenladen der Unterlippe rudimentär,
erste 2 Fußglieder sehr kurz, zusammen kürzer als das 3. 2.
— Taster gleichmäßig stark, kurz fadenförmig; die Unterlippe
trägt 4 zwar weit verwachsene, aber durch fast gleich große
Lobi angedeutete Laden. 5.
Süßwasserfauna von Deutsch] and. Heft 8. t)
§^ Fr. Klapälek,
2. Die Tasterglieder bis zum vorletzten gleichmäßig stark, das
letzte aber auffallend dünner, stumpf; Unterlippe bis zum
Submentum geschlitzt; Körper schmal länglich. Isopteryx.
— Tasterglieder stufenweise an Stärke abnehmend, das letzte
nicht auffallend dünner als das vorletzte und die Taster voll-
kommen ahlförmig. 3.
3. Körper flach, breit, auf der Brust mit Kiemenbüscheln, Hypo-
pharynx dreieckig zugespitzt, Perla.
— Körper nicht auffallend flach, ohne Kiemen auf der Brust;
Hypopharynx abgerundet. 4.
4. Das 3. Glied der Maxillartaster so lang oder etwas länger als
das 4.; letztes Tasterglied deutlich dünner als das vorletzte,
aber fast gleichmäßig stark und nicht zugespitzt.
Periode» und Isogenns.
— Das 3. Glied der Maxillartaster kürzer als das 4. und das
letzte ahlförmig zugespitzt. Chloroperla.
5. Die Hüften mit dreigliedrigen Anhängen; die ersten 2 Fuß-
glieder untereinander fast gleich lang, zusammen so lang wie
das 3. Nephelopteryx.
— Hüften ohne Anhänge. 6.
6. Die Fußglieder stufenweise länger; beide Taster und die
Laden der Unterlippe dicht kurz bewimpert. Taeniopteryx.
— 2. Fußglied am kürzesten oder die Füße anscheinend zwei-
gliedrig; Taster nur spärlich beborstet 7.
7. Die Laden der Unterlippe durch tiefe Einschnitte deutlich
voneinander getrennt; die ersten 2 Fußglieder der Hinter-
füße wenig voneinander verschieden, das 3. wenigstens zwei-
mal so lang wie die 2 ersten zusammen; Sporne sehr klein.
Capnia.
— Die Laden der Unterlippe durch seichte Einschnitte nur als
runde Lobi angedeutet; Sporne stark. 8.
8. 2. Fußglied undeutlich, mit dem 1. verschmolzen und die
Füße anscheinend zweigliedrig; das letzte Glied der Maxillar-
taster am längsten; Labium quer viereckig, breiter als lang;
das letzte Glied der Labialtaster kegelförmig; Schenkel und
Schienen überwiegend mit langen, abstehenden Borsten be-
setzt, nur mit spärlichen Dornen; Körper schmal. Leuctra.
— 2. Fußglied am kürzesten, aber deutlich, das 3. am längsten;
die letzten 3 Glieder der Maxillartaster fast gleich lang;
Labium länger als breit und das letzte Glied der Labialtaster
eiförmig; auf den Schenkeln und Schienen überwiegend in
Reihen geordnete Spitzen, abstehende Borsten nur spärlich;
Körper ziemlich stark. Nemnra.
Perlodes Pict.
Köi*per stark, nur mäßig flach, Kopf deutlich, etwas breiter als
das Pronotum, welches schmal quer elliptisch ist und ganz ab-
gerundete Seitenränder hat. Die Punktaugen in ein gleichschenkliges
Dreieck gestellt und der Abstand der hinteren etwa um die Hälfte
größer als die Entfernung vom Innenrande der Augen und vom
vorderen Punktauge. Beine mäßig stark, an der Innenkante mit
kurzen, nicht dichten Spitzen, auf der Außenkante bis zur Spitze
mit einer Franse von langen, feinen Haaren besetzt; die Schienen
Plecoptera, Steinfliegen.
83
mit 2 ungleichen Endspomen, Bei der $ Nymphe ist der 8. Bauch-
ring etwas länger als der 7. und 9.; der 10. Ring ist auf der
Rückenseite stumpf dreieckig vorgezogen. Die Subanalklappen sind
bei beiden Geschlechtern sphärisch dreieckig und divergierend,
beim (^ länger als beim $? an der Außenseite nicht mit Spitzen
besetzt (Fig. 136, 137, 138).
Kopf und Pronotum graubraun mit gelber Zeichnung, sonst aber
ist der Körper gelb mit graubrauner Zeichnung. Auf dem Kopfe
ist ein dreieckiger bis zum vorderen Punktauge reichender Fleck
auf dem Kopfschilde, ein eiförmiger zwischen den Punktaugen und
ein anderer jederseits auf dem Hinterhaupte; kleine Punkte finden
wir zwischen den Punktaugen uud der Fühlerbasis. Auf dem Prono-
Fig. 137.
Fig. 136.
Fig. 138.
Fig. 136—138.
Perlodes dtspar Kmbr, Fig. 136 Vorderkörper der Nymphe;
Fig. 137 Maxiila; Fig. 138 Unterlippe.
tum ist ein heller Mittelstreifen und jederseits von demselben ein
bogenförmiger nach außen konkaver Streifen; die Randfurche ist
auffallend dunkler. dispar Rmb.
Isogenns Newm.
Der vorigen Gattung sehr ähnlich. Beim $ ist der 8. Bauch-
ring in der Mitte am Hinterrande kaum merklich bogenförmig vor-
gezogen, wobei zwei stärker chitinisierte Linien einen kleinen Ein-
schnitt andeuten und die Dornenreihe unterbrochen ist; der 10. Dorsal-
ring ist in seiner ganzen Breite stumpfwinklig vorgezogen; die
Subanalklappen sind fast parallelseitig, hinten vollkommen abgerundet,
reichen bis zum Hinterrande des ebenfalls runden Supraanallobus
84
Fr. Klapälek,
und sind auf ihrer Außenseite mit kurzen Spitzen besetzt. Beim ^
ist der 9. Ring nicht vorgezogen und nicht länger als der 8. und
der Supraanallobus überragt als ein kurzer Kegel den Hinterrand
des 10. Ringes. Das Proriotum ist nach hinten etwas erweitert und
zeigt deutliche obwohl etwas gerundete Seiten (Fig. 139).
Körper weißlich olivengrün, oben braun gefleckt. Auf dem
Kopfe ist die vordere Partie bis zur M -Linie licht, der übrige Teil
braun, nur zwischen den Punktaugen ist ein lichter Fleck und das
Hinterhaupt ist auch etwas heller. Auf dem Pronotum ist der Rand,
der Mittelstreifen und je ein bogenförmiger, nach außen konvexer
Fleck auf den Seitenfeldern lichter. Auf dem Meso- und Metano-
tum sind vier kreuzweiß gewellte eiförmige lichte P'lecke.
nubecula Newm.
Fig. 139. Isogenus nubecula Newm. Nymphe. A Oberlippe, B Mandibeln,
C Maxilla, D Unterlippe.
Perla Geoffr.
Körper breit, flach, insbesondere unten ganz eben; Kopf von
parabolischem Umrisse mit winkelig hinter den Augen vorspringen-
den Schläfen. Taster relativ kurz, ihre Glieder von dem dritten
an Länge abnehmend. Beine breit und auf der äußeren Kante mit
ieiner Franse von langen feinen Haaren versehen und mit kurzen
Spitzen besetzt. Auf der Brust ist je ein starkes Doppel büschel
von feinen Kiemenfäden auf der weichen Haut hinter jeder Hüfte
und nebstdem auf der Vorderbrust ein kleines vor der Hüfte. Bei
einigen Arten tragen auch die Subanal klappen auf ihrer Aveichen
Haut Kiemenbüschel. Die Hinterleibssegmente sind normal nur
das 10. ist auf der Bauch- wie Rückenseite in der Mitte dreieckig
vorgezogen, beim (^ ist aber dieser Vorsprung in der Mitte etwas
ausgekerbt und in der Mittellinie mit einer Furche versehen. Bei
vollständig reifen weiblichen Nymphen ist in der Mitte des Hinter-
randes des 8. Ventralringes ein weißlicher runder Fleck, der vom
Plecoptera, Steinfliegen.
85
von einer stärker chitinisierten Linie gesäumt ist. Die Subanal -
klappen sind kurz und klaffend, der Supraanallobus ist klein.
1. Die Subanalklappen Kiemenbüschel tragend; die Schwanz-
fäden nur mit Dornkränzchen, ohne Haarfransen. 2.
— Die Subanalklappen ohne Kiemenbüschel, dafür aber die
Schwanzfäden auf ihrer Rückseite mit einer dichten Haar-
franse versehen. Körper gelb, braun gezeichnet: auf dem
Kopfe ist eine braune Zickzacklinie zwischen den Augen
und am Rande des Clypeus sind einige braune Flecke so
gestellt, daß auf dem Kopfschilde eine gelbe, sechsstrahlige,
sternförmige Zeichnung entsteht. Auf dem Pronotum zieht
sich von dem dunkelbraunen Randstreifen eine kurze den
Randstreifen hinten nicht erreichende Binde. Auf den Hinter-
leibsringen ist der Vorderrand braun gesäumt und dieser
Saum verlängert sich nach hinten in 5 Zacken, von welchen
die äußeren auf den Körperseiten sich
'^ befinden, der innerste in der Mittellinie'
^ der Dorsalfläche; auf den vorderen Ringen
^Vs. ^ sind diese Zacken nur kurz, auf den mitt-
leren erreichen sie den Hinterrand und
1
Fig. -141.
Fig. 140 u. 141. Perla abdominalis Biirm.
Fig. 140. Nymphe. Fig. 140 Maxilla. Fig. 141 Unterlippe.
schließen dann 4 helle Makeln ein. Der 9. Ring ist fast,
der 10. ganz braun. In der Mitte der Außenfläche der
Schenkel sind braune Flecke kaum angedeutet.'
maxima Scop.
Körper gelb, braun gezeichnet; die Mitte des Kopfes nimmt
ein trapezförmiger Fleck, welcher vorn vor der Fühlerbasis
beginnt und hinten in der Mitte des Hinterliauptes endet,
aber durch die gelbe M-Linie, die Stirnschwielen und die
Punktaugen unterbrochen ist; manchmal dringt die helle
Farbe des Kopfschildes in den mittleren Winkel der M-Linie
ein. Auf dem Pronotum reichen die dunklen Binden auf
den Seitenfeldern bis zum hinteren Randstreifen und die
Seitenfelder werden dadurch in zwei lichte Streifen geteilt.
Auf den Hinterleibssegmenten erreichen die von dem Vorder-
randssaume abgehenden Zacken meist den Hinterrand und
deshalb zeigen die Rückensegmente je 4 eiförmige, lichte
Flecke in dem dunklen Grunde. Auf den Schenkeln ist der
schwarzbraune Knierand und ein Fleck in der Mitte der
Außenseite wohl entwickelt. Öfters ist auch die Kehle bräun-
lich. Der Abstand der hinteren Punktaugen ist wenig kleiner
als die Entfernung vom Innenrande der Augen imdf gleich
86
Fr. Klapälek.
der Entfernung vom vorderen Punktauge (11: 13:11) (Fig.
140, 141). abdominalis Burm.
— Körper fast gleichmäßig rotbraun, nur der Vorderrand des
Kopfschildes, Fühler, Taster, Schienen, Füße und Schwanz-
faden gelb. Der Abstand der hinteren Punktaugen fast zwei-
mal kleiner als die Entfernung vom Innenrande der Augen
und etwas kleiner als die Entfernung vom vorderen Punkt-
auge (12:23:14). cephalotes Curt.
Chloroperla Newm.
Körper von ähnlicher Form wie bei Isogenus oder Perlodes,
aber kleiner, ohne Kiemenbüschel. Taster ziemlich lang, ihr 4. Glied
etwas länger als das 3. und das letzte ahlförmig zugespitzt. Auch
die Form der äußeren Laden der Unterlippe ähnlich wie bei den
genannten Gattungen. Die Fransen auf der Rückenkante der Beine
nur auf den Schienen deutlicher entwickelt, sonst schwach, dafür
Fig. 142.
Fig. 142-144.
Fig. 143.
Fig. 144.
Chloroperla difjormis Klp. Nymphe. Fig. 142 Vorderkörper.
Fig. 143 Maxiila. Fig. 144 Unterlippe.
treten daselbst die kurzen Spitzen auf. Die Hinterleibssegmente
zeigen keine Geschlechtsmerkmale, höchstens scheint der 9. Ventral -
ring etwas verlängert zu sein. Der 10. Ring ist nur auf der Rücken-
seite rundlich dreieckig vorgezogen. Die Subanalklappen sind schmal
dreieckig und klaffend.
1. Kopf braun, nur der Vorderrand des Kopf Schildes , ein
eiförmiger Fleck zwischen den Punktaugen und ein Punkt
an jedem Punktauge deutlich heller; auf dem Hinterhaupt
sind 2 Paare von nur undeutlich vortretenden Makeln.
Auch die Zeichnung auf dem Pronotum beschränkt sich nur
auf 2 undeutliche hellere Streifen entlang der Mittellinie.
Der Hinterleib ist unten einfarbig braun, hat oben einen
breiteren helleren Mittelstreifen, welcher durch eine undeut-
liche Mittellinie geteilt ist. Fühler und Schwanzborsten etwas
lichter als der Körper, die ersteren gegen die Spitze zu
dunkelbraun, die letzteren undeutlich geringelt; Taster und
Beine lichtgelb. helvetica Seh och.
Plecoptera, Steinfliegen.
87
Körper gelb mit brauner Zeichnung. 2.
Abstand der hinteren Punktaugen um die Hälfte größer als
die Entfernung derselben vom Innenrande der Augen; die
braune Zeichnung des Körpers tritt deutlich hervor und das
Hinterhaupt, besonders hinter den Augen ist ebenfalls bräun-
lich; die Schwanzborsten schmal, aber deutlich braun ge-
ringelt; beim (^ sind die Flügelscheiden nur als ganz kurze
Lappen angedeutet (Fig. 142, 143, 144). difformis Klp.
Abstand der hinteren Punktaugen etwa so groß wie die Ent-
fernung derselben von dem Innenrande der Augen; die
braune Zeichnung des Körpers nicht so deutlich vortretend
und das Hinterhaupt gelb; die Schwanzborsten nicht ge-
ringelt; die Flügelscheiden bei beiden Geschlechtern gleich
entwickelt. grammatica Scop.
I
Fig. 145.
Fig. 145. hopteryx tripunctala Pict. Nymphe.
Der Vorderkörper.
Fig. 146. hopteryx Burmeisferi Pict. Nymphe.
Vorderkörper.
Fig. 146.
Isopteryx Pict.
Körper schlank, im Querschnitte elliptisch. Die Punktaugen
in ein gleichschenkliges Dreieck gestellt, der Abstand der hinteren
noch etwas mehr als zweimal so groß wie die Entfernung vom
Innenrande der Augen. Das wichtigste Merkmal bieten die Taster,
welche im wahren Sinne des Wortes kaum ahlförmig zu nennen
sind, da ihre Glieder bis zum vorletzten stärker werden und das
dünne letzte auffallend schwach und klein erscheint. Pronotum
nicht ganz so breit wie der Kopf samt Augen, meist quer elliptisch,
seltener querlänglich mit abgerundeten Ecken; es ist an dem Rande
mit steifen Borstenhaaren besetzt. Die Flügelscheiden haben
eiförmigen Umriß. Beine kurz, schwach; die Fransen auf der
äußeren Kante derselben sind schwach entwickelt, dafür treten
kurze Spitzen und kurze steife Borsten in größerer Zahl auf. Die
88
Fr. Klapälek.
Hinterleibsringe sind normal, nur das 10. jst auf dem Rücken
atumpf dreieckig oder rundlich vorgezogen. Die SubanalklajDpen
koi'z dreieckig, auf der Außenseite mit kurzen steifen Borsten be-
setzt. Supraanallobus rundlich, wenig vorragend, mit kleinen
Spitzen besetzt. Körperfarbe hellgelb oder licht rötlichbraun.
.. 1. Pronotum deutlich schmäler als der Kopf samt Augen, quer-
länglich viereckig mit abgerundeten Ecken; das Verhältnis
seiner Breite zur Länge ist 50 : 34. Schwanzborsten kurz,
. , , etwa; so lang wie die 6 letzten Hinterleibsscgmente, 1 6 gliedrig.
,:; Körper gelb ohne Zeichnung, nur bei reifen 5 Nymphen
:;.i , mit einem dunklen Streifen auf dem Rücken des Hinterleibes
(Fig. 145). tripiincfata Scop.
,[ rr-> Pronotum an den Seiten vollkommen abgerundet, quer ellip-
\ tisch und kürzer. 2.
2. Körper gelb mit undeutlicher brauner Zeichnung; Pronotum
sehr kurz, Breite zur Länge wie 50:26; Schwanzborsten
etwa' so läng wie die 6 letzten Hinterleibssegmente, 16 gliedrig
(Fig. 146). ,;•. Burmeisteri Pict.
Fig. 147.
Fig. 147 u. 148. Isoptery.
- torrentitim Pict. Nymphe,
Fig. 148 Unterlippe.
Fig. 148.
Fig. 147 Maxiila.
— Körper licht lederbraun ohne Zeichnung; Pronotum kürzer
als bei tripunctata, aber länger als bei Burmeisteri (50:30);
Schwanzborsten länger als bei den genannten Arten 16gliedrig
etwa so lang wie die 8 hinteren Segmente (Fig. 147, 148).
torrentium Pict.
Capnia Pict.
Körper schlank, fast walzenförmig. Kopf abgerundet dreieckig.
Puiiktaugen in ein gleichschenkliches Dreieck gestellt; Abstand der
hinteren etwa zweimal so groß wie die Entfernung vom Innenrande
der Augen. Pronotum quer viereckig, mit abgerundeten Ecken,
vorn etwas schmäler als hinten. Flügelscheiden der J Nymphe
sehr klein, der $ groß sackförmig. Beine kurz; von den Fuß-
gliedern ist das mittlere am kürzesten, das Endglied etwas länger
als die zwei ersten zusammen. Auf der Rückenkante der Beine
nur spärliche lange Haare. Die Hinterleibssegmente sind normal
entwickelt, nur das 10. ist auf dem Rücken samt dem mit ihm
riecoptera, Steinfliegen.
89
verwachsenen Lobus supraanalis beim J lang dreieckig vorgezogen
und an der Spitze abgestutzt, beim ^ parabolisch verlängert. Schwanz-
borsten fein, lang, fast die Länge des Hinterleibes erreichend. Die
Fig. 150.
Fig. 149. Fig. 151.
Fig. 149 u, 150. Capna nigra Pict. Nymphe. Fig. 149 Maxilla.
Fig. 150 Unferlippe.
Fig. 151. Capnta nigra Pict. Nymphe. ^Hinterleibsfnde des c^ von oben;
B von der Seite.
Subanal klappen kurz, abgerundet dreieckig und stark klaffend (Fig.
149, 150, ]51a, b).
Körper licht gelb, ohne jede besondere Zeichnung, nur der
Kopf etwas dunkler. - nigra Pict.
Nephelopteryx Klp.
Körper schlank, fast walzenförmig. Punktaugen in ein gleich -
schenkeliges Dreieck gestellt und der Abstand der hinteren etwa
zweimal so groß wie ihre Entfernung vom In-
nenrande der Augen. Pronotum vorn etwa so
breit wie das Hinterhaupt, nach hinten erweitert,
also von trapezoider Form, aber mit etwas bogen-
förmigen Seiten, Die vorderen Flügelscheiden
lang eiförmig, die hinteren abgerundet drei-
eckig. Beine lang und ziemlich schlank; die
Fußglieder stufenweise länger; das 3. fast so
lang wie die 2 ersten zusammen. Die Haar-
franse auf der äußeren Kante der Schenkel
und Schienen dünn, die Innenkante der Schenkel
mit einigen stärken Zähnen, die mit einer kurzen
Spitze bewehrt sind. Die Hüften tragen einen
einziehbaren, dreigliedrigen Anhang. Das 1. bis
7. Hinterleibssegment ist in der Mitte des Hin-
terrandes mit einem konischen Höcker bewehrt.
Bei reifen Nymphen ist die Teilung des 9. Ven-
tralbogens in 3 Felder angedeutet. Der 10. Ring
ist auf der Bauchseite stark verkürzt, auf der Rückenseite dreieckig
vorgezogen. Die Subanalklappen breit dreieckig, der Supraanal lobus
Fig. 152. Nephelo-
pteryx nehulosa L.
Nymphe. Maxilla.
90
Fr. Klapälek,
verlängert und den 10. Ring noch etwas überragend. Schwanz-
borsten dünn, länger als der Hinterleib (Fig. 152, 153, 154).
Fig. 153. Fig. 154.
Fig. 153 u. 154. Nephelopteryx nebulosa L. Nymphe. Fig. 153 Unterlippe;
Fig. 154 Hüfte mit Anhang.
Körper lichter oder dunkler braun, oben gewöhnlich etwas
dunkler, die Kopfnähte und ein über den ganzen Körper sich
ziehender Mittelstreifen lichter. nebulosa L.
Taeniopteiyx Pict.
Mit der vorigen Gattung habituell übereinstimmend, aber ohne
gegliederte Anhänge der Hüften und ohne konische Höcker in der
Fig. 155.
Fig. 156.
Fig. 157. Fig. 158.
Fig. 155—158. Taeniopteryx Braueri Klp. Nymphe. Fig. 155 Kopf;
Fig. 156 Pronotum; Fig. 157 Maxilla; Fig. 158 Unterlippe.
Mitte des Hinterrandes der Hinterleibssegmente. Der 9. Ring ist
bei beiden Geschlechtern in eine parabolische, auf der Bauchseite
Plecoptera, Steinfliegen. 91
stark und lang behaarte Platte verlängert. Der 10. Ring ist auf
der Bauchseite ganz geteilt, auf der Rückenseite dreieckig vor-
gezogen und unter ihm ist der runde Supraanallobus sichtbar.
Beim (j" sind in der Ansicht von unten unter der Platte des
9. Ringes die öhrchenartigen Subanalklappen sichtbar. Cerci so
lang wie der Körper (Fig. 155—158).
Fühler stark, die Glieder erst über der Mitte so lang wie
breit; Farbe ledergelb, mit undeutlicher, dunklerer Zeichnung; das
2. und 3. Fußglied auf seiner Rückenkante mit einem schwarzen
Punkte am Grunde. Körper stärker und größer. Braueri Klp.
Fühler fein, ihre Glieder schon über dem ersten Drittel so
lang wie breit; Körper lederbraun, die Fußglieder am Grunde und
dem Endrande schwarzbraun gesäumt, öfters ist auch ihre Rücken -
kante schwarzbraun. Körper kleiner und zarter, seticornis Klp.
Lenctra St.
Körper sehr schlank, schmal walzenförmig; Kopf abgerundet
dreieckig; Punktaugen in ein gleichschenkeliges Dreieck gestellt
und der Abstand der hinteren etwa zweimal so groß wie die Ent-
fernung derselben vom Innenrande der Augen; Taster fadenförmig,
Fig. 159. Leuctra prima Kpny. Nymphe. A das Iliuterleibsende von unten ;
B das Pronotum,
ihre Glieder stufenweise länger. Pronotum etwas schmäler als der
Kopf samt Augen, quer viereckig; Flügelscheiden sackförmig; Beine
relativ kurz, die hinteren stufenweise länger; das mittlere Fußglied
am kürzesten, oft undeutlich. Der 10. Ring ist auf der Bauchseite
tief rundlich ausgeschnitten, auf der Rückenseite abgerundet drei-
eckig vorgezogen und mit dem Supraanallobus fest verbunden. Die
Subanalklappen sind beim $ dreieckig, zugespitzt, aber nur teil-
weise auf einer runden Stelle etwas chitinisiert und an den Rändern
dieses Schildchens mit feinen Börstchen besetzt; die Klappen sind
durch einen tiefen Einschnitt voneinander getrennt. Beim $ sind
die Subanalklappen abgerundet, hinten mit einem Kranze von
steifen, ziemlich langen Börstchen und berühren einander in der
Mittellinie. Schwanzborsten kurz, fein, an den Enden der einzelnen
Glieder mit langen Börstchen besetzt (Fig. 159).
Pronotum quer länglich viereckig, nach hinten kaum verschmälert,
nur an den Seiten mit längeren Härchen besetzt, auf ihrer oberen
Fläche ganz kahl; die Rückenfläche des 3.— 10. Hinterleibsringes
nur mit zerstreuten steifen Börstchen und die Hinterränder der
genannten Ringe mit einem Kranze von feinen Spitzen; die neue
92
Fr. Klapälek,
Gliederung der Fühler beginnt mit dem 7.-8. Gliede; Schenkel
und Schienen nur mit spärlichen langen Haaren besetzt.
prima Kpny.
Pronotum trapezoid, nach hinten deutlich (etwa um Ye) ver-
schmälert, mit abgerundeten Ecken, nicht nur an allen Rändern,
sondern auch an den seitlichen Teilen der oberen Fläche^ behaart;
die Rückenfläche des Hinterleibes dicht mit kurzen Börstchen be-
setzt, denen an den Seiten längere Härchen beigemengt sind; die
Hinterränder der Segmente ohne besondere Borsten- oder Spitzen -
kränze (Fig. 160); die neue Gliederung der Fühler beginnt mit
dem 10. Gliede; Schenkel und Schienen mit zahlreichen langen
Haaren besetzt (Fig. 161, 162). nigra Pict.
?>'ft'>ff^
Fit?. 160.
Fig. 161.
Fig. 162. Fig. 163. Fig. 164.
Fig. 160— 162. Leuctra nigra Pict. Nymphe. Fig. 160 Pronotum;
Fig. 161 Maxilla; Fig. 162 Unterlippe.
Fig. 163 u. 164. Netnura variegata Oliv. Nymphe. Fig. 163 Maxilla,
Fig. 164 Unterlippe.
Nemura Latr.
Körper stärker als bei den 2 vorhergehenden Gattungen, be-
sonders in der Brust. Die Tasterglieder stufenweise länger. Pro-
notum so breit oder etwas breiter als der Kopf samt Augen, mit
trapezoidem Chitinschildchen, dessen Ecken mehr oder weniger ab-
gerundet sind ; es ist in der Mitte durch eine feine weißliche Linie
geteilt und an den Rändern mit Spitzen oder Borsten besetzt. Die
Flügelscheiden sackartig, die hinteren etwas breiter als die vorderen.
Beine stark mit dreigliedrigen Füßen, deren mittleres Glied am
kürzesten und das letzte etwas länger ist als die 2 vorhergehenden
zusammen; die Beine tragen nur zerstreute längere Borsten, sind
dafür ziemlich dicht mit kurzen Spitzen und steifen Börstchen be-
setzt. Beim (j" ist der 9. Vcntralring dreieckig vorgezogen, der 10.
vollständig geteilt; die Subanalklappen klaffend, hinten abgerundet
Plecoptera, Steinfliegen.
93
und auf den chitinisierten Flächen mit starken steifen Borsten oder
dünnen Spitzen besetzt. Die 10. Rückenplatte ist hinten vorgezogen
und mit dem abgerundet kegelförmigen Supraanallobus verbunden.
Beim $ ist die 7. Ventralplatte öfters in der Mitte etwas vor-
gezogen, die 8. mit einer chitinisierten kurzen Querleiste versehen,
aber am Hinterrande gerade, die 9. wieder etwas vorgezogen, die
10. nicht geteilt, die Subanalklappen und der Supraanallobus kürzer.
Fig. 165.
Fig. 166.
^ii
Fig. 169.
Fig. 165 u. 166. Nemura humer alis Pict.
Nymphe. Fig. 165 Fronolum ;
Fig. 166 Schwanzborste.
Fig. 167 u. 168. Nemura cinerea Oliv. Nymphe.
Fig. 168. -^^^K- 1^^ Pronotum ; Fig. 168 unterer Teil der
Schwanzborste.
Fig. 169. Nemurella Pictetii Klp. Kopf der Nymphe.
verhältnismäßig breiter. Schwanzborsten bei beiden Geschlechtern
stark, etwas Länger als der, Hinterleib, vor dem Ende der Glieder
mit quirlartig gestellten Spitzen oder starken Borsten besetzt. Die
Nymphen der Untergattungen Protojiemura und AmJ>hmemtcra tragen
auf der Vorderbrust Kiemenfäden (Fig. 163, 164).
1. Die Vorderbrust mit jederseits drei kurz wurstförmigen, weißen
Kiemenfäden ; Pronotum trapezoid, mit geraden Seiten, bogen-
förmigem Vorder- und Hinterrande, am ganzen Rande mit
. einem Kranze von kurzen , steifen borstenartigen Spitzen;
das Verhältnis der vorderen und hinteren Breite zur Länge
ist 50:43:32. Schwanzborsten vor dem Ende der Glieder
mit Quirlen von feinen Spitzen, welche kürzer sind als die
halbe Länge des Gliedes; erst das 8. Glied so lang wie breit.
(Big. 165, 166). Protonemura hiimeralis.
94
Fr. Klapälek,
Die Vorderbrust mit 4 Büscheln von je 5 — 8 feinen langen
weißen Kiemenfäden; Pronotum trapezoid, aber die Seiten
Fig. 176.
Fig. 170—172. Nemura Picietii
KIp. Nymphe. Fig. 170 Prono-
tum; Fig. 171 unterer Teil der
Schwanzborste; Fig. 172 $ Hin-
terleibsende 7on unten.
Fig. 175. Fig. 177.
Fig. 173 — 175. Nemura marginata Pict. Nymphe. Fig. 173 Pronotum;
Fig. 174 Hinterende des c?; Fig. 175 unterer Teil der Schwanzborste.
Fig. 176. Nemura variegata Oliv. Pronotum der Nymphe.
Fig. 177. Nemura variegata Oliv. Der untere Teil der Schwanzborste.
sind stark bogenförmig gerundet, der Vorderrand fast gerade,
die Vorderecken stark abgerundet und der Hinterrand stumpf-
Plecoptera, Steinfliegen. 95
winklig ausgeschnitten; der Rand trägt einen Kranz von
dichten, langen, steifen Borsten: das Verhältnis der vorderen
und hinteren Breite zur Länge ist 50 : 37 : 27, wobei die
vordere Breite etwa im ersten Drittel, wo das Schildchen am
breitesten ist, gemessen wird. Die Glieder der Schwanzborsten
an den Enden knotenartig verdickt und mit einem Quirl von
starken Borsten versehen, die wenigstens ^/^ der Länge des
Gliedes haben. Der ganze Körper ist überhaupt stark mit
Borsten und Haaren besetzt (Fig. 167, 168).
Amphinenmra cinerea Oliv.
— Vorderbrust ohne Kiemen (Fig. 169). 2
2. Die Subanalklappen des (J sehr lang, zapfenförmig, den
Supraanallobus weit überragend, beim 5 klaffend zugespitzt;
das 1. Glied der Hinterfüße fast so lang wie das letzte;
Pronotum trapezoid mit schwach bogenförmigen Rändern und
abgerundeten Vorderecken, an den Rändern mit einem Kranze
von feinen kurzen Börstchen ; die Glieder der Schwanzborsten
am Ende mit einem Kranze von steifen Borsten, die etwa
im unteren Drittel der Cerci die Länge des Gliedes erreichen.
(Fig. 170, 171, 172). Nemurella Pictetii Klp.
— Die Subanalklappen bei beiden Geschlechtern kurz und an
der Spitze abgerundet; 1. Glied der Hinterfüße kaum halb
80 lang wie das letzte. (Nemura s. str.) 3
3. Die Borsten in den Quirlen an den Enden der Glieder von
Schwanzfäden stark und lang, fast die Länge der Glieder
erreichend, abstehend; Pronetum trapezoid mit abgerundeten
Vorderecken, an den Rändern mit einem Kranze von kurzen
Spitzen (Fig. 173, 174, 175). marginata Pict.
— Die Borsten in den Quirlen an den Gliedern der Schwanz -
fäden feiner, die halbe Länge der Glieder nicht überschreitend
und nicht so abstehend; Pronotum ähnlich aber auch der
Rand mit feinen kurzen Börstchen besetzt (B'ig. 176, 177).
variegata Oliv.
Lepidoptera, Schmetterlinge.
Von
Dr. K. Grünberg (Berlin).
Mit 83 Abbildungen im Text.
Lepidoptera. ,
Insekten mit vollkommener Verwandlung^ saugenden
Mundteilen und 4 gleichmäßig gebildeten, häutigen, be-
schuppten Flügeln.
Körper in ganzer Ausdehnung dicht beschuppt oder behaart.
Kopf stets deutlich abgesetzt, Thoraxsegmente verschmolzen.
Hinterleib mit 6 oder 7 sichtbaren Ringen.
Facettenaugen groß und gut entwickelt, 2 Ocellen vor-
handen oder fehlend. Fühler stets vielgliedrig, lan^estreckt und
ungebrochen, im speziellen Bau verschieden, einfach mit keulen-
förmig verdicktem Ende {Rhopaloceren oder Tagfalter) oder ohne
Endverdickung, beborstet oder gefiedert usw. und meist bei (j" und
9 deutlich verschieden {Heteroceren, alle übrigen Familien). Man-
dibeln und Maxillen rudimentär. Maxillartaster, wenn vor-
handen, meist klein, zweigliedrig, selten groß und mehrgliedrig.
Labium (2. Maxillen) einen langen, aus 2 Halbrohren bestehenden,
spiralig einrollbaren Saugrüssel bildend, zuweilen rudimentär oder
fehlend. Labial taster kräftig, dreigliedrig, dicht behaart oder
beschuppt, verschieden gebildet.
Flügel von sehr verschiedener Form, dicht mit oft lebhaft
bunten, dachziegelförmig gelagerten Schuppen bedeckt, zuweilen
behaart. Bezeichnung der Flügelränder bei Vorder- und Hinter-
flügeln: Vorderrand, vorderer Rand von der Wurzel bis zur Spitze,
Innenrand, der gegenüberliegende Rand, und Außenrand, von
der Spitze zum Innenrand reichend. Außenrand und häufig auch
der Innenrand mit einem Saum mehr oder weniger langer Schuppen
oder Haare (Saumschuppen bzw. -Haare). Geäder im Vorder-
und Hinterflügel in den Grundzügen gleich (vergl. P'ig. 180), im
Vorderflügel meist 12, im Hinterflügel 8 Adern, welche vom Innen-
rand aus gezählt werden. Aus der Wurzel treten 4 Adern in den
Flügel ein: die Innenrand- oder Dorsalader (Ader 1, häufig
doppelt oder dreifach und dann mit la, \b, \c bezeichnet), die
vordere und hintere Mittelader oder Subcostal- und Sub-
dorsalader und die Vorderrand- oder Costalader (Ader 12
bzw. Ader 8, stets einfach, nur zuweilen an der Wurzel mit einem
Lepidoptera, Schmetterlinge. 97
kurzen Gabelast). Vordere und hintere Mitterlader i^mschließen die
Zelle, welche am Ende durch eine Querader, die Discocellular-
ader, geschlossen wird, aber auch teilweise oder ganz offen sein
kann. Sie kann ferner der Länge nach .durch eine Ader oder
aderartige Falte geteilt sein. Im Vorderflüg;©! bilden die aus dem
vorderen Zellenende entspringenden Adern Äuweilen (z.B. beiden
Noctuiden) ein kleines, geschlossenes, mit der Zelle zusammen-
hängendes Feld, die Anhangszelle. Das Geäder ist bei vielen Tineiden
rudimentär. Bei den ^ mancher Arten sind die ganzen Flügel
verkümmert. Bei den meisten Heteroceren entspringt von der Wurzel
des Hinterflügels eine steife, federnde Borste (oder ein Borsten-
büschel), die Haftborste oder Frenulum, welche in eine riegel-
oder rinnenförmige Vorrichtung auf der Unterseite des Vorder-
flügels (Retinaculum) eingreift und eine feste Verbindung zwischen
beiden Flügeln herstellt.
Beine mit fünfgliedrigen Tarsen und verlängerten Metatarsen.
Mittel- und Hinterschienen mit je 2 Endspornen, Hinterschienen
vielfach auch mit Mittelspornen.
Larven (Raupen) mit beißenden Mundteilen, 12 ringelig,
meist mit 8 Fußpaaren, den gegliederten Thorakalfüßen und 5 Paar
ungegliederten Bauchfüßen am 6.-9. und 12. Segment (letztere als
Nachschieber bezeichnet). Von den Bauchfüßen können einzelne
Paare verkümmern oder ganz verschwinden. Bauchfüße entweder
mit zweilappiger Sohle, deren äußere Hälfte mit einwärts ge-
krümmten Häkchen besetzt ist (Klammerfüße), oder ungeteilt
und am Rande mit einem Kranz auswärts gerichteter Häkchen
(Kranzfüße). 1, und letztes Segment auf dem Rücken gewöhnlich
mit einer stärker chitinisierten Platte, dem Nacken- und After-
schild.
Die Raupen der am Wasser vorkommenden Arten leben meist
im Innern von Pflanzen und sind daher ganz oder nahezu nackt
und farblos oder wenigstens nie auffallend bunt und lebhaft gefärbt.
Puppen frei oder in einem gesponnenen Kokon, häufig auch
in einer ausgeglätteten oder ausgesponnenen Erdhöhle. —
Zur Süßwasserfauna ist unter den Lepidopteren nur die ver-
hältnismäßig geringe Zahl der Arten zu rechnen, deren Raupen von
den in und am Wasser wachsenden Pflanzen leben und deren
Imagines daher ebenfalls in unmittelbarer Nähe von Gewässern zu
finden sind. Sie bilden keine natürliche geschlossene Gruppe wie
etwa die Wasserkäfer, sondern rekrutieren sich zusammenhanglos
aus verschiedenen Famlien, den Nochtiden (Eulen), Cossiden (Holz-
bohrern), Pyralididen (Zünslern), Tort neiden (Wicklern) und Tineiden
(Schaben oder Motten), welche teilweise nur einzelne Vertreter
stellen. Nur bei den Noctuiden und Pyralididen kommen einige
natürliche Verwandtschaftsgruppen hinzu. Die Rhopaloceren (Tag-
falter) sind überhaupt nicht vertreten, ebenso fehlen von den Hetero-
ceren gänzlich die Geometriden (Spanner), Sphingiden (Schwärmer)
und die Bombyciden (Spinner) im weitesten Sinne.
Die meisten der im folgenden behandelten Arten können nur
als Wasserbewohner im weiteren Sinne oder als Wasseranwohner
gelten. Wasserbewohner im engsten Sinne sind nur die Raupen
der Hydrocampinen, einer kleinen Pyralididen-Gvxi^^e, welche ganz
ähnlich leben wie die Larven der Trichopteren und zum Teil sogar
wie diese mit Fadenkiemen ausgestattet sind. Als direkte Wasser-
SOßwasserfaima von Deutschland. Heft 8. <
98 K. Grünberg,
bewohner können im allgemeinen auch nur Raupen in Betracht
kommen, denn die entwickelten Schmetterlinge sind ja durch ihre
ganze Organisation auf das Landleben angewiesen. Die einzige
Ausnahme macht von allen deutschen Schmetterlingen nur das 9
von Acentropus m'vetis, ebenfalls einer Hydrocampine, welches auch
als Imago im Wasser lebt.
Viele der am Wasser zwischen Rohr und Sumpfgräsern fliegen-
den Arten zeigen eine starke Anpassung an solche Örtlichkeiten
durch ihre stumpfe, gelb- oder graubraune Färbung, welche der
Farbe trockenen Rohres oder Schilfes gleicht. Diese ausgesprochene
Schilffärbung besitzen z. B. alle Rohreulen {Leticannnen), unter den
Pyralididen die Schoenobnnen, ferner auch einige Tineiden.
Übersicht über die am Wasser vorkommenden
Familien.
I. Hinterflügel mit zwei Dorsaladem.
Ader 5 im Hinterflügel schwach oder fehlend. Vorderflügel
meist mit Anhangszelle. Ader 7 und 8 im Hinterflügel nur
an der Wurzel verschmolzen. Maxillartaster meist fehlend.
Labialtaster und Rüssel kräftig entwickelt. Noctuidae.
n. Hinterflügel mit drei Dorsaladern oder Geäder rudimentär.
1. Fühler kurz und dick, beim (^ lang gefiedert. Labialtaster
klein, Maxillartaster und Rüssel fehlen. Ader 7 und 8 im
Hinterflügel getrennt. Schienensporne klein. Große robuste
Arten. Cossidae.
2. Fühler lang und dünn. Maxillartaster vorhanden oder fehlend.
Labial taster und Rüssel meist gut entwickelt. Mittelgroße
bis kleine, meist zarte Arten.
a) Vorderflügel dreieckig, seltener lang und schmal, mit 11
oder 12 Adern, Ader 7 und 8 oder 7, 8 und 9 gestielt;
Ader 7 und 8 im Hinterflügel an der Wurzel eine Strecke
verschmolzen. Maxillartaster meist vorhanden. Labial-
taster kräftig, zuweilen verlängert. PjTralididae.
b) Vorderflügel lang und breit, trapezförmig, mit 12 meist
getrennten Adern. Maxillartaster fehlen. Labialtaster
kräftig, gedrungen, seltener verlängert, mit kurzem stummei-
förmigen Endglied. Tortricidae.
c) Flügel meist schmal und spitz mit sehr langen Saumhaaren.
Ader 7 und 8 im Hinterflügel getrennt; Geäder häufig
rudimentär. Maxillartaster vorhanden oder fehlend. Labial -
taster lang und dünn, aufgebogen, mit langem spitzen End-
glied, selten kurz und hängend. Tineidae.
Noctuidae, Eulen.
Sehr umfangreiche Familie von leicht kenntlichem, durchweg
einheitlichem Körperbau, mit kräftigem gedrungenem oder auch
schlankem, dichtbehaartem oder beschupptem Körper und dreieckigen
Vorderflügeln, deren Zeichnungsich in ihren charakteristischen Grund-
zügen (Kreis- oder Ringfleck, Nierenfleck, Wellenlinie etc.) bei fast
allen Gruppen wiederholt. Augen nackt oder behaart, zuweilen von
einem Kranz langer dünner Haare umstellt. Stirn glatt gerundet, zu-
Lepidoptera, Schmetterlinge. 99
weilen mit rundem, spitzem oder plattenförmigem hornigen Fortsatz.
Fühler borstenförmig, häufig gewimpert oder beborstet, zuweilen ge-
zähnt, selten lang gefiedert. Tasten meist steil aufgebogen und dicht
beschuppt, mit kurzem dünnen, zylindrischen oder stummeiförmigen
Endglied, bei einigen Gruppen stark verlängert. Rüssel kräftig
entwickelt, selten fehlend. Thorax und Hinterleib oft mit Haar-
schöpfen. Beine kräftig und gedrungen, zuweilen stark verlängert
oder mit besonderen Merkmalen (Haarpinseln, Chitindomen), Mittel-
und Hinterschienen gespornt. Vorderflügel (Fig. 180) gewöhnlich
und mit 12, zuweilen mit 11 Adern, meist mit Anhangszelle;
Hinterflügel mit Haftborste, Ader 5 schwach ausgebildet oder feh-
lend, 8 dicht hinter der Basis die vordere Mittelrippe berührend,
selten eine längere Strecke mit ihr verschmolzen.
Raupen (Fig. 178) meist 16 füßig, mit Klammerfüßen und
hornigem Nackenschild, nackt, nur selten und dünn behaart, sehr
häufig mit feinen dunk-
len, meist borsten tragenden
Wärzchen, mit aus dunklen
oder hellen Längsstriemen
bestehender Zeichnung. Yer-
puppung meist in oder an ^^ ^^g. Raupe von I^ucama l. albu^n (L.),
der Erde m einem leichten als Schema einer Noctuidenraupe.
Gespinst.
Außer einzelnen Vertretern verschiedener Unterfamilien stehen
als einigermaßen geschlossene Gruppe nur die Leucannngn, deren
Raupen in oder an Rohr, Schilf oder Sumpfgräsern leben, zu dem
Wasser in enger Beziehung. In ausgedehnten Sümpfen und an
fließenden Gewässern mit reichlichem Rohrbestande gehören sie zu
den charakteristischen Erscheinungen.
Übersicht über die Unterfamilien.
I. Taster kurz, aufgebogen. Beine mäßig lang.
1. Augenrand ohne Kranz von Wimperhaaren.
a) Körper dicht behaart.
a) Thorax und Hinterleib mit Haarschöpfen. Hadeninae.
ß) Thorax höchstens mit vorderem kleinen Haarschopf,
Hinterleib stets ungeschopft. Leiicaniinae.
b) Körper beschuppt, Thorax und Hinterleib mit kleinen
Schöpfen. Erastriinae.
2. Augenrand mit einem Kranz feiner Wimperhaare, Thorax
und Hinterleib dicht wollig behaart und geschöpft. Plusiinae.
II. Taster stark verlängert, Beine sehr lang. Herminiinae.
Hadeninae.
Augen nackt. Fühler kurz gewimpert, beim ^j" zuweilen ge-
zähnt. Taster steil aufgebogen, dicht beschuppt. Schienen ohne
Dornen. Thorax und Hinterleib rauh wollig behaart, mit Haar-
schöpfen. Vorderflügel dreieckig, mit deutlicher iy^\%ehev Noctutden-
Zeichnung.
Raupen 16 füßig.
100
K. Grünberg,
Gattungsübersicht.
1. Endglied der Taster deutlich sichtbar, dünn, zylindrisch, vor-
gestreckt, Haarschöpfe am Thorax und Hinterleib gut entwickelt.
a) Fühler gleichmäßig kurz gewimpert, Körper rauh behaart.
Hadena, 3Iiana.
b) Fühler unterbrochen gewimpert, mit einzelnen kurzen Haar-
büscheln, Leib glatt behaart. Helotropha.
2. Endglied der Taster sehr kurz, stummeiförmig, in der Behaarung
des 2. Gliedes versteckt, Hinterleib nur mit einem schwachen
basalen Haarschopf. Hydroecia.
Hadena Schrank (Fig. 179 u. 180).
Augen nackt. Fühler kurz gewimpert. Taster bis zur Stirn
aufgerichtet, dicht abstehend beschuppt, mit kurzem dünnen, vor-
wärts gerichteten Endglied. Rüssel kräf-
tig. Thorax mit geteiltem mittleren und
hinteren Haarschopf. Hinterleib mit dor-
salen Haarschöpfen und seitlich vorstehen -
Fig. 179.
Fig. 179 u. 18Ö. Hadena unanimis Tr.
Kopf und Geäder.
Fig. 180
den Haarbüscheln. Vorderflügel mit rechtwinkliger abgerundeter
Spitze. Hinterflügel breit, gerundet, mit welligem Saum. Ader 3
und 4 aus dem unteren, 6 und 7 aus dem oberen Zellenende;
8 nahe der Basis die vordere Mittelrippe berührend.
Raupen mit feinen borstentragenden Wärzchen, an Gräsern,
.Verpuppung in der Erde.
Zahlreiche deutsche Arten, davon eine am Wasser.
Hadena unanimis Tr. (Fig. 181).
Fühler und Taster braun. Thorax oben dunkel rotbraun bis
schwarzbraun. Hinterleib heller, graubraun, glänzend. Beine braun,
mit schmalen hellen Tarsenringen. Oberseite der Vorderflügel von
dunkelrot- oder graubrauner Grundfarbe mit dunkleren schwarz-
braunen Flecken. Basalteil und äußerer Flügel teil jenseits des
Nierenfleckes etwas heller, so daß eine meist deutliche schwarz-
braune breite Mittelquerbinde entsteht, welche innen schwarz, außen
weißlich gesäumt ist und hinter dem undeutlichen Ringfleck einen
unbestimmten schwarzen Schatten zeigt. Längs des Vorderrandes
bis zum Nierenfleck eine Reihe schwarzbrauner, jenseits des Nieren-
fleckes 3 kleine weißliche Punkte. Nierenfleck weißlich, besonders
scharf am Außenrand. Adern in dem hellen Feld hinter der Mitte
schwarz und weiß gepunktet, aber unscharf. Wellenlinie deutlich,
Lepidoptera, Schmetterlinge. 101
hellbraun, Saumteil hinter derselben mit Ausnahme der helleren
Spitze schwarzbraun mit kleinen schwarzen winkeligen Saumflecken
und hellbrauner Saumlinie. Saumschuppen dunkelbraun mit hellen
Fleckchen an den Adermündungen. Hinterflügel oben dunkel grau-
braun mit heller Basis und undeutlichem Discocellularfleck, heller
Saumlinie und weißlichgrauen Saumschuppen. Unterseite in beiden
Flügeln dunkel graubraun, am Innenrand heller, Außenrandpartie
im Vorderflügel weißlich, Hinterflügel mit scharfem, schwarzbraunem
Discocellularfleck und dunkl-er discaler Bogenlinie. Flügelspannung
30—35 mm. Mai— Juli. In Deutschland verbreitet, aber nicht häufig.
^^
Fig. 181. Hadena unanimis Tr. Vergr. l^/^.
Raupe: Kopf und Nackenschild bräunlichgelb, auf dem letz-
teren 3 weißliche Längsstriche. Körper graugelb bis graubraun,
oberseits mit 3 weißlichen Längsstriemen, zu beiden Seiten der
mittleren eine Längsreihe schwärzlicher Warzenpunkte, je 2 auf
jedem Segment. Stigmen weiß mit schwarzer Umrandung, in der
breiten hellen Seitenstrieme. Unterseite hellgrau. Länge bis 40 mm.
Herbst — Mai an Sumpfgräsern, besonders an Glanzgras (Phalaris
arundinacea L.), tagsüber zwischen einem zusammengesponnenen
Blatt; verpuppt sich gern in Rohrstoppeln.
Puppe dunkelbraun.
Miana Steph.
Sehr nahe verwandt mit Hadena^ von schlankerem Körperbau,
in den übrigen Merkmalen mit ihr übereinstimmend.
5 deutsche Arten, davon eine am Wasser.
Miana ophiogramma Esp. (Fig. 182).
Kopf, Fühler,^ Taster und Beine dunkelbraun. Thorax und
Hinterleib graubraun, Halskragen hinten mit schwarzem Querstrich.
Flügeldecken mit einzelnen schwarzen Schuppen bestreut. Vorder-
flügel oberseits hell graubraun mit großem, tief dunkelbraunem Fleck,
welcher, vorn am breitesten, den Vorderrand von der Basis bis jen-
seits der Mitte einnimmt, außen bis über den Nierenfleck und hinten
bis kurz vor die Ader 1 reicht; er ist hinten scharf gerandet und
weißlich gesäumt, außen weniger scharf gerandet. Am Vorderrand
eine Reihe dunkler, hinter der Mitte 3 oder 4 kleine, weißliche
Punkte. Ringfleck unscharf, Nierenfleck scharf, hellbraun. Adern
außerhalb des dunklen Fleckes weißlich, hinter der Mitte mit einer
102
K. Grünberg,
Querreihe feiner, schwarzer Doppelpunkte. Hinter der Ader 2 ein
am Saum erweiterter schwarzer Längsstrich. Wellenlinie sehr un-
deutlich, innen von einem dunklen Schatten begleitet. Saum etwas
dunkler, mit schwarzen, bogenförmigen Saumfleckchen und schmaler,
heller Saumlinie. Saumschuppen dunkelbraun, an den Adermün-
dungen etwas heller. Hinterflügel oben einfarbig graubraun. Unter-
seite der Yorderflügel dunkel graubraun, hinten heller, mit sehr
Fig. 182. Miana ophiogramma Esp. Vergr. P/^.
undeutlicher Bogenlinie vom Vorderrand bis zur Ader 4 und
kleinen, schwärzlichen Saumfleckchen. Hinterflügel ebenfalls grau-
braun mit hellerem Innenrande, scharfem schwarzbraunen Dis-
cocellularfleck und undeutlicher, dunkler Bogenlinie hinter der
Mitte. Flügelspannung 30 mm. Juni, mehr in Norddeutschland,
auch bei Frankfurt a. M., nicht häufig.
Raupe: Kopf glänzend hellbraun, Nacken- und Afterschild
dunkelbraun. Körper schmutzig fleischfarben mit 2 dorsalen Längs-
reihen dunkler Warzenpunkte, je 4 auf jedem Segment und 3 bis
4 ebensolcher Punkte um die Stigmen. Unterseite weißlichgrau.
Länge bis 40 mm. Herbst — Frühjahr, im Mai in den Jung-
trieben der Schwertlilie (Iris) und verschiedener Sumpfgräser, be-
sonders in Schilf (Calamagrostis), Glanzgras (Phalaris), Süß-
gras (Glyceria), dicht über der Wurzelkrone, von außen bemerkbar
durch die Bohröffnung. Verpuppung in einer Erdhöhlung.
Puppe hellbraun.
M. ophiogr. var. maerens Stgr.
Dunkler als die Hauptform, Vorderflügel fast einfarbig schwarz-
braun. Hauptsächlich in Süd- und Westdeutschland, auch bei
Hamburg.
Helotropha Led.
Augen nackt. Fühler unterbrochen gewimpert. Taster, Thorax
und Hinterleib wie bei Hadena, die Beschuppung und Behaarung
glatter; Hinterleib beim $ mit breitem Afterbüschel, beim $ spitz.
Geäder wie bei Hadena.
Raupe fein behaart. Puppe mit 2 Dornen am Hinterende.
Nur eine Art.
Lepidoptera, Schmetterlinge. 103
Helotropha leucostigma Hb. (Fig. 183).
Kopf, Thorax und Beine tief dunkelbraun, Fühler etwas heller,
Hinterleib hell graubrälin. Oberseite der Vorderflügel tief dunkel-
braun mit undeutlicher, schwärzlicher Zeichnung und breiter, .etwas
hellerer Außenbinde. Vorderrand mit dunklen Punkten und 3 kleinen
weißen Punkten hinter der Mitte. Ringfleck undeutlich, Nierenfleck
Fig. 183. Helotropha leucostigma Hb. Vergr. 11/2-
sehr scharf, weiß mit schwärzlicher Innenseite. Außenrand schwärz-
lich mit zusammenfließenden, bogenförmigen, schwarzen Saumfleck-
chen und heller Saumlinie. Saumschuppen schwarzbraun. Hinter-
flügel graubraun mit hellerer Basis. Unterseite in beiden Flügeln
dunkel graubraun mit hellerem Innenrand. Discocellularfleck und
^ogenlinie in den Hinterflügeln undeutlich. Flügelspannung 35
bis 40 mm. Juni — August, ganz Deutschland, nicht häufig.
Raupe: Kopf hellbraun, Nacken- und Afterschild söhwarz.
Körper schmutzig weißlich, Oberseite rot- oder schwarzbraun ; 3 helle
Rückenlängsstriemen umschließen 2 Längsreihen schwarzer Warzen-
punkte, je 4 auf jedem Segment, deren jeder ein Haar trägt.
Stigmen schwarz, mit 4 kleinen Warzenpunkten umstellt. Unter-
seite hell graubraun. Herbst — Juni oder Juli in der Wurzel und
im unteren Stengel von Sumpfpflanzen, besonders in Schwertlilie
(Iris), Schilf (Calamagrostis) und Igelkolben (Sparganium),
auch im Wasser selbst zwischen den Herzblättern des Schilfrohrs
gefunden. Verpuppung in einem dünnen Gespinst im Innern der
Futterpflanze.
Puppe zuerst olivengrün mit bräunlichem Hinterende, dann
olivenbraun.
Hei. leucost. var. fibrosa Hb.
Vorderflügel heller, die scharfe, helle Außenbinde mit einer
Querreihe schwarzer Doppelpunkte. Ringfleck deutlich, weißlich
umrandet.
Hydroecia Guen.
Augen nackt. Fühler gewimpert. Taster mit kurzem, stummei-
förmigem, in der Beschuppung halb verstecktem Endglied. Vorderer
Haarschopf des Thorax ungeteilt, schmal und scharf gekielt, Hinter-
leib nur an der Basis mit einem kleinen Haarschopf, beim cf mit
wolligem Afterbüschel, beim $ spitz. Vorderflügel mit ziemlich
104
K. Grünberg,
scharfer Spitze, ebenso wie die Hinterflügel mit gewelltem Saum.
Geäder wie bei Hadena.
Raupen dick, walzig, mit feinen dunklen borstentragenden
Wärzchen. Im Stengel und in der Wurzel von Gräsern und einigen
andei'en Pflanzen.
5 deutsche Arten, davon 2 am Wasser.
Artenübersicht.
Imagines.
Vorderflügel und Flügelunterseite hellrötlichbraun. H. niicacea.
Vorderflügel und Flügelunterseite dunkelbraun. H. petasitis.
Raupen.
Schmutzig grauweiß, in Schwertlilie, Schilf, Wasserampfer.
H. micacea.
Hell fleischfarben, in Pestwurz. H. petasitis.
Hydroecia micacea Esp. (Fig. 184).
Fühler hellbraun, an der Basis oben weißlich. Kopf, Thorax
und Beine rötlichbraun, Hinterleib hell graubraun. Oberseite der
Fig. 184. Hydroecia micacea Esp. Vergr. 1^/^.
Vorderflügel rötlichbraun mit breitem dunklerem, hinten verschmäler-
tem und scharf dunkel gerandetem Mittelfeld. Wurzel- und Außen-
randpartie heller, mit Grau durchtränkt. Ring- und Nierenfleck
etwas heller vom Mittelfeld abgehoben, mit scharfer dunkler Um-
randung. Wellenlinie undeutlich, zuweilen kaum angedeutet, hat
nur inneren dunklen Schatten. Saumlinie dunkel, Saumschuppen
von der Farbe des Mittelfeldes. Hinterflügel oben ganz einfarbig,
hell gelblichbraun mit sehr undeutlichem dunklen Discoidalfleck
und dunkler Mittellinie. Unterseite in beiden Flügeln hell rötlich-
braun, am Vorderrand leichter weiß durchtränkt, am Innenrand
heller, besonders im Hinterflügel. Discocellularfleck und Bogen-
linie mehr oder weniger deutlich, Saumlinie dunkel. Flügelspannung
35 — 43 mm. August— September, in ganz Deutschland verbreitet,
aber selten.
Lepidoptera, Schmetterlinge. 105
Raupe: Kopf hell rotbraun, glänzend, Nacken- und Afterschild
gelblich. Körper hell fleischfarben mit braunroter Rückenlängslinie
zwischen 2 Längsreihen schwarzer, je eine Borste tragender Warzen-
punkte; gleiche Warzenpunkte seitlich über den ebenfalls schwarzen
Stigmen. Unterseite weißlichgrau. Länge bis 50 mm. Mai und
Juni, an sumpfigen Stellen in der Wurzel von Schwertlilie (Iris),
Riedgras (Carex), Schilf (Calam agrosti s), auch in Wasser-
ampfer (Rum ex aquaticus L.). Erwachsen auf dem Boden
zwischen Pflanzen oder in der Erde. Verpuppung in einer ge-
leimten Erdhöhlung.
Puppe gelbbraun, verhältnismäßig klein, schlank.
Hydroecia petasitis Doubld.
Sehr ähnlich H. micacea, etwas größer. Flügel dunkler. Mittel-
binde der Vorderflügel, besonders am Vorderrand, schmäler, mit
steileren, wenig hervorgehobenen Rändern. Fühler wie bei micacea.
Kopf und Thorax dunkel rötlichbraun, Hinterleib ebenso, mit hellerer
Basis auf dem Rücken. Vorderflügel dunkelbraun, Wurzel- und
Außenrandpartie heller, Außenrand wieder etwas dunkler, mit heller
Saumlinie. Ring- und Nierenfleck hell, scharf, die dunklen Ränder
undeutlich. Adern hinter der Mitte weiß gesprenkelt. Wellenlinie
undeutlich, hell. Adern hinter der Mitte weiß gesprenkelt. Wellen-
linie undeutlich. Saumschuppen dunkelbraun. Hinterflügel dunkel
graubraun, mit schwach angedeuteter Bogenlinie. Unterseite in
beiden Flügeln dunkel graubraun, Discocellularflecke und Bogen-
linie deutlich. Flügelspannung 40 — 45 mm. Herbst, selten.
Raupe: Kopf, der längsgeteilte Rückenschild und Afterschild
dunkelbraun. Körper schmutzig grauweiß, mit dunkel durchschei-
nendem Rückengefäß und schwarzen Warzenpunkten in 2 dorsalen
Längsreihen, sowie je 4 um die weißen, schwarzgesäumten Stigmen.
Länge bis 50 mm. Mai — Juli. Auf sumpfigen Wiesen, an Bach-
und Uferrändern im Stengel, später in der Wurzelkrone der ge-
bräuchlichen Pestwurz (Petasites offinalis Moench). V^erpuppung
in der Nährpflanze oder in der Erde.
Puppe dunkel rotbraun.
Leucaniinae.
Augen nackt oder behaart. Fühler gewimpert, selten beim c^
gezähnt. Taster aufgebogen, mit dichter Behaarung. Körper glatt,
anliegend, fein wollig behaart oder beschuppt, Hinterleib ohne Haar-
schöpfe. Schienen ungedornt. Vorderflügel dreieckig, mehr oder
weniger lang gestreckt, mit abgerundeter oder scharfer Spitze. Fär-
bung gleichmäßig und stumpf, gelblichgrau oder hell graubraun,
röhr- oder schilffarben : Nochäden-Zeiciixmng ganz zurücktretend
oder nur der Nierenfleck scharf ausgeprägt. Geäder wesentlich wie
bei den Hadeninen. Schmetterlinge am Wasser, in Rohrbeständen,
auch in Gehölzen und trockenen Büschen.
Raupen 16 füßig, blaß gefärbt, schlank, meist mit feinen schwarzen
Wärzchen oder mit Längsstriemen, fast alle im Innern von Pflanzen,
im Stengel oder an der Wurzel.
106
K. Grünberg,
II.
Gattungstiber sieht.
Augen nackt.
1. Stirn mit hornigem Fortsatz.
a) Stimfortsatz plattenförmig, viereckig.
b) Stirnfortsatz spitz.
2. Stirn ohne Fortsatz.
a) Körper wollig behaart,
a) Taster steil bis zur Stirn aufgebogen.
ßj Taster vorgestreckt, nur ganz wenig aufgebogen.
Tapiiiostola.
b) Körper glatt anliegend beschuppt. Senta.
Augen behaart.
1. Vorderflügel lang und schmal mit sehr scharfer Spitze und
stark abgeschrägtem Außenrand. 3Ieliana.
2. Vorderflügel mit rechtwinkeliger Spitze und steilem Außen-
rand. Leucania.
Nonagria.
Coenobia.
Calamia.
Nonagria Ochsh., Schilf eulen (Fig. 185).
Kräftig gebaute, robuste Arten von teilweise beträchtlicher
Körpergröße. Augen nackt. Stirn in eine durch dichte Beschuppung
verdeckte, viereckige, hornige Platte ver-
längert, daher stark vorstehend. Fühler
dick, kräftig gewimpert, mit einer län-
geren Borste auf jeder Seite jedes Gliedes,
beim (^ von nexa stark gezähnt, mit
pinselartiger Wimperung. Taster bis zur
Stirn aufgebogen, mit kurzem stumpfen
Endglied. Thorax glatt behaart, mit
kleinem vorderen Haarschopf, der hintere
fehlend, ebenso die Haarschöpfe auf dem
Hinterleib. Vorderflügel ziemlich lang,
mit rechtwinkeliger, scharfer oder ab-
gerundeter Spitze und steilem glatten
Saum. Saum der Hinterflügel ebenfalls
glatt, an der Ader 5 leicht einspringend.
Schenkel mit langen abstehenden Haarfahnen.
Falter in Rohrbeständen oder in dürren Büschen, versteckt.
Raupen langgestreckt, nackt, hell gefärbt, mit hornigem Nacken-
und Afterschild, in Stengeln von Rohr und Sumpfgräsem. Ver--
puppung in der Futterpflanze in einem leichten Gespinst. Puppen
außer der von nexa mit einem hornigen Kopfvorsprung.
7 deutsche Arten,
Fig. 185. Nonagria cannae
Ochsh. Geäder.
Artenübersicht.
Imagines.
1. Nierenfleck auf dem Vorderflügel scharf ausgeprägt, weiß. 2.
Nierenfleck auf dem Vorderflügel wenig hervortretend oder
fehlend. 3.
2. Vorderflügel rötlichbraun mit dunklerer Mittelbinde, Nieren-
fleck am Hinterende nach innen umbiegend. N. nexa.
Vorderflügel einfarbig graubraun ohne Mittelbinde, Nieren-
fleck in 2 Flecke aufgelöst. N. geminipuncta.
Lepidoptera, Schmetterlinge. 107
3. Vorderflügel kurz und breit. 4.
Vorderflügel lang und schmal. 6.
4. Vorderflügel mit mehr oder weniger deutlicher schwärzlicher
Längsstrieme und einigen weißlichen Flecken in der-
selben. 5.
Vorderflügel einfarbig ohne solche Zeichnung, nur mit einer
ganz verschwommenen Verdunkelung auf der Mitte.
N. cannae.
5. Unterseite ohne Discocellularflecken , Vorderflügel weniger
scharf gezeichnet. N. neurlca.
Unterseite mit scharfen dunklen Discocellularflecken, Zeich-
nung des Vorderflügels stärker ausgeprägt.
N. dissoluta var. arnndineta.
6. Unterseite der Hinterflügel mit scharfem Discocellularfleck,
N. tj'phae.
Unterseite ohne Discocellularfleck. N. sparganii.
Raupen.
1. Rücken mit schmalen hellen oder dunklen Längslinien. 2.
Rücken ohne Längslinien. 5.
2. Rücken mit hellen Längslinien. 3.
Rücken mit dunklen Längslinien. 4.
3. Schmutzig fleischfarben mit 3 hellen Längslinien, in Rohr-
kolben, N. typhae.
Schmutzig weiß mit 3 hellgrauen Längslinien, in Rohr.
N. neurica.
4. Schmutzig weiß mit 2 braunroten Längslinien, in Wasser-
schwaden und Riedgras. N. nexa.
Lichtgrün mit 4 dunklen Längslinien, in Rohrkolben, Igel-
kolben, Rohr. N. sparganii.
5. Schmutzig weiß mit hellrötlichem Rücken, in Rohr.
N. dissoluta.
var. arundineta.
Körper einfarbig. 6.
6. Schmutzig gelbgrün, in Rohrkolben, Igelkolben, Simse.
N. cannae.
Schmutzig weiß, in Rohr. N. geminipuncta.
Nonagria nexa Hb. (Fig. 186).
Fühler hellbraun. Kopf, Thorax und Beine rötlichbraun,
Hinterleib etwas heller. Vorderflügel breit mit stark geschwungenem
Außenrand und ziemlich scharfer Spitze, oberseits von der Farbe
des Thorax, auf der Mitte dunkler, längs des Saumes weißlichgrau.
Die dunklere, hinten verschmälerte Mittelbinde von 2 sehr unscharfen
hellen Linien eingefaßt, von denen meist nur die äußere deutlicher
zu sehen ist. Am Vorderrand hinter der Mitte einige helle Punkte.
Nierenfleck sehr scharf, weiß, am unteren Ende längs der hinteren
Mittelader einwärts bis zur Wurzel von Ader 2 verlängert. Dar-
über in der Zelle ein kleiner weißer Fleck. In dem helleren
Saumfeld auf den Adern eine Querreihe feiner schwarzer Punkte.
Saumlinie dunkel, Saumschuppen rotbraun. Hinterflügel einfarbig,
dunkel oder heller graubraun. Unterseite in beiden Flügeln rötlich
graubraun mit verschwommener ziemlich breiter Bogenlinie und
108
K. Griinberg,
schwärzlicher Saumlinie. Flügelspannung 22—28 mm. August.
Vorzugsweise in Norddeutschland, selten.
Raupe: Kopf braun mit weißlicher Winkel Zeichnung; Nacken-
schild braungelb mit braunem Vorderrand und ebensolchen Seiten-
flecken. Afterschild glänzend gelb oder braun, hinten in 2 schwärz-
liche Zähnchen auslaufend. Körper schmutzig weiß mit 2 undeut-
lichen braunroten Rückenlängsstriemen und 4 schwarzen, ein feines
Fig. 186. Nonagria nexa Hb. Vergr. 2.
Härchen tragenden Warzenpunkten auf jedem Segment. Stigmen
schwarz, über einer schwarzen unterbrochenen Seitenlinie. Länge
bis 30 mm. Herbst— Juli, in den Stengeln von Süßgras (Glyceria)
und Riedgras (Carex), dicht über der AVurzel, erst im Juli
weiter oben.
Puppe glänzend gelbbraun, aufrecht im Stengel, ohne Kopf-
fortsatz.
Nonagria geminipuncta Hatch. (Fig. 187).
Fühler hellbraun, oben weißlich. Vorderflügel kurz und breit,.
mit gerundeter Spitze. Leib
und Flügel einfarbig dunkel-
grau oder rötlichbraun. Nieren-
fleck der Vorderflügel scharf^
weiß mit mehr oder weniger
deutlicher schwärzlicher Um-
randung, meist in einen vor-
deren kleinen und einen hin-
teren größeren Fleck aufgelöst.
Häufig einwärts vom Nieren-
fleck am Vorderrand der Zelle
ein kleiner, runder, schwärz-
licher Fleck. Außerhalb de&
Nierenfleckes meist eine un-
deutliche schwärzliche Bogen-
linie und jenseits derselben eine kaum angedeutete hellere Quer-
binde. Adern vor dem Saum häufig weiß und schwarz gefleckt.
Unterseite dunkel graubraun mit undeutlichem Discocellularfleck im
Hinterflügel. Flügelspannung 25 — 33 mm. August, ganz Deutschland.
Ei kugelig, dunkelbraun, einzeln an Rohrstengeln abgelegt.
Raupe: Kopf, Nacken- und Afterschild schwarzbraun. Körper
schmutzig weiß oder gelblich, mit 2 dorsalen Längsreihen kleiner,
Fig. 187. Nonagria geminipuncta
Hatch. Vergr. IV2.
Lepidoptera, Schmetterlinge. 109
borstentragender, schwarzer Warzenpunkte, je 4 auf jedem Segment
und ebensolchen seitlich über den schwarzen Stigmen. Länge bis
50 mm. Herbst— Juni in den Stengeln des Rohrs (Phragmites
communis Trin.), in Pflanzen auf trockenem Boden, frißt die
inneren, noch unausgebildeten Blätter. Legt vor der Verpuppung
unter und über sich aus zernagten Rohrteilen eine schräge Scheide-
wand an. Die Ausflugsöffnung bleibt durch die dünne Epidermis
nach außen geschlossen.
Puppe aufrecht im Stengel, gestreckt, walzig, hellbraun, mit
langem Kopffortsatz. Puppenruhe 6 bis 7 Wochen.
Non. gem. ab. nigricans Stgr.
Leib und Flügel schwärzlichbraun, der Nierenfleck ganz ver-
loschen.
Nonagria cannae Ochsh. (Fig. 188).
Fühler hellbraun, oben weiß. Kopf, Thorax und Flügelober-
seite beim ^ rötlichbraun, beim $ hellgelblich graubraun. Hinter-
leib bei beiden Geschlechtern etwas heller als der Thorax. Vorder-
flügel breit,
Fig. 1S8. Nonagria cannae Ochsb. Vergr. V-j».
einfarbig graubraun, nur auf der Mitte am Zellenende eine meist
ganz diffuse, oft kaum merkliche Gruppe schwarzer Schuppen.
Hinter der Mitte auf den Adern eine Querreihe schwarzer Punkte.
Saumteil meist etwas dunkler, Saumlinie schwarz, Saumschuppen
wie die Flügelgrundfarbe. Hinterflügel etwas dunkler als die Vorder-
flügel, einfarbig oder mit ganz schwach angedeuteter dunkler Bogen-
linie. Unterseite beim cf rötlichbraun, beim ^ heller oder dunkler
graubraun, ohne Zeichnung. Flügelspannung 32 (J) — 42(5) ™"^-
August — September. Ganz Deutschland, selten.
Raupe: Kopf gelblichbraun, Nacken- und Afterschild grünlich-
weiß oder gelblich. Körper dünn und schlank, schmutzig gelbgrün
mit feinen schwarzen Warzenpunkten und schwarz gerandeten
Stigmen. Länge bis 60 mm. Herbst — Juli im Stengel des Rohr-
kolbens (Typha) und Igelkolbens (Sparganium), auch in Simsen
(Scirpus), bevorzugt Pflanzen mit dünnem Stengel. Verpuppung
in der frischen oder vorjährigen Pflanze.
Puppe aufrecht im Stengel, unmittelbar unter der Ausflugs-
öffnung, rotbraun mit hellerer Unterseite, walzig, mit vorgestrecktem
kegelförmigen Kopffortsatz. Vorletztes Segment mit einem stumpfen
Höcker, Hinterende mit mehreren kleinen Spitzen.
110
K. Grünberg,
Nonagria neiirica Hb.
Fühler hellbraun, oben weißlich, Halskragen weiß gesäumt.
Kopf, Thorax und Hinterleib graubraun, Hinterleib etwas heller.
Vorderflügel breit, Oberseite gelblich graubraun, rohrfarben mit
undeutlicher schwärzlicher, in einzelne Flecke aufgelöster Mittel-
längsstrieme, in welche auf der hinteren Mittelader einige weiße
Flecke eingestreut sind. Hinter der Mitte eine bogenförmige Querreihe
schwarzer Aderpunkte. Außenrand mit strichförmigen schwärzlichen
Saumflecken zwischen den Adern, Saumschuppen von der Flügel -
grundfarbe. Hinterflügel etwas heller als die Vorderflügel, mit
hellgrauer Basis und undeutlichen dunklen Saumflecken. Unter-
seite hell gelblich graubraun, ohne Zeichnung, nur mit undeutlicher
Bogenlinie. Flügelspannung 30 mm. Juli — August, Nord- und
Westdeutschland, in Rohrbeständen, selten.
Raupe: Kopf dunkelbraun, Nacken- und Afterschild gelbbraun
mit dunkelbrauner Punktierung. Körper schmutzig weißlich bis grau
mit 3 undeutlichen, dorsalen, hellgrauen Längslinien und 2 dorsalen
Reihen sehr feiner, schwarzer, borstentragender Warzenpunkte, je
4 auf jedem Segment und schwarzen Stigmen. Länge bis 40 mm.
Herbst — Mai oder Anfang Juni in Rohrstengeln (Phragmites),
erwachsen nur in den frischen Sprossen. Verpuppung im unteren
Teil des Stengels oder in vorjährigen Stengeln.
Puppe mit dem Kopf abwärts über der Ausflugsöffnung, walzig,
hellbraun, mit kielförmigem Kopffortsatz und zahlreichen, haken-
förmig gekrümmten Borsten am Hinterende. Puppenruhe 6 bis
7 Wochen.
Nonagria dissoluta Tr. var. arnndineta Schmidt (Fig. 189).
Ähnlich N. neurica. Körper robuster, Halskragen einfarbig,
Vorderflügel schlanker, Oberseite dunkler, graubraun mit rötlichem
oder gelblichem Anflug, die schwärzliche Längsstrieme stärker, die
weißen Flecke schärfer,
Nierenfleck meist deutlich
sichtbar. Hinter der ge-
bogenen Punktreihe auf den
Adern zuweilen kleine weiße
Fleckchen. Unterseite in
beiden Flügelpaaren mit
deutlichem dunklen Disco-
cellularfleck. Die Saum-
punkte ziemlich scharf.
Flügelspannung 30 — 35 mm.
August — September, in
dichten Rohrbeständen, sehr
selten. (Hauptform in Deutschland ausgestorben.)
Raupe: Kopf dunkelbraun, Nacken- und Afterschild graubraun
mit je 4 größeren und mehreren kleineren braunen Wärzchen.
Körper schmutzig weiß mit hell rötlichem Rücken. 2. und 3. Seg-
ment mit je einer Querreihe feiner schwarzer Warzenpunkte, auf
den folgenden Segmenten je 4 gleiche Warzenpunkte, je 3 um die
weißen, schwarz gesäumten Stigmen und einige sehr feine auf der
Außenseite der Afterfüsse. Länge bis 40 mm. Herbst — Juni, in
Fig. 189. Nonagria dissoluta Tr, var. arun-
dtneta Schmidt. Vergr. IVg.
Lepidoptera, Schmetterlinge. Hl
Rohrslengeln (Phragmites). Verpuppung im unteren Teil des
Stengels.
Puppe gestreckt, walzig, hellbraun. Verhalten wie bei neurica.
Nonagria typhae Thunb. (P"ig. 190).
Fühler hell- bis dunkelbraun. Kopf, Thorax und Beine dunkel
rötlichbraun oder mehr grau, Hinterleib hell gelblich graubraun.
Vorderflügel schlank mit abgeschrägtem Außenrand und ziemlich
scharfer Spitze, Oberseite dunkel graubraun mit leichtem rötlichen
Anflug, die Adern, besonders hinter der Flügelmitte, weiß, begleitet
von unbestimmten schwärzlichen Schuppenstreifen. Am Vorderrand
hinter der Mitte 4 weiße Punkte. Hinter der Flügelmitte eine
schräge Querreihe schwarzer Punkte auf den Adern, weiter saum-
wärts eine Parallelreihe keilförmiger schwarzer Zwischenflecke. Längs
des Saumes kleine halbkreisförmige schwarze Zwischenflecke. Saum-
schuppen von der Flügelgrundfarbe, innen eine dunkle Saumlinie
bildend. Hinterflügel hell gelblich graubraun mit dunkel graubraunem
Außenrand und schwärzlicher Saumlinie. Saumschuppen hell. Unter-
seite der Vorderflügel dunkel graubraun mit unscharfem Discocellu-
larfleck, an der Spitze und am Außenrand weißlichgrau, Adern
Fig. 190. Nonagria typhae Thunb. Vergr. l^jo,.
hinter der Mitte weißlich. Hinterflügel hell, nur am Vorder- und
Außenrand dunkler, mit scharfem schwärzlichen Discocellularfleck ;
beide Flügel mit halbkreisförmigen schwärzlichen Saumflecken und
hellen Saumschuppen. Flügelspannung 43 — 53 mm. August — Sep-
tember, stellenweise häufig.
Raupe: Kopf, Nacken- und Afterschild dunkelbraun. Körper
glänzend, schmutzig fleischfarben mit 3 dorsalen hellen Längs-
streifen und schwarzen Stigmen. Unterseite schmutzig weiß. Länge
bis 70 mm. Herbst — Anfang August im Stengel des breitblättrigen
Rohrkolbens (Typha latif olia L.), vorzugsweise in Pflanzen, die
im Wasser stehen.
Puppe mit dem Kopf abwärts über der Ausflugsöffnung, lang-
gestreckt, walzig, hellbraun, mit kurzem stumpfen Kopffortsatz und
8 hakenförmig gekrümmten Borsten an dem abgerundeten Hinterende.
Nonagria typhae ab. fraterna Tr.
Oberseite der Vorderflügel einfarbig dunkel rotbraun oder
schwarzbraun mit sehr stark oder ganz reduzierter Zeichnung.
Raupe blaugrün mit gelblichem Kopf.
112 K. Grünberg,
Nonagria sparganii Esp. (Fig. 191).
Fühler hellbraun, oben weißlich. Kopf, Thorax und Beine
rötlich oder gelblichbraun, Hinterleib hell graubraun. Vorderflügel
schlank mit steilem Außenrand und ziemlich scharfer Spitze, Ober-
seite beim c? rötlich gelbbraun, beim ^ mehr graubraun mit zer-
streuten schwärzlichen Schuppen, die längs der vorderen und hinteren
Mittelader und der von ihnen ausgehenden Adern sich oft stärker
anhäufen, so daß diese Partien schwärzlich erscheinen und in der
Zelle und über der Ader 2 eine breite hellere Längsstrieme bleibt.
Beim ^ ^^ der Wurzel der Adern 3 — 5 ein ziemlich scharfer
schwarzer Fleck. Hinter der Mitte eine stark einwärts gebogene,
oft recht undeutliche Querreihe schwarzer Punkte auf den Adern,
am Saum eine Reihe schwarzer Zwischenflecke. Saumschuppen wie
die Flügelgrundfarbe. Hinterflügel etwas heller als die Vorder-
flügel, ohne Zeichnung, mit unscharfen, dunklen Saumfleckchen.
Unterseite in der Grundfärbung wie die Oberseite, Vorderflugel auf
Fig. 191. Nonagria sparganii Esp. Vergr. I2/3.
der Mitte mehr oder weniger ausgedehnt schwärzlich, Innenrand
des Hinterflügels blaß bräunlichgelb. Beide Flügel mit schwärz-
lichen Saumpunkten. Flügelspannung 35((J) — 45(5) °^"^' Mitte Juli
— September, Norddeutschland, stellenweise häufig.
Raupe: Kopf gelblichbraun, Nacken- und Afterschild glänzend
grün. Körper glänzend lichtgrün mit 4 dorsalen dunkleren Längs-
linien und schwarzbraunen Stigmen, Länge bis 60 mm. Herbst —
Juli, im breitblättrigen Rohrkolben (Typha latifolia L.), auch
in Igelkolben (Sparganium) und Rohr (Phragmites), bevorzugt
Pflanzen, die nicht unmittelbar im Wasser stehen. Verwandlung
in einer oben und unten zugesponnenen Höhlung.
Puppe aufrecht im Stengel unter der Ausflugsöffnung, rot-
braun, schlank, walzig mit kurzem Kopffortsatz.
CoeDobia Steph.
Verwandt mit Nonagria, aber wesentlich kleiner, mit schlankem
zarten Körper. Augen nackt. Stirnplatte vorn zugespitzt. Fühler
kurz und gleichmäßig gewimpert. Taster nicht aufgebogen, etwas
hängend. Beine anliegend beschuppt. Geäder wie bei Nonagria.
Eine deutsche Art.
Lepidoptera, Schmetterlinge.
113
Coenobia rufa Hew.
Fühler gelblichbraun. Kopf und Thorax hell graubraun, Hinter-
leib lang und schlank, hell gelblichgrün, glänzend. Vorderflügel
ziemlich schlank mit gerundeter Spitze, Oberseite glänzend grau-
braun, heller oder dunkler, mit rötlichem, leicht kupferfarbigem An-
flug; hinter der Mitte eine schräge Querreihe feiner schwärzlicher
Punkte auf den Adern, die Adern von den Punkten bis zum Saum
etwas dunkler als der Flügelgrund. Hinterflügel hell gelblichgrau,
glänzend, am Außenrand etwas dunkler mit schwärzlicher Saum-
linie. Unterseite graubraun mit schmaler schwärzlicher Saumlinie,
Hinterflügel an der Basis heller, mit unscharfem dunklen Disco-
cellularfleck. Flügelspannung 21 — 23 mm. Norddeutschland, Pom-
mern, Sachsen, fliegt im Juli zwischen Rohr. Selten.
Raupe: sehr ähnlich der von Nonagria dissoluta var. arundi-
neta, aber bedeutend kleiner. Kopf, Nacken und Afterschild
glänzend braun. Körper weißlich mit zart rötlichem Rücken und
2 Reihen sehr feiner dorsaler schwarzer Warzenpunkte, je 4 auf
jedem Segment und einer feinen schwärzlichen Seitenlinie, Herbst
— Juni, in den Stengeln von Binsen (Jun-
cus lampocarpus Ehrh.).
Puppe aufrecht im Stengel, lang-
gestreckt, hellbraun, mit kurzem Kopf-
fortsatz und 2 Borsten am Hinterende.
Calaraia Hb. (Fig. 192.)
Augen nackt. Stirn ohne Fortsatz,
mit dichter abstehender Behaarung.
Fühler des c^ bei lutosa lang und pinsel-
artig, bei phragmitidis kurz und gleich-
mäßig gewimpert. Taster aufgebogen, bis
zur Stirn reichend, mit kurz zylindri-
schem Endglied. Thorax glatt behaart
mit ziemlich undeutlichem vorderen Haar-
schopf. Spitze der Vorderflügel etwas vorgezogen, ziemlich scharf.
Raupen lang, walzig, mit großem kugeligen Kopf und feinen,
dunklen, borstentragenden Wärzchen, in Rohr. Puppen mit haken-
förmigen Borsten an dem abgerundeten Hinterende.
2 deutsche Arten.
Fig. 192. Calamia phrag-
mitidis Hb. Geäder.
Artenübersicht.
Imagines.
Vorderflügel lang und schmal, hellbraun oder rötlich graubraun mit
einer Querreihe schwarzer Punkte, größere Art von 45—50 mm
Spannweite. C. lutosa.
Vorderflügel kurz und breit, hell oder dunkler graubraun ohne
Zeichnung, kleinere Art von 30 — 35 mm. Spannweite.
C. phragmitidis.
Raupen.
Fleischfarben mit braunem Kopf, in Rohrwurzeln. C. lutosa.
Weißlich mit schwarzem Kopf, in Rohrstengeln. C. phragmitidis.
Süßwasserfauna von Deutschland. Heft 8. 8
114 . K. Grünberg,
Calainia Intosa Hb.
Fühler hellbraun oder grau. Kopf und Thorax hellbraun, röt-
lich graubraun oder hell bräunlichgrau, Hinterleib ähnlich, aber
immer etwas heller. Vorderflügel lang und schmal, Oberseite stets
von der Farbe des Thorax, mit gleichfarbigen Saumschuppen, zer-
streuten schwarzen Schuppen und schmaler heller Saumlinie; hinter
der Mitte eine stark gebogene Querreihe schwarzer Aderpunkte,
welche sich bei hellgefärbten Stücken auf den Hinterflügel fort-
setzen kann. Hinterflügel heller als der Vorderflügel, gelblich
graubraun oder grau. Unterseite gefärbt wie die Oberseite, mit
undeutlichen schwärzlichen Saumpunkten zwischen den Adern, heller
Saumlinie und zerstreuten schwärzlichen Schuppen, die gewöhnlich
auf der Mitte der Vorderflügel stärker angehäuft sind und hier
einen deutlichen Discocellularfleck bilden. Flügelspannung 45 bis
50 mm. August — Oktober in Rohrbeständen oder auch entfernt
von solchen, am Rand von Gehölzen; selten.
Eier klein, kugelig, weißlichgelb, in Gelegen von 5 — 30 Stück
unter den umgeschlagenen Rändern der Teichrohrblätter, mit einer
gelatineartigen Schicht überzogen.
Raupe: Kopf braun, Nacken und Afterschild bräunlichgelb,
durch eine helle Mittellinie geteilt. Körper bräunlich fleischfarben
mit 4 sehr feinen schwarzen Warzenpunkten auf jedem Segment
und einer schwärzlichen, an den Einschnitten unterbrochenen dor-
salen Mittellängsstrieme auf den Hinterleibssegmenten, die auf jedem
Segment von einer gleichfarbigen Querlinie gekreuzt wird. Stigmen
weiß mit schwarzer Umrandung. Länge bis 60 mm. April— Juli
in den Wurzeln des Rohres (Phragmites) in außerhalb des Wassers
stehenden Pflanzen, oft bis über 1 m tief in der Erde, bringt die
befallenen Pflanzen zum Absterben. Verpuppung in der Erde
dicht unter der Oberfläche oder in herumliegenden Rohrstücken in
einem leichten Gespinst oder ohne solches.
Puppe gelbbraun, am stumpfen Hinterende mit 2 längeren
und zwei kürzeren hakenartig gekrümmten Borsten.
Calamia phragmitidis Hb.
Fühler und Taster gelblichbraun. Kopf und Thorax weißlich
graugelb. Hinterleib und Beine etwas dunkler, graubraun. Vorder-
flügel kurz und breit, mit abgeschrägtem Außenrand, Oberseite ganz
hell bis dunkel graubraun, am Außenrand stets am dunkelsten,
Saumschuppen braun oder rotbraun; ganz ohne Zeichnung, an der
Basis zuweilen mit grünlichem Anflug oder die Adern schwach
weißlich. Hinterflügel wie die Vorderflügel, mit helleren Saum-
schuppen. Unterseite wie oben, mit schmaler dunkler Saumlinie,
Vorderflügel auf der Mitte dunkler. Flügelspannung 30—35 mm.
Juli, zerstreut und selten.
Raupe: Kopf und Afterschild glänzend schwarz, Nackenschild
braun mit breiten schwarzen Seitenrändern. Körper schmutzig
weiß mit einem großen, unbestimmten, braunvioletten seitlichen
Fleck auf jedem Segment, mit schwärzlicher, an den Einschnitten
unterbrochener dorsaler Mittellängsstrieme und 4 feinen schwarzen
Warzenpunkten auf jedem Segment. Stigmen schwarz. Länge bis
40 mm. Mai an sumpfigen Stellen in den jungen Stengeln des
Rohrs (Phragmites), zunächst in der Wurzel unter der Wasser-
Lepidoptera, Schmetterlinge. 115
Oberfläche, zuweilen mehrere Fuß tief im Wasser, später oben im
Stengel, ist sehr gefräßig und wächst sehr schnell. Die befallenen
Pflanzen kenntlich an ihren verwelkten Spitzen und an einer
Öffnung in dem bewohnten Internodium. Verpuppung an der Erd-
oberfläche oder in Rohrstoppeln.
Puppenruhe 4 Wochen. Ausschlüpfen nur in den späten Abend-
stunden oder nachts.
k Tapinostola Led.
Kleine Arten mit schlankem zarten Körper und langen Vorder-
flügeln, den Nonagrien ähnlich. Augen nackt. Stirn ohne Fort-
satz, abstehend behaart. Fühler beim (^ kurz und dicht gewimpert.
Taster vorgestreckt, ganz schwach aufgebogen, unten lang abstehend
behaart, mit zylindrischem Endglied. Vorderflügel mit geradem
Vorderrand und scharfer, spitzwinkliger Spitze. Geäder wie bei
Calamia. Schenkel und Schienen mit langen äußeren Haarfahnen.
Raupen spindelförmig, an den Wurzeln von Gräsern.
6 deutsche Arten, davon 2 am Wasser.
Artenübersicht.
Imagines.
Vorderflügel ohne Zeichnung, Unterseite gelblich. T. Hellmanni.
Vorderflügel mit einer Querreihe schwarzer Punkte, Unterseite
rötlich. T. fulva.
Raupen.
Gelblichweiß mit rötlichem Rücken, in Schilf, Verpuppung in der
Erde. T. Hellmanni.
Gelblichweiß mit 2 rötlichen Rücken streifen, in Glyceria und
Carex, Verpuppung in der Futterpflanze. T. fulva.
Tapinostola Hellmanni Eversm.
Fühler hellbraun, oben weißlich. Kopf, Thorax und Hinterleib
hell graubraun oder der Hinterleib etwas heller, mehr gelblichgrau.
Oberseite der Vorderflügel hell graubraun mit rötlichem Anflug
oder durch schwärzliche Schuppen schmutzig braun erscheinend,
ohne Zeichnung, mit gleichfarbigen Saumschuppen und schmaler
dunkler Saumlinie. Hinterflügel etwas heller. Unterseite grau-
braun oder mehr gelblich, ungezeichnet oder mit ganz undeutlicher
mittlerer Bogenlinie. Flügelspannung 25 mm. Juli — August, Nord-
deutschland, selten.
Ei kugelig, glänzend weiß.
Raupe: Kopf glänzend hellbraun, vorn mit einem seitlichen
schwarzen Fleckchen; Nacken- und Afterschild bräunlichgelb, weniger
glänzend. Körper schmutzig gelblichweiß mit schwach rötlichem
Rücken und hellerer Unterseite, Stigmen schwarz. Länge bis 30 mm.
August — Ende Juni an sumpfigen Stellen in Schilf (Calama-
grostis epigeios Roth) im unteren Teil des Stengels, von außen
bemerkbar durch das gelbe Herzblatt. Verpuppung in der Erde
in einem leichten Gespinst.
Puppe blaßgelblich. Puppenruhe 3 — 4 Wochen.
116 K. Griinberg,
T. Hellm. ab. satnrata Stgr.
Oberseite der Vorderflügel ganz dunkelbraun.
Tapinostola fnlva Hb.
Fühler hellbraun. Kopf und Thorax hell rötlich graubraun,
Hinterleib heller, mehr graugelb. Oberseite der Vorderflügel gelb-
lichrot oder hell rötlich graubraun mit gleichfarbigen Saumschuppen
und einer meist sehr undeutlichen schrägen Querreihe feiner
schwarzer Aderpunkte hinter der Mitte. Hinterflügel hell grau-
braun. Unterseite in beiden Flügelpaaren hell rötlich graubraun,
auf der Mitte der Vorderflügel dunkler. Flügelspannung 25 mm.
August — September, Norddeutschland.
Raupe kurz, in der Mitte am breitesten, hart und steif. Kopf
braun, mit hellen Fleckchen und weißer Gabelzeichnung. Nacken-
schild gelb mit braunem Vorderrand und einer mittleren und 2
seitlichen Vertiefungen. Afterschild glänzend gelb oder braun, hinten
in 2 braune oder schwarze Zähnchen auslaufend. Körper schmutzig
gelblichweiß mit 2 unscharfen, verschwommenen rötlichen Rücken-
streifen und 4 sehr feinen schwärzlichen, borstentragenden Wai-zen-
punkten auf jedem Segment, zwischen denselben einzelne Gruppen
von sehr kurzen parallelen Längsstreifen. Stigmen schwarz, in einer
unterbrochenen schwärzlichen Linie. Länge bis 30 mm. Herbst —
Juni. In Surapfgräsern [Wasserschwaden (Glyceria aquatica
Wahlenb.), Sumpfsegge (Carex acutiformis Ehrh.)] dicht über
der Wurzel, Verpuppung im oberen Teil des Stengels nahe bei den
abgestorbenen Herzblättern zwischen lose zusammengesponnenen
zernagten Pflanzenteilen.
Puppe gelbrot, mit vorragendem Kopf, Hinterende abgerundet,
mit Dornen.
T. fiilv. ab concolor Tutt.
Einfarbig hell gelblichgrau. Norddeutschland.
Senta Steph. (Fig. 193).
Augen nackt. Stirn gewölbt, mit glatter anliegender Beschup-
pung. Fühler sehr kurz und gleichmäßig dicht gewimpert. Taster
sanft aufgebogen, bis zur Stirn reichend,
mit anliegender Beschuppung und ziem-
lich langem Endglied. Thorax glatt be-
haart, mit schwachem vorderen Haar-
schopf. Vorderflügel langgestreckt, mit
gleichmäßig gebogenem Vorder- und Hin-
terrand und scharfer rechtwinkliger Spitze.
Ader 3 und 4 im Hinterflügel aus dem
unteren 'Zellenende, 6 und 7 kurz gestielt
Raupen schlank, dorsoventral etwas
abgeplattet, dünn und zerstreut behaart,
FigAdS.Sen^a^arih-maTausch.^^^ feinen Wärzchou. In Toichrohr.
Geäder. Eine deutsche Art.
Senta maritima Tausch.
Fühler hellbraun, oben weißlich. Kopf, Thorax und Beine
graubraun, Hinterleib heller, gelblichgrau, schlank. Vorderflügel
I
Lepidoptera, Schmetterlinge. 117
schlank, mit scharfer Spitze, Außenrand zunächst senkrecht, an der
Ader 3 nach innen umbiegend; Oberseite graubraun, zwischen den
beiden Mitteladern und am Außenrand mehr gelblichbraun. Ring-
und Nierenfleck durch einige weiße Fleckchen, welche einen un-
vollkommenen Ring bilden, angedeutet. Hinter der Mitte eine
schräge Querreihe feiner schwarzer Punkte auf den Adern, Außen-
rand mit schwarzen Saumpunkten. Saumschuppen graubraun. Hinter-
flügel weißgrau mit feiner dunkler Saumlinie. Unterseite der Vorder-
flügel hell oder dunkler graubraun, der Hinterflügel weißlich mit
dunklerem Vorder- und Außenrand, in beiden Flügelpaaren mit
scharfem schwärzlichen Discocellularfleck und dunkler Bogenlinie,
welche sich im Hinterflügel in schwärzliche Punkte auflöst, sowie
dunklen Saumpunkten. Flügelspannung 30—35 mm. Juni — Juli,
zwischen Rohr. Stark variabel.
Raupe: Kopf oben etwas eingeschnitten, glänzend schwarz-
braun, Nackenschild kurz, halbkreisförmig, glänzend braun. Körper
graugelblich mit rötlichem oder bläulichem Anflug. Auf dem Rücken
eine feine weißliche, an den Einschnitten unterbrochene Mittel-
längslinie, begleitet von 2 feinen weißlichen Nebenlinien, auf der
Seite ein feiner weißlicher, darunter ein schwärzlicher Seitenstreif.
Körper bedeckt mit zerstreuten, feinen, schwarzen Warzenpunkten
und feinen hellen Härchen. Stigmen schwarz. Länge bis 40 mm.
Spätsommer — Mai in Rohr (Phragmites), tagsüber in Rohr-
stoppeln verborgen, führt eine nächtliche Lebensweise und lebt
räuberisch von anderen im Rohr vorkommenden Insekten, selbst
von Raupen und Puppen. Verpuppung in zugesponnenen Rohr-
stoppeln in einem leichten Gespinst.
Puppe schlank und dünn, hellbraun mit gelblicher Unterseite,
Hinterende stumpf mit 2 längeren und 4 kürzeren Borsten.
S. mar. ab. bipunctata Hew. (Fig. 194).
Im Vorderflügel an Stelle des Ring- und Nierenfleckes 2 scharfe,
runde, schwarze Flecke, welche auch auf der Unterseite sichtbar
Fig. 194. Senta maritima Tausch, ab. bipunctata Hew. Vergr. P/s-
sind; an der Basis ein kurzer, schwacher Längsstrich, hinter der
* Punktreihe ein schwarzer Wisch. Saumpunkte scharf, schwarz.
Discocellularfleck im Hinterflügel auch auf der Oberseite.
I
118
K. Grünberg,
S. mar. ab. wismariensis Schmidt.
Vorderflügel mit schwarzer, außen verbreiterter Mittellängs-
strieme, in der die beiden schwarzen, schmal weiß umrandeten
Flecke liegen.
S. mar. ab. nigricostata Stgr.
Vorderflügel mit breitem schwarzen Vorderrand. Pommern.
S, mar. ab. nigrostriata Stgr.
Vorderflügel mit zahlreichen, schmalen, schwarzen Längsstrichen.
Meliana Curt.
Verwandt mit Senta. Augen behaart. Endglied der Taster
sehr kurz, stummeiförmig. Thorax ohne Haarschopf. Hinterleib
beim (^ mit breitem Afterbüschel, beim 5 spitz. Vorderflügel mit
scharfer vorgezogener Spitze und abgeschrägtem Außenrand. Ge-
äder wie bei Senta.
. Raupe gestreckt, walzig, an Vorder- und Hinterende etwas
verjüngt, in Rohr. Puppe schlank, walzig, mit 4 Dornen am ab-
gerundeten Hinterende.
Nur eine Art.
Meliana flammea Curt (Fig. 195).
Fühler hellbraun. Kopf, Thorax und Beine rötlich graubraun,
Hinterleib heller, grau. Oberseite der Vorderflügel von der Farbe
des Thorax, einfarbig, auf der Mitte etwas dunkler, hinter der
Mitte mit einer dem Außenrand parallelen Querreihe feiner schwarzer
Punkte auf den Adern und mit schwarzen Saumpunkten; die beiden
Punktreihen zuweilen ganz verloschen. Adern längs des Vorder-
randes und hinter der Punktreihe weißlich. Saumschuppen wie die
Flügelgrundfärbung. Hinterflügel hell graubraun mit etwas helleren
Saumschuppen. Unterseite in beiden Flügeln wie die Grundfärbung
der Oberseite, ohne Zeichnung, nur mit kleinen schwärzlichen
Saumpunkten. Flügelspannung 35 mm. Mitte Mai — Anfang Juni,
in Rohrbeständen, selten, cf fliegt nur an warmen dunklen Abenden.
Fig. 195. Meliana flammea Curt. Vergr. 1^/^.
Raupe: Kopf bräunlichgelb, Nacken- und Afterschild hell-
braun. Körper gelblich mit zerstreuten feinen schwarzen Warzen-
punkten und 3 weißlichen Rückenlinien, die mittlere undeutlich
und dunkel gesäumt, die seitlichen an den Einschnitten unter-
brochen. Stigmen schwarz umrandet, in einer hellen Seitenstrieme.
Lepidoptera, Schmetterlinge. 119
Länge bis 40 mm. Sommer — Herbst in Rohr (Phragmites).
Verpuppung im September oder Oktober zwischen 2 dünnen ge-
sponnenen Scheidewänden.
Puppe schwarzbraun, im Winter in Rohrstoppeln.
Leucania Ochsh. (Fig. 196).
Augen behaart. Fühler borstenförmig, beim (j" mit gleich-
mäßiger sehr kurzer Wimperung und jederseits einer kurzen feinen
Borste am Ende jedes Gliedes. Tas-
ter wie bei Meliana. Rüssel kräftig.
Thorax mit glatter anliegender Be-
haarung, bei manchen Arten hinter
dem Halskragen mit einem kleinen
aufgerichteten Haarschopf. Hinter-
leib schmal kegelförmig, beim cj* ab-
gestumpft, beim ^ spitz. Vorderflügel
gegen die Spitze verbreitert, Spitze
rechtwinklig oder nur wenig vorge-
zogen, Saum ganzrandig. Saum der
Hinterflügel an der Ader 5 etwas
eingebuchtet; Ader 3 und 4 aus dem
unteren, 6 und 7 aus dem oberen ^'^- ^'^^' ^'^'^^i^- «eäder.
Zellenende.
Raupen spindelförmig mit kleinem Kopf, nackt, schmutzig gelb
oder weißlich mit helleren und dunkleren Längsstreifen und
schwarzen Warzenpunkten. Tagsüber versteckt, die am Wasser
lebenden Arten gern in Rohrstückchen und Rohrstoppeln verborgen,
an Rohr, Schilf und Sumpfgräsern.
Puppen schlank, mit Borsten oder Dornen am Hinterende.
Zahlreiche deutsche Arten, davon 6 am Wasser oder auf Sumpfboden.
Artenübersicht.
Imagines.
1. Vorderflügel mit schwarzem Wurzelstrich und schwarzen
Längsstrichen zwischen den Adern hinter der Mitte. 2.
Vorderflügel ohne scharfe schwarze Striche. 3.
2. Vorderflügel mit scharfem, _i -förmigem weißen Fleck auf der
Mitte, Wurzelstrich kurz. L. 1 album.
Vorderflügel ohne solchen Fleck, Wurzelstrich lang.
L. comma.
3. Vorderflügel mit einzelnen schwarzen Punkten oder einer
Punktreihe. 4.
Vorderflügel ohne schwarze Punkte, auf der ganzen Fläche
zwischen den Adern mit zerstreuten schwarzen Schuppen
bedeckt. L. Impudens.
4. Vorderflügel mit 3 einzelnen schwarzen Punkten am unteren
Zellenende und auf der Mitte der Ader 2 und 5. 5.
Vorderflügel mit einer schrägen Bogenreihe schwarzer Punkte.
L. obsoleta.
5. Unterseite bräunlich, Discocellularflecke undeutlich.
L. impura.
Unterseite weiß, Discocellularflecke scharf, schwarz.
L. straminea.
120 K. Grünberg,
Raupen.
1. Auf der Rückenmitte mit einer oder mehreren dunklen Längs-
striemen, mit weißlichen Längslinien oder ohne solche. 2.
Rückenmitte hell, mit 3 weißlichen Längslinien, die seitlichen
außen von einer schwärzlichen Linie begleitet, an Rohr
und Seggen. L. impudens.
2. Nur eine mittlere dunkle Längsstrieme. 3.
3 schwarze Längsstriemen, die mittlere durch eine weiße
Längslinie geteilt. 5.
3. Mit einer oder mehreren weißlichen dorsalen Längslinien. 4.
Hellgrau mit dunkler Rückenstrieme, ohne helle Längslinien,
an Rohr. L. obsoleta.
4. Mit einer weißlichen Mittellängslinie in der dunklen Rücken-
strieme, an Rohr und Seggen. L. impura.
Mit 5 weißlichen Längslinien, die mittlere in der dunklen
Strieme, an Rohr. L. straminea.
5. Kotlichbraun mit braunem Kopf, an Gräsern. L. comma.
Hell gelblichbraun mit grünlichgrauem Kopf, an Gräsern.
L. 1 album.
Leucania 1 album (L.) (P'ig. 197.;
Fühler schwärzlich graubraun. Körper hell graubraun, Hals-
kragen mit 2 schwärzlichen Querbinden, Schulterdecken mit ein-
zelnen schwarzen Schuppen. Vorderflügel oberseits gelblichgrau
mit dunkel graubraunen, von der Wurzel bis zur Spitze reichenden,
auf der Mitte verbreiterten Mittellängsschatten und ebenso gefärbtem
Saum. Nahe der Wurzel am Hinterrand des Mittelschattens ein
schwarzer Längsstrich. Zwischen den Adern 2 und 3 längs der hinteren
Mittelader ein scharfer weißer Strich, welcher am Zellenende recht-
winklig nach oben umbiegt und so die Form eines -i annimmt.
Adern hinter der Flügelmitte weiß, besonders deutlich 3 und 4. Außen-
rand mit heller Saumlinie und schwarzen Saumpunkten zwischen
den Adern. Hinterflügel von der Grundfarbe der Vorderflügel, an
der Wurzel heller, Saum und Adern dunkel graubraun. Unterseite
der Vorderflügel glänzend gelblichgrün mit schwarzen Saumpunkten
und schwach angedeuteter, am Vorderrand mit einem schärferen
schwärzlichen Fleck beginnender Bogenlinie. Hinterflügel glänzend
hellgrau mit zerstreuten dunkelbraunen Adern am Vorderrand und
Saum und schwarzen Saumpunkten. An der Stelle der Bogenlinie
undeutliche schwärzliche Punkte auf den Adern. Flügelspannung
35 mm. Mai— Juni und Ende August— Oktober, nicht selten.
Lepidoptera, Schmetterlinge. 121
Raupe (Fig. 178): Kopf glänzend grünlichgrau. Körper hell
gelblichbraun mit 3 dorsalen schwärzlichen Längsstriemen, die
mittlere durch eine weißliche Linie geteilt, die seitlichen oben hell
gesäumt; zwischen den Längsstriemen jederseits eine Reihe schwarzer,
einzeln auf den Segmenten stehender Warzenpunkte. Über den
schwarzen Stigmen 2 schwärzlichgraue Seitenstreifen, unter den-
selben auf jedem Segment einige schwarze Punkte. Länge bis
40 mm. Auf nassen Wiesen an Gräsern. 2 Generationen, Herbst —
Frühjahr und Juni— Juli. Verpuppung in einem leichten, mit Erde
und Pflanzenteilen verwebten Gespinst.
Puppe kurz und dick, hellbraun mit hellen Einschnitten.
Leiicania comma (L.).
Fühler bräunlich, oben hellgrau. Körper hell graubraun, Kopf
meist etwas dunkler, Halskragen mit schwärzlicher Querbinde. Unter-
seite des Hinterleibs rötlichbraun. Oberseite der Vorderflügel hell
graubraun mit dunkleren Längsschatten zwischen den Adern. Vorder-
rand und Adern weißlich, besonders scharf die hintere Mittelader;
hinter derselben ein scharfer schwarzer Längsstrich von der Wurzel
bis zum Zellenende, ferner hinter der Mitte zwischen den Adern
mehr oder weniger deutliche schwarze Längsstriche. Vor dem
unteren Zellenende ein scharfer schwarzer Punkt. Außenrand und
Saumschuppen am dunkelsten, meist etwas rötlich; zwischen den
Adern schwarze Saumpunkte, die schwarzen Längsstreifen zuweilen
bis zu diesen verlängert. Hinterflügel heller oder dunkler grau-
braun mit heller W^urzel und hellen Saumschuppen. Unterseite
rötlich graubraun, heller oder dunkler, Hinterflügel am Innenrand
grau mit dunkleren Adern. Flügelspannung 35 — 40 mm. Ende
Mai — Juli und Ende August — Oktober.
Raupe: Kopf braun mit schwärzlichen Striemen; Nackenschild
schwarz mit 3 weißen Linien, von denen sich die mittlere als feine
Längslinie über den ganzen Rücken fortsetzt. Körper heller oder
dunkler rötlichbraun mit zerstreuten schwarzen Punkten, 3 dorsalen
schwarzen Ijängslinien, die mittlere durch i^ie weiße Mittellinie ge-
teilt. Seiten heller, Stigmen schwarz, in einer schwärzlichen Längs-
strieme. Unterseite gelblichgrau. Länge bis 50 mm. Auf nassen
AViesen an Gräsern, besonders Schwingelgras (Festuca). Ver-
puppung an der Erde in einem leichten, mit Erde und Graswurzeln
verwebten Gespinst. 2 Generationen.
Puppe wie bei Letic. l album.
Leiicania impudens Hb,
Fühler hellbraun, oben weißlich grau. Kopf und Thorax hell
graubraun mit rötlichem Anflug. Hinterleib oben heller, mehr
grau, Unterseite und Beine dunkler. Oberseite des Vorderflügels
hell rötlich graubraun mit weißlichen Adern und über die ganze
Fläche zwischen den Adern zerstreuten schwarzen Schuppen. Zwischen
den Adern ferner unbestimmte dunkle Längsstreifen, welche gegen
den Saum breiter und deutlicher werden. Hinterflügel dunkel
graubraun mit helleren, rötlichen Saumschuppen. Unterseite hell
rötlich, wie die Oberseite des Vorderflügels mit schwarzen Schuppen
bestreut; Vorderflügel auf der Mitte breit verdunkelt. Hinterflügel
122 K- Grünberg,
zuweilen mit undeutlichem Discocellularfleck. Flügelspannung
35 — 40 mm. Juni — Juli. Mehr in Süddeutschland, besonders in
den Alpen.
Raupe: Kopf gelbbraun mit schwärzlichen Punkten und 2
ebensolchen nach hinten divergierenden Striemen; Nackenschild
glänzend braun mit 3 weißlichen Linien. Köi-per gelblichweiß
mit 3 dorsalen weißen Längslinien, die mittlere zwischen 2 Reihen
zu je 1 Paar auf jedem Segment stehender schwarzer Warzenpunkte,
die äußeren auf der Innenseite von einer schwarzen Längslinie be-
gleitet. Seitlich 3 weitere feine weißliche Längslinien. Stigmen
schwarz, in einer grauen Längslinie. Länge bis 50 mm. Herbst
— Mai, an sumpfigen Stellen in Rohr (Phragmites) und Seggen
(Gar ex). Verpuppung an der Erdoberfläche.
Puppe hell rotbraun, schlank.
Leucania obsoleta Hb.
Fühler braun, oben hellgrau. Kopf und Thorax gelblich grau-
braun, Hinterleib etwas heller, mehr grau. Oberseite der Vorder-
flügel von der Farbe des Thorax, mit weißlichen Adern und gelb-
lichen feinen dunklen Längslinien wie bei L. imptira. Hinter der
Mitte eine vom Vorderrand zur Mitte des Hinterrandes ziehende
schräge Bogenreihe schwarzer Aderpunkte. Außenrand mit feinen
schwarzen Saumpunkten. Hinterflügel weißgrau mit ebensolchen
Saumschuppen, Adern und Außenrand dunkelbraun, am Saum
einige schwärzliche Punkte. Unterseite im Vorder- und Hinter-
flügel weißlichgrau, am Vorderrand mehr gelblich mit zerstreuten
schwärzlichen Schuppen, mit deutlichem dunklen Discocellularfleck
und schwarzen Saumpunkten; Vorderflügel auf der Mitte ver-
dunkelt. Flügelspannung 34 — 40 mm. Ende Mai — Juli.
Raupe: Kopf, Nacken- und Afterschild graubraun. Körper
in der Jugend grün, erwachsen hellgrau mit dunklerer Rücken-
längslinie. Stigmen schwarz. Länge bis 50 mm. Herbst — Anfang
Mai, an Teichen und sumpfigen Stellen, an Rohr (Phragmites),
tagsüber in Rohrstoppeln oder abgebrochenen hohlen Stücken.
Spinnt sich am unteren Ende von Rohrstengeln oder in Stoppeln
ein und überwintert daselbst von September bis Mai in einem
Gespinst. Verpuppung Anfang Mai.
Puppe braun mit 4 feinen Borsten und 2 Dornen am Hinterende.
Lencania impura Hb.
Fühler hellbraun, oben weißlich. Körper gelblich oder bräun-
lich grau, Kopf und Thorax etwas dunkler. Oberseite der Vorder-
flügel hell gelblichgrau mit weißlichen Adern und zahlreichen feinen,
helleren oder dunkleren braunen Längslinien. Vor dem unteren
Zellenende sowie auf der Mitte der Adern 2 und 5 je ein scharfer
schwarzer Punkt. Am Innenrand einzelne schwarze Schuppen,
Außenrand mit feinen schwarzen Saumpunkten. Hinterflügel gi-au-
braun mit hellerer Basis und weißlichen Saumschuppen. Unterseite
der Vorderflügel gelblichgrau, die Mitte schwärzlich und oft mit
deutlichem rötlichen Anflug, Außenrand mit schwarzen Saum-
punkten. Hinterflügel hellgrau, glänzend, mit zerstreuten schwärz-
lichen Schuppen am Vorder- und Außenrand und mit schwarzen
Lepidoptera, Schmetterlinge. 123
Saumpunkten; zuweilen die Discocellularader verdunkelt und die
Bogenlinie durch dunkle Flecke auf den Adern markiert. Flügel-
spannung 30 — 35 mm. Ende Mai — Juni und Juli — August.
Raupe: Kopf hellbraun mit schwärzlichen Längsstrichen und
dunkelbraunem Hinterrand. Körper schmutzig gelblich mit breiter
dunklerer Rückenstrieme; in derselben eine weißliche Mittellängs-
linie zwischen 2 Reihen schwarzer Warzenpunkte, je 4 auf jedem
Segment. Stigmen schwarz, in einer graubraunen Längsstrieme.
Länge bis 50 mm. Am Wasser, an Rohr (Phragmites) und
Seggen (Carex). Verpuppung in der Erde. 2 Generationen.
Puppe schlank, hell rotbraun mit 2 Dornen am Hinterende.
Leucania straminea Tr.
Fühler hellbraun, oben weißlichgrau. Körper hell gelblich grau-
braun, Hinterleib an der Basis weißlich. Halskragen mit 2 feinen
braunen Querbinden. Oberseite der Vorderflügel gelblichgrau ' mit
weißlichen Adern und zahlreichen hell graubraunen Längslinien,
hinter der hinteren Mittelader mit einem ebensolchen breiteren
Längsschatten. Vor dem unteren Zellenende sowie auf der Mitte
der Ader 2 und 5 je ein zuweilen undeutlicher schwarzer Punkt.
Außenrand mit feinen scharfen schwarzen Saumpunkten. Hinter-
flügel weiß mit leichtem bräunlichen Anflug und einigen unscharfen
schwärzlichen Saumpunkten. An der Stelle der Bogenlinie einige
schwärzliche Aderpunkte. Unterseite weiß, im Vorderflügel und
am Vorderrand des Hinterflügels leicht gelblich mit zerstreuten
schwärzlichen Schuppen; beide Flügel mit scharfem schwärzlichen
Discocellularfleck und scharfen schwarzen Saumpunkten. Flügel-
spannung 35 — 40 mm. Juli.
Raupe: Kopf hellbraun. Körper in der Jugend lederfarbig
mit bläulichgrauer Rückenlängslinie, erwachsen matt strohfarben
mit feinen schwärzlichen Punkten besät, mit 5 weißen Längslinien,
die mittlere in einer breiten dunklen Rückenstrieme. Stigmen
schwarz. Unterseite bläulichgrau. Länge bis 50 mm. Herbst —
Ende Mai oder Juni an Rohr (Phragmites), tagsüber in Rohr-
stoppeln, überwintert halberwachsen.
Puppe langgestreckt, braun, (j" am abgerundeten Hinterende
mit 4 längeren, 9 ^^^ 4 kurzen Dornen. Puppenruhe 4 Wochen.
Erastriinae.
Kleinere Arten mit glatter anliegender Beschuppung und kleinen
Haarschöpfen auf dem Hinterleib. Augen nackt. Fühler gewimpert
und beborstet. Taster leicht aufgebogen, anliegend beschuppt.
Schienen ungedornt. Vorderflügel breit, dreieckig, mit ziemlich
scharfer Spitze.
Raupen 14 füßig.
Erastria Ochsh. (Fig. 198).
Ziemlich kleine Arten mit schlankem Körper und breiten drei-
eckigen Vorderflügeln. Augen nackt. Fühler beim cf kurz und
dicht gewimpert mit einer längeren Borste jederseits an jedem Seg-
ment. Taster mäßig aufgebogen, anliegend beschuppt mit kurzem
124
K. Grünberg,
cylindrischen Endglied. Stirn, Thorax und Hinterleib breit und
anliegend beschuppt, hinterer Schopf am Thorax vorhanden. Zelle
im Vorderflügel mit dem hinteren Ende
weiter nach außen reichend als mit dem
vorderen, Anhangszelle klein. Ader 8 im
Hinterflügel an dar Basis eine kurze Strecke
mit der vorderen Mittelader verschmolzen.
Raupen 14 füßig, die Füße des 7. Seg-
mentes verkümmert, dünn und schlank, nackt.
An Gräsern und niederen Pflanzen.
6 deutsche Arten, davon 2 am Wasser.
Artenübersicht.
Vorderflügel dunkel olivenbraun mit 2
scharfen weißen Querbinden.
Er. argentula.
Vorderflügel schwarzbraun mit breiter
heller Vorderrandbinde und geboge-
nem zapfenförmigen Mittelfleck. * Er. unciila.
Fig. 198. Erastria un
cula Clerck. Geäder.*
Erastria argentula Hb. (Fig. 199).
Fühler dunkelbraun, oben graugelb. Kopf und Thorax mit
graugelb und dunkel olivenfarben gemischter Beschuppung, Hals-
kragen mit weißem Saum, Schulterdecken und Thorax am Hinter-
ende ebenfalls weiß. Beine graubraun. Beschuppung des Hinter-
leibs grau und olivenfarben vermischt. Oberseite der Vorderflügel
dunkel olivenbraun mit 2 vom
Vorderrand bis zum Innenrand
schräg nach außen ziehenden
weißen, undeutlich schwarz ge-
säumten Querbinden, die innere
am Vorder- und Hinterrand der
Zelle mit je einem zapfenartigen
Vorsprung, die äußere in der
Gegend des Nierenfleckes mit
einer bauchigen Vorwölbung.
Vor der Spitze ein kleiner
weißer Strich, vor dem Saum
eine gerade weiße Strieme. Saumschuppen weiß und dunkelbraun
gemischt. Hinterflügel graubraun mit hellerer Basis. Saumschuppen
grau mit dunkelbrauner Linie längs des Saumes. Unterseite grau-
braun mit gelblichem Grundton, im Vorderflügel die Zeichnung der
Oberseite schwach angedeutet, Hinterflügel mit deutlichem schwarz-
braunen Discocellularfleck. Flügelspannung 20 — 23 mm. Mai —
Juni, zerstreut und nicht häufig.
Raupe: Kopf bräunlichgrün. Körper lebhaft grün mit dunkler
dorsaler Mittellängslinie, seitlich eine weiße und unter dieser eine
gelbe Längslinie, in w^elcher die roten Stigmen stehen. Länge bis
30 mm. August und September auf sumpfigen Wiesen an Cypera-
ceen (Cyperus und Carex), Verpuppung an der Erde oder zwischen
Grashalmen in einem leichten Gespinst.
Puppe klein, kolbig, hellbraun.
Fig. 199. Erastria argentula Hb.
Vergr. 2.
Lepidoptera, Schmetterlinge, 125
Erastria uncula Clerck (Fig. 200).
Fühler, Kopf und Thorax dunkelbraun, Beine und Hinterleib
graubraun. Vorderflügel oben mit einer breiten, von der Basis bis
zur Spitze reichenden gelblich grauen, vorn mehr bräunlichen
Vorderrandbinde, an welche auf der Flügelmitte ein großer, schräg
nach außen gerichteter zapfenförmiger, gebogener weißer Fleck mit
dunklerem Kern anschließt. Basalwärts von diesem am Hinter-
rand der hellen Binde ebenfalls ein gegen die Binde verschwimmen-
der weißer Fleck. Der Sauinteil wird von einer innen weißen, außen
graubraunen Binde eingenommen. Saumlinie schwarzbraun, Saum-
Fig. 200. Erastria uncula Clerck. Vergr. 2.
schuppen graubraun. Flügelmitte tief dunkel schwarzbraun, gegen
den Hinterrand heller. Hinterflügel dunkel graubraun mit helleren
Saumschuppen. Unterseite dunkel graubraun mit gelblich grauem
Grundton. Saumlinie schwarzbraun, Hinterflügel etwas heller als
die Vorderflügel, mit dunklem Discocellularfleck und dunkler Bogen-
linie, Flügelspannung 20 — 23 mm. Mai— Juni, häufig an sumpfigen
Stellen.
Raupe gleicht der von Er. argentula. Stigmen rotbraun, in
der gelben Seitenlinie. Länge bis 30 mm. Juni— Juli, an Ried-
gräsern (Gar ex und Gyperus). Verpuppung an der Erde in
einem mit Erde und Pflanzenteilen vermischten Gespinst.
Puppe kurz, dick, braungrün.
Plusiiriae.
Augen von einem Kranz langer Wimperhaare umgeben. Fühler
gewimpert. Taster steil aufgebogen, dicht beschuppt, zuweilen ver-
längert. Körper kräftig, dicht und lang behaart, mit sehr breitem
hinteren Haarschopf am Thorax und geschöpftem Hinterleib. Schienen
ungedornt. Vorderflügel breit, mit scharfer Spitze, meist mit leb-
haft metallglänzenden Flecken.
Raupen 12 füßig.
Plusia (Fig. 201 u. 202).
Mittelgroße, kräftig gebaute Arten mit dreieckigen, meist leb-
haft mit Silber- oder goldglänzenden Flecken gezeichneten Vorder-
flügeln. Augen nackt, von einem Kranz langer dünner V^imperhaare
umgeben. Stirn mit abstehender, zu einzelnen dichten Büscheln ge-
ordneter Behaarung. Fühler kurz gewimpert. Taster steil aufgebogen,
bis zum Scheitel reichend oder stark verlängert, dicht abstehend
126
K. Grünberg,
beschuppt. Endglied verschieden geformt. Thorax mit stark ent-
wickeltem hinteren Haarschopf, Hinterleib ebenfalls geschöpft. Vorder-
flügel breit mit scharfer Spitze, Anhangszelle klein, Ader 8 und 9
langgestielt, 9 in die Spitze. Ader 8 im Hinterflügel die vordere
^
Fig. 201. Fig. 202.
Fig. 201 u. 202. Plusia festucae Hb. Kopf und Geäder.
Mittelader nur ganz kurz berührend; Ader 3 und 4 aus dem unteren,
6 und 7 aus dem oberen Zellenende.
Raupen 12 füßig, mit verjüngtem Vorder- und verdicktem
Hinterende, meist an niederen Pflanzen, Zahlreiche deutsche Arten,
davon eine am Wasser.
Plusia festucae Hb. (Fig. 203).
Fühler hellbraun. Stirn gelb beschuppt, auf der Mitte hellrot
untermischt. Taster, Thorax und Beine braunrot, Hinterleib oben
graugelb, unten braunrot. Oberseite der Vorderflügel von lebhaft
rötlich goldbrauner Grundfai-be; an der Basis ein schwach gold-
glänzender leicht braun überdeckter Vorderrandfleck, welcher bis
Fig. 203. Plusia festucae Hb. Vergr. ca. 2.
zu einer subbasalen, dicht hinter dem Vorderrand nach innen um-
biegenden dunkelbraunen Querlinie reicht. Auf der Flügelmitte
über der Ader Ib 2 scharfe silber- oder schwach goldglänzende
Tropfenflecke, der äußere kleiner. Hinter diesen beiden Flecken
ist die Grundfarbe ebenfalls silberglänzend, aber außer dem inneren
Band mit Braun überdeckt. Ein ähnlicher, etwas größerer Silber-
Lepidoptera, Schmetterlijige. 127
fleck vor der Spitze, gegen diese allmählich verstreichend, innen
von einer dunklen schrägen Querlinie begrenzt. Hinter den weißen
Plecken eine mehr oder weniger deutliche dunkle Wellenlinie,
dicht vor dem Saum eine dunkle Querlinie. Saumschuppen rötlich
braun. Hinterflügel dunkel graubraun mit hellerer Basis und röt-
lichen Saumschuppen. Unterseite lebhaft rotbraun oder mehr grau-
braun, Vorderflügel auf der Mitte schwärzlich, Hinterflügel an der
Basis heller, mit dunklem Discocellularfleck und dunkler Bogenlinie,
welche im Vorderfitigel nur am Vorderrand deutlich ist. Flügel-
spannung 33 — 38 mm. Juli und September, verbreitet, nicht selten.
Raupe: Kopf bräunlichgrau. Körper lebhaft grün mit dunkel-
grüner weiß eingefaßter dorsaler Mittellängslinie, einer schmalen
gelben Querbinde am Vorderrande jedes Segments und mehreren
feinen seitlichen gelben Längslinien. Über den Füßen eine weiße,
oben dunkelgrün gesäumte Längsstrieme. Länge bis 50 mm. Herbst
— Mai oder Anfang Juni und Juli — August, stets auf nassem,
sumpfigem Boden an Ried- und Schwingelgras (Carex und Festuca),
Wasserschwaden (Glyceria aquatica Wahlenb. und fluitans L.),
Rohr (Phragmites), breitblättrigem Rohrkolben (Typha lati-
folia L.), Igelkolben (Sparganium ramosum Huds.). Verpup-
pung zwischen einem zusammengebogenen. Blatt der Nahrungspflanze
in einem dünnen hellgrauen Gespinst. Bewegt sich ähnlich wie die
Spannerraupen, im Bogen.
Puppe hellgrün oder gelblich mit schwarzbraunem Rücken.
Puppenruhe 3 Wochen,
Herminiinae.
Kleinere, zart gebaute Arten mit stark verlängerten Tastern
und Beinen. Augen nackt. Fühler beim ^ häufig lang gefiedert.
Taster vorgestreckt oder leicht aufgebogen. Vorderschienen beim
(^ zuweilen mit langem Haarbüschel. Körper glatt anliegend be-
schuppt. Vorderflügel dreieckig oder verlängert, mit scharfer Spitze,
12 oder 11 Adern, mit oder ohne Anhangszelle.
Gattungsübersicht.
Taster vorgestreckt, abstehend behaart, Vorderflügel mit 12 Adern
und kleiner Anhangszelle. Hermiiiia.
Taster leicht aufgebogen, anliegend beschuppt, Vorderflügel mit 11
Adern, ohne Anhangszelle. Tholomiges.
Herminia (Fig. 204 u. 205).
Augen nackt. Stirn etwas abstehend behaart. Fühler beim (j"
mit langen gewimperten Fiederästen, beim $ dicht gewimpert, mit
einer längeren Borste an jeder Seite jedes Gliedes. Taster sehr
stark verlängert, das 2. Glied besonders lang, vorgestreckt, seitlich
stark zusammengedrückt und oberseits lang abstehend behaart,
3. Glied kürzer, spitz, etwas aufgebogen. Thorax und Hinterleib
glatt anliegend beschuppt. Vorderschienen des ^ mit langem ba-
salen Haarbüschel. Vorderflügel mit scharfer, leicht vorgezogener
Spitze, die Adern 7, 8 -|- 9 und 10 aus dem Ende der sehr kleinen
128
K. Grünberg,
Anhangszelle; im Hinterflügel die Adern 3 und 4 sowie 6 und 7
kurz gestielt.
Fig. 204. Fig. 205.
Fig. 204 u. 205. Herminia cribrumalis Hb. Kopf (cf) und Geäder.
Raupen 16füßig, leicht spindelförmig, mit kleinem kugeligen
Kopf und zerstreuten feinen borstentragenden Wärzchen. An nie-
deren Pflanzen und Gräsern.
4 deutsche Arten, davon eine am Wasser.
Herminia cribrumalis Hb. (Fig. 206).
Körper und Flügel gelblichgrau, Vorderflügel oben mit zer-
streuten dunkelbraunen Schuppen, einem scharfen schwarzen Punkt
vor dem Zellenende und hinter der Mitte 2 Querreihen schwarz-
Fig. 206. Herminta cribrumalis Hb. O
Vergr. ca. 2.
brauner Punkte zwischen den Adern, beide Reihen am Vorderrand
vor der Spitze beginnend, vorn genähert, hinten divergierend, die
innere stark einwärts gebogen, die äußere steil. Hinterflügel wie
die Vorderflügel, mit undeutlichem dunklen Discocellularpunkt,
sonst ohne Zeichnung. Unterseite etwas dunkler als die Oberseite,
dichter mit braunen Schuppen bestreut, in beiden Flügeln mit deut-
lichem dunklen Discocellularfleck. Flügelspannung 24 — 28 mm.
Juni — Juli in Sumpfgegenden.
Raupe graubraun mit feiner ockergelber Sprenkelung und
dunkler, weißlich gesäumter dorsaler Mittellängslinie sowie schwarzen,
hell umrandeten Warzenpunkten. Seiten heller, gelblich, Stigmen
schwarz. Länge bis 30 mm. Herbst — Mai an sumpfigen Stellen
zwischen Rohr an Sumpfgräsern. Verpuppung zwischen lose zu-
sammengesponnenem Moos oder Grashalmen.
Lepidoptera, Schmetterlinge.
129
Puppe schwarzbraun mit hellbraunen Einschnitten und zahl-
reichen Häkchen am Hinterende.
Tholomiges Led. (Fig. 207 u. 208).
Kleine zart gebaute Art mit schlanken aufgebogenen Tastern
und langen schmalen Flügeln. Augen nackt. Stirn sehr breit, glatt
anliegend beschuppt. Fühler mit kurzen, am Ende etwas erweiterten
Fig. 207.
Fig. 208.
lig. 207 u.
Tholomiges turfosalis Wocke. Kopf imd Geäder.
Gliedern. Taster verlängert, anliegend beschuppt, sanft aufgebogen,
mit dünnem spitzen Endglied. Thorax und Hinterleib glatt an-
liegend beschuppt. Vorderflügel mit scharfer rechtwinkliger Spitze,
ohne Anhangszelle, Ader 7 aus dem Zellenende, 8 mit 9 lang-
gestielt, 10 fehlt.
Entwicklung unbekannt.
Eine deutsche Art.
Tholomiges turfosalis Wocke (Fig. 209).
Fühler dunkelbraun; Körper gelblich oder dunkler graubraun.
Stirn, Halskragen und Schulterdecken zuweilen hellgrau. Vorder-
flügel oberseits graubraun oder
heller mit gelblichem Grundton,
mit schwarzem Discocellularfleck
und mehreren zuweilen undeut-
lichen schwärzlichen Querbinden,
die 1. hinter der Basis, die 2. auf
der Mitte, hinter dem Discocellu-
larfleck nach außen zum Vorder-
rand abbiegend oder zu dem Disco-
cellularfleck selbst führend und
von dem vorderen Teil getrennt; eine 3. weniger scharfe Binde be-
ginnt an der Spitze und führt schräg einwärts zum Hinterrand.
Außenrand mit meist scharfen, getrennten oder zusammenfließenden
Saumflecken. Hinterflügel und Unterseite einfarbig graubraun.
Flügelspannung 14 — 15 mm. Juni, Norddeutschland, Schlesien, in
Sumpfgegenden.
Cossidae, Holzbohrer.
Große oder mittelgroße Arten mit dicht behaartem langge-
streckten Körper und kleinem Kopf. Fühler kurz, beim $ lang
gefiedert, Augen nackt, Ocellen fehlen. Taster klein, Rüssel fehlt.
Süßwasserfauna von Deutschland. Heft 8. 9
Fig. 209. Tholomiges turfosalis
Wocke. Vergr. 27,.
130 K. Grünberg,
Beine kurz, dicht behaart, Schenkel und Schienen gleich lang.
Schienenendsporne klein. Flügel gestreckt, mit gerundeter Spitze,
Vorderflügel mit 2, Hinterflügel mit 3 Innenrandadern.
Raupen nackt, mit einzelnen kurzen Borsten, 16 füßig mit
Kranzfüßen, mit starken Mandibeln, im Innern von Bäumen und
anderen Pflanzen.
Puppen mit dorsalen Dornenquerreihen am B[^nterleib.
Phragniatoecia Newm. (Fig. 210 u. 211).
Fühler beim (j lang, beim 9 kurz gefiedert, Taster kurz,
stummeiförmig, hängend. Stirn und Gesicht lang abstehend be-
haart. Körper mit dichter, etwas zottiger Behaarung, Hinterleib
Fig. 210. Fig. 211.
Fig. 210 u. 211. Phragmatoecia castaneae (Hb.) C^ Kopf und Geäder.
beim (^ doppelt, beim ^ etwa 3 bis 4 mal so lang wie der Thorax.
Flügel beim ^ länger und schlanker als beim $. Zelle im Vorder-
flügel durch 2 miteinander quer verbundene Längsadern geteilt,
daher vierteilig. Ader 4 und 5 getrennt aus dem unteren, 7 -|- 8 und
9 getrennt aus dem oberen Zellenende. Vordere Mittelader des
Hinterflügels frei, übrige Adern einzeln und weit getrennt aus der
Zelle, nur 4 und 5 stark genähert. Zelle durch eine Gabelader
längsgeteilt.
Raupe langgestreckt, dünn, walzig, unter Wasser an der
Wurzel des Rohrs.
Puppe langgestreckt, walzig, mit dorsalen Querreihen kleiner,
rückwärts gerichteter Dornen.
Phragmatoecia castaneae (Hb.) (Fig. 212).
Körper und Flügel beim (j* gelblichbraun, beim § bräunlich-
grau. Oberseite der Vorderflügel mehr oder weniger dicht mit
dunkleren Schuppen bestreut, über der Ader Ib eine Längsreihe
schwärzlicher Fleckchen. Saumschuppen beim cf mit schwärzlichen
Punkten an den Aderendigungen. Hinterflügel etwas heller als die
Vorderflügel. Unterseite ebenfalls etwas heller, ohne Zeichnung.
Flügelspannung $ 35 — 40 m'm, $ 40—50 mm.
Stellenweise, am Rhein, Schlesien, Pommern, selten.
Ei lang oval, fast walzig, glänzend weißlichgrau.
Raupe: Kopf und Nackenschild braun. Körper schmutzig
gelblich, mit 2 Querreihen dünner schwarzer Borstenhaare auf jedem
Segment, Rücken verloschen rotbraun mit weißlicher Mittellängs-
Lepidoptera, Schmetterlinge. 131
linie. Stigmen schwarz. Länge bis 60 mm. Im Stengel des Rohrs
(Phragmites) nahe der Wurzel unter Wasser, überwintert daselbst
Fig. 212. Phragmatoecia castaneae (Hb.) (S'
zweimal und geht dann höher hinauf. Verpuppung im Mai in dem
zugesponnenen Schaft in einem weißen, seidenglänzenden Gespinst.
Puppe dunkelbraun, mit kurzen, etwas helleren Flügel-
scheiden.
Pyralididae, Zünsler.
Kleinere oder mittelgroße Arten mit schlankem Körper und
langen dünnen Beinen. Augen nackt. Ocellen meist vorhanden.
Fühler bortenföi-mig, bei beiden Geschlechtern meist verschieden,
beim $ länger, oder stärker gefiedert als beim 5> zuweilen gezähnt.
Rüssel meist kräftig entwickelt. Labialtaster verschieden, bei einigen
Gruppen sehr lang. Maxillartaster gewöhnlich gut ausgebildet.
Vorderflügel gewöhnlich dreieckig, zuweilen lang und schmal, mit
12 oder 11 Adern; Zelle ungeteilt, Ader 4 und 5 dicht zusammen
oder gestielt aus dem hinteren Zellenende, 9 aus 8 oder 7, selten
fehlend. Hinterflügel stets mit Haftborste und 3 Innenrandadern,
ohne eingeschobene Zelle, Ader 4 und 5 wie im Vorderflügel, 8
mit 7 eine Strecke verschmolzen oder dicht daneben verlaufend.
Raupen schlank, löfüßig, mit Kranzfüßen, dünn und kurz
behaart.
Die Pyralididen umfassen in den Nymphulinen {Hydrocampinen)
die einzige Lepidopterengruppe, deren Raupen im Wasser leben
und teilweise Kiemenfäden besitzen. Hierher gehört auch Acentro-
pus nivetis, der einzige deutsche Schmetterling, dessen ^ auch als
Image im Wasser lebt. Zwei Gattungen der Crambinen und die
kleine Gruppe der Schoenohünen sind nur Anwohner des Wassers.
Übersicht über die am Wasser vorkommenden
Unterfamilien.
1. Labialtaster meist stark verlängert, dick beschuppt und vor-
gestreckt; Ader 10 im Vorderflügel stets frei,
a) Hintere Mittelader im Vorderflügel oben lang behaart.
Crambinae.
9*
132
K. Grünberg,
b) Hintere Mittelader im Torderflügel oben nicht behaart,
Schoenobiinae.
2. Labialtaster nie auffällig verlängert, dünn, etwas aufgebogen,
Ader 10 im Vorderflügel mit 8 und 9 gestielt, oder die Taster
klein, hängend und Ader 10 im Vorderflügel frei.
Nymphulinae.
Crambinae.
Arten mit stark verlängerten, dick beschuppten Labialtastern,
gut entwickelten pinselförmig behaarten Maxillartastern, gestreckten
schmalen, beim ^ und $ häufig verschieden geformten Vorder-
flügeln und sehr breiten Hinterflügeln mit oben langbehaarter hin-
terer Mittelader. Ocellen vorhanden oder fehlend. Fühler bei (j
und $ meist einfach. Rüssel klein oder fehlend. Zelle im Hinter-
flügel offen. Ader 7 mit 8 lang gestielt.
Raupen schlank, dünn behaart, an Gräsern. Verpuppung in
einem Kokon.
Am Wasser 2 Gattungen.
Gattungsübersicht.
Ader 7 im Vorderflügel mit 8 und 9 langgestielt, 11 frei.
Calamotropha.
Ader 7 im Vorderflügel frei, 11 in die Costalader. Chilo.
Calamotropha Zell. (Fig. 213 u. 214).
Stirn vorstehend, gewölbt, Ocellen fehlen. Fühler geißeiförmig,
Glieder gegen die Spitze am Ende unbedeutend erweitert. Maxillar-
taster von ungefähr dreifacher Kopflänge,
dicht beschuppt, am Ende locker und
etwas abstehend behaart. Labialtaster
pinselartig, bis etwas über die Hälfte der
Maxillartaster reichend. Hinterleib lang
und schlank, den Analwinkel der Hinter-
flügel weit überragend. Beine kräftig und
gedrungen , Vorderhüften wenig kürzer
als die Schenkel, Vorder-, Mittel- und
Hinterschienen =: V2J ^/i "^^ 1^/? ^^^
Schenkellänge. Sporne der Hinterschienen
kräftig, die vorderen knapp hinter der
Mitte. Vorderflügel verhältnismäßig breit,
mit rechtwinkliger, ziemlich scharfer
Spitze. Außenrand zunächst gerade und
steil, dann an der Ader 3 nach innen um-
biegend. Ader 4 und 5 dicht beiein-
ander aus dem unteren, 6 und 7 -f- 8
-f- 9 gemeinsam aus dem oberen Zellen-
ende, 10 kurz vor dem Zellenende, 11
ziemlich kurz und steil. Hinterflügel
etwas kürzer als die Vorderflügel, breit,
halbkreisförmig, Vorderrand gerade.
Außen- und Innenrand einen Halbkreis
kurz, 7 und 8 ziemlich lang gestielt.
Fig. 213.
Fig. 214.
Fig. 213 u. 214. Calamotropha
paludella (Hb.). Kopf und
Geäder.
bildend. Ader 3 und 4
Eine deutsche Art.
Lepidoptera, Schmetterlinge.
133
Calamotropha paliidella Hb. (Fig. 215).
Fülller gelblicbbraun, oben weiß. Taster grauweiß, außen mit
zablreicben bräunlichen Schuppen. Körper gelblichgrau oder weiß-
grau. Oberseite der Vorderflügel gelblich graubraun, Staubfarben,
heller oder dunkler, zuweilen fast rein weiß, mit einem schwärz-
lichen Fleck vor dem Zellenende und 2 meist ziemlich undeutlichen
Querreihen schwarzbrauner Punkte, die innere aus 3 oder 4 Punkten
bestehend, die einen mit dem
Scheitel auswärts gekehrten rech-
ten Winkel bilden und von denen
meist nur der in der Zelle lie-
gende Scheitelfleck deutlich ist;
die 2. hinter der Mitte, am Vorder-
rand beginnend, zunächst aus-
wärts gerichtet, dann in scharfem
Winkel umbiegend und einwärts
zum Hinterrand ziehend. Hinter-
flügel weiß mit leicht gebräuntem
Saum. Unterseite im Vorderflügel
Fig. 215. Calamotropha paludella (Hb.).
Vergr. IVa-
graubraun, an der Basis etwas heller, die Adern hinter der Mitte
weißlich, im Hinterflügel weiß mit gebräuntem Vorderrand und
Saum. Flügelspannung 23 — 30 mm. Juli — August, Norddeutsch-
land, in Sumpfgegenden.
Raupe weißlich, glänzend, mit durchscheinender Rückenlinie;
zu l)eiden Seiten derselben eine Reihe grauer Flecke, je 2 auf jeder
Segmentseite, die vorderen kleiner als die hinteren. Kopf klein,
bräunlich mit dunklerer Mundpartie. Neben den schwarzen Stigmen
ebenfalls je ein grauer Fleck. Länge bis 25 mm. Mai— Juni oder
Anfang Juli in den äußeren breiten Blättern abgestorbener Pflanzen
des breitblättrigen Rohrkolbens (Typha latifolia L.), miniert
einen langgestreckten geraden Gang bis zur Wurzel, immer in dem-
selben Blatt, steigt erwachsen wieder
aufwärts und verpuppt sich im oberen
ausgesponnenen Teil des Ganges nach
Anlegung eines bis zur äußersten
dünnen Hautschicht der Pflanze ge-
führten horizontalen Ganges, welcher
als Ausflugsöffnung dient.
Puppe aufrecht im Fraßgang,
lehmgelb.
Chilo Zincken (Fig. 2.16 u. 217).
Stirn vortretend, gewölbt, mit
einem hornigen Vorsprung. Ocellen
sehr klein. Fühler beim (^ wenig
länger als beim ^^ "As ^^s ^4 der
Flügellänge erreichend, kurz gewim-
pert. Labial taster sehr lang, vorge-
streckt, dicht beschuppt und seitlich
zusammengedrückt. Maxillartaster
kurz, pinselförmig. Hinterleib die . ^^' ■'^''
Hinterflügel beim (j" wenig, beim $ Fig. 216 u. 217. ChUo phragmüeiius
ziemlich weit überragend, beim $ (Hb.), Kopf {6) uud Geäder (?).
Fig. 216.
134 K- Grünberg,
ohne Afterbüßchel. Beine lang und kräftig, Vorder-, Mittel- und
HinterscWenen ^s» Vi und V/^ der Schenkellänge; vordere Sporne
der Hinterschienen hinter der Mitte. Yorderflügel beim ^j" 2\'2,
beim $ 3 mal so lang wie breit, Spitze beim J abgerundet oder
etwas vortretend, Außenrand steil und gerundet, Spitze beim $
scharf, Außenrand gerade, mehr oder weniger stark abgeschrägt.
Hinterflügel wenig kürzer als der Vorderflügel, breit, halbkreis-
förmig, Außenrand beim ^^ mehr gerundet, beim ^ mehr gerade.
Ader 4 und 5 im Vorderflügel getrennt aus dem unteren, 6 und 7
getrennt aus dem oberen Zellenende, 8 und 9 lang gestielt, 8 in die
Spitze, 11 ziemlich steil in die Costalader. Hintere Mittelader im
Hinterflügel oben lang behaart, Ader 4 und 5 zusammen aus dem
unteren Zellenende, 7 in die Spitze, mit 8 lang gestielt.
Raupen mit Rücken warzen, in Sumpfgräsern, Puppe kurz
und dick.
2 deutsche Arten.
Artenübersicht
Imagines.
Vorderflügel ohne helle Zeichnung, mit schwarzem Fleck am Zellen-
ende. Ch. phragmitellus.
Vorderflügel mit weißer Zeichnung, hellem Vorderrand, mindestens
aber mit einem weißen Fleck am Zellenende.
Ch. cicatricellus.
Raupen.
Gelblich oder grünlich mit 5 rotbraunen Längsstreifen, in Rohr.
Ch. phragmitellus.
Schmutzig weiß mit rötlichem Rücken, in Simsen.
Ch. cicatricellus.
Chile phragmiteUus (Hb.) (Fig. 218).
S. Fühler, Taster, Kopf und Thorax hellbraun bis schwarz-
braun. Hinterleib hell graubraun. Spitze der Vorderflügel ziem-
lich scharf, etwas vorgezogen. Oberseite hellbraun bis tief schwarz-
Fig. 218. CAüo phragmitellus (Hb.) d". Vergr. 12/3.
braun, stets mit der Thoraxfärbung übereinstimmend, mit schwarzem
Punkt am oberen Zellenende, hinter der Mitte mit feinen dunklen
Längsstriemen zwischen den Adern, welche mit schwarzen Saum-
punkten enden. Hinterflügel hell graubraun mit weißlichem Grund-
Lepidoptera, Schmetterlinge. 135
ton. Unterseite graubraun mit schwarzen Saumpunkten, im Hinter-
flügel heller. Flügelspannung ca. 30 mm.
9- Kopf und Thorax lebhaft ockerbraun oder fast graugelb,
bastfarben, Hinterleib gelblich graubraun. Oberseite der Vorder-
flügel stets mit der Thoraxfärbung übereinstimmend, mit sehr feinen
schwarzen Saumpunkten; der schwarze Fleck am oberen Zellenende
zuweilen undeutlich. Hintere Flügelhälfte zuweilen dünn mit
schwarzen Schuppen bestreut. Hinterflügel oben und unten weiß
Unterseite der Vorderflügel gelblichgrau. Flügelspannung 33 — 38 mm
Ende Juli— Ende August, vorwiegend in Norddeutschland.
Raupe schlank, nackt, weißlich gelb oder grünlich mit 5 rot-
braunen Längsstreifen. Kopf und Nackenschild gelbbraun. Raupe
Herbst— Juni in Rohrstengeln (Phragmites), wächst sehr lang-
sam, frißt die inneren Zellenschichten. Die bewohnten Pflanzen
äußerlich nicht verändert. Raupe gewöhnlich über dem Wasser-
spiegel, dringt aber auch bis zur Wurzel vor. Verpuppt sich in
den vorjährigen Pflanzen dicht über dem Wasserspiegel ohne Ge-
spinst, nur oben und unten durch eine Gespinstdecke abgeschlossen.
Ausflugsöffnung von der äußeren Haut der Pflanze bedeckt.
Puppe aufrecht im Stengel, schlank, braun, mit nasenförmiger
Erhöhung am Kopf und stumpfem, mit kurzen Zähnchen bewehrtem
Hinterende. Ruht 4 Wochen oder überwintert zum zweitenmal.
Chilo cicatricellus (Hb.) (Fig. 219).
(J. Fühler dunkelbraun bis schwarzbraun. Taster, Kopf und
Thorax graugelb, grau, graubraun bis schwarzbraun. Hinterleib
heller oder dunkler graubraun, Spitze der Vorderflügel abgerundet.
Oberseite wie der Thorax variierend zwischen graugelb und tief
schwarzbraun, stets mit dem Thorax übereinstimmend. Auch in
der Zeichnung etwas variabel. Bei dunklen Stücken ist meist der
Fig. 219. CAilo ctcatricelhis (Hb.) c^. Vergr. I2/3.
ganze Flügel mehr oder weniger dicht mit weißlichen Schuppen
bestreut. Vielfach ist eine breite helle, von der Wurzel bis zur
Spitze reichende Vorderrandbinde vorhanden. Längs der vorderen
Mittelader ein gegen die Spitze verbreiterter dunkler Längsschatten,
zuweilen sehr scharf, oder auch fast ganz fehlend, in demselben
am Zellenende ein weißer Fleck und ein kleinerer weißer Fleck,
hinter der Mitte. Längs der hinteren Mittelader ebenfalls ein von
der Wurzel ausgehender schwarzer Längsstrahl, in welchen ein
weißer Fleck eingeschaltet ist. Vor dem Saum eine weiße quere
Zackenbinde, gewöhnlich in einzelne Bogen aufgelöst, von welchen
kurze weiße Striche gegen den Saum ausstrahlen. Schwarze Saum-
136 K. Grünberg,
punkte deutlich. Hinterflügel weiß mit grauem Vorder- und Außen-
rand. Unterseite graubraun bis schwarzbraun, Wurzel und Innen-
rand der Hinterflügel weiß. Spitzenhälfte des Vorderrandes im
Vorderflügel hell, zwischen den Adern weißliche, bis zum Saum
reichende Längsstriche. Flüfelspannung 23 — 26 mm.
$. Kopf und Thorax gelblichbraun bis dunkel graubraun,
Hinterleib graubraun. Oberseite der Vorderflügel hellbraun bis
tief schwarzbraun, bei dunklen Stücken stets etwas dunkler als der
Thorax, häufig mit breitem , scharf abgesetztem weißlichen Vorder-
rand. Die weißen Flecke wie beim (5^, aber oft sehr undeutlich
oder ganz fehlend, nur der Fleck sTm Zellenende stets wenigstens
angedeutet. Hinterflügel weiß, Vorder- und Außenrand zuweilen
leicht gebräunt. Unterseite der Vorderflügel graubraun, Vorder-
rand gegen die Spitze weißlich, Hinterflügel weiß. Flügelspannung
30—37 mm, Anfang Juli— Mitte August. Hauptsächlich in Nord-
deutschland.
Raupe schlank, schmutzig weiß, mit rötlichem Rücken und
einer besonders auf den mittleren Segmenten deutlichen durch-
scheinenden dunkleren, oft blutroten unterbrochenen Rückenlängs-
strieme. Kopf gelb mit brauner Winkelzeichnung; Nackenschild
gelb, am Hinterrand mit 6 im Halbkreis stehenden schwarzen
Punkten; die beiden nächsten Segmente etwas breiter als die
übrigen, oben mit mehreren verschieden großen glänzenden Warzen
besetzt; auf den folgenden Segmenten je 4 sehr kleine schwarze
Rückenpunkte auf ähnlichen, breiten, bräunlich glänzenden Warzen-
flecken. Afterschild bräunlich gelb. Herbst— Juni oder Anfang
Juli, in den untersten Stengelteilen der Seesimse (Scirpus la-
custer L.), oft zahlreich in einer Pflanze, die bewohnten Pflanzen
durch lebhaft gelbe Färbung der oberen Stengelhälfte erkennbar.
Verpuppung ohne Gespinst in der etwas erweiterten Stengelröhre,
etwa 2 cm unter der ovalen, mit einer dünnen Haut verschlossenen
Ausflugsöffnung.
Puppe braun mit schwärzlichen Flügelscheiden, Kopf mit
cchnabelförmiger Spitze, Hinterleibssegmente mit je einem Kranz
kleiner Dörnchen, welche auf dem letzten Segment am stärksten
sind. Hinterende breit und stumpf, hinten mit einem, an den
Seiten mit mehreren kleinen Zähnchen. Puppenruhe kaum 8 Tage,
die Hülle bleibt im Lager zurück.
Schoenobiinae.
Ziemlich große derbe Arten mit langem schlanken Körper,
sehr langen Beinen und langgestreckten schmalen, bei (j" und ^
verschieden geformten Vorderflügeln. Ocellen vorhanden, klein.
Fühler beim ^ wesentlich länger als beim ^ und gewimpert. La-
bialtaster stark verlängert oder auch kurz. Maxillartaster gut aus-
gebildet, pinselförmig. Rüssel klein oder fehlend. Zelle der Hinter-
flügel mehr oder weniger deutlich geschlossen, hintere Mittelader
oben nicht behaart, Ader 7 und 8 gestielt.
Raupen schlank, in Rohr und Sumpfgräsern. Puppe schmal
und schlank.
3 deutsche Gattungen.
Lepidoptera, Schmetterlinge.
137
Gat tu ngs Üb ersieht.
1. Labial taster wenig länger als der Kopf, dünn, Scirpopliaga.
Labialtaster stark verlängert, dicht beschuppt. 2.
2. Ader 10 im Vorderflügel frei aus der Zelle. Sclioenobius.
Ader 10 im Vorderflügel mit 8 -j- 9 gestielt. Donacaula.
Scirpophaga Tr. (Fig. 220 u. 221).
Stirn flach, beim (^ etwas schmäler als beim 5- Fühler dünn,
geißeiförmig, kurz gewimpert, beim (^ etw^as länger als die Hälfte
des Vorderflügels, beim 2 ^^^r halb so lang wie beim (j. Labialtaster
so lang wie der Kopf, gerade vor-
gestreckt und zugespitzt. Maxillar-
taster kurz, stummeiförmig. ^ "^it
dichtem wolligen, abgestutzten Af-
terbüschel. Beine lang und kräf-
tig, mit verlängerten Hüften; Vor-
der-, Mittel- und Hinterschienen
-J^^*»«'4wC
Fig. 220.
= V,
und 7i der Schenkel-
Fig. 221.
Fig. 220 u. 121. Scirpophaga prae-
lata Scop. Kopf und Geäder.
länge. Sporne der Hinterschienen
dick und kräftig, die vorderen
hinter der Mitte. Vorderflügel
des $ 2V2J des $ 3 mal so lang
wie breit, Hinterflügel breit, mit
stark gerundetem Außen- und
Innenrand; Spitze des Vorderflü-
gels gerundet, Außenrand beim $
ziemlich steil, beim ^ mehr ab-
geschrägt. Zelle im Vorderflügel bis
über die Mitte reichend, Ader 4 von
3 doppelt so weit getrennt als von
5; 6 und 7 ziemlich weit getrennt,
7, 8 -[- 9 und 10 einander ge-
nähert, 8 -|- 9 lang gestielt, in die
Flügelspitze, 10 einzeln aus dem oberen Zellenende, 11 erst ziem-
lich steil, dann sehr schräg verlaufend. Zelle im Hinterflügel oben
bis zur Mitte, unten etwas weiter reichend; Ader 3 in der Mitte
zwischen 2 und 4, 4 von 3 etwa 3 mal so weit entfernt wie von 5;
6 frei aus der Zelle, 7 ebenso, dann eine Strecke dicht an 8.
Eine deutsche Art.
Scirpophaga praelata Scop.
$ kleiner und schlanker als das $. Körper und Flügel glän-
zend weiß, ohne Zeichnung. Beine ausgedehnt dunkelbraun, Tarsen
dunkelbraun mit weißen Gliedspitzen. Vorderflügel oben etwas
dunkler als die Hinterflügel, mit grauem oder bräunlichem Anflug.
Vorderflügel und Vorderrand der Hinterflügel beim <^ unten stark
gebräunt. Flügelspannung 31 ((j") — 47(9) °^™- ^^"^ — August.
Eier an die Futterpflanze (Seesimse, Scirpus lacuster L.)
abgelegt, mit der weißen Afterwolle des $ bedeckt.
Raupe lederbraun, nackt, mit hellbraunem Kopf und mit vor-
stehenden Hinterfüßen, welche auch an der Puppe sichtbar sind.
Länge bis 35 mm. Raupe Herbst— Juni in den Stengeln von Scir-
138
K. Grünberg,
pus lacuster L. Bohrt sich als junge Raupe in den oberen Teil
der Pflanze ein und frißt einen Kanal bis auf die Wurzel, in
welche sie aber nicht eindringt; erweitert den Raum über der
Wurzel und steigt wieder aufwärts. Verpuppung unter dem Wasser-
spiegel in einem Gespinst nach Anlegung einer bis auf die äußerste
Stengelhaut gehenden Ausflugsöffnung über dem Wasser.
Puppe weiß, äußerst dünnhäutig und ganz durchscheinend.
Schoenobius Dup. (Fig. 222 u. 223).
Stirn breit, flach gewölbt. Fühler des (^ fast doppelt so lang
wie beim $ und gewimpert. Labialtaster sehr lang und kräftig,
vorgestreckt, seitlich zusammengedrückt; Maxillaytaster kurz, den
ersteren aufliegend, etwa so lang wie der Kopf. Hinterleib lang-
gestreckt, den Analwinkel der Hinterflügel mit mehr als der Hälfte
seiner Länge üben*agend, beim 9 mit dichtem wolligen Afterbüschel.
Beine wie bei Scirpophaga^ Vorder-, Mittel- und Hinterschienen
Fig. 222. Fig. 223.
Fig. 222 u. 223. Schoenobius forficellus Thunb. Kopf ((j") und Geäder (9).
V2, Vi und 7, der Schenkellänge. Vorderflügel beim $ ziemlich
breit mit abgerundeter Spitze und steilem geschwungenen Außen-
rand, beim $ schmäler und länger, mit sehr scharfer vorgezogener
Spitze und stark abgeschrägtem, leicht ausgehöhltem Außenrand.
Hinterflügel beim (^ breit, halbkreisförmig, beim $ die Spitze
ziemlich scharf, der Außenrand mehr abgeschrägt und gerade.
Artenübersicht.
Imagines.
(5" Vorderflügel mit zahlreichen schwarzen Flecken.
Seh. gigantelhis
Vorderflügel mit einer schrägen dunklen Querbinde von der Spitze
zum Innenrand. Seh. forfieelhis.
$ Vorderflügel ockergelb, Spannweite 35—40 mm. Seh. gigantellus.
Vorderflügel heller oder dunkler gelblichbraun, Spannweite 30
—35 mm. Seh. forfieellus.
Raupen.
Lehmgelb, Kopf und Nackenschild gelblichbraun, in Rohr.
Seh. gigantellus.
Graugrün, Kopf und Nackenschild schwarz, in Wasserschwaden und
Segge. Seh. forfieellus.
Schoenobius gigantellus Schiff (Fig. 224).
(^. Fühler schwarzbraun, Taster und Körper graubraun, Hinter-
leib glänzend. Oberseite der Vorderflügel hell graubraun mit un^
Lepidoptera, Schmetterlinge. 139
bestimmtem schwarzbraunen, gegen die Spitze verbreiterten Längs-
schatten, zerstreuten schwarzbraunen Fleckchen und ebensolchen
Saumpunkten an den Aderendigungen. Hinterflügel graubraun mit
weißlicher Wurzel, schwarzbraunen Saumpunkten und einer un-
scharfen dunklen Querbinde hinter der Mitte. Unterseite graubraun
mit schwarzbraunen Saumpunkten. Hinterflügel an der Wurzel
zuweilen ausgedehnt weißlich. Flügelspannung 25 — 30 mm.
2- Fühler, Taster und Körper gelblichgrau. Oberseite der
Vorderflügel lebhaft ockerfarben mit einem schwärzlichen Punkt
am unteren Zellenende und auf Ader 1 und undeutlichen dunklen
Saumpunkten. Hinterflügel weiß. Unterseite der Vorderflügel hell
gelblichgrau, glänzend, der Hinterflügel weiß mit gelblichgrauem
Vorderrand. Flügelspannung 35 — 40 mm. Juni — August, haupt-
sächlich in Norddeutschland, selten.
Raupe lehmgelb mit grauschimmernden Querfalten; wird bei
der Zucht olivengrün. Kopf klein und spitz, glänzend gelblich-
braun, vorn und hinten dunkler. Nackenschild von der Farbe des
Kopfes. Thoraxsegmente verbreitert. Stigmen sehr klein, braun.
Fig. 224. Schoenobius gigantellus Schiff. $. Vergr. 2.
Mai — Juni, vereinzelt noch Ende August in den jungen Trieben
des Rohrs (Phragmites communis Trin.) . Die befallenen
Pflanzen verwelken und brechen dicht über oder unter dem Wasser-
spiegel ab. Die Raupe geht durch die Scheidewände bis in die
Wurzel, die inneren Zellenschichten abfressend, und häuft ihre
Exkremente im oberen Teil des Rohrstumpfes an, verläßt den aus-
gefressenen Stengel, indem sie das Stück, in welchem sie sich be-
findet, oben und unten durchbeißt, an beiden Enden zuspinnt und
sich darin an eine neue Pflanze treiben läßt; kriecht an dieser ein
Stück hinauf, die Wohnröhre mitziehend, welche sie dann mit einem
Ende, oft senkrecht abstehend, festspinnt, worauf sie sich in den
frischen Stengel einbohrt; kann zweimal überwintern. Verpuppung
in einem röhrenförmigen durchsichtigen Gespinst, welches bis zu
der darüber befindlichen, mit einer häutigen Gespinstkappe ver-
schlossenen Ausflugsöffnung geführt wird. Öffnung zuweilen unter
dem Wasserspiegel. Die Zucht ist sehr schwierig.
Puppe zylindrisch, glatt, strohgelb mit sehr zarter durch-
scheinender Hülle. Hinterbeinscheiden bis zum vorletzten Segment
reichend.
140 K. Grünberg,
Schoenobius forficelhis Thunb. (Fig. 225).
(^. Fühler braun, Kopf und Thorax gelblichbraun, Außenseite
der Taster und Beine dunkler. Hinterleib oben gelblich graubraun,
unten grau. Oberseite der Vorderflügel variierend zwischen hell
gelblichgrau und graubraun, mit einem zuweilen sehr deutlichen,
zuweilen ganz fehlenden, von der Wurzel bis zur Spitze reichenden
schwarzbraunen Längsschatten und einer schrägen, von der Spitze bis
zum Innenrand ziehenden, unscharfen schwarzbraunen Querbinde. Am
unteren Zellenende ein scharfer, auf der Ader J zwei weniger scharfe
schwarze Flecke; Außenrand mit schwarzen Saumpunkten an den
Aderendigungen, Saumschuppen gelblichgrau. Hinterflügel weißlich,
Vorderrand und Saum mehr oder weniger ausgedehnt braun, mit
schwarzen Saumpunkten und einer unbestimmten dunklen Quer-
binde hinter der Mitte. Unterseite graubraun mit helleren Saum-
schuppen und schwarzen Saumpunkten. Die schrägen Querbinden
schwach angedeutet. Wurzel der Hintorflügel weißlich. Flügel-
spannung 22 — 28 mm. Mitte Juni — August, häufiger als gigantellus.
Fig. 225. Schoenobius forficellus Thunb. (^ . Vergr. 13/^.
5. Oberseite der Vorderflügel heller oder dunkler gelblich
braun, Längsschatten undeutlich oder fehlend, nur der schwärzliche
Punkt am unteren Zellenende deutlich. Hinterflügel weiß mit leichtem
gelblichen Anflug. Unterseite der Vorderflügel hell gelblichbraun,
der Hinterflügel weißlich. Flügelspannung 30—35 mm.
Raupe ähnlich der von Seh. gigantelhis, auch in der Lebens-
weise; graugrün, glanzlos, mit dunkelgrüner Rückenlinie und weiß-
lichem Hinterende. Kopf schwarz mit heller Winkelzeichnung,
Nackenschild mit schwarzem, durch eine feine weiße Linie geteilten
Fleck. Auf dem Afterschild 2 halbkreisförmige, mit der hohlen
Seite einander zugekehrte Zeichnungen. Herbst — Mai oder Anfang
Juni in Carex-Arten und in Wasserschwaden (Glyc^ria aquatica
Wahlenb.). Wandert y^\Q gigantelhis] beiCarex in einem zusammen-
gerollten Blatt, bei Glyceria in einem Stengelstück, aus dem sie
mit dem Vorderende hervorragt. Verpuppung im Stengel der Futter-
pflanze in. einem langen, röhrenartigen, weißen und zähen Gesi)inst,
das bis zu der zugesponnenen Ausflugsöffnung reicht; etwas über
der Mitte des Gespinstes eine lederartige Kappe, welche von dem
Falter durchbrochen wird. .
i
Lepidoptera, Schmetterlinge.
141
Puppe zylindrisch, sehr zart, gelblichweiß oder hellbraun mit
dunkler Rückenlinie, braunen Augen, langen Flügelscheiden und
bis zum Endsegment reichenden Hinterbeinscheiden. Die Stigmen
bilden stark vortretende hellbraune Wärzchen.
Donacaula Meyr. (Fig. 226 u. 227).
Nahe verwandt mit Schoenohius. Fühler des (^ etwas länger
als die Hälfte der Vorderflügel, gewimpert. Taster wie bei Schoenobms,
ebenso der Flügel schnitt. Ader 4 und 5 im Vorderflügel aus dem
unteren, 8 + 9 -j- 10 aus dem oberen Zellende, 8 in die Spitze, 9
und 10 nahe zusammen in den Vorderrand; 11 ziemlich steil, zu-
weilen mit der Costalader anastomosierend. Im Hinterflügel Ader 4
und 5 aus dem unteren, 6 aus dem oberen Zellenende, 7 mit 8
lang gestielt.
Nur eine deutsche Art.
Donacaula miicronella Schiff.
Fühler, Taster, Kopf und Thorax braun, Hinterleib heller,
graubraun. Oberseite der Vorderflügel graubraun mit dunklerem
Mittellängsschatten und breitem
hellgrauen Vorderrand. Außen-
rand mit schwärzlichen Saum-
punkten an den Aderendigungen.
Fig. 226. Fig. 227.
Fig. 226 u. 227. Donacaula mucronella Schiff, c^. Kopf und Geäder.
Hinterflügel heller, Wurzel und Innenrand weißlich, Außenrand
mit feinen schwarzen Saumpunkten. Unterseite graubraun mit
schwarzen Saumpunkten , Innenrand der Hinterflügel weißlich.
Flügelspannung 25 mm.
Raupe braun, mit gelblichem Kopf, in Rohr (Phragmites)
und Segge (Carex), überwintert in der Nälirpflanze.
Nymphulinae (Hydrocampinae).
Mittelgroße, zart gebaute Arten mit schlankem Körper, sehr
langen Beinen, besonders stark verlängerten Vorderbeinen und
ziemlich breiten, gerundet dreieckigen Vorderflügeln [Acentroptis
mit kürzeren Beinen und schmalen Vorderflügeln, ^ ungeflügelt).
Ocellen vorhanden oder fehlend. Fühler beim (^ nur schwach ge-
wimpert, einfach oder mit am Ende erweiterten Gliedern. Labial-
taster nicht verlängert, vorgestreckt mit leicht aufgebogenem kurzen
spitzen Endglied oder hängend. Maxillartaster vorhanden oder
fehlend. Rüssel vorhanden. Mittelzelle der Hinterflügel geschlossen,
Ader 7 und 8 lang gestielt, hintere Mittelader oben nicht behaart.
142 K, Grünberg,
Raupen im Wasser an Wasserpflanzen, in Gehäusen oder
Röhren aus zusammengesponnenen Blattstücken, bei Parapojiyx mit
langen Kiemenfäden. Verpuppung im Wasser in einem dichten
Gespinst.
4 deutsche Gattungen.
.Gattungsübersicht.
I. Labialtaster vorgestreckt oder auch gebogen, Maxillai'taster vor-
handen; größere, in beiden Geschlechtern geflügelte Arten.
1. Fühler einfach. Nymphula.
2. Fühlerglieder, besonders beim (^, am Ende erweitert.
a) Maxillartaster gut entwickelt, wenig kürzer als die Labial-
taster, Ocellen vorhanden. Paraponyx.
b) Maxillartaster klein, stummeiförmig, Ocellen fehlen.
Cataclysta.
II. Labialtaster hängend, Maxillartaster fehlen; kleine Art, $ stum-
melflügelig. Acenlropus.
Nymphula Schrk. (Hydrocampa Aut.).
(Fig. 228 u. 229).
Stirn flach und breit, Ocellen deutlich, aber von der dichten
Beschuppung verdeckt; Fühler fadenförmig, einfach, beim (j" sehr
kurz und dicht gewimpert. Maxillartaster aufwärts gebogen, dünn,
1. und 2. Glied unten lang abstehend, 3. Glied anliegend, beschuppt,
Labialtaster etwas kürzer, dünn. Hinterleib lang und schlank, den
Analwinkel der Hinterflügel weit überragend, beim $ mit termi-
nalem Haarbüschel. Beine lang. Vorderhüften stark verlängert,
so lang wie die Schenkel, Vorderschienen ^^ der Schenkel länge,
am Ende verdickt, Vordertarsen länger als Schenkel und Schiene
zusammen. Mittelschienen wenig. Hinterschienen beträchtlich länger
Fig. 228. Fig. 229.
Fig. 228 u. 229. Nymphula stagnaia Don. Kopf und Geäder.
als die Schenkel. Vorderflügel etwas mehr als doppelt so lang wie
breit, mit deutlichem, abgerundetem Vorderwinkel, Außenrand ziem-
lich steil, leicht geschwungen, Hinterwinkel breit abgerundet. Ader
8 + 9 + 10 aus dem oberen Zellenende. Hinterflügel breit, Vorder-
und Analwinkel abgerundet, Ader 6 kurz hinter der Zellenmitte
entspringend, anastomosiert mit 7 -j- 8,
3 deutsche Arten.
Lepidoptera, Schmetterlinge. 143
Artenübersicht.
Imagines.
1. Flügel mit scharfen dunkelbraunen Binden und breitem zu-
sammenhängenden Saumband. 2.
Flügel mit hellerer unschai-fer Zeichnung. Saumband aus
2 getrennten Linien gebildet. N. rivalalis.
2. Discocellularfleck im Vorderflügel dunkelbraun. N. stagnata.
Discocellularfleck im Vorderflügel hellbraun mit dunkler Um-
randung. N. iiymphaeata.
Raupen.
Dunkelgelb bis olivenfarben, nur an Igelkolben. N. stagnata.
Hell olivenbraun mit dunklen Einschnitten und 3 dorsalen dunklen
Längslinien, an verschiedenen Wasserpflanzen. N. nymphaeata.
Nymphula rivulalis Dup. (Fig. 230).
Weiß, Fühler und Innenseite der Vorderbeine braun. Zeich-
nung wie bei stagnata, aber weniger scharf und oft nur schwach
ausgebildet. Discocellularfleck im Vorderflügel dunkel umrandet,
ohne dunklen Kern, die äußere Doppelbinde in beiden Flügeln mit
einigen zackenartigen Fortsätzen gegen den Außenrand. Im Hinter-
Fig. 230. Fig. 231.
Fig. 230. Nymphula rivulalis Dup. Vergr. 2.
Fig. 231. Nymphula stagnata Don. Vergr. ca. 2.
flügel außer der subbasalen und der äußeren Binde eine durch-
gehende Mittelbinde. Saum mit schmaler brauner Saumlinie, davor
eine leichtgezackte dunkelbraune Linie. Zeichnung der Unterseite
unscharf. Flügelspannung 17 — 19 mm. Juni — September, be-
sonders an hochrandigen Wiesengräben. Nordostdeutschland, nicht
häufig.
Entwicklung unbekannt.
Nymphula stagnata Don. (Fig. 231).
Weiß, Fühler bräunlich, Taster mit braunem Rücken und
brauner Spitze, Beine teilweise braun, Hinterleib mit mehr oder
weniger deutlichen braunen Rückenflecken. Flügel weiß mit dunkel-
brauner Zeichnung. Vorderflügel: Vorderrand bis jenseits der Mitte
braun, nahe der Basis eine einfache schräge Querbinde, vor der
Mitte eine vom Hinterrand ausgehende Doppelbinde, hinter der
Mitte eine zweite, gegen den Vorderrand gegabelte Doppelbinde,
der innere Ast mit der ersten Doppelbinde auf der hinteren Mittelader
verbunden und über den schwarzbraunen Discocellularfleck laufend.
144 K- Grünberg,
Beide Doppelbinden schließen. 3 runde weiße Flecke ein. Aiißenrand
mit goldbraunem Saumband. Hinterflügel: eine subbasale Quer-
binde, am Vorderrand mit einem schräg nach außen gerichteten
Anhang. Hinter der Mitte eine wellenförmige Doppelbinde. Saum-
band wie im Vorderflügel. Zeichnung der Unterseite wie oben,
aber blaß und unscharf. Flügelspannung 20 — 22 mm. Juni — Juli.
Häufig an stehenden Gewässern, Flußufern, Seen.
Eier oval, halbdurchsichtig mit gestreifter Oberfläche, Ende
Juli zu größeren Gruppen vereinigt an die Unterseite schwimmender
Blätter des Igelkolbens (Sparganium simplex Huds. und ra-
mosum Huds.) abgelegt.
Raupe zunächst farblos und durchsichtig mit schwarzem Kopf
und Nackenschild, dann graubraun oder olivenfarben, Kopf und
Nackenschild hellbraun, vor der Überwinterung wieder durchsichtig.
Kopf klein und flach, 3. Thoraxsegment am breitesten. Körper der
erwachsenen Raupe dunkelgelb bis olivenfarben mit braun gerandeten
Stigmen. Länge 20—25 mm. Raupe Anfang August bis Oktober
minierend in den Blättern des Igelkolbens, daselbst bis Mitte April
überwinternd, dann bis Mitte Mai oder Juni in einem aus 2 mit
den Rändern zusammengesponnenen Blättern gebildeten Sack dicht
unter dem Wasserspiegel, die Blattränder benagend und ausfressend,
bei Sparg. ramosum die Blätter skelettierend. Verrät sich durch
die schwärzlichen Fraßstellen. Verwandlung in einem langen weißen,
mit Blattstücken umhüllten und an einem schwimmenden Blatt fest-
gesponnenen Cocon.
Puppe schlank, lebhaft dunkelgelb, Hinterende in einen ventral-
wärts gebogenen Haken auslaufend.
Nymphula nymphactata L. (Fig. 282).
Körper weißlich ($) oder vorwiegend bräunlich (cf). Flügel
weiß, die braune Zeichnung wie bei stagnato, aber ausgedehnter,
die Binden breiter. Discocellularfleck hellbraun mit dunkler Um-
randung. Die äußere Doppel-
binde sendet im Vorder- und
Hinterflügel einzelne zackige
Fortsätze gegen das goldbraune
Saumband. Zeichnung auf der
Unterseite nicht heller als oben.
Trennung der Doppelbinden
weniger scharf. Basale Binde
im Hinterflügel ebenfalls dop-
pelt, von dem schrägen Vorder-
randfleck deutlich getrennt.
Flügelspannung 21—26 mm.
Fig. 232. Nym^htda nymphaeata L. Juni— AugUSt, mit N. stagnata.
Häufig.
Eier kurz oval, flach, dunkelgelb.
Raupe gedrungen, in der Mitte am breitesten, vorn und
hinten verjüngt. Körper glänzend, in der Jugend grün, später auf
dem Rücken hell olivenbraun mit dunkleren Einschnitten und 3
dunklen Längslinien, unten heller; Kopf sehr klein, olivenbraun,
mit dunkler Mundpartie und dunklem Hinterrand, Nackenschild
hell olivenbraun, glänzend, vorn und hinten schmal schwarz ge-
säumt, mit mittlerem schwarzbraunen, durch eine helle Linie ge-
Lepidopterä, Schmetterlinge.
145
teilten Querfleck. Stigmen dunkelbraun gerandet. Länge bis 25 mm,
2 größer als (j. Herbst — Mai oder Mitte Juni an der weißen und
gelben Wasserrose (Nymphaea alba L., Nuphar luteum L.),
Froschbiß (Hydrocharis morsus ranae L.), Laichkraut (Pota-
mogeton natans L. und polygonifolius Pourr.), Wasserstem
(Callitriche). Wasserlinse (Lemna), Igelkolben (Sparganium).
Schneidet aus einem Blatt der Nahrungspflanze ein elliptisches
Stück heraus und spinnt es mit dem Rand auf ein anderes Blatt
fest, benutzt den innen ausgesponnenen Raum als Wohnung, von
hier aus das Blatt benagend. Das aufgesponnene Blattstück stirbt
ab und wird braun, woran die Anwesenheit der Raupe zu erkennen
ist. Bietet ein Blatt keine Nahrung mehr, so schneidet sie den
Boden des sackförmigen Wohnraums heraus und läßt sich in diesem
an eine frische Pflanze treiben, wo sie einen neuen Wohnraum an-
legt. Verläßt Anfang November das Wasser mit ihrer Wohnung
und spinnt diese an einer Pflanze fest zum Überwintern. Ver-
puppung ebenfalls über der Wasseroberfläche zwischÄi 2 zusammen-
gesponnenen Blättern,
Puppe dunkelbraun, Flügelscheiden und Unterseite lebhaft
hellbraun; Hinterende stumpf, warzenförmig, mit einigen kleinen
Borsten.
Paraponyx Hb. (Fig. 233).
Stirn breit, Ocellen sehr klein, von der Beschuppung ver-
deckt. Fühler fadenförmig, die Gliedenden, besonders beim (J, ver-
breitert, die Glieder daher im Umriß dreieckig, der ganze Fühler perl-
schnurähnlich erscheinend. Labial taster
stärker gebogen als bei JVymphtcla,
Maxillartaster kürzer. Hinterleib wie
bei Nymphula, Vorderhüften etwas
kürzer als die Schenkel und doppelt
so breit, Vorderschienen etwa % der
Schenkellänge, VordertarSUS etwas *^'S- 233- Paraponyx stratiotata \..
kürzer als Schenkel und Schiene zu-
sammen. Mittel und Hinterhüften kurz. Mittelschienen etwas länger
als die Schenkel, Hinterschienen doppelt so lang, die vorderen
Sporne auf der Schienenmitte. Flügel länger und schmäler als bei
Nymphula, Vorderflügel etwa 2 '4 mal länger als
breit, Vorderwinkel abgerundet, Außenrand gleich-
mäßig geschwungen, Hinterflügel mit etwas kür-
zerem Innenrand und daher schmäler als bei
Nymphula, Außenrand mehr abgekürzt. Geäder
wesentlich wie bei Nymphula, Gabel der Adern
7 und 8 im Vorderflügel kürzer, 4 und 5 im
Hinterflügel nicht getrennt. Die Zeichnung besteht
aus dem scharfen Discocellularfleck und einer
breiten, oft unvollständigen braunen Mittelbinde.
2 deutsche Arten.
Artenübersicht.
ImagineS. Fig. 234. Paraponyx
stratiotata L. Raup«.
Discocellularfleck im Vorderflügel schwarzbraun Vergr. iVg.
mit weißem Kern. P, stratiotata.
Süßwasserfauna von Deutschland. Heft 8. ^
146
K. Grünberg,
Discocellularfleck im Vorderflügel aus 2 getrennten dunkelbraunen
Punkten gebildet. P. nivalis.
Paraponyx stratiotata L. (Fig. 235);
Körper vorwiegend weiß bis vorwiegend hellbräun lieh. Saum
der Vorderflügel steil, (j". Grundfarbe der Flügel weiß, Vorderflügel
mit leichter bräunlichgelber Tönung oder ausgedehnt hellbraun, mit
einem undeutlichen subbasalen, meist nur in 2 Flecken angedeuteten,
dunkelbraunen Querstrich und einer breiten braunen Querbinde auf
der Flügelmitte, innen unscharf, außen scharf begrenzt und stark ge-
schwungen sowie mit einem Streifen der weißen Grundfarbe gesäumt.
Discocellularfleck scharf, schwarzbraun mit weißem Kern. Zwischen
der Mittelbinde und dem Saum eine weitere, viel blassere Binde. Längs
des Saumes eine schmale bräunliche Linie, Saumschuppen blaßbräun-
lich. Hinterflügel weiß, mit einer auf der Flügelmitte unterbrochenen
und auf der vorderen Hälfte nach außen verschobenen dunkelbraunen
Querbinde; läfigs des Saumes eine schmale braune Linie, Saum-
schuppen weiß mit kleinen
braunen Flecken zwischen
den Adern. Unterseite weiß
mit ganz leichtem bräun-
lichgelben Anflug, die Bin-
den nur sehr undeutlich.
$. Vorderflügel hell-
braun, Binden wie beim cf,
aber aus der dunkleren
Grundfarbe nur wenig her-
vortretend. Discocellular-
fleck deutlich, mit hellem
Kern. Hinterflügel weiß mit
braunem Anflug, Querbinde
deutlich, wenig unterbrochen, außerdem Spuren einer basalen Quer-
binde. Unterseite ausgedehnt bräunlich. Flügelspannung 18((^) —
26(5 ) mm. Ende Juli — September, an Gewässern'
Eier oval, grün, an schwimmende Blattstücke abgelegt.
Raupe (Fig. 234) vom und hinten etwas verjüngt, jederseits
vom 2. Segment an mit 3 Längsreihen langer, dünner, büschelweise
von gemeinsamem Stamm ausgehender Kiemenfäden. Körper etwas
durchscheinend, hellgrünlich, olivenfarben oder gelb. Kopf sehr
klein, braun, Mundpartie und Hinterrand schwarzbraun. Kiemen-
fäden grauweiß, Stigmen sehr klein, schwarz. Länge bis 25 mm.
Herbst — Juni an Krebsschere (Stratiotes aloides L.), V^assernuß
(Trapa natans L.), Wassersteni (Callitriche), in einem aus
2 Blattstücken zusammengesponnenen Gehäuse. Führt in kurzen
Zwischenräumen mit dem Körper in dorso ventraler Richtung heftig
schlagende Bewegungen aus, jedenfalls zur Beförderung der Kiemen-
atmung, wobei das Hinterende unbeweglich bleibt. Die jungen
Raupen fressen nur die Oberflächenschicht der Blätter, während
die älteren große runde Stücke herausfressen. Überwintert bis
April ruhend zwischen den Blättern der Futterpflanze. Verpuppung
unter Wasser zwischen 2 oder 3 Blattstücken in länglichem,
weißem, wasserdichtem Gespinst.
Puppe kegelförmig, glatt, zuerst gelb mit braunen Augen,
dann die Flügelscheiden dunkel graubraun, Thorax hellbraun, Hinter-
Fig. 235. Paraponyx stratiotatalj. Q. Vergr. 2V2-
Lepidoptera, Schmetterlinge. |47
leib weißlich fleischfarben mit hellbraunen Querstreifen. Stigmen
orangebraun, schwarz umrandet. Hinterende stumpf, am Kopf
2 schwarze Härchen. Puppenruhe 4 Wochen.
Paraponyx nivalis Schiff.
Saum der Vorderflügel stark abgeschrägt, weiß. Vorderflügel
mit 3 braunen Querbinden, die basale nahe dem Vorderrand in
einem dunkelbraunen Punkt endigend, die mittlere vom Vorderrand
bis zur Ader 2 stark geschwungen, den aus 2 scharfen dunkel-
braunen Punkten bestehenden Discocellularfleck umfassend, die
äußere blasser, dem Saum parallel, auf den Adern mit gegen den
Rand vorgezogenen Spitzen. Längs des Saumes eine feine braune
Linie, Saumschuppen bräunlich. Hinterflügel mit einer mittleren
und einer distalen Querbinde. Zeichnung der Unterseite blaß und
undeutlich, Discocellularfleck des Vorderflügels sichtbar. Flügel-
spannung 20—21 mm. Juni — Juli, in Bayern (Alpen), selten.
Entwicklung unbekannt.
Cataclysta Hb. (Fig. 236).
Stirn flach, so breit wie die Augen. Ocellen fehlen. Fühler-
glieder am Ende verbreitert, beim (^ etwas stärker als beim ^, mit
dreiseitigem Umriß. Labialtaster stark aufwärts gebogen, anliegend
beschuppt, 3. Glied sehr dünn. Maxillar-
taster sehr kurz, stummeiförmig. Hinter-
leib wie bei Nymphula. Vorderschenkel
doppelt so lang wie die am Ende er-
weiterte Schiene, Tarsus so lang wie
Schenkel und Schiene zusammen. Schenkel
und Schiene der Mittelbeine von gleicher Fig. 236. Cataclysta lemnata
Länge, Hinterschiene fast doppelt so lang ^* ^*^p**
wie der Schenkel, vordere Sporne auf der
Mitte. Vorderflügel schlank, ca. 2^/0 mal länger als breit, Hinter-
flügel mit schwach gebogenem Vorderi'and und breit gerundetem
Innenrand. Geäder wie bei Nymphula.
Die Zeichnung besteht aus braunen Querstreifen, einem dunklen
Discocellularfleck im Vorderflügel und einem scharfen schwarzen
Saumband mit einer Reihe weißer Punkte im Hinterflügel.
Cataclysta lemnata L. (Fig. 237).
c^. Körper und Plügel weiß, Fühler braun, Taster weiß mit
schwarzem Endglied, Beine teilweise braun. Vorderflügel mit kleinem
braunen Discocellularfleck und braunem Saumband sowie mit An-
deutung einer braunen Subbasal- und Submarginalbinde. Hinter-
flügel mit schai-fem dunkelbraunen Zellenfleck, einer breiten, sub-
basalen, vom Innenrand bis in die Zelle reichenden Zackenbinde
und mehreren unregelmäßigen braunen Linien hinter der Mitte.
Randpartie bräunlichgelb mit tiefschwarzem Saumband, das eine
Reihe kleiner silberweißer Flecke einschließt. Unterseite ohne
scharfe Zeichnung, Vorderflügel braun, Hinterflügel weiß mit dunklem
Zellenfleck und undeutlicher brauner Mittelbinde. Saumband von
oben etwas durchscheinend.
J\. Körper ausgedehnt braun. Vorderflügel braun mit un-
er dunklerer Zeichnung, welche die Subbasalbinde, den Disco-
10*
148
K. Grünberg,
cellularfleck und die Submarginalbinde erkennen läßt; außerhalb
der letzteren von der Spitze bis nahe zum Innenwinkel eine
weißliche Linie, welche wie beim (j das braune Saumband ein-
schließt. Hinterflügel weiß, Zeichnung schärfer als beim (5^, Basal-
binde breiter, außen von einer
feinen Linie begleitet, hinter der
Mitte eine gezackte Doppelbinde.
Unterseite der Vorderflügel braun,
der Hinterflügel vorwiegend weiß
mit Andeutung derselben Zeich-
nung wie oben. Flügelspannung
16(cf)— 22($) mm. Ende Mai-
August, wahrscheinlich in 2 Gene-
rationen. Häufig an stehenden
Gewässern.
Raupe glatt mit einzelnen
Härchen, olivenfarben mit braunen
Kopf klein, gelblich, Nackenschild
Herbst — Mai, hauptsächlich an der
Unterseite von Wasserlinsen (Lemna), Verpuppung Anfang Mai
in einem aus Wasserlinsen oder anderen Pflanzenstücken ver-
fertigten, innen weiß ausgesponnenen, sackartigen Gehäuse.
Puppe schlank, schwarzbraun, mit vorstehenden Knöpf chen
am Hinterende. Puppenruhe 2 Wochen.
Fig. 237. Caiaclysta lemnata L.
Vergr. 2V2-
und schwärzlichen Strichen,
dunkler. Stigmen sehr klein
Acentropus Gurt. (Fig. 238 u. 239).
Stirn flach gewölbt, etwas breiter als die Augen. Ocellen fehlen.
Fühler ungefähr von der Länge des Körpers, ziemlich dick. Glieder
kurz, so lang wie breit. Labialtaster dick, abwärts gebogen, Maxillar-
taster fehlen. Körper glatt und anliegend beschuppt. Vorderhüften
verlängert und verdickt, fast so lang wie die Schenkel, Schienen
kürzer als die letzteren; Mittelschienen ebenso lang wie die Schenkel,
Hinterschienen länger, mit äußerst kurzen Spornen. Flügel nur
Fig. 238. Fig. 239.
Flg. 238 u. 239. Acentropus niveus Oliv. (^. Kopf und Geäder.
beim ^j", halbdurchsichtig, dünn beschuppt und ohne Zeichnung, lang
und schmal, Vorderflügel 3— 4 mal so lang wie breit, mit abgerundeter
Spitze und stark abgeschrägtem, in flachem Bogen in den Innen-
rand übergehendem Außenrand. Hinterflügel 2 — 3 mal so lang wie
breit. Flügel des 5 rudimentär, stummeiförmig. Zelle bis über
die Flügelmitte reichend. Ader 4 und 5 stark genähert, 6 und 7
getrennt, 8 + 9 mit langem gemeinsamen Basalstück und sehr
Lepidoptera, Schmetterlinge. 149
kurzer Gabel, 8 in die Spitze, 10 und 11 frei aus der Zelle,
schräg in den Vorderand. Im Hinterflügel 4 und 5 getrennt aus
dem Zellenende, 6 eine Strecke vor dem Zellenende entspringend,
frei, 7 und 8 erst kurz vor der Spitze getrennt.
Acentropiis nivens Oliv. (P'ig. 240 u. 241).
Körper bräunlichgelb mit weißgrauer, beim 5 mehr bräunlicher
Beschuppung. Flügel des (j durchscheinend, milchig grauweiß be-
schuppt, die Hinterflügel heller als die Vorderflügel. Flügelspan-
nung des (j" 11 — 17 mm. Mai — Juni und September.
5 stets im Wasser. Begattung an der Oberfläche.
Eier in Klumpen
oder flachen scheiben-
f örmigenGelegen in einer
Gallerthülle an die Nah-
rungspflanzen abgelegt.
Eiruhe ca. 3 Wochen.
Raupen zunächst
grünlichgelb mit hell- Fig. 240. Fig.
braunem, dunkel geran- Fig. 240 u. 241. Acentropus niveus Oliv. ^ u.
detem Kopf und Nacken- 5- Vergr. 2.
Schild, später weißlich-
gelb, durchscheinend. Am 1 . Hinterleibsring am breitesten, vorn und
hinten schmäler. Mit unregelmäßigen Längsreihen kleiner borsten-
tragender Hautwarzen. 9 Stigmenpaare, keine Kiemenfäden. In
ca. 6 Wochen erwachsen, 12 — 14 mm lang.
2 Generationen. Raupen September — Mai und Juli — August im
Wasser, besonders an verschiedenen Laichkrautarten (Potamogeton),
auch an Wassernuß (Trapa natans L.), Tausendblatt (Myriophyl-
lum), Zanichellie (Zanichellia), Seegras (Zostera), in der ersten
Woche im Innern der Pflanze, dann außen an den Blättern, in
einem röhrenförmigen Gehäuse aus Blattstücken, oft in beträcht-
licher Tiefe, bis zu 3 m. Verpuppung in einem aus Blattstücken
neu verfertigten Gehäuse, welches mit dem grauweißen luftgefüllten
Cocon verwebt und an der Nahrungspflanze befestigt ist.
Puppe stets unter Wasser, mit dem Kopf abwärts im Cocon,
hell gelblichbraun mit dorsalen Querstrichen und hellerer Unter-
seite. Kopf mit 3 Paar zum Öffnen des Gehäuses dienenden Dornen.
Hinterende stumpf, vorletztes und letztes Segment mit Chitinhäk-
chen zur Befestigung im Cocon. cf Puppen kleiner und schlanker
als die $. Puppenruhe ca. 25 Tage.
Tortricidae, Wickler.
Kleinere Arten, stets unter Mittelgröße, mit verhältnismäßig
kräftigem Körper, mäßig langen Beinen und gerundet viereckigen,
in der Ruhe flach dachförmig gehaltenen Vorderflügeln. Augen
nackt; Ocellen vorhanden. Fühler fadenförmig, häufig gewimpert,
selten beim ^f gezähnt oder gekämmt. Rüssel meist kräftig ent-
wickelt. Maxillartaster fehlen. Labial taster gut entwickelt, auf-
gebogen oder vorgestreckt, anliegend oder abstehend beschuppt,
selten verlängert, mit kurzem Endglied. Vorderflügel groß und
breit, trapezförmig, selten mehr dreieckig, mit steilem Außenrand
150
K. Grüiiberg,
und 12 getrennten Adern, selten 7 und 8 gestielt. Hinterflügel
breit, gerundet, stets mit Haftborsten und 3 Innenrandadern, im
Geäder wechselnd ; hintere Mittelader bei einer Gruppe oben lang
behaart.
Raupen walzig, an Kopf und Hinterende etwas verjüngt, 16 füßig,
mit Kranzfüßen, mit stark chitinisiertem Nacken- und Afterschild
und feinen, paarweise geordneten, borstentragenden Punktwärzchen.
Zwischen aufgewickelten und versponnenen Blättern, in Blüten und
Früchten, in Pflanzenstengeln und Wurzeln usw.
Puppen mit spitzem oder stumpfem Hinterende, am Hinterleib
mit dorsalen Querreihen spitzer Dornen und ventralen Dornwärz-
chen oder mit Häkchen am Hinterende.
Von der sehr artenreichen Familie kommt nur eine Gattung
mit 2 deutschen Arten ständig am Wasser vor.
> Epibleminae.
Hintere Mittelader der Hinterflügel oben lang behaart.
Bactra Steph. (Fig. 242 u. 243).
Stirn abstehend beschuppt. Fühler gewimpert. Taster vorn
verbreitert und glatt abgeschnitten, dicht beschuppt. Thorax glatt
: ; Fig. 242. Fig. 213.
Fig. 242 u. 243. Bactra lanceolana Hb. Kopf und Geäder.
beschuppt. Hinterschienen des cj" ohne Haai-pinsel. Ader 3, 4 und 5
der Hinterflügel dicht beieinander aus dem unteren, Ader 6 und 7
gestielt, aus dem oberen Zellenende.
Raupen in Sumpfgräsern.
2 deutsche Arten. .
Artenübersicht.
Imagines.
Vorderflügel mit feiner dunkler Strichelung am Vorderraud und
einem dunklen mittleren aus einzelnen Plecken gebildeten
Längsstrahl. B. lanceolana.
Vorderflügel mit fleckiger, aus unterbrochenen, breiten dunklen
:«. Querbinden bestehender Zeichnung. B. furfurana.
Raupen.
Weißlich, Kopf und Nackenschild schwarz. B. lanceolana.
Grünlichj Kopf schwarz, Nackenschild braun, B. furfnraua.
Lepidoptera, Schmetterlinge. 151
Bactra lanceolana Hb. (Fig. 244).
Fühler dunkelbraun, Kopf, Thorax und Hinterleib graubraun.
L Vorderflügel in der Grundfärbung und Zeichnung variabel, meist
hellgrau bis gelblich oder bräunlich grau, mit zuweilen stark zurück-
V tretender schwarzbrauner Zeichnung. VordeiTand mit schräger dunkler
Strichelung. Die Hauptzeichnung besteht aus einem dunklen Wisch
oder Fleck auf der hinteren Mittelader, einem winkelförmigem Fleck
am Zellenende und einem Strich an der Spitze; schwach gezeichnete
Tiere zeigen nur einen kleinen Fleck am Zellende und an der
Spitze; zuweilen zieht ein dunkler Längsschatten von der Wurzel
bis zur Spitze. Hintere Flügelhälfte und Außenrand mit unregel-
mäßigen dunklen Punkten und Linien. Hinterflügel bräunlich grau,
heller oder dunkler. Unterseite des Vorderflügels dunkel graubraun,
Vorderrand gegen die Spitze und Saumschuppen heller, der Hinter-
flügel heller, mehr grau. Flügelspannung 12(J) — 15($) mm. Ganz
Europa, in Deutschland Mai— Juni und August— September, stellen-
weise sehr häufig.
Raupe in der Jugend lebhaft grün, später schmutzig weiß mit
grünlichem oder rötlichem Anflug; Kopf und Nackenschild schwarz,
Afterschild braun. April — Mai und Juli — August im unteren Stengel
von Binse (Juncus effusus L.) undlCypergras(Cyperus longusL).
Fig. 244. Bactra lanceolana Hb. Fig. 245. Bactra für für ana Hew.
Vergr. 4. Vergr. 4.
Bactra furfnrana Hew. (Fig. 245).
Fühler dunkelbraun, Kopf und Thorax gelblich, grau oder braun,
Hinterleib bräunlich grau. Oberseite der Vorderflügel weißlich oder
gelblich grau, beim (j" mit schwarzbrauner, beim $ mit hellbrauner
fleckiger Zeichnung, bestehend aus einer basalen Querbinde, welche
den Vorderrg,nd frei läßt, einer breiten gebrochenen Mittelbinde und
einem Wisch an der Spitze. Zeichnung wie bei lanceolana ziem-
lich variabel. Außerdem am Vorder- und Innenrand unregel-
mäßige dunkle Flecke. Hinterflügel bräunlich grau, ebenso die
Unterseite. Flügelspannung 12((j')— 19($) mm. Mai — Juli zer-
streut und seltener als lanceolana.
Raupe hell grünlich, Kopf schwarz mit weißem Längsstrich,
Nacken- und Afterschild braun. April— Mai und Juli im Stengel von
Binse (Juncus effusus L.) und Seesimse (Scirpus lacustris L.).
Tineidae. Schaben, Motten.
Meist kleine zarte Formen mit schmalen spitzen Flügeln und
langen kräftigen Hinterbeinen. Ocellen vorhanden oder fehlend,
Fühler fadenförmig, mit verlängertem walzigen, zuweilen sehr auf-
fällig gebildeten Basalglied. Rüssel vorhanden oder fehlend. Maxil-
lartaster oft vorhanden, Labialtaster meist sehr lang und dünn, auf-
152
K. Grtinberg,
gebogen, zuweilen kurz und hängend. Hinterschienen mit kräftigen
langen Spornen, zuweilen außerdem mit langen steifen Borsten.
Flügelgeäder vollständig oder rudimentär, Ader 7 und 8 im Hinter-
flügel, wenn beide vorhanden, stets getrennt.
Raupen meist 16 füßig, selten 14 oder 18 füßig, mit Kranzfüßen,
zuweilen fußlos, mit verschiedener Lebensweise.
Äußerst artenreiche Familie mit zahlreichen Untergruppen, von
denen aber nur wenige Anwohner des Wassers sind.
Übersicht über die am Wasser vorkommenden
Unterfamilien.
I. Labialtaster lang und dünn, aufgebogen; Maxillartaster fehlen.
1. Fühlerglied nicht auffällig gebildet, Hinterschienen ohne lange
Borsten.
1. Flügel breit, Vorderflügel mit rechtwinkliger Spitze und steilem
Außenrand, ziemlich große Art. Orthotaeliiiiae.
2. Flügel schmal und spitz, kleine zarte Arten.
a) Hinterflügel linear, ohne Zelle, mit nur 2 Adern.
Cosraopterygiiiae.
b) Hinterflügel mit Zelle, Geäder normal. Laverninae.
IL Labialtaster kurz, hängend; Maxillartaster vorhanden. 1. Fühler-
glied sehr auffällig vergrößert. Hinterschienen mit langen steifen
Borsten. Nepticiilinae.
Orthotaeliinae.
Mit den Merkmalen der einzigen Gattung
OrthotaeHa Steph. (Fig. 246 u. 247).
Stirn und Scheitel mit dichter, etwas abstehender Behaarung.
Ocellen fehlen. Fühler wenig länger als die Hälfte der Vorder-
flügel, Basalglied wenig verdickt,
Geißelglieder am vorderen Ende
etwas erweitert. Taster lang und
dünn, aufgebogen, bis zum Schei-
tel reichend, anliegend beschuppt.
Rüssel sehr kurz. Hinterleib
langgestreckt, mit mehr als der
Hälfte über den Analwinkel der
Hinterflügel hinausreichend.
Vorderflügel etwa 2 72 mal so lang
wie breit. Vorder- und Innenrand
bis zum Saum fast parallel, Außen-
rand fast senkrecht, gerade. Ader
3 und 4 stark genähert aus dem
unteren, 9 aus dem oberen Zellen-
ende, alle Adern außer 3 und 4
deutlich getrennt nnd einzeln aus
der Zelle. Oberer Teil der Zelle
durch eine in der Verlängerung
von Ader 6 verlaufende Längs-
p. 247 ader abgeteilt. Hinterflügel breit,
Fig. 246 u. 247. o'rthotaelia sparganella halbkreisförmig, alle Adom oiu-
Thunb. Kopf und Geädtr. zeln, Ader 3 und 4 getrennt aus
Fig. 246.
Lepidoptera, Schmetterlinge.
153
I
dem unteren Zellenende, 5 von 4 mehr als doppelt so weit entfernt
als von 6. Beine lang und robust, Vorder-. Mittel- und Hinter-
schienen 7-2» Vi ^^^^d 1^/2 der Schenkellänge.
Eine deutsche Art.
Orthotaelia sparganella Thunb. (Fig. 248).
Fühler gelblichbraun. Kopf und Thorax, Vorder- und Mittel-
beine lebhaft rost- oder ockerbraun, Hinterleib und Hinterbeine
hell bräunlichgrau. Vorderflügel oberseits von der Farbe des Thorax,
zuweilen etwas dunkler oder auch heller, mehr olivenfarben mit
mehr oder weniger deutlichem, dunkleren, rötlich purpurbraunen,
gegen den Saum bis zum Vorder- und Hinterwinkel sich ver-
breiternden Mittellängsschatten. Beim ^ meist am Zellenende
ein schwärzlicher Fleck, in
der Zelle, längs der Ader 1
und vor dem Saum einige oft
sehr undeutliche schwärz-
liche Punkte. Hinterflügel
glänzend, hellgrau mit leich-
tem bräunlichen Anflug.
Unterseite einfarbig hell
bräunlichgrau, im Hinter-
flügel heller. Flügelspan-
nung 20 — 28 mm. Juli —
August.
Raupe schlank, blaßgrün mit rötlichgrauer Rückenlängsstrieme.
Kopf braun, Nackenschild graubraun mit dunklerem Seitenrand;
Afterschild breit, flach vertieft mit erhabenen Rändern, hinten in
2 gespreizte Zähnchen auslaufend. Vorn auf den beiden ersten
Segmenten Querreihen kräftiger schwarzer Warzenpunkte. Herbst
— Juni (auch im August beobachtet) in verschiedenen Wasser-
pflanzen: Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus L., auch in
I. germanica L.), Rohrkolben (Typha angustifolia L.), Igel-
kolben (Sparganium ramosum Huds., Sp. simplex Huds.),
Wasserschwaden (Glyceria aquatica Wahlenb.), Simse (Scirpus
lacustris L.). In der Jugend in jungen Blättern, später im Stengel
über der Wurzel in einer Röhre. Von außen bemerkbar durch die
abgestorbenen Herzblätter. Oft in großer Zahl an einem Ort. Ver-
puppung in der Wohnpflanze.
Puppe zylindrisch, am Hinterende fast breiter als vorn, blaß-
gelblich mit bräunlichem Vorderende. Tasterscheiden abstehend,
gekrümmt, die mittleren lang, nach hinten divergierend, die seit-
lichen kurz, stumpf. An den Einschnitten eine dichte Querreihe
spitzer, rückwärts gekehrter Dörnchen, Hinterende in 2 divergierende
Spitzen auslaufend.
Fig. 248.
Orthotaelia sparganella Thunb.
Vprgr. 2.
Cosmopteryginae.
Kleine zarte Arten mit auffällig schmalen und spitzen, sehr
lang befransten Flügeln. Vorderflügel mit lebhaft metallglänzender
Zeichnung. Hinterflügel linear, mit 2 einfachen Adern. Rüssel
klein; Maxillartaster fehlen; Labial taster sehr lang und dünn, sichel-
förmig aufgebogen.
Eine deutsche Gattung,
154
K. Grünberg,
Cosmopteryx Hb. (Fig. 249 u. 250).
Stirn stark vortretend, hoch gewölbt. Ocellen fehlen. Fühler
gekerbt, etwas kürzer als der Vorderflügel, Basalglied verlängert
und am Ende verdickt. Taster sehr lang und dünn, sichelförmig
aufgebogen, mit der Spitze den Scheitel überragend; 2. Glied fast
so lang wie das Endglied, am Ende etwas verdickt. Hinterschienen
von doppelter Länge der Schenkel, Sporne sehr lang und kräftig,
die vorderen auf der Mitte. Yorderflügel etwa sechsmal so lang
*^
Fig. 249. Fig. 250.
Fig. 249 u. 250. Cosviopteryx lienigiella Zell. Kopf und Geäder.
wie breit, mit sehr scharfer feiner Spitze. Zelle schmal und sehr
spitz, Ader 2 — 5 in ziemlich gleichen Abständen aus der Zelle in
den Hinterrand, Ader 7 aus dem Zellenende in die Flügelspitze
mündend, mit 6 und 8 kurz gestielt; Ader 9 kurz vor dem Zellen-
ende, 11 ungefähr auf der Zellenmitte, 10 in der Mitte zwischen
beiden. Hinterflügel linienartig schmal mit sehr langen Saumhaaren
und nur 2 deutlichen Adern, je eine in dem Vorder- und Innenrand.
Raupen in Blättern minierend.
Arten Üb er sieht.
Imagines.
Vorderflügel hell graubraun mit 2 silberglänzenden schwarzgepunk-
teten Querbinden. C. lienigiella.
Vorderflügel schwarzbraun mit ockergelber goldgesäumter Querbinde.
C. scribaiella.
Cosmopteryx lienigiella Zell. (Fig. 251).
Kopf und Thorax gelblich graubraun mit 2 seitlichen und
einer mittleren weißen Längslinie. Fühler schwarzbraun, Taster
außen schwarzbraun, innen weiß
beschuppt. Beine hell graubraun,
teilweise weißlich. Vorderflügel
oberseits gelblich graubraun, mit 8
von der Basis bis zur Mitte reichen-
den, weißen Längslinien am Vorder-
rand, auf der Mitte und am Innen-
rand, sowie einigen kurzen Linien
zwischen denselben. Hinter der
Mitte und am Ende des 2. Drittels
je eine silber- oder etwas gold-
glänzende Querbinde, die innere mit
einem schwarzen Fleck vorn an der Außenseite, die äußere mit
ßinigen kleinen schwarzen Fleckchen an der Innenseite. Von jen-
Fig. 251. Cosmopteryx lienigiella
Zell. Vergr. .3.
!
r
Lepidoptera, Schmetterlinge. 155
seits der äußeren Binde bis zur Flügelspitze ein weißer Mittel-
längsstrich. Saumhaare hell graubraun. Hinterfltigel graubraun,
weißlich glänzend. Saumhaare etwas dunkler als im Yorderflügel.
Unterseite der Flügel dunkelbraun mit weißem Glanz. Hinterleib
oberseits dunkelbraun mit sehr schmalen, an den Seiten zu großen
Flecken erweiterten weißen Hinterrandsäumen. Unterseite glänzend
weiß. Flügelspannung 9—12 mm. Juni — Juli, an Rohr.
Raupe (Fig.* 252) hellweißlich, rosa, durchscheinend, mit
schwarzem Kopf und zuweilen bindenartigen dunkleren Querstreifen
auf den vorderen Segmenthälften. Am 2. Seg-
ment am breitesten, nach hinten allmählich
verschmälert. Länge 8 — 10 mm. Herbst —
Frühjahr minierend in den Blättern des Rohrs
(Phragmites) an der Blattoberseite. Wechselt
von Blatt zu Blatt. Minen flach, als große,
lange, graugrüne oder weißliche Flecke er-
scheinend. Exkremente am unteren Ende der
Mine angesammelt, selten aus derselben ent-
fernt. Überwintert in der Mine in einem
zähen, halbdurchsichtigen Cocon innerhalb
eines großen ovalen, ausgesponnenen Raumes.
Verpuppung im Frühjahr.
Cosmopteryx scribafella Zell.
Körper tief schwarzbraun, Kopf, Thorax
und Beine mit lebhaft goldglänzenden Flecken.
Unterseite des Hinterleibs in ganzer Ausdeh-
nung goldglänzend. Fühler schwarz, mit weißer
Spitze und 2 weißen Ringen vor derselben.
Taster schwarz, innen weißlich. Vorderflügel Vyx lienigüiia zl
tief schwarzbraun, auf der Mitte eine breite, Raupe. Vergr. 6.
lebhaft ockergelbe, hinten verschmälerte Quer- ^^^*^ Stainton.
binde, beiderseits von goldglänzenden Binden eingefaßt; an der
Basis ein langgestreckter, breiter, goldglänzender Fleck, vor der
Spitze ein silberweißer Längsstrich. Hintei-flügel heller als die
Vorderflügel, mehr graubraun, einfarbig. Unterseite dunkelgrau-
braun, im Vorderflügel stark glänzend. Flügelspannung 9 — 11 mm.
Mit der vorigen Art.
Raupe ebenfalls in Phragmites, oft 2 oder 3 in einem Blatt,
ähnlich der von C. lünigülla, auch in der Minenbildung. Ver-
puppung in der Mine.
Laverninae.
Ziemlich kleine Arten mit schmalen spitzen Flügeln. Kopf
anliegend beschuppt oder behaart. Ocellen meist fehlend. Rüssel
vorhanden. Maxillartaster fehlen, Labialtaster lang und dünn, sichel-
förmig aufgebogen. Zelle in beiden Flügeln vorhanden
Raupen nackt, meist im Innern von Pflanzen, im Stengel oder
in Blättern minierend.
Limnaecia Staint. (Fig. 253 u. 254).
Stirn vortretend, stark gewölbt. Fühler dünn, so lang wie der
Leib, beim (j" etwas länger, Basalglied verlängert und am Ende er-
Fiy. 252. Cosniüpte-
156
K. Griinberg,
weitert, 4 mal so lang wie dick, Geißelglieder kurz, am Ende ver-
breitert. Taster sehr lang, dünn, sichelförmig, Endglied den Scheitel
weit überragend, dünn und spitz, etwa doppelt so lang wie das
etwas dickere anliegend beschuppte Mittelglied. Beine kräftig, Vorder-,
Mittel- und Hinterschienen = Vi? Vi und Vi der Schenkellänge,
Hinterschienen oben lang behaart, Sporne kräftig, die vorderen auf
der Schienenmitte. Vorderflügel schmal lanzettlich mit scharfer
Fig. 253. Fig. 254.
Flg. 253 u. 254. Limnaccia phraginitella Staint. Kopf und Geäder.
Spitze, 5 mal so breit wie lang, Saumhaare am Hinterrand so lang
wie die Breite. Ader 2 auf der Flügelmitte, 2—5 in ziemlich gleichen
Abständen, 6 aus dem Zellenende, 7-1-8 lang gestielt, die übrigen
Adern einzeln. Hinterflügel halb so breit und wenig kürzer als
der Vorderflügel. Saumhaare an der Basis doppelt so lang wie die
P'lügelbreite, Zelle bis zur Mitte reichend, Ader 5 und 6 aus dem
Zellenende, alle Adern einzeln. Hinterleib des $ mit kräftiger
stark behaarter Haltezange.
Einzige deutsche Art:
Limnaecia phragmitella
Staint. (Fig. 255).
Körper und Flügel hell
graubraun, von der Farbe
trockenen Schilfes. Hinter-
flügel etwas heller, grau,
glänzend. Saumhaare lang,
gelblichgrau. Vorderflügel
oberseits mit einer unbe-
stimmten schwärzlichen
Längslinie auf der Mitte,
von welcher gewöhnlich die
beiden Endpunkte deut-
licher und weißlich umran-
An den Aderendigungen unscharfe schwärzliche Punkte.
Unterseite wie oben, ohne Zeichnung. Flügelspannung \^{$) bis
21 (J) mm. Juni — August, zerstreut.
Raupe (Fig. 256) breit und flach, gelblichweiß mit 3 hell grau-
braunen Rückenlinien und ebensolcher Seitenlinie. Kopf glänzend
gelbbraun mit dunklerem Hinterrand; Nackenschild etwas dunkler
als der Kopf, mit hellem Mittelfleck. Länge bis 12 mm. August
—April in den Kolben des breitblättrigen Rohrkolbens (Typha
Fig. 255.
det sind.
Limnaecia phragviitella Staint.
Vergr. 21/2-
Lepidoptera, Schmetterlinge.
157
latifolia L,), wächst langsam, zuweilen in großer Zahl, bis zu 30,
in einem Kolben. Die befallenen Kolben eigentümlich zerfetzt und
Fig. 256. Fig. 257.
Fig. 256. Lt'mnaecia phragmitella Staint, Raupe. Vergr. 5. Nach Stainton.
Fig. 257. Rohrkolben, durch Raupen von Limnaecia phragniitella zerfressen.
Nach Stainton.
zerrissen, so daß der flaumige, flockige Inhalt herausquillt (Fig. 257).
Verpuppung im Kolben in einem dicht mit Flaum umkleideten Ge-
spinst.
Nepticulinae.
Sehr kleine, äußerst zarte Arten mit lang behaarten, spitzen
Flügeln. Kopf abstehend behaart. Ocellen fehlen. Fühler mit auf-
fällig stark vergrößertem plattenförmigen Basalglied. Rüssel fehlt.
Maxillartaster vorhanden, mehrgliedrig, dünn, fadenförmig. Labial-
taster hängend. Geäder rudimentär, Zelle der Vorderflügel fehlend
oder sehr kurz, Hinterflügel stets ohne Zelle. Hinterschienen mit
langen steifen Borsten.
Raupen 18 füßig, in Pflanzenstengeln und Blättern minierend.
Mehrere Gattungen, davon eine am Wasser.
Opostega Zell. (Fig. 258 u. 259).
Stirn und Scheitel abstehend beschuppt. Fühler so lang wie
der Vorderflügel oder wenig kürzer, Basalglied stark vergrößert,
blattförmig, gewölbt, die Höhlung nach außen gekehrt; Geißel ein-
fach. Labialtaster kurz und dick, hängend, Maxillartaster länger
158
K. Grünberg,
und schlanker, mehrgliedrig. Vorderhüften stark verbreitert, so
lang wie der Schenkel. Schienen und Metatarsen der Hinterbeine
mit dichter langer stachliger Beborstung, ebenso die Mittelschienen,
aber viel schwächer. Hinterschienensporne groß und kräftig, die
vorderen vor der Mitte. Vorderflügel etwa dreimal so lang wie
breit, zugespitzt, mit 4 un verzweigten Längsadern; Costalader sehr
Fig. 258. Fig. 259.
Fig. 258 u. 259. Opostega auritella Hb. Kopf und Geäder.
kurz, vordere und hintere Mittelader vor der Spitze endigend.
Hinterflügel schmal und spitz mit langen dichten Saumhaaren und
einer kräftigen Längsader mit 1 Ast in dem Vorder- und 2 Ästen
in dem Innenarajid-.
- ' Kleine schneeweiße braungefleckte Motten. Am Wasser 2 Arten.
Entv^icklung wenig bekannt.
• . ^ Artenübersicht.
Imagines.
Vorderflügel mit deutlichem braunen Vorder- und Innenrandfleck,
Spannweite 9—11 mm. Op. auritella.
Vorder- und Innenrandfleck im Vorderflügel klein, undeutlich,
Spannweite 7—8 mm. Op. crepusculella.
Opostega auritella Hb. (Fig. 260).
Kopf und Thorax sowie Basalglied der Fühler weiß beschuppt.
Fühlergeißel hell gelblichbraun. Beine braun. Hinterleib dunkel-
braun. Oberseite der Vorderflügel
schneeweiß mit graubraunen weiß un-
termischten Saumhaaren, einem brau-
nen Fleck in der Mitte des Innen-
randes und einem gleichen langge-
streckten Fleck an der Spitze. Unter-
seite und die Hinterflügel ganz ein-
farbig graubraun. Flügelspannung
9 — 1 1 mm. Juni — Juli, Norddeutsch-
land, an sumpfigen Stellen stellen-
weise sehr häufig, fliegt in den frühen Abendstunden.
Raupe hellgrün, minierend im Stengel der Sumpfdotterblume
(Caltha palustris L.). Verpuppung in einem festen weißen
Gespinst.
opostega auritella Hb.
Vcrgr. 3.
I
Lepidoptera, Schmetterlinge.
159
Opostega crepusculella Zell.
Fühler, Kopf und Thorax wie bei auritella. Hinterleib oberseits
dunkelbraun, unten hellgrau. Voi'derflügel schneeweiß mit 2 schmalen
gebogenen schrägen hellbraunen Querlinien an der Spitze und einem
zuweilen fehlenden kleinen Fleck in der Mitte des Vorder- und
Innenrandes. Saumhaare weiß. Hinterflügel weiß, Saumhaare hell*
bräunlich. Unterseite leicht bräunlichgrau. Flügelspannung 7—8 mm.
Juni — Anfang August, ganz Deutschland an Teichen und schilf reichen
Gräben, auf feuchten Wiesen. icijyCiH
Entwicklung unbekannt.
er.
Acentropiis
niveiis . .
Ameletus .
inopinalus .
Amphineraur
Seite
148
149
21
21
7ö
Bactra . 150
furfurana .- . ". . . . 151
lanceolan^^ , .5 «^ V J • ■• 151
Baetidsife 'K ' .'' ." '. ' . -, 15
Baetis . ,^' A f . . 15, 32
alpinus . . . ., . . 16, 18
atrebatinus . . . . . 18
binoculatus . : . ... . 18
buceratus ...... 17
niger 16, 18
pumilus 17
Rhodani 18
scambus 16
tenax 18
venustulus 18
vernus 17, 18
Caenidae
Caenis .
dimidiata
halterata
harrisella
lacteella
Calamia
lutosa .
phragmitidis
Calamotroph
paludella
Capnia .
atra . .
nigra .
Capniidae
Capnopsis
pygmaea
14
14, 31
14
15
15
14
113
114
114
132
133
55, 88
55
55, 89
55
55
55
Cataclysta
lemnata
Centroptilum
luteolum .
pennulatum
Chilo . .
cicatricellus
phragmitellus
Chirotonetes
ignotus
Chloeori
dipterum .
nifulum
simile .
Chloroperla
difformis .
grammatica
griseipennis
helvetica .
rivulorum .
rufescens .
Strandi
sudetica
venosa .
Choroterpes
Picteti . .
Coenobia .
rufa . .
Cosinopteryginae
Cosmopteryx
lienigiella . .
scribaiella . .
Cossidae . .
Crambinae
Dictyopterygella
Dictyopteryx
Dinocras . . .
Donacaula . .
mucronella
Register
161
Seite
Ecdyuridae 22
Ecdyurus . . . . . 26, 31
fluminum 28
forcipula 28
insignis 26
lateralis 27
venosus 29
volitans 28
Epeorus 22, 30
assimilis 23
Ephemera 7, 30
danica 8
glaucops 9
lineata 9
vulgata 8
Ephemerella .... 14, 31
ignita 14
Ephemerellidae ... 13
Ephemerida 1
Ephemeridae . . . . 7
Epibleminae 150
Erastria 123
argentula 124
uncula 125
Erastriinae 123
Habrophlebia ... 12, 31
fusca 12
lauta 13
mesoleuca . . . . . 13
Hadena 100
unanimis 100
Hadeninae 99
Helotropha 102
leucostigma ..... 103
leucostigma var. fibrosa . 103
Heptagenia . . . . 25, 30
coerulans 25
flava 25
flavipennis 26
sulphurea 26
Herminia 127
cribrumalis 128
Herminiinae .... 127
Hydrocampa .... 142
Hydrocampinae . . . 141
Hydroecia 103
micacea 104
petasitis 105
Isogenus 41, 83
nubecula 42, 84
Isopteryx . . , . . 52, 87
Seite
Isopteryx
apicalis
Burmeisteri
neglecta
serricornis
torrentium
tripunctata
Laverninae
Lepidoptera
Leptophlebia
cincta .
margin ata
Meyeri
submarginata
Leptophlebii
Leucania .
comma
impudens .
impura
1 album
obsoleta
straminea .
Leucaniinae
Leuctra
albida .
Braueri
cingulata .
cylindrica
digitata
geniculata
hippopus .
inermis
Klapäleki
nigra
prima .
Leuctridae
Limnaecia
phragmitella
Marthamea
M e li a n a
flammea .
Miana . .
ophiogramma
ophiogramma var. maerens
Nemura
avicularis
borealis
brevistyla
cambrica
11
62
Register
Seite I
Nemura |
fumosa 75 !
humeralis 71, 93
lateralis 73
marginata .... 79, 95
Meyeri 72
nknborum 73
nitida 75
Pictetii 81, 95
praecox 74
Standfussi 75
variegata 78, 95
Nemurella / 81
Nemuridae . . . , . 69
Nephelopteryx . . . 60, 89
araneoides 60
nebulosa 60, 90
Nepticulinae .... 157
Noctuidae 98
Nonagria 106
cannae 109
dissoluta var. arundineta . 110
geminipuncta .... 108
geminipuncta ab. nigricans 109
neurica 110
nexa 107
sparganii 112
typhae 111
typhae ab. fraterna . . 111
Nymphula 142
nymphaeata 144
rivulalis 143
stagnata 143
Nymphulinäc . . . . 141
Oeraopteryx 59
Loewii 60
Oligoneuria .... 6, 30
rhenana 7
Opostega 157
auritella . . . . . . 158
crepusculella 159
Orthotaelia 152
sparganella 153
Orthotaeliinae .... 152
Palingenia .... 6, 30
longicanda 6
Palingenidae .... 6
Paraponyx 145
nivalis 146
stratiotata 147
Seite
Perla 43, 84
abdominalis .... 44, 86
cephalotes .... 44, 86
marginata 44
maxima 45, 85
Selysii 46
Selysii var. Mosellae . . 47
vitripennis 46
Perlidae 42
Perlodes 39, 82
dispar 39, 83
microcephala .... 40
recta 40
septentrionis 41
P,erlodidae 39
Phragmatoecia .... 130
castaneae 130
Plecoptera ..... 33
Plecoptera filipalpia . 55
Plecoptera setipalpia . 39
Plusia- 125
festucae 126
Plusiinae 125
Polymitarcidae ... 17
Polymitarcis .... 7, 30
virgo 7
Potamanthidae .... 9
Potamanthus ... 9, 31
luteus 10
Protonemura .... 70
Pyralididae 131
Rhabdiopteryx . ... 60
neglecta 60
Rhitrögena . . . . 24, 30
aurantiaca 25
germanica 24
semicolorata 24
Schoenobiinae. . . 136
Schoenobius 138
forficellus 140
gigantellus . . . . . 138
Scirpophaga 137
praelata 137
Senta 116
maritima 116
maritima ab. bipunctata . ] 1 7
maritima ab. nigricostata , 118
maritima ab. nigrostriata . 118
maritima ab. -vrismariensis 118
Siphluridae 20
Register
163
Seite
Siphlurus 21, 32
armatus 22
lacLislris 22
Taeniopterygidae . . . 56
Taeniopteryx ... 57, 90
Braueri 57, 9 J
Kempnyi 57
monilicornis 57
Risi 59
seticornis 59, 91
Seite
Taeniopteryx
trifasciata 57, 58
Tapinostola 115
fulva 116
fulva ab. concolor . . . 116
Hellmanni 115
Hellmanni ab. salurata . 116
Tholomiges 129
turfosalis 129
Tineidae 151
Tortricidae 149
Pruck von Ant. Kämpfe, Jena.
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